65 Dollar Silber, hawkischer Cut, schwacher Dollar – warum der Trend intakt bleibt

13.12.25 02:44 PM - Von Mitarbeiter


Liebe Leserinnen und Leser,

 

die vergangene Woche war eine Woche des Wahnsinns – zumindest auf den ersten Blick. Vor allem im Silbermarkt entlud sich eine Dynamik, wie man sie selbst in starken Bullenphasen nicht oft sieht. Silber schoss ohne nennenswerte Zwischenkorrektur bis über 65 US-Dollar pro Unze nach oben. Es gab keinen Halt, keine echte Angebotszone, nur Momentum. Erst am Freitagnachmittag kam es zu einem abrupten, schwer erklärbaren Sell-off, der die Rallye jäh stoppte und den Preis innerhalb kurzer Zeit zurück in den Bereich um 62 US-Dollar drückte.

Als Auslöser wurden steigende globale Renditen und eine plötzliche Schwäche im Nasdaq genannt. Tatsächlich war zu beobachten, dass mit dem Abverkauf der Tech-Aktien auch andere risikobehaftete Assets unter Druck gerieten. Neben Silber traf es auch Kupfer deutlich. Dort verstärkte sich der Rücksetzer durch Meldungen, wonach sich der Ausbau von KI-Rechenzentren – unter anderem bei Oracle und OpenAI – verzögern könnte, angeblich wegen Arbeitskräftemangel und Materialknappheit. Kurzfristig reichte das aus, um Gewinne mitzunehmen. Fundamental ergibt diese Reaktion wenig Sinn, denn gerade Verzögerungen und Engpässe unterstreichen den strukturellen Investitionsbedarf – und damit die langfristige Kupfer-Story. Dennoch: In einem Risk-Off-Moment wird nicht differenziert.

Wichtig ist die Einordnung: Trotz dieses Sell-offs bleibt das Bild in den Metallen insgesamt konstruktiv. Die Jahresendrallye ist nicht „gebrochen“, sondern hat eine erste Verschnaufpause eingelegt. Solche Bewegungen sind typisch für reife Trends, insbesondere wenn sie zuvor sehr steil verlaufen sind.

Ein zentraler Faktor der Woche war die Zinssenkung der US-Notenbank. Die Fed senkte den Leitzins um 25 Basispunkte. Zunächst wurde dieser Schritt vom Markt als sogenannter „hawkish cut“ interpretiert – eine Zinssenkung mit restriktiver Kommunikation. Diese Lesart hielt jedoch nicht lange. Ein Blick auf die Fed-Funds-Kurve zeigt, dass sich die Zinserwartungen gegenüber der Vorwoche zwar leicht verschoben haben, aber nicht restriktiver, sondern im Gegenteil: Der Markt preist weiter sinkende Zinsen ein und erwartet nun klar zwei weitere Zinssenkungen in den USA im Jahr 2026.

Demgegenüber steht Europa. EZB-Direktorin Isabel Schnabel stellte öffentlich in den Raum, dass der nächste Zinsschritt der EZB eher eine Zinserhöhung als eine Zinssenkung sein könnte. Der Markt hat diese Aussage ernst genommen. Damit rückt die Zinsdivergenz zwischen den USA und Europa wieder stärker in den Fokus – zugunsten des Euro. Diese Entwicklung setzte den US-Dollar massiv unter Druck. Der Dollarindex fiel innerhalb weniger Tage von über 100 auf rund 98. Für Rohstoffe und insbesondere für Edelmetalle ist das ein klar unterstützendes Umfeld.

Auch abseits der Rohstoffe war die Marktstruktur interessant. Der Dow Jones markierte am Freitag ein neues Allzeithoch bei 48.886,86 Punkten, während Nasdaq und Kryptowährungen zeitgleich unter Druck gerieten. Das zeigt sehr deutlich, wie schnell Kapital bei erhöhtem Risikoempfinden aus High-Beta-Assets abgezogen wird. Liquidationen erfolgen dann nicht selektiv, sondern breit.

Unterm Strich bleiben wir gut positioniert. Die große Bewegung in den Metallen ist intakt, auch wenn sie nicht linear verlaufen wird. Die kommende Woche ist die letzte reguläre Handelswoche des Jahres 2025, bevor die Feiertage beginnen. Die Marktliquidität wird abnehmen, Volatilität kann dennoch hoch bleiben. Wir werden die Märkte weiter eng begleiten. Das nächste reguläre Trade-Update erfolgt wie geplant am 21. Dezember. Es ist nicht ausgeschlossen, dass wir vor Jahresende in einzelnen Metallpositionen noch taktische Anpassungen oder Gewinnmitnahmen vornehmen.

Was war im DCX in der vergangenen Woche besonders auffällig?

Der DCX ist in der vergangenen Woche um +0,50 % auf 129,68 Punkte gestiegen und liegt seit Jahresanfang nun bei +32,90 %. Auffällig war vor allem die klare Zweiteilung: Metalle und CO₂ trugen den Index deutlich, während Energie (WTI) und Teile der Agrar-/Softs-Komplexe bremsten. Trotz des Risk-Off-Moments am Freitagnachmittag bleibt das Gesamtbild konstruktiv – viele DCX-Bausteine laufen genau jetzt in ihre saisonal stärkeren Zeitfenster.

• Baumwolle | –0,17 % | Long

Ruhige Woche ohne neuen Trigger. Entscheidend bleibt die Kombination aus abnehmendem Short-Druck im Managed Money und dem beginnenden saisonal starken Fenster bis in Q1.


• CO₂-Zertifikate | +4,93 % | Long

Neues Jahreshoch – das ist der klare Ausreißer der Woche. Der Markt handelt zunehmend die strukturelle ETS-Story (Verknappung ab 2026/27) und löst sich teilweise vom Gas-Korrelationsthema.


• EUR/USD | +0,87 % | Long

Starker Wochenschluss nahe dem Hoch: Fed-Impuls plus Schnabel-Kommentar rücken die Zinsdivergenz zurück ins Zentrum. Positionierung bleibt klar pro Euro.


• Gold | +2,43 % | Long

Fed-Cut liefert Rückenwind, Gold bleibt nahe Rekordniveau. COT weiterhin stabil konstruktiv und saisonal ist das Timing ideal.


• Kaffee | –1,27 % | Long

Konsolidierung nach starker Rally: Managed Money reduziert Longs, aber ohne Bruch der übergeordneten Story. Saisonal bis Jahresende eher unterstützend.


• Kupfer | –1,73 % | Long

Unter der Woche stark, am Freitag Gewinnmitnahmen im Risk-Off. Wichtig: keine „Markt-Divergenz“ – LME und CME standen beide unter Druck. China bleibt der Schlüsselfaktor, Positionierung weiterhin bullish.


• Mais | –0,96 % | Long

Seitwärts/leicht schwächer, aber strukturell interessant: erstmals wieder Managed Money netto long. Dazu weiterhin Export-Headline (USDA/Flash-Sales) als Fundament.


• Palladium | +3,03 % | Long

Weiter stark, trotz Freitags-Rücksetzer. COT-Shorts fast neutralisiert und saisonal beginnt jetzt die statistisch beste Phase.


• Platin | +6,60 % | Long

Wochen-Highlight im Metallkorb: 14-Jahres-Hoch bestätigt Momentum. Leichter Rückgang der Long-Positionierung wirkt eher wie gesundes „Resetting“ nach dem Sprint.


• Silber | +5,60 % | Long

Neue Allzeithochs, dann ein harter, aber bislang „technischer“ Rücksetzer. Dass Managed Money Longs reduziert, passt zu Gewinnmitnahmen in einem starken Trend – nicht zwangsläufig zu einem Top-Signal.


• Sojabohnen | –2,65 % | Long

Schwächster Agrarblock: Brasilien rückt näher, Flash-Sales helfen psychologisch kaum, während die Long-Positionierung extrem bleibt – anfällig für weitere Liquidationen.


• TTF Gas | +0,66 % | Long

Bemerkenswert gelassen trotz sinkender Speicherstände. Der Markt preist Entspannung ein (Wetter/LNG/„Peace-Hope“), was das Setup asymmetrisch macht.


• WTI Crude Oil | –4,32 % | Long

Größter Bremser der Woche. Sentiment dominiert („Oversupply/Super-Glut“-Narrativ), während Positionierung historisch niedrig bleibt – genau diese Diskrepanz macht Öl auf dem Niveau wieder spannend.


• Zucker | +2,03 % | Long

Stabilisierung über 15 ct trotz Angebotsnarrativ. Die massive Managed-Money-Short-Position bleibt das zentrale taktische Thema (Squeeze-Potenzial) – saisonal passt das Timing.

Fazit

Wir lassen uns weder von Euphorie noch von kurzfristigen Rücksetzern aus dem Konzept bringen. Der übergeordnete Trend – insbesondere in den Metallen – bleibt intakt, getragen von Geldpolitik, Zinsdivergenz und struktureller Nachfrage. Gleichzeitig ist Disziplin gefragt: Nach extremen Bewegungen sind Korrekturen normal. Entscheidend ist, Trends nicht emotional zu jagen, sondern sauber zu managen. Genau das tun wir.
Ihr
Carsten S. Stork


Performance DCX 

aktueller Indexstand: 129,68
Wochenperformance: +0,50%
Seit Jahresanfang: +32,90%



DCX POSITIONEN

BAUMWOLLE - LONG

Baumwolle verliert auf Wochenbasis -0,17%.
Die letzte Woche im 15-Minuten-Chart:


Baumwolle-Future: USDA-Impuls bleibt aus – Saisonalität bleibt der entscheidende Trumpf

Der Baumwolle-Future hat die vergangene Handelswoche mit einem leichten Minus von –0,17 % beendet und schloss bei 63,83 US-Cent pro Pfund. Dabei begann die Woche durchaus konstruktiv: Vor Veröffentlichung des USDA-Reports am Dienstag konnte Baumwolle zunächst bis auf 64,53 US-Cent zulegen. Diese Bewegung wurde jedoch nicht bestätigt, der Markt drehte im Anschluss nach unten und gab die Gewinne im Wochenverlauf wieder ab. 

Fundamental brachte der USDA-Bericht keine echte Überraschung. Die US-Anbaufläche blieb unverändert, während der Ertrag leicht angehoben wurde. In der Summe führte das zu einem moderaten Anstieg der erwarteten Endbestände – kein Schock, aber ausreichend, um kurzfristig Verkaufsdruck auszulösen. Entsprechend blieb der Markt trotz zwischenzeitlicher Stärke anfällig.

Ein wichtiges Signal kommt dagegen von der Positionierung. Die nachgelieferten COT-Daten per 21.11. zeigen, dass das Managed Money seine Short-Positionen deutlich reduziert hat. Die Netto-Short-Position sank von zuvor über 55.000 Kontrakten auf zuletzt nur noch gut 44.000 Kontrakte – eine Reduktion um rund 11.000 Kontrakte. Das spricht für nachlassenden Abwärtsdruck und eine schrittweise Entspannung auf der Short-Seite.

Besonders überzeugend bleibt der saisonale Faktor. Historisch zählt die Phase von Dezember bis Anfang März zu den stärksten Zeitfenstern im Baumwolle-Future. Die aktuelle saisonale Struktur signalisiert klar steigende Kurse in den kommenden Wochen und passt gut zur abnehmenden Short-Positionierung.

FAZIT

Kurzfristig hat der Markt den USDA-Impuls verkauft, doch unter der Oberfläche verbessert sich das Setup. Die Kombination aus deutlich reduzierten Short-Positionen und einer sehr starken Saisonalität spricht dafür, dass Baumwolle vor einer konstruktiven Phase steht. Solange die Marke um 63 US-Cent hält, bleibt das Chance-Risiko-Verhältnis für die kommenden Wochen attraktiv.



CO₂-ZERTIFIKATE– LONG

CO₂-Zertifikate gewinnen auf Wochenbasis +4,93%.
Die letzte Woche im Chart:


CO₂-Emissionsrechte markieren neues Jahreshoch – strukturelle Story gewinnt an Momentum

Die CO₂-Emissionsrechte haben in der abgelaufenen Handelswoche deutlich zulegen können und ihre starke Jahresperformance weiter ausgebaut. Auf Wochensicht stieg der Preis um +4,93 % und schloss bei 85,88 EUR, was zugleich ein neues Jahreshoch markiert. Damit liegt die Performance für 1 Jahr nun bei +26,79 %. Der Anstieg erfolgte dynamisch und wurde von einem konstruktiven Newsflow begleitet, der die mittelfristige Angebots-/Nachfrage-Story weiter untermauert.

Fundamental bleibt der Markt klar unterstützt. Im Fokus stehen weiterhin die Ausweitung und Verschärfung des EU-ETS, insbesondere die zunehmende Einbeziehung der Schifffahrt sowie die Einführung von ETS2 ab 2027 für Gebäude und Verkehr. Kurzfristig wirkt das zusätzliche Angebot aus Auktionen und REPowerEU-Verkäufen zwar dämpfend, gleichzeitig wächst jedoch die Überzeugung, dass sich das verfügbare Zertifikate-Angebot ab 2026/27 deutlich verknappen wird. Genau dieser erwartete Angebotsrückgang dient zunehmend als Argument für strukturell höhere Preise.
Auffällig ist zudem, dass sich der enge historische Gleichlauf mit den TTF-Gaspreisen zuletzt teilweise gelöst hat. Stattdessen wird EUA vermehrt als eigenständiger Dekarbonisierungs-Trade wahrgenommen. Fonds und Finanzinvestoren treten stärker in den Markt ein und positionieren sich nicht mehr nur taktisch, sondern zunehmend strategisch.

FAZIT

Die CO₂-Emissionsrechte zeigen sowohl technisch als auch fundamental Stärke. Das neue Jahreshoch bestätigt den übergeordneten Aufwärtstrend, während die strukturellen Veränderungen im EU-ETS den langfristigen Investment-Case weiter stützen. Solange der Markt den Blick nach vorne richtet und die erwartete Angebotsverknappung ab 2026/27 einpreist, bleibt das Chancen-Risiko-Verhältnis klar auf der Oberseite.


EUR/USD - LONG

Der EUR/USD gewinnt auf Wochenbasis +0,87%.
Die letzte Woche im 30-Minuten-Chart: 


EUR/USD zieht nach Fed-Meeting deutlich an – Zinsdivergenz rückt zurück ins Zentrum


Der Euro-US-Dollar konnte in der abgelaufenen Handelswoche klar zulegen. Auf Wochensicht stieg das Währungspaar um +0,87 % und schloss bei 1,1740, nahe dem Wochenhoch bei 1,17635. Bis zum Fed-Meeting bewegte sich der EUR/USD weitgehend seitwärts knapp oberhalb der 1,16-Marke. Erst nach der Zinsentscheidung und der anschließenden Kommunikation der Fed setzte eine dynamische Aufwärtsbewegung ein. 

Unterstützt wurde der Euro dabei nicht nur durch den schwächeren US-Dollar nach dem als weniger hawkish wahrgenommenen Fed-Auftritt, sondern auch durch Signale aus Europa. EZB-Direktorin Isabel Schnabel betonte, dass der nächste Zinsschritt in der Eurozone eher eine Zinserhöhung als eine Zinssenkung sein könnte. Damit rückt die Zinsdivergenz wieder stärker in den Fokus: fallende Zinsen in den USA treffen auf ein potenziell restriktiveres Umfeld in Europa.

Auch die Positionierung untermauert das Bild. Laut den jüngsten COT-Daten hat das Managed Money seine Long-Positionen im EUR/USD weiter ausgebaut und hält inzwischen knapp über 99.000 Kontrakte netto long. Das spricht für eine weiterhin konstruktive Marktmeinung zugunsten des Euro.

FAZIT

Der EUR/USD profitiert aktuell von einer sich öffnenden Zinsdifferenz zwischen den USA und Europa. Solange der Markt weitere Lockerungsschritte der Fed einpreist und die EZB verbal zumindest hawkisch bleibt, bleibt der Euro strukturell gut unterstützt. Rücksetzer erscheinen vor diesem Hintergrund eher als Konsolidierungen innerhalb eines intakten Aufwärtstrends.

GOLD - LONG

Gold gewinnt auf Wochenbasis +2,43%.
Die letzte Woche im 30-Minuten-Chart:


Gold kurz vor neuem Allzeithoch – Fed-Cut gibt Rückenwind

Der Gold-Future konnte in der abgelaufenen Handelswoche deutlich zulegen und schloss mit einem Plus von +2,43 % bei 4.329,8 USD je Unze. Nach der US-Zinsentscheidung setzte unmittelbar eine dynamische Aufwärtsbewegung ein: Vom Bereich um 4.200 USD beschleunigte Gold deutlich und erreichte am Freitag im Hoch sogar 4.387,8 USD, nur knapp unterhalb des bisherigen Allzeithochs. Erst am Freitagnachmittag kam es zu einem moderaten Sell-off, der die Gewinne leicht reduzierte, das bullische Gesamtbild jedoch nicht infrage stellte. 

Unterstützt wurde die Bewegung klar durch den Fed-Cut und die damit verbundenen Erwartungen weiterer Zinssenkungen im Jahr 2026. Sinkende Realrenditen und ein schwächerer US-Dollar verbesserten das Umfeld für nicht-verzinsliche Assets spürbar. Auch die Positionierung bestätigt das konstruktive Bild: Laut den zuletzt verfügbaren COT-Daten (per 21.11.) hat das Managed Money seine Long-Positionen weiter ausgebaut und liegt aktuell bei knapp über 200.000 Kontrakten netto long. Zusätzlich spricht die Saisonalität für Gold – historisch zählt die Phase zum Jahresende zu den stärksten Zeitfenstern des Jahres.

FAZIT

Gold bleibt strukturell stark. Der Mix aus geldpolitischer Unterstützung, zunehmender spekulativer Positionierung und einer saisonal positiven Phase spricht weiter für steigende Kurse. Solange der Markt Zinssenkungen einpreist und der US-Dollar unter Druck bleibt, ist ein Angriff auf das Allzeithoch nur eine Frage der Zeit.



KAFFEE - LONG

Der Kaffee-Future verliert auf Wochenbasis -1,27%. 
Die letzte Woche im 10min Chart: 


Kaffee-Future: Konsolidierung trotz enger Angebotslage


Der Kaffee-Future zeigte sich in der abgelaufenen Handelswoche schwächer und verlor auf Wochensicht –1,27 %. Nach einem zwischenzeitlichen Anstieg bis auf 379,85 US-Cent am Donnerstag setzte Gewinnmitnahme ein, sodass der Kontrakt die Woche bei 369,55 US-Cent schloss. Damit bleibt Kaffee in einer Konsolidierungsphase nach der starken vorangegangenen Rally.

Fundamental bleibt der Markt jedoch angespannt. Die jüngsten Daten aus Brasilien zeigen einen deutlichen Rückgang der Exporte: Im November wurden rund 27 % weniger Kaffeesäcke verschifft als im Vorjahr. Trotz höherer Erlöse unterstreicht dies die weiterhin knappe physische Verfügbarkeit, auch wenn logistische Engpässe und frühere Zollthemen zuletzt dämpfend wirkten.

Auf der Positionierungsseite hat das Managed Money seine Long-Positionen weiter reduziert. Per 21.11. sank die Netto-Long-Position von zuvor rund 44.000 Kontrakten auf etwa 38.530 Kontrakte. Das signalisiert nachlassendes Momentum, allerdings ohne einen klaren Stimmungsumschwung ins Bärische. Die Saisonalität bleibt unterstützend: Historisch tendiert Kaffee bis zum Jahresende eher freundlich.

FAZIT

Kaffee befindet sich kurzfristig in einer Verschnaufpause, nicht in einem Trendbruch. Die Kombination aus rückläufiger spekulativer Positionierung und weiterhin knapper Angebotslage spricht für erhöhte Volatilität, aber auch für Stabilisierungspotenzial. Solange die saisonale Unterstützung greift, bleibt das übergeordnete Bild konstruktiv – mit Fokus auf mögliche neue Impulse aus Angebot und Positionierung.


KUPFER - LONG

Der Kupfer-Future verliert auf Wochenbasis -1,73%. 
Die letzte Woche im 30min Chart: 


Kupfer zwischen Rekordniveau und Gewinnmitnahmen – China bleibt der Schlüssel


Der an der CME gehandelte Kupfer-Future beendete die abgelaufene Handelswoche mit einem Minus von –1,73 % und schloss bei 535,85 US-Cent. Dabei war das Wochenbild alles andere als schwach: Von Dienstag bis Freitagvormittag setzte Kupfer seine Aufwärtsbewegung zunächst fort und markierte ein Wochenhoch bei 553,05 US-Cent. Erst am Freitagnachmittag kam es im Zuge eines breiteren Risk-Off-Moves zu spürbaren Gewinnmitnahmen, die den Future temporär bis auf 528 US-Cent zurückführten. 

Wichtig ist die Einordnung: Auch der in London gehandelte Kupfer-Kontrakt (LME) hatte zuvor ein neues Allzeithoch erreicht, geriet am Freitag jedoch ebenfalls unter Druck. Es handelte sich damit nicht um eine strukturelle Divergenz zwischen den Märkten, sondern um eine synchron verlaufende Korrektur auf hohem Niveau, ausgelöst durch den Abverkauf im Tech-Sektor und eine kurzfristige Reduktion von Risikoexposure.

Fundamental bleibt das Bild konstruktiv. China steht weiterhin im Fokus: Die jüngsten Signale aus Peking – insbesondere der angekündigte fiskalische Investitionsschub für 2026 – stützen die Nachfrageperspektive für Industriemetalle. Gleichzeitig bleibt die Angebotsseite angespannt, was den Markt auf mittlere Sicht gut unterlegt.

Auch die COT-Daten bestätigen dieses Bild. Das Managed Money ist per letztem verfügbaren Stand (21.11.) weiterhin klar bullish positioniert und hält rund 51.959 Netto-Long-Kontrakte. Von Panik oder strukturellem Positionsabbau ist nichts zu sehen.

Aus saisonaler Sicht beginnt für Kupfer nun die traditionell stärkere Phase, die sich vor allem im ersten Quartal entfaltet – ein Muster, das historisch gut belegt ist und gut zur aktuellen fundamentalen Story passt.

FAZIT

Die Bewegung am Freitag war eine gesunde Korrektur nach einer starken Rallye, kein Trendbruch. Solange China als Nachfragetreiber aktiv bleibt und die Positionierung konstruktiv ist, bleibt Kupfer strategisch interessant – insbesondere mit Blick auf das saisonal starke erste Quartal 2026.


MAIS - LONG

Der Mais-Future verliert auf Wochenbasis -0,96%. 
Die letzte Woche im 30min Chart: 


Mais vor dem Jahresende: Fundamentaler Rückenwind trifft auf neue Long-Positionierung

Der Mais-Future stand in der vergangenen Handelswoche unter leichtem Druck und verlor auf Wochensicht –0,96 %. Der Kontrakt schloss bei 440,5 US-Cent, nachdem er im Wochenverlauf mehrfach am Widerstand im Bereich um 450 US-Cent gescheitert war. Technisch blieb der Markt damit zunächst in einer Konsolidierungsphase, ohne jedoch eine klare Trendwende nach unten auszubilden.

Fundamental bleibt das Bild konstruktiv. Der jüngste USDA-Report bestätigte weiterhin robuste Exportdynamik, unter anderem mit gemeldeten Verkäufen von 250.000 Tonnen an unbekannte Destinationen. Gleichzeitig zeigen die Exportzahlen, dass US-Mais im internationalen Wettbewerb weiterhin gut platziert ist, während sich das globale Angebot zwar entspannt, aber keineswegs überreich darstellt.

Besonders bemerkenswert ist die Positionierung: Laut den nachgereichten COT-Daten per 21. November ist das Managed Money erstmals seit längerer Zeit wieder klar netto long positioniert. Die spekulativen Marktteilnehmer halten aktuell rund 120.900 Long-Kontrakte – ein deutlicher Stimmungswechsel und ein Signal, dass Rücksetzer zunehmend als Kaufgelegenheiten gesehen werden.

Auch die Saisonalität spricht für den Markt. Historisch zeigt Mais häufig eine freundliche Tendenz in Richtung Jahresende, bevor es im ersten Quartal zu neuen Impulsen kommt. In Kombination mit der verbesserten Positionierung ergibt sich damit ein solides Fundament, auch wenn kurzfristig weitere Seitwärtsphasen möglich bleiben.

FAZIT
Der Mais-Future konsolidiert auf erhöhtem Niveau, während sich unter der Oberfläche das Bild verbessert. Steigende Exportaktivität, erstmals wieder positive Managed-Money-Positionierung und eine unterstützende Saisonalität sprechen dafür, dass der Markt gut nach unten abgesichert ist. Solange das Niveau um 430–440 US-Cent hält, bleibt der Ausblick in Richtung Jahresende konstruktiv.


PALLADIUM  - LONG

Palladium gewinnt auf Wochenbasis +3,03%.
Die letzte Woche im 30-Minuten-Chart:


Palladium im Fokus: Verbrenner-Wende gekippt, Saisonalität startet durch


Der Palladium-Future konnte in der abgelaufenen Handelswoche weiter zulegen und bestätigte damit seine starke Verfassung zum Jahresende. Auf Wochensicht stand ein Plus von +3,03 %, der Kontrakt schloss am Freitag bei 1.547,5 USD je Unze. Zwischenzeitlich war Palladium bis auf 1.596,5 USD gestiegen, bevor am Freitagnachmittag – im Zuge breiterer Gewinnmitnahmen – ein Rücksetzer einsetzte. Auf Jahresbasis liegt Palladium damit nun bei +69,78 % YTD und gehört weiterhin zu den stärksten Rohstoffen 2025. 

Fundamental erhielt der Markt in dieser Woche zusätzlichen Rückenwind aus Europa. Die größte deutsche Tageszeitung BILD berichtete exklusiv über den politischen Durchbruch in Brüssel: Das geplante vollständige Verbrenner-Aus ab 2035 wird aufgeweicht, statt eines 100-%-Verbots soll künftig eine 90-%-CO₂-Reduktion gelten. Damit bleibt der Verbrennungsmotor – und damit auch die industrielle Nachfrage nach Autokatalysator-Metallen – faktisch im Markt. Für Palladium ist das ein klar positives Signal, da der Rohstoff zentral in Benzin-Abgaskatalysatoren eingesetzt wird.

Auch auf der Positionierungsseite verbessert sich das Bild weiter. Laut den jüngsten COT-Daten hat das Managed Money seine Short-Positionen erneut reduziert und ist nur noch mit 563 Kontrakten netto short positioniert – ein Niveau nahe der Neutralität und weit entfernt von früheren Extremwerten. Das spricht für nachlassenden Verkaufsdruck und zunehmende Bereitschaft, weiter steigende Preise zu akzeptieren.

Hinzu kommt der saisonale Faktor: Palladium befindet sich historisch jetzt in seiner stärksten Phase des Jahres. Ab Mitte Dezember beginnt regelmäßig eine dynamische Aufwärtsbewegung, die sich oft bis in das erste Quartal und teils bis in den April hinein fortsetzt. Genau in dieses Zeitfenster sind wir nun eingetreten.

FAZIT

Palladium vereint aktuell mehrere starke Treiber: eine sich entschärfende Regulierung rund um den Verbrennungsmotor, verbesserte Positionierungsdaten und den Beginn der historisch besten saisonalen Phase. Trotz kurzfristiger Volatilität bleibt das übergeordnete Setup klar konstruktiv. Palladium gehört damit weiterhin zu den spannendsten Metallen zum Jahresende und darüber hinaus.



PLATIN  - LONG

Platin gewinnt auf Wochenbasis +6,60%. 
Die letzte Woche im 30-Minuten-Chart: 


Platin erreicht 14-Jahres-Hoch – strukturelle Knappheit trifft auf saisonalen Rückenwind


Der Platin-Future setzte seine beeindruckende Rallye in der abgelaufenen Handelswoche fort und legte auf Wochensicht +6,6 % zu. Der Kontrakt schloss am Freitag bei 1.764,20 USD je Unze, nachdem zuvor ein Intraday-Hoch bei 1.804,30 USD markiert wurde. Damit erreichte Platin den höchsten Preisstand seit rund 14 Jahren. Der späte Sell-off am Freitagnachmittag – der auch Palladium erfasste – änderte nichts am starken Gesamtbild der Woche. 

Fundamental bleibt das Umfeld klar unterstützend. Die Angebotsseite ist weiterhin strukturell angespannt, während sich die Nachfrageperspektive – insbesondere aus dem Automobilsektor – weiter aufhellt. Die Diskussion um eine Abschwächung des EU-Verbrenner-Aus verstärkt die Erwartung, dass Autokatalysatoren länger eine relevante Rolle spielen werden. Platin profitiert hier zusätzlich von Substitutionseffekten gegenüber Palladium.

Ein Blick auf die Positionierung bestätigt das konstruktive Bild: Das Managed Money hält weiterhin eine deutliche Long-Position von 16.673 Kontrakten. Zwar kam es zuletzt zu leichten Gewinnmitnahmen, diese erscheinen nach der starken Aufwärtsbewegung jedoch gesund und sprechen nicht für eine Trendwende.

Auch saisonal befindet sich Platin aktuell in einer seiner historisch stärksten Phasen. Gemeinsam mit Palladium zeigt sich regelmäßig ein robuster Preisanstieg vom Jahresende bis weit in das zweite Quartal hinein – ein Muster, das sich bislang auch 2025 sehr sauber entfaltet.

FAZIT
Platin bleibt einer der strukturell spannendsten Rohstoffe im aktuellen Marktumfeld. Das Zusammenspiel aus Angebotsknappheit, verbesserter Nachfrageperspektive, solider spekulativer Positionierung und starkem saisonalem Rückenwind spricht weiterhin für höhere Preise. Kurzfristige Rücksetzer nach dem jüngsten Anstieg sind nicht ungewöhnlich, ändern aber nichts am übergeordnet klar bullischen Bild bis ins Frühjahr 2026.


SILBER - LONG

Silber gewinnt auf Wochenbasis +5,60%.
Die letzte Woche im 30-Minuten-Chart:


Silber im Ausnahmezustand: Neues Allzeithoch – und trotzdem kein Top-Signal


Der Silver Future hat in der abgelaufenen Handelswoche einmal mehr gezeigt, warum er aktuell zu den dynamischsten Märkten überhaupt zählt. Auf Wochensicht legte Silber weitere +5,60 % zu und markierte am Freitag ein neues Allzeithoch bei 65,085 USD je Unze. Erst danach setzte ein scharfer Sell-off ein, der den Future bis zum Wochenschluss auf 62,085 USD zurückführte. Trotz dieses Rücksetzers bleibt das übergeordnete Bild klar bullish. 

Die Aufwärtsbewegung der vergangenen Wochen ist außergewöhnlich – nahezu jeder Rücksetzer wurde aggressiv gekauft. Bemerkenswert ist dabei die Entwicklung der Positionierung: Managed Money hat seine Long-Positionen im starken Anstieg reduziert und hält aktuell nur noch 34.016 Kontrakte netto long. Das wirkt auf den ersten Blick kontraintuitiv, ist aber typisch für reife Trends: Gewinnmitnahmen bei gleichzeitig weiter steigenden Preisen deuten eher auf Marktstärke als auf Schwäche hin.

Fundamental bleibt das Umfeld konstruktiv. Silber profitiert weiterhin von strukturell knappen physischen Märkten, robuster industrieller Nachfrage und seiner Rolle als kritisches Metall. Gleichzeitig stützt das geldpolitische Umfeld – nach dem jüngsten Fed-Cut und der Aussicht auf weitere Lockerung – das Edelmetallsegment insgesamt. Gold fungiert dabei als stabiler Anker, während Silber die Volatilität und den Hebel liefert.

Auch aus saisonaler Sicht spricht vieles für eine Fortsetzung der Bewegung. Historisch beginnt jetzt eine der stärksten Phasen des Jahres: bis zum Jahresende zeigt Silber häufig weitere Zugewinne, und auch im neuen Jahr reicht das saisonale Rückenwind-Fenster meist bis Mitte/Ende Februar.

FAZIT

Der jüngste Rücksetzer ist bislang nichts weiter als eine überfällige Verschnaufpause nach einem extrem steilen Anstieg. Weder die Preisstruktur noch die Positionierung liefern aktuell ein belastbares Top-Signal. Solange Rücksetzer gekauft werden und die saisonale Phase intakt bleibt, bleibt Silber einer der spannendsten – und explosivsten – Rohstoffmärkte zum Jahresende.



SOJABOHNEN - LONG

Sojabohnen verlieren auf Wochenbasis -2,65%.
Die letzte Woche im 15-Minuten-Chart:


Sojabohnen unter Druck – Positionierung bleibt extrem, Brasilien rückt näher


Der Sojabohnen-Future blieb auch in der abgelaufenen Handelswoche deutlich unter Druck. Nach den Verlusten der Vorwoche setzte sich die Abwärtsbewegung fort, mit einem Wochenminus von –2,65 %. Der Markt schloss am Freitag nahezu auf dem Wochentief bei 1.076,25 US-Cent, was die anhaltende Schwäche klar unterstreicht.

Belastend wirkt vor allem die wachsende Sorge um die Exportnachfrage. Zwar bestätigte das USDA erneut Flash-Sales an China (132.000 Tonnen für 2025/26), doch der Markt reagierte kaum positiv. Hintergrund ist die zunehmende Erwartung, dass das Exportfenster für US-Sojabohnen sich schließt, sobald die brasilianische Ernte in den kommenden Wochen auf den Markt kommt. Trotz einer leichten Abwärtsrevision der brasilianischen Ernteprognose bleibt das Produktionsniveau historisch hoch, was den Preisdruck verstärkt.

Parallel dazu bleibt die Positionierung extrem einseitig. Laut den zuletzt nachgelieferten COT-Daten (per 21.11.) hat das Managed Money seine Long-Positionen weiter ausgebaut und hält aktuell 254.090 Kontrakte netto long. Diese massive Positionierung erhöht die Anfälligkeit des Marktes für weitere Long-Liquidationen, insbesondere wenn sich die Nachfrageerwartungen nicht zeitnah bestätigen.

Technisch konnte der Markt wichtige Unterstützungen nicht verteidigen. Die Tatsache, dass der Future am Freitag nahe dem Tief aus dem Handel ging, spricht für anhaltenden Verkaufsdruck und wenig kurzfristige Kaufbereitschaft.

FAZIT

Sojabohnen bleiben kurzfristig klar belastet. Die Kombination aus näher rückender brasilianischer Ernte, enttäuschender Marktreaktion auf Flash-Sales und einer extrem hohen Long-Positionierung im Managed Money schafft ein fragiles Umfeld. Solange keine überzeugenden Nachfrageimpulse kommen, bleibt das Risiko weiterer Abgaben erhöht – trotz einzelner positiver Exportmeldungen.


TTF NATURAL GAS - LONG

TTF Natural Gas gewinnt auf Wochenbasis +0,66%. 
Die letzte Woche im 10min Chart: 


TTF Natural Gas: Ruhiger Markt trifft auf weiter fallende Speicherstände


Der europäische TTF-Natural-Gas-Future zeigte sich in der abgelaufenen Handelswoche überraschend stabil. Trotz eines insgesamt schwachen Energiesektors konnte der Kontrakt leicht zulegen und schloss mit einem Wochenplus von +0,66 % bei 27,475 EUR/MWh. Die Preisbewegung blieb dabei vergleichsweise ruhig, was angesichts der fundamentalen Rahmenbedingungen bemerkenswert ist.

Auffällig bleibt vor allem die Entwicklung der Gasspeicherstände in Deutschland. Diese sind zuletzt auf rund 60 % gefallen – ein Niveau, das für die laufende Wintersaison vergleichsweise niedrig ist, insbesondere da der Winter kalendarisch erst in seine zentrale Phase eintritt und noch mehrere Monate Heizperiode bevorstehen. Historisch betrachtet erhöht ein solches Speicherlevel in der Regel die Sensitivität des Marktes gegenüber Kälteperioden oder Angebotsstörungen.

Gleichzeitig zeigt sich auf der Preisseite bislang kaum Stress. In weiten Teilen Europas sind die Gaspreise zuletzt eher gefallen, auch in Großbritannien notieren die Gaspreise inzwischen auf einem 23-Monats-Tief. Diese Diskrepanz zwischen sinkenden Speicherständen und moderaten Preisen deutet darauf hin, dass der Markt derzeit auf der Angebotsseite Entspannung einpreist – sei es durch stabile LNG-Zuflüsse, milde Wettererwartungen oder die Hoffnung auf eine geopolitische Deeskalation.

Insbesondere Spekulationen über mögliche Fortschritte in Richtung einer politischen Lösung im Ukraine-Russland-Konflikt scheinen im Hintergrund mitzuschwingen. Allerdings bleibt dieser Faktor hochgradig unsicher. Der aktuelle Nachrichtenfluss liefert bislang keine belastbaren Hinweise auf substanzielle Fortschritte, sodass dieser Aspekt eher als latente Erwartung denn als harter Preistreiber zu werten ist.


FAZIT

Der TTF-Gasmarkt wirkt aktuell ungewöhnlich gelassen. Sinkende Speicherstände stehen einem moderaten Preisniveau gegenüber, was das Risiko asymmetrisch macht. Solange Wetter und LNG-Zuflüsse stabil bleiben, hält sich der Markt ruhig. Kommt es jedoch zu Kälteimpulsen oder geopolitischen Störungen, könnte die aktuell niedrige Preisbasis schnell neu bewertet werden.


WTI CRUDE OIL - LONG

WTI Crude Oil verliert auf Wochenbasis -4,32%.

Die letzte Woche im 10min Chart:



WTI Crude Oil: Markt ignoriert Risiken – Öl fällt an die Schmerzgrenze


Der WTI-Crude-Oil-Future stand in der vergangenen Handelswoche massiv unter Druck. Auf Wochensicht verlor der Kontrakt –4,32 % und schloss bei 57,53 USD pro Barrel – nahe dem Wochen-Tief. Intraday rutschte WTI am Donnerstag zeitweise sogar bis auf 57,01 USD ab. Damit setzte sich die seit Wochen anhaltende Schwächephase fort, obwohl das fundamentale Umfeld auf den ersten Blick widersprüchlich erscheint. 

Belastend wirkten vor allem anhaltende Sorgen vor einem globalen Überangebot. Aussagen großer Marktteilnehmer über eine mögliche „Super-Glut“ 2026, steigende US-Fördermengen sowie ein insgesamt schwächerer Risikoappetit drückten auf die Preise. Gleichzeitig verlor geopolitische Unsicherheit – insbesondere die Diskussion um eine mögliche Annäherung zwischen Russland und der Ukraine – ihren preistreibenden Effekt. Der Markt preist derzeit kaum noch geopolitische Risikoprämien ein.

Bemerkenswert ist dabei, dass sich an der Angebotsseite nur wenig Entspannung zeigt. OPEC+ hält an der Produktionsdisziplin fest, Lagerbestände in den USA liegen weiterhin unter den saisonalen Fünf-Jahres-Durchschnitten, und selbst neue Spannungen rund um Venezuela oder russische Exportkapazitäten konnten den Markt nicht nachhaltig stützen. Öl handelt aktuell weniger nach Fakten als nach Sentiment.

Ein Blick auf die Positionierung unterstreicht dieses Bild: Das Managed Money hat seine Long-Positionen zuletzt leicht ausgebaut, bleibt mit rund 69.176 Kontrakten jedoch weiterhin auf historisch niedrigem Niveau. Von Euphorie oder Überpositionierung kann keine Rede sein – vielmehr deutet die Struktur auf Zurückhaltung und Skepsis hin.

Saisonal betrachtet wird die aktuelle Schwächephase zunehmend interessant. Historisch zeigt der WTI-Future ab Mitte Dezember bis zum Jahresende häufig eine Tendenz zur Stabilisierung bzw. Erholung. In Kombination mit der extrem gedrückten Stimmung erhöht das die Wahrscheinlichkeit für zumindest technische Gegenbewegungen.

FAZIT

WTI steht kurzfristig klar unter Druck, doch die Diskrepanz zwischen schwachem Preis und unverändert angespannten Fundamentaldaten nimmt zu. Solange sich das Sentiment nicht weiter verschlechtert, wächst das Potenzial für eine Bodenbildung. Gerade mit Blick auf die saisonal günstigere Phase bleibt Öl auf diesem Niveau ein Markt, den man sehr genau beobachten sollte.


ZUCKER - LONG

Zucker gewinnt auf Wochenbasis +2,03%.

Die letzte Woche im 10min Chart:



Zucker-Future: Stabilisierung über Schlüsselmarke trotz massivem Angebotsnarrativ


Der Zucker-Future (ICE US #11) konnte sich in der vergangenen Handelswoche klar behaupten und legte um +2,03 % zu. Der Kontrakt schloss bei 15,10 US-Cent und hielt damit die psychologisch und technisch wichtige 15-Cent-Marke. Intraday markierte Zucker am Freitag ein Wochenhoch bei 15,27 US-Cent, bevor es zu leichten Gewinnmitnahmen kam.

Bemerkenswert ist diese Preisstabilisierung vor dem Hintergrund eines ausgesprochen bearishen fundamentalen Grundrauschens. Sowohl die ISO als auch private Häuser wie Czarnikow rechnen für 2025/26 mit einem deutlichen globalen Überschuss, getrieben durch höhere Produktionsschätzungen in Brasilien, Indien und Thailand. Allein Brasilien steuert auf eine erneut rekordnahe Ernte zu, während Indien trotz Exportquoten weiterhin hohe Produktionszahlen meldet. Auch der jüngste Produktionssprung in Indien (+43 % YoY in Oct–Nov) unterstreicht das Überangebotsnarrativ.

Trotzdem zeigt sich der Markt erstaunlich widerstandsfähig. Ein zentraler Faktor bleibt die extreme Positionierung: Das Managed Money hält laut COT-Daten weiterhin eine massive Netto-Short-Position von rund 188.400 Kontrakten. Diese strukturelle Schieflage macht den Markt anfällig für Short-Covering-Bewegungen, insbesondere sobald technische Marken wie die 15-Cent-Zone zurückerobert werden. Zusätzlich wirkte zuletzt ein fester brasilianischer Real unterstützend, da er Exportanreize für brasilianische Produzenten dämpft.

Saisonal betrachtet beginnt für Zucker nun eine statistisch günstigere Phase. Häufig zeigt der Markt bis zum Jahresende und teils bis Ende Januar eine ansteigende Tendenz – gerade dann, wenn starke Short-Positionen auf einen sich stabilisierenden Preis treffen.


FAZIT

Zucker bleibt fundamental klar von Angebotsängsten geprägt, doch der Markt ignoriert diese bislang erstaunlich konsequent. Die Rückeroberung der 15-Cent-Marke in Kombination mit einer extremen Short-Positionierung spricht kurzfristig für erhöhtes Short-Squeeze-Potenzial. Solange sich der Future über dieser Zone hält, ist eine weitere technische Erholung Richtung Jahresende keineswegs vom Tisch – trotz des bearishen Grundnarrativs.



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