
Besonders deutlich zeigt sich dieser Stimmungswechsel beim Ölpreis. Donald Trump hat dem Iran in der vergangenen Woche faktisch den wirtschaftlichen Krieg erklärt und mit einer nochmals deutlich härteren Sanktionspolitik gedroht. In den vergangenen Monaten war es ihm immer wieder gelungen, den Ölpreis zumindest kurzfristig mit politischen Aussagen nach unten zu bewegen. Dieses Mal geschah das Gegenteil. WTI legte kräftig zu. Der Markt scheint Trumps Aussagen nicht mehr als Signal für fallende Preise zu interpretieren, sondern zunehmend als zusätzliche Eskalation eines ohnehin ungelösten Konflikts. Die Straße von Hormus bleibt nur eingeschränkt passierbar, und Iran besitzt damit weiterhin erheblichen Einfluss auf einen der wichtigsten Energieengpässe der Welt.
Noch spannender ist die Entwicklung am Goldmarkt. Gold hat aktuell den stärksten Monat seit Jahrzehnten. Und das, obwohl gleichzeitig die Renditen langfristiger Staatsanleihen steigen. Normalerweise wäre genau das ein Belastungsfaktor für ein Edelmetall, das selbst keine laufenden Erträge abwirft. Doch genau hier verändert sich derzeit etwas Grundlegendes.
Gold kehrt zunehmend zu seiner ursprünglichen Funktion zurück: Es wird wieder als Absicherung gegen systemische Risiken gekauft.
Der entscheidende Punkt ist aus meiner Sicht nicht mehr allein die Frage, ob die Federal Reserve den Leitzins um 25 Basispunkte erhöht oder nicht. Es geht zunehmend um das Vertrauen in die amerikanische Finanzpolitik insgesamt. Das US-Finanzministerium versucht inzwischen aktiv, den starken Anstieg langfristiger Renditen zu bremsen. Die Ausweitung der Rückkäufe langlaufender Staatsanleihen wurde vom Markt deshalb nicht einfach als technische Liquiditätsmaßnahme interpretiert, sondern als Signal: Die steigenden Finanzierungskosten beginnen Washington ernsthaft zu beschäftigen.
Damit entsteht eine ungewöhnliche Situation. Auf der einen Seite steht die Federal Reserve unter Kevin Warsh, die weiterhin vor hohen Inflationsrisiken warnt und grundsätzlich eine restriktive Geldpolitik verfolgt. Auf der anderen Seite steht das Finanzministerium unter Scott Bessent, das versucht, den Renditeanstieg am langen Ende der Zinskurve zu begrenzen.
Die Fed möchte die Finanzierungsbedingungen straffen, während das Treasury gleichzeitig versucht, einen Teil dieser Straffung wieder abzufedern.
Genau diese Diskrepanz halte ich derzeit für eines der wichtigsten Themen an den Kapitalmärkten. Denn sobald Investoren den Eindruck gewinnen, dass fiskalpolitische Interessen zunehmend Einfluss auf die Zinsbildung nehmen, wird aus einer reinen Zinsdiskussion eine Vertrauensfrage. Die unmittelbare Reaktion war entsprechend deutlich: Der US-Dollar geriet unter Druck, der Euro stieg kräftig und Gold wurde massiv gekauft.
Gleichzeitig beschränkt sich diese Bewegung längst nicht mehr auf Edelmetalle. Mais, Sojabohnen und Weizen legten zu, Baumwolle und Kaffee entwickelten sich stark, Zucker zog deutlich an und auch Energiepreise gewannen. Es entsteht zunehmend der Eindruck einer breiteren Neubewertung realer Vermögenswerte.
Die kommende Woche könnte deshalb besonders wichtig werden. Am Mittwoch, dem 26. August, werden in den USA die neuen PCE-Inflationsdaten veröffentlicht – der von der Federal Reserve besonders stark beachtete Inflationsindikator.
Nur einen Tag später beginnt das diesjährige Jackson Hole Economic Policy Symposium. Das Treffen findet vom 27. bis 29. August statt und steht 2026 unter dem Thema „Financial Innovation: Implications for Payments and Policy“. Besonders genau wird der Markt auf den Auftritt von Fed-Chef Kevin Warsh achten. Es ist sein erster Jackson-Hole-Auftritt als Vorsitzender der Federal Reserve und angesichts der Spannungen am Anleihemarkt dürfte jedes Wort genau analysiert werden.
Die entscheidende Frage lautet dabei längst nicht mehr nur: Was macht die Fed mit den Zinsen?
Die wichtigere Frage könnte werden: Wie unabhängig kann die Geldpolitik agieren, wenn gleichzeitig das Finanzministerium versucht, die langfristigen Finanzierungskosten zu beeinflussen?
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Die vergangene Woche verlief für den DCX ausgesprochen stark. Besonders kräftige Impulse kamen von Platin, Silber, WTI Crude Oil, Zucker, Albemarle und Mais. Auch Gold, Baumwolle, Kaffee und Sojabohnen legten deutlich zu. Damit profitierten gleich mehrere Segmente des Portfolios von einer Kombination aus geopolitischen Risiken, Wetterthemen, einem schwächeren US-Dollar und zunehmend bullischen Terminmarktdaten. Gleichzeitig bleibt die Positionierung des Managed Money in mehreren Märkten auffällig: Bei Mais, Gold, Sojabohnen, Baumwolle und Kupfer bestehen weiterhin große Long-Positionen, während Henry Hub Erdgas mit mehr als 200.000 Short-Kontrakten eine außergewöhnlich einseitige Positionierung aufweist. Neu hinzu kommt bei Live Cattle der politische Faktor, nachdem die US-Regierung zusätzliche zollfreie Rindfleischimporte angekündigt hat.
• Albemarle | +5,30 % | Long
Albemarle stieg auf 143,28 US-Dollar und setzte seine Erholung der vergangenen Wochen fort. Zusätzlichen Rückenwind erhielt der Lithiumsektor durch die Ankündigung der US-Regierung, rund 500 Millionen US-Dollar in den Aufbau einer heimischen Versorgungskette für kritische Rohstoffe zu investieren. Lithium, Kobalt sowie Verarbeitung und Recycling von Batteriemetallen stehen dabei im Mittelpunkt. Nach der langen Korrektur mehren sich damit die Anzeichen für eine Stabilisierung des Sektors.
• Baumwolle | +4,22 % | Long
Baumwolle stieg auf 88,35 US-Cent je Pfund und erreichte zwischenzeitlich mit 89,45 US-Cent den höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren. Schlechtere Erntebedingungen in den USA und anhaltende Wetterrisiken unterstützen den Markt. Gleichzeitig hat das Managed Money seine Long-Position weiter auf 107.648 Kontrakte ausgebaut. Auch saisonal bleibt das Umfeld bis mindestens Mitte September freundlich.
• Bund-Future | -0,37 % | Short
Der Bund-Future fiel auf 123,78 Punkte und notiert damit unmittelbar oberhalb seines Jahrestiefs. Weltweit steigen die Renditen langfristiger Staatsanleihen, da Investoren angesichts zunehmender Staatsverschuldung höhere Zinsen verlangen. Auch in Deutschland sorgen hohe Ausgaben für Infrastruktur und Verteidigung sowie die zunehmende Neuverschuldung für Gegenwind. Charttechnisch bleibt die Marke von 123,50 Punkten entscheidend. Ein Bruch könnte weiteres Abwärtspotenzial eröffnen.
• EUR/USD | +0,92 % | Long
EUR/USD stieg auf 1,1690 und erreichte damit den höchsten Stand seit Mai. Belastet wurde der US-Dollar unter anderem durch die angekündigte Ausweitung der Anleiherückkäufe des US-Finanzministeriums und die damit verbundenen Sorgen über die Finanzierungskosten der USA. Gleichzeitig stabilisiert sich die europäische Konjunktur. Besonders interessant bleibt die Positionierung: Das Managed Money hält weiterhin 59.088 Kontrakte netto short im Euro, was bei weiter steigenden Kursen zusätzlichen Eindeckungsdruck erzeugen könnte.
• Gold | +5,21 % | Long
Gold sprang auf 4.661,60 US-Dollar je Feinunze und setzte seine Erholung mit hoher Dynamik fort. Steigende Staatsschulden, Unsicherheit an den Anleihemärkten, ein schwächerer US-Dollar und anhaltende Zentralbankkäufe sorgen für Rückenwind. Das Managed Money hat seine Netto-Long-Position weiter auf 222.189 Kontrakte ausgebaut. Gleichzeitig folgt der Goldpreis weiterhin sehr eng seinem langfristigen saisonalen Muster.
• Henry Hub Erdgas | +1,19 % | Long
Henry Hub Erdgas stieg auf 2,798 US-Dollar je MMBtu. Im Atlantik nimmt die tropische Aktivität zu und damit auch das Risiko wetterbedingter Störungen im Golf von Amerika. Besonders auffällig bleibt die Terminmarktpositionierung: Das Managed Money hält inzwischen 203.503 Kontrakte netto short. Gemeinsam mit der saisonal stärkeren Phase bis Mitte Oktober entsteht damit erhebliches Short-Squeeze-Potenzial, sobald ein konkreter bullischer Auslöser auftritt.
• Kaffee | +4,18 % | Long
Arabica Coffee stieg auf 324,90 US-Cent je Pfund und erreichte zwischenzeitlich Kurse oberhalb von 337 US-Cent. Das Managed Money hat seine Netto-Long-Position auf 30.365 Kontrakte ausgebaut. Besonders kritisch bleibt die Lagerbestandssituation an der ICE: Mit rund 228.000 Säcken liegen die Bestände auf dem niedrigsten Niveau seit Ende November 2023 und weit unter dem für diese Jahreszeit üblichen Niveau von 700.000 bis 800.000 Säcken.
• Kakao | +3,37 % | Long
Kakao stieg auf 5.981 US-Dollar je Tonne, scheiterte jedoch erneut an der Marke von 6.000 US-Dollar. Zwischenzeitlich wurden 6.160 US-Dollar erreicht. Das Managed Money bleibt mit 5.725 Kontrakten netto short positioniert. Fundamental richtet sich der Blick zunehmend auf die Ernte 2026/27, nachdem die Produktionsprognosen für Ghana und die Elfenbeinküste reduziert wurden. Gleichzeitig bleibt ein möglicher Super-El-Niño ein zusätzliches Wetterrisiko.
• Kupfer | -0,39 % | Long
Kupfer fiel leicht auf 658 US-Cent je Pfund und legte nach der starken Entwicklung der vergangenen Monate eine Verschnaufpause ein. Das Managed Money hält aktuell 79.748 Long-Kontrakte und damit weiterhin die größte Netto-Long-Position seit 2020. Strukturell sprechen Angebotsrisiken sowie die steigende Nachfrage aus Stromnetzen, Elektromobilität und Künstlicher Intelligenz für den Markt. Kurzfristig liefert die Saisonalität allerdings bis Oktober Gegenwind.
• Live Cattle | -0,39 % | Short
Live Cattle fiel auf 217,90 US-Dollar und erreichte am 21. August zwischenzeitlich ein Tief von 212,50 US-Dollar. Auslöser war die Ankündigung der US-Regierung, für 90 Tage bis zu 300.000 Tonnen für Hackfleisch geeignete Rindfleischprodukte zollfrei außerhalb der üblichen Quoten zu importieren. Gleichzeitig hat das Managed Money seine Long-Position massiv reduziert und hält nur noch 39.584 Kontrakte, nachdem es vor wenigen Monaten noch deutlich mehr als 100.000 waren. Auch saisonal besteht kurzfristig weiteres Abwärtspotenzial.
• Mais | +5,17 % | Long
Mais sprang auf 508,25 US-Cent je Scheffel und beendete die Woche praktisch auf dem Wochenhoch. Die Ergebnisse der Pro Farmer Crop Tour lagen unter den jüngsten USDA-Ertragsschätzungen und erhöhten die Sorgen über das US-Angebot. Das Managed Money hat seine Long-Position weiter auf 302.142 Kontrakte ausgebaut. Gleichzeitig bleibt die Exportnachfrage robust und der schwächere US-Dollar verbessert die Wettbewerbsfähigkeit amerikanischer Agrarprodukte.
• Platin | +7,67 % | Long
Platin war mit einem Wochenplus von 7,67 % das stärkste Edelmetall und schloss bei 1.891,40 US-Dollar je Feinunze. Zwischenzeitlich wurden 1.921,40 US-Dollar erreicht. Das Managed Money hält weiterhin 13.039 Kontrakte netto long. Niedrige Lagerbestände, Angebotsdefizite und die Schwäche des US-Dollars unterstützen den Markt. Kurzfristig könnte die Saisonalität allerdings bis Ende September für eine Konsolidierung sorgen.
• Silber | +6,49 % | Long
Silber stieg auf 69,01 US-Dollar je Feinunze und überschritt zwischenzeitlich die Marke von 70 US-Dollar. Seit dem Rücksetzer auf knapp 55 US-Dollar hat der Markt damit einen erheblichen Teil seiner Verluste aufgeholt. Das Managed Money hält mit 23.625 Kontrakten weiterhin eine stabile Netto-Long-Position. Zusätzlich zu den Faktoren, die auch Gold unterstützen, profitiert Silber von seiner industriellen Verwendung und einer günstigen Saisonalität bis etwa Mitte oder Ende September.
• Sojabohnen | +4,14 % | Long
Sojabohnen stiegen auf 1.240,25 US-Cent je Scheffel und schlossen nahezu auf dem Wochenhoch. Niedrigere Ertragserwartungen in den USA und eine robuste internationale Nachfrage stützen den Markt. Das Managed Money hält inzwischen 190.961 Long-Kontrakte und bleibt damit klar auf der Käuferseite. Zusätzlich könnte ein Super-El-Niño in den kommenden Monaten neue Wetterrisiken in wichtigen Anbauregionen schaffen.
• Weizen | +1,60 % | Long
Weizen stieg auf 700 US-Cent je Scheffel und bleibt mit einem Jahresplus von 38,27 % der stärkste der großen Getreiderohstoffe. Die geopolitischen Risiken im Schwarzen Meer bleiben hoch, da Angriffe auf Häfen, Schiffe und Exportinfrastruktur die Versorgung des Weltmarktes gefährden. Das Managed Money hat seine Netto-Short-Position weiter auf 18.765 Kontrakte reduziert. Der spekulative Verkaufsdruck nimmt damit kontinuierlich ab.
• WTI Crude Oil | +6,39 % | Long
WTI Crude Oil stieg auf 86,64 US-Dollar je Barrel und setzte seine Erholung eindrucksvoll fort. Der wichtigste Treiber bleibt die ungelöste Situation im Nahen Osten. Die Straße von Hormus ist weiterhin nur eingeschränkt befahrbar und neue Sanktionen gegen den Iran bleiben möglich. Das Managed Money hat seine Long-Position leicht auf 122.190 Kontrakte ausgebaut, ist gemessen an den geopolitischen Risiken aber weiterhin vergleichsweise moderat positioniert.
• USD/JPY | -0,18 % | Long
USD/JPY fiel leicht auf 158,973. Trotz der jüngsten Interventionen der japanischen und amerikanischen Behörden arbeitet sich der Dollar bereits wieder in Richtung der Marke von 160 Yen vor. Die Inflation in Japan erhöht zwar den Druck auf die Bank of Japan, die Geldpolitik weiter zu straffen, der Zinsunterschied zu den USA bleibt jedoch erheblich. Entscheidend bleibt, ob USD/JPY die Marke von 160 erneut überwinden kann.
• Zucker | +5,96 % | Long
Zucker gehörte mit einem Wochenplus von 5,96 % zu den stärksten Rohstoffen. Belastend wirkte gegen Ende der Woche die Entscheidung Indiens, kurzfristig zollfreie Importe von bis zu einer Million Tonnen Rohzucker zuzulassen. Gleichzeitig hat sich die Positionierung des Managed Money vollständig gedreht: Spekulative Investoren halten inzwischen 77.952 Long-Kontrakte. Mögliche Angebotsdefizite 2026/27 und zunehmende Wetterrisiken durch El Niño bleiben die zentralen bullischen Faktoren.
Carsten S. Stork |


Rückenwind erhielt der gesamte Lithiumsektor zuletzt durch die Ankündigung der US-Regierung, rund 500 Millionen US-Dollar in den Aufbau einer heimischen Versorgungskette für kritische Rohstoffe zu investieren. Im Mittelpunkt stehen dabei Lithium, Kobalt sowie die Verarbeitung und das Recycling von Batteriemetallen. Diese Entwicklung unterstreicht die strategische Bedeutung des Lithiumsektors weit über den klassischen Elektroautomarkt hinaus.
Der Lithiumsektor gehört weiterhin zu den volatilsten Bereichen des Rohstoffmarktes. Entsprechend sind auch bei Albemarle kurzfristig größere Kursschwankungen jederzeit möglich. Die strukturellen Wachstumstreiber – insbesondere die Elektrifizierung des Verkehrs, der Ausbau von Energiespeichern und die steigende Nachfrage nach Batterierohstoffen – bleiben aus meiner Sicht jedoch unverändert intakt.
Fazit: Die Erholung der vergangenen Woche bestätigt, dass wieder verstärkt Kapital in den Lithiumsektor fließt. Nach der langen Schwächephase werte ich dies als positives Signal. Aus meiner Sicht bleibt Albemarle eine interessante Möglichkeit, um an einer möglichen weiteren Erholung des Lithiummarktes zu partizipieren.

Zwar konnte das Wochenhoch nicht ganz gehalten werden, dennoch schloss der Future nahe seiner Höchststände und bestätigte damit den intakten Aufwärtstrend. Unterstützung erhielt der Markt durch eine Verschlechterung der Erntebedingungen in den USA sowie anhaltende Wetterrisiken in wichtigen Anbaugebieten.
Auch die Terminmarktdaten sprechen weiterhin für steigende Kurse. Das Managed Money hat seine Long-Positionen erneut ausgebaut und hält inzwischen 107.648 Long-Kontrakte. Damit setzen spekulative Investoren unverändert auf eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung.
Charttechnisch ist die Entwicklung besonders interessant. Nachdem sich Baumwolle über einen langen Zeitraum überwiegend in einer Handelsspanne zwischen rund 60 und 70 US-Cent bewegt hatte, ist der nachhaltige Ausbruch über diese Zone gelungen. Solche langfristigen Ausbrüche führen häufig zu einer Neubewertung des Marktes und können den Beginn einer länger anhaltenden Aufwärtsbewegung markieren.
Fazit: Auch die Saisonalität spricht derzeit für den Baumwoll-Future. Historisch bestehen bis mindestens Mitte September, teilweise sogar bis Ende September, gute Chancen auf weiter steigende Kurse. Zusammen mit der bullischen Positionierung des Managed Money und der verbesserten charttechnischen Ausgangslage bleibt der mittelfristige Ausblick für Baumwolle weiterhin positiv.

Die Entwicklung passt in das derzeitige globale Bild: Weltweit steigen die Renditen langfristiger Staatsanleihen, da Investoren angesichts der zunehmenden Staatsverschuldung höhere Zinsen als Ausgleich für das gestiegene Risiko verlangen.
Auch in Deutschland sprechen die fundamentalen Rahmenbedingungen derzeit eher gegen den Bund Future. Die Finanzierung umfangreicher Ausgabenprogramme für Infrastruktur, Verteidigung und andere staatliche Investitionen erfolgt überwiegend über neue Schulden. Gleichzeitig bleibt das langfristige Wachstumspotenzial der deutschen Wirtschaft aus meiner Sicht begrenzt. Zwar fielen die jüngsten Konjunkturdaten besser aus als erwartet, doch der Aufschwung basiert bislang nicht auf einer nachhaltig höheren Produktivität oder einer neuen Innovationsdynamik. Entsprechend dürften Investoren auch künftig höhere Renditen verlangen, um langfristige Bundesanleihen zu zeichnen.
Charttechnisch befindet sich der Bund Future an einer wichtigen Unterstützung. Der Bereich um 123,50 Punkte stellt eine entscheidende Marke dar. Sollte diese unterschritten werden, dürfte sich der seit Monaten bestehende Abwärtstrend weiter beschleunigen. Steigende Renditen und fallende Kurse des Bund Future bleiben aus meiner Sicht das wahrscheinlichste Szenario, solange sich an den strukturellen Rahmenbedingungen nichts Grundlegendes ändert.
Fazit: Ich bleibe für den Bund Future weiterhin vorsichtig. Die Kombination aus steigender Staatsverschuldung, einem höheren Angebot an Staatsanleihen und der Forderung der Investoren nach höheren Renditen spricht gegen eine nachhaltige Erholung. Fällt der Bund Future unter die Marke von 123,50 Punkten, dürfte sich das charttechnische Bild weiter eintrüben und den Weg für weitere Kursverluste freimachen.

Die Aufwärtsbewegung gewann insbesondere nach den Ankündigungen des US-Finanzministeriums zur Ausweitung der Anleiherückkäufe deutlich an Dynamik. Viele Marktteilnehmer werteten diesen Schritt als Zeichen dafür, dass die steigenden Finanzierungskosten der USA zunehmend zum Problem werden. Entsprechend geriet der US-Dollar unter Verkaufsdruck.
Unterstützung erhielt der Euro allerdings auch aus Europa. Die jüngsten Einkaufsmanagerindizes signalisierten eine weitere Stabilisierung der Konjunktur, insbesondere im verarbeitenden Gewerbe Deutschlands. Gleichzeitig bleiben die Inflationserwartungen im Euroraum über dem Ziel der Europäischen Zentralbank, sodass der Markt weiterhin mit einer restriktiven Geldpolitik rechnet. Diese Kombination verlieh dem Euro zusätzlichen Rückenwind.
Am Terminmarkt zeigt sich dagegen weiterhin ein bemerkenswertes Bild. Das Managed Money hält trotz der kräftigen Aufwärtsbewegung unverändert eine Netto-Short-Position von 59.088 Kontrakten. Sollte der Euro seinen Aufwärtstrend fortsetzen, könnte diese Positionierung zusätzlichen Kaufdruck erzeugen, wenn Short-Positionen eingedeckt werden müssen.
Fazit: Die jüngste Aufwärtsbewegung des Euro ist aus meiner Sicht nicht allein Ausdruck einer stärkeren europäischen Wirtschaft, sondern vor allem das Ergebnis eines schwindenden Vertrauens in die finanzpolitische Entwicklung der USA. Gleichzeitig verbessert sich das konjunkturelle Umfeld in Europa Schritt für Schritt. Diese Kombination spricht dafür, dass der Euro seine Erholung gegenüber dem US-Dollar zunächst fortsetzen könnte.

Neben den anhaltenden geopolitischen Unsicherheiten rücken zunehmend die weltweit steigenden Staatsschulden und die angespannte Situation an den Anleihemärkten in den Fokus der Investoren. Hinzu kommt die Unsicherheit über das Zusammenspiel zwischen dem US-Finanzministerium und der Federal Reserve, nachdem das Finanzministerium mit umfangreichen Anleiherückkäufen versucht, die langfristigen Renditen zu beeinflussen. Dieses Umfeld hat das Vertrauen in den US-Dollar zuletzt spürbar belastet und Gold als alternativen Wertspeicher zusätzlich gestärkt.
Auch die Terminmarktdaten bestätigen das positive Bild. Das Managed Money hat seine Long-Positionen erneut ausgebaut und hält inzwischen 222.189 Long-Kontrakte. Damit kehren spekulative Investoren nach der Schwächephase im ersten Halbjahr wieder verstärkt in den Goldmarkt zurück.
Unterstützung erhält Gold zudem weiterhin von den Zentralbanken, die ihre Goldreserven konsequent ausbauen. Gleichzeitig entwickelt sich der Goldpreis nahezu lehrbuchmäßig entlang seines langfristigen saisonalen Musters.

Die aktuelle Aufwärtsbewegung verläuft bislang nahezu deckungsgleich mit der durchschnittlichen saisonalen Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte.
Fazit: Fundamentale, technische und saisonale Faktoren sprechen derzeit in dieselbe Richtung. Die hohe Nachfrage institutioneller Investoren, die anhaltenden Käufe der Zentralbanken sowie das wachsende Misstrauen gegenüber den Staatsfinanzen vieler Industrieländer bilden weiterhin ein solides Fundament für den Goldpreis. Solange sich an diesem Umfeld nichts Grundlegendes ändert, bleibt der übergeordnete Aufwärtstrend aus meiner Sicht intakt.

Die tropische Aktivität hat in den vergangenen beiden Wochen deutlich zugenommen. Bislang sind die energiekritischen Förder- und Exportanlagen im Golf von Amerika zwar noch nicht betroffen, das Risiko wetterbedingter Produktionsunterbrechungen steigt jedoch mit jedem weiteren Tag der Saison.
Den aktuellen Stand der Hurrikan-Aktivität habe ich Ihnen im beigefügten Chart dargestellt.

Besonders spannend bleiben die Terminmarktdaten. Das Managed Money hat seine Netto-Short-Position erneut ausgeweitet und hält inzwischen 203.503 Short-Kontrakte. Damit befindet sich der Markt in einer außergewöhnlich einseitigen Positionierung. Sollte es in den kommenden Wochen zu einer bullischen Überraschung kommen – etwa durch einen Hurrikan im Golf von Amerika oder eine unerwartete Angebotsstörung –, könnte ein Short Squeeze den Erdgaspreis sehr schnell nach oben treiben, da viele Leerverkäufer gezwungen wären, ihre Positionen zurückzukaufen.
Auch aus saisonaler Sicht spricht derzeit einiges für den Erdgasmarkt. Ende August beginnt üblicherweise eine saisonal günstigere Phase, die häufig bis Mitte Oktober anhält.

Gleichzeitig erreicht die Hurrikan-Saison ihre aktivste Phase – eine Kombination, die in den kommenden Wochen für zusätzliche Dynamik sorgen könnte.
Fazit: Die Kombination aus einer hohen Short-Position des Managed Money, der zunehmenden tropischen Aktivität im Atlantik und einer historisch starken Saisonalität macht den Erdgasmarkt aus meiner Sicht derzeit besonders spannend. Noch ist kein konkreter Auslöser für einen kräftigen Preisanstieg vorhanden. Sollte dieser jedoch auftreten, könnte die Reaktion aufgrund der extremen Positionierung am Terminmarkt sehr dynamisch ausfallen.

Auch die Terminmarktdaten sprechen weiterhin für eine konstruktive Markteinschätzung. Das Managed Money hat seine Netto-Long-Position in der vergangenen Woche erneut ausgebaut und hält inzwischen 30.365 Long-Kontrakte. Das zeigt, dass spekulative Investoren trotz des kräftigen Kursanstiegs weiterhin auf steigende Preise setzen.
Saisonal dürfte der Kaffee-Future bis etwa Mitte September zunächst eher in eine Seitwärtsphase übergehen. Entscheidender als die Saisonalität sind derzeit jedoch die Lagerbestände an der ICE. Mit aktuell lediglich rund 228.000 eingelagerten 60-Kilogramm-Säcken befinden sich die Bestände auf dem niedrigsten Niveau seit Ende November 2023.
Damals lagen sie bei rund 224.000 Säcken.

Zum Vergleich: Für diese Jahreszeit wären Lagerbestände von etwa 700.000 bis 800.000 Säcken üblich. Die extrem geringe Verfügbarkeit spricht dafür, dass der physische Markt weiterhin sehr angespannt ist.
Fazit: Die Kombination aus außergewöhnlich niedrigen Lagerbeständen, einer weiterhin bullischen Positionierung des Managed Money und einer verzögerten brasilianischen Ernte spricht unverändert für einen konstruktiven Ausblick. Sollte die Versorgungslage angespannt bleiben, besteht durchaus die Möglichkeit, dass der Kaffee-Future nach einer kurzfristigen Konsolidierung den übergeordneten Aufwärtstrend wieder aufnimmt.

Die psychologisch wichtige Marke von 6.000 US-Dollar konnte jedoch erneut nicht nachhaltig überwunden werden. Gegen Ende der Woche sorgten unter anderem höhere Kakaoexporte aus Nigeria für Gewinnmitnahmen, sodass ein Teil der Wochengewinne wieder abgegeben wurde.
Die Terminmarktdaten zeichnen derzeit ein eher zurückhaltendes Bild. Das Managed Money hält weiterhin eine Netto-Short-Position und hat diese zuletzt sogar leicht ausgebaut. Aktuell sind spekulative Investoren mit 5.725 Kontrakten netto short positioniert. Damit bleibt der Terminmarkt deutlich vorsichtiger als die zuletzt freundliche Kursentwicklung vermuten lässt.
Fundamental bleibt das Umfeld dennoch spannend. Während sich das Angebot in der laufenden Saison verbessert hat, richten sich die Blicke zunehmend auf die Ernte 2026/27. Sowohl für Ghana als auch für die Elfenbeinküste wurden die Produktionsprognosen zuletzt gesenkt. Gleichzeitig erhöht ein möglicher Super-El-Niño das Risiko für trockenere Wetterbedingungen in Westafrika und könnte die Erträge der kommenden Ernte belasten.
Fazit: Saisonal befindet sich Kakao weiterhin in einer grundsätzlich positiven Phase. Historisch bestehen bis etwa Mitte oder Ende September gute Chancen auf weiter steigende Kurse, bevor die Saisonalität wieder schwächer wird. Die negative Positionierung des Managed Money mahnt zwar zur Vorsicht, die wetterbedingten Risiken für die kommende Ernte könnten den Markt jedoch weiterhin unterstützen.

Das ist allerdings wenig überraschend, denn Kupfer ist in erster Linie ein Industriemetall und reagiert wesentlich stärker auf Konjunkturerwartungen und die physische Nachfrage als auf geldpolitische Entwicklungen. Trotz der leichten Wochenkorrektur bleibt die Jahresperformance mit einem Plus von 15,6 % weiterhin beeindruckend und liegt deutlich über der vieler anderer Metallmärkte.
Auch die Terminmarktdaten sprechen unverändert für einen strukturell starken Markt. Das Managed Money hält aktuell 79.748 Long-Kontrakte und damit die größte Netto-Long-Position seit dem Jahr 2020.

Diese außergewöhnlich bullische Positionierung zeigt, dass institutionelle Anleger weiterhin von einem langfristig positiven Umfeld für Kupfer ausgehen. Unterstützt wird diese Einschätzung durch anhaltende Angebotsrisiken und die Erwartung einer steigenden Nachfrage im Zuge des Ausbaus der Stromnetze, der Elektromobilität und der Künstlichen Intelligenz.
Diese Entwicklung wird auch von den Lagerbeständen an den drei großen Börsen, COMEX, LME und SHFE bestätigt:

Kurzfristig liefert die Saisonalität allerdings Gegenwind.

Historisch tendiert der Kupfer-Future bis etwa Mitte oder Ende Oktober eher schwächer, weshalb nach der starken Entwicklung der vergangenen Monate durchaus weitere Konsolidierungen möglich sind.
Fazit: Die kurzfristige saisonale Schwäche spricht zwar für eine vorsichtige Haltung in den kommenden Wochen. Die außergewöhnlich starke Positionierung des Managed Money und die unverändert positiven strukturellen Rahmenbedingungen lassen mich den langfristigen Ausblick für Kupfer jedoch weiterhin positiv einschätzen.


Besonders positiv ist, dass der Future die gesamte Handelswoche über kontinuierlich zulegen konnte und praktisch auf dem Wochenhoch aus dem Handel ging. Dieses Kursverhalten spricht für eine anhaltend hohe Nachfrage und eine stabile Marktverfassung.
Auch fundamental erhielt der Markt Unterstützung. Die Ergebnisse der Pro Farmer Crop Tour fielen schwächer aus als die jüngste Schätzung des US-Landwirtschaftsministeriums. Niedrigere Ertragserwartungen könnten das Angebot in den USA stärker begrenzen als bislang angenommen. Gleichzeitig bleibt die Exportnachfrage robust, während ein schwächerer US-Dollar die Wettbewerbsfähigkeit amerikanischer Agrarprodukte zusätzlich verbessert.
Die Terminmarktdaten bestätigen den positiven Eindruck. Das Managed Money hat seine Long-Positionen in den vergangenen Wochen erneut deutlich ausgebaut und hält aktuell 302.142 Long-Kontrakte. Damit bleiben spekulative Investoren klar auf der Käuferseite positioniert und unterstützen den übergeordneten Aufwärtstrend. Auch die Jahresperformance unterstreicht die Stärke des Marktes: Seit Jahresbeginn liegt der Mais-Future bereits 15,31 % im Plus.
Fazit: Die Kombination aus einer starken technischen Verfassung, einer bullischen Positionierung des Managed Money und den zuletzt gesunkenen Ertragserwartungen spricht weiterhin für einen konstruktiven Ausblick. Solange sich die Fundamentaldaten nicht deutlich verbessern, bleibe ich für den Mais-Future weiterhin positiv gestimmt.

Der Platin-Future war in der vergangenen Handelswoche der stärkste Vertreter unter den Edelmetallen. Mit einem Wochenplus von 7,67 % schloss er bei 1.891,40 US-Dollar je Unze und beendete die Woche nahezu auf dem Wochenhoch.
Zwischenzeitlich stieg der Future sogar bis auf 1.921,40 US-Dollar und markierte damit den höchsten Stand seit mehreren Wochen. Trotz dieser beeindruckenden Erholung notiert Platin seit Jahresbeginn noch immer 1,77 % im Minus und hat damit einen Teil der Verluste der ersten Jahreshälfte aufgeholt.
Auch die Terminmarktdaten sprechen weiterhin für eine konstruktive Marktstruktur. Das Managed Money hält aktuell 13.039 Long-Kontrakte. Zwar fällt die Positionierung nicht mehr ganz so bullisch aus wie noch vor einigen Monaten, dennoch bleiben spekulative Investoren netto auf der Long-Seite und unterstützen damit den Markt.
Fundamental profitiert Platin derzeit von der Schwäche des US-Dollars, der allgemeinen Stärke der Edelmetalle sowie einer weiterhin angespannten Angebotslage. Niedrige Lagerbestände und anhaltende Angebotsdefizite sorgen dafür, dass Rückschläge bislang immer wieder auf Kaufinteresse treffen.
Fazit: Saisonal betrachtet dürfte Platin zunächst bis etwa Ende September in eine schwächere Phase eintreten. Anschließend spricht die Statistik eher für eine Seitwärtsbewegung, bevor sich ab etwa Mitte Dezember wieder ein freundlicheres saisonales Umfeld ergibt. Aus meiner Sicht bleibt das langfristige Bild konstruktiv, kurzfristig könnte der Markt nach der starken Rally jedoch zunächst etwas Luft holen.
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Dennoch erfolgte der Schlusskurs in unmittelbarer Nähe des Wochenhochs und unterstreicht die aktuell hohe Dynamik. Nachdem Silber vor wenigen Wochen noch auf knapp 55 US-Dollar gefallen war, hat sich der Markt eindrucksvoll erholt. Trotz dieser Rally liegt Silber seit Jahresbeginn noch immer 2,78 % im Minus.
Auch die Terminmarktdaten liefern ein stabiles Bild. Das Managed Money hält seine Long-Positionen bereits seit Jahresbeginn weitgehend konstant und ist aktuell mit 23.625 Kontrakten netto long positioniert. Größere Gewinnmitnahmen der spekulativen Anleger sind bislang nicht zu erkennen.
Fundamental profitiert Silber derzeit von denselben Faktoren wie Gold. Die Unsicherheit an den Anleihemärkten, die Schwäche des US-Dollars sowie die anhaltenden geopolitischen Spannungen sorgen für eine steigende Nachfrage nach Edelmetallen. Gleichzeitig erhält Silber zusätzliche Unterstützung durch seine industrielle Verwendung, wodurch der Markt neben dem Sicherheitsaspekt auch von einer stabilen Nachfrage aus der Wirtschaft profitieren kann.

Fazit: Auch die Saisonalität spricht derzeit für Silber. Ähnlich wie beim Gold-Future besteht historisch bis etwa Mitte oder Ende September eine günstige Phase für steigende Kurse. Sollte sich das aktuelle Marktumfeld mit einem schwächeren US-Dollar und einer hohen Nachfrage nach Edelmetallen fortsetzen, bleibt der mittelfristige Ausblick aus meiner Sicht weiterhin positiv.
Sojabohnen gewinnen auf Wochenbasis +4,14%.
Performance 5 Jahre: -8,12%
Die letzte Woche im 30min Chart:

Sojabohnen profitieren von Wetterrisiken und starker Nachfrage
Die Getreide- und Ölsaatenmärkte präsentierten sich insgesamt freundlich, wobei Sojabohnen von Sorgen über niedrigere Erträge in den USA sowie einer weiterhin robusten Nachfrage, insbesondere aus China, profitierten.
Auch die Terminmarktdaten bestätigen den positiven Eindruck. Das Managed Money hält aktuell 190.961 Long-Kontrakte und bleibt damit klar auf der Käuferseite positioniert. Diese hohe Netto-Long-Position unterstreicht das Vertrauen institutioneller Investoren in den Markt und passt zur starken Kursentwicklung der vergangenen Wochen.
Die Jahresperformance kann sich inzwischen ebenfalls sehen lassen. Seit Jahresbeginn liegt der Sojabohnen-Future mit 16,89 % im Plus. Unterstützung erhält der Markt weiterhin durch die zunehmenden Wetterrisiken. Der erwartete Super-El-Niño könnte in den kommenden Monaten die Erntebedingungen in wichtigen Anbauregionen beeinflussen und damit die Angebotsseite belasten. Gleichzeitig bleibt die internationale Nachfrage nach Sojabohnen auf einem hohen Niveau.
Fazit: Die Kombination aus einer starken Nachfrage, einer klar bullischen Positionierung des Managed Money und den zunehmenden Wetterrisiken spricht weiterhin für einen konstruktiven Ausblick. Solange der Markt keine deutliche Entspannung auf der Angebotsseite signalisiert, bleibe ich für den Sojabohnen-Future weiterhin positiv gestimmt.
Weizen gewinnt auf Wochenbasis +1,60%.
Performance 5 Jahre: -0,67%
Die letzte Woche im 30min Chart:

Weizen behauptet seine Spitzenposition unter den Getreiderohstoffen
Der Weizen-Future legte in der vergangenen Handelswoche um 1,60 % zu und schloss bei 700 US-Cent je Scheffel. Damit fiel das Wochenplus zwar geringer aus als bei Mais oder Sojabohnen, dennoch behauptete sich der Markt auf einem hohen Preisniveau.
Seit Jahresbeginn ergibt sich inzwischen ein Gewinn von 38,27 %, womit Weizen weiterhin die mit Abstand stärkste Performance unter den großen Getreiderohstoffen aufweist.
Fundamental bleibt die Lage angespannt. Die anhaltenden Angriffe auf Häfen, Schiffe und Exportinfrastruktur im Schwarzen Meer sorgen weiterhin für Unsicherheit über die Versorgung des Weltmarktes. Marktteilnehmer beobachten insbesondere die Entwicklungen in Russland und der Ukraine sehr genau, da weitere Störungen der Exportströme jederzeit zu neuen Preissprüngen führen könnten. Diese geopolitische Risikoprämie stützt den Weizenmarkt bereits seit Monaten.
Auch die Terminmarktdaten zeigen eine deutliche Veränderung. Das Managed Money hat seine Netto-Short-Position in den vergangenen Wochen weiter reduziert und hält aktuell noch 18.765 Short-Kontrakte. Damit nimmt der Verkaufsdruck der spekulativen Marktteilnehmer zunehmend ab – ein Zeichen dafür, dass sich die Stimmung am Terminmarkt spürbar verbessert hat.
Fazit: Zwar verlief die vergangene Woche ruhiger als bei den übrigen Getreiderohstoffen, der übergeordnete Aufwärtstrend bleibt jedoch intakt. Die geopolitischen Risiken im Schwarzen Meer und die deutlich reduzierte Short-Position des Managed Money sprechen aus meiner Sicht dafür, dass Weizen auch in den kommenden Wochen gut unterstützt bleiben dürfte.
WTI Crude Oil gewinnt auf Wochenbasis +6,39%.
Performance 5 Jahre: +17,79%
Die letzte Woche im 30min Chart:

Nahost-Konflikt hält den Ölmarkt weiter unter Spannung
Zwischenzeitlich stieg der Ölpreis sogar auf über 87 US-Dollar und setzte damit seine Erholung der vergangenen Wochen eindrucksvoll fort.
Der wichtigste Kurstreiber bleibt unverändert die geopolitische Lage im Nahen Osten.
Zwar gibt es immer wieder Signale, dass sowohl die USA als auch der Iran grundsätzlich an einer Beendigung des Konflikts interessiert sind, von einer echten Entspannung kann jedoch keine Rede sein. Die Straße von Hormus ist nach wie vor nur eingeschränkt befahrbar, neue Sanktionen gegen den Iran stehen im Raum und die Unsicherheit über die künftigen Ölströme aus der Region bleibt hoch. Solange diese Risikoprämie bestehen bleibt, dürfte der Ölmarkt strukturell gut unterstützt bleiben.
Auch die Terminmarktdaten liefern ein solides Bild. Das Managed Money hat seine Long-Position zuletzt wieder leicht ausgebaut und hält aktuell 122.190 Long-Kontrakte. Gemessen an der aktuellen geopolitischen Lage ist diese Positionierung aus meiner Sicht weiterhin eher moderat. Sollten sich die Spannungen im Nahen Osten erneut verschärfen, besteht durchaus Potenzial für einen weiteren Aufbau spekulativer Long-Positionen.
Fazit: Auch die Saisonalität spricht derzeit für den Ölmarkt. Historisch reicht die freundliche Phase häufig bis Ende Oktober. In Kombination mit der weiterhin ungelösten Situation im Nahen Osten und der vergleichsweise moderaten Positionierung des Managed Money bleibe ich für den WTI-Rohöl-Future weiterhin konstruktiv gestimmt.
USD/JPY verliert auf Wochenbasis -0,18%.
Performance 5 Jahre: +44,94%
Die letzte Woche im 30min Chart:

Noch vor wenigen Wochen war der Wechselkurs nach der Intervention deutlich zurückgekommen, inzwischen arbeitet sich der Markt jedoch Schritt für Schritt wieder nach oben.
Fundamental bleibt die Situation spannend. Zwar hat sich die Inflation in Japan zuletzt weiter beschleunigt, wodurch die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinserhöhung durch die Bank of Japan gestiegen ist. Gleichzeitig bleibt das Zinsniveau in Japan im internationalen Vergleich weiterhin niedrig. Genau dieser Zinsunterschied spricht nach wie vor eher für einen starken US-Dollar gegenüber dem Yen.
Auch am Terminmarkt zeigt sich eine vorsichtigere Haltung. Das Managed Money hat seine Long-Positionen im US-Dollar gegenüber dem Yen zuletzt reduziert. Das könnte darauf hindeuten, dass ein Teil der Marktteilnehmer angesichts möglicher weiterer Interventionen zunächst etwas vorsichtiger agiert.
Fazit: Aus meiner Sicht bleibt die entscheidende Marke weiterhin bei 160 Yen je US-Dollar. Sollte der Markt diese Zone erneut überschreiten, dürfte der Druck auf die japanischen Währungsbehörden wieder deutlich zunehmen. Gleichzeitig zeigt sich einmal mehr, dass Interventionen den Trend zwar kurzfristig bremsen können, ihre Wirkung jedoch mit der Zeit immer schneller nachlässt.
Zucker gewinnt auf Wochenbasis +5,96%.
Performance 5 Jahre: -1,40%
Die letzte Woche im 30min Chart:

El Niño und Terminmarkt treiben Zucker-Future auf neue Jahreshochs
Auslöser für den Rücksetzer war unter anderem die Entscheidung der indischen Regierung, kurzfristig zollfreie Importe von bis zu einer Million Tonnen Rohzucker zuzulassen, um die stark gestiegenen Inlandspreise vor der Festivalsaison zu begrenzen. Diese Nachricht sorgte gegen Ende der Woche für leichten Verkaufsdruck, änderte jedoch nichts am insgesamt bullischen Marktbild.
Auch die Terminmarktdaten bestätigen den Stimmungswechsel. Das Managed Money, das im Februar noch eine der größten Netto-Short-Positionen des Jahres hielt, hat seine Positionierung vollständig gedreht und die Long-Engagements in den vergangenen Wochen konsequent ausgebaut. Aktuell halten spekulative Investoren 77.952 Long-Kontrakte und zählen damit zu den optimistischsten Marktteilnehmern am Zuckermarkt.
Fundamental bleibt Zucker einer der aussichtsreichsten Profiteure eines möglichen Super-El-Niño. Zahlreiche Analysten rechnen inzwischen mit globalen Angebotsdefiziten in der Saison 2026/27, während Wetterrisiken in Indien, Thailand und Brasilien die Produktion zusätzlich belasten könnten. Die zeitweise Importöffnung Indiens ist dabei eher als Zeichen einer angespannten Versorgungslage zu werten als als nachhaltige Entspannung für den Weltmarkt.
Fazit: Saisonal betrachtet könnte der Zucker-Future bis Mitte oder Ende September zunächst in eine Konsolidierungsphase übergehen. Anschließend beginnt historisch eine deutlich stärkere Marktphase, die häufig bis Mitte November anhält. Zusammen mit der inzwischen klar bullischen Positionierung des Managed Money und den zunehmenden Wetterrisiken durch El Niño bleibt der mittelfristige Ausblick für Zucker aus unserer Sicht weiterhin positiv.
