Der Markt spielt nicht mehr Hoffnung – er spielt Knappheit

15.03.26 12:53 PM - Von Mitarbeiter


Liebe Leserinnen und Leser,

 

in den vergangenen Tagen hat sich an den Märkten etwas Entscheidendes verändert. Der Ölpreisanstieg ist nicht mehr nur eine heftige Reaktion auf Schlagzeilen aus dem Nahen Osten. Er ist inzwischen Ausdruck eines tieferen Stimmungswechsels. Der Markt handelt nicht mehr auf schnelle Entspannung, sondern zunehmend auf anhaltende Knappheit, höhere Risikoprämien und eine längere Phase erhöhter Unsicherheit.

Genau das ist der entscheidende Punkt. In der ersten Phase einer geopolitischen Eskalation dominieren meist Reflexe: Safe-Haven-Flows, hektische Umschichtungen, kurzfristige Übertreibungen. Doch wenn ein Markt nach einer ersten Schockwelle nicht mehr zurückfällt, sondern sich auf höherem Niveau festsetzt, dann ist das mehr als nur Nervosität. Dann beginnt er, ein neues Szenario einzupreisen. Und genau das sehen wir aktuell im Öl.

WTI hat sich nicht nur nach oben bewegt, sondern sich nahe der Marke von 100 US-Dollar festgesetzt. Brent notiert bereits darüber. Das ist kein Markt, der an eine rasche Rückkehr zur alten Normalität glaubt. Das ist ein Markt, der verstanden hat, dass die Straße von Hormuz eben nicht irgendein geopolitisches Detail ist, sondern einer der sensibelsten Versorgungspunkte der Weltwirtschaft. Über diesen Korridor läuft ein erheblicher Teil der globalen Ölversorgung. Wenn dort Unsicherheit entsteht, wird nicht einfach nur Energie teurer – dann verändert sich die Preisstruktur vieler Märkte gleichzeitig.

Und genau deshalb greift es zu kurz, nur auf den Ölchart zu schauen. Ein dauerhaft höherer Ölpreis ist nicht nur ein Gewinn für Produzenten. Er ist zugleich ein Belastungsfaktor für Transport, Industrie, Logistik und Konsum. Er wirkt wie eine zusätzliche Steuer auf das globale Wachstum. Das macht die Lage für die Notenbanken so schwierig. Denn auf der einen Seite mehren sich die Signale einer konjunkturellen Abschwächung, auf der anderen Seite droht über die Energiepreise neuer Inflationsdruck. Die Hoffnung auf schnelle und deutliche Zinssenkungen gerät damit zunehmend unter Druck.

Das erklärt auch, warum viele Marktbewegungen auf den ersten Blick widersprüchlich wirken. Gold steigt nicht mehr automatisch mit jeder Eskalation. Silber, Platin und Palladium geraten trotz geopolitischer Spannungen unter Druck. Warum? Weil der Markt immer stärker zwischen Krisenmetall und Industriemetall unterscheidet. Und weil in einem Umfeld aus höherem Ölpreis, festerem Dollar und zurückgehender Zinssenkungsfantasie nicht jedes Rohstoffsegment gleichzeitig profitieren kann.

Viel spannender ist deshalb die Frage, wo der nächste Kapitalfluss entsteht. Unser Eindruck bleibt klar: Nach Energie könnten die Agrarrohstoffe stärker in den Fokus rücken. Die ersten Bewegungen bei Sojabohnen, Mais und teilweise auch Weizen deuten bereits an, dass der Markt beginnt, die zweite Runde dieses Inflationsschubs zu spielen. Wenn Energiepreise hoch bleiben, steigen Produktions-, Transport- und Düngerkosten. Genau daraus können neue Preisdynamiken entstehen.

Für unser Portfolio war diese Woche erneut ein Beleg dafür, wie wichtig richtige Positionierung in Phasen eines Regimewechsels ist. Wir haben nicht versucht, Schlagzeilen zu erraten. Wir haben versucht, Preisbewegungen ernst zu nehmen. Genau deshalb konnten wir im Energiesektor hohe Gewinne realisieren und gleichzeitig weiter investiert bleiben. So sollte Trading in solchen Marktphasen funktionieren: Gewinne konsequent sichern, aber den Trend nicht zu früh verlassen.



Unsere Positionen im Überblick

• AUD/USD | –0,65 % | Long

Der Austral-Dollar geriet erneut unter Druck und fiel wieder unter 0,70. Belastend waren vor allem die geopolitisch getriebene Risikoaversion und Safe-Haven-Flows in den US-Dollar. Positiv bleibt, dass die strukturelle Long-Positionierung des Managed Money weiterhin intakt ist.


• Baumwolle | +2,57 % | Long

Stabile Aufwärtsbewegung mit Wochenschluss nahe der Hochs. Besonders konstruktiv ist der weitere Abbau der spekulativen Netto-Short-Positionen. Der Verkaufsdruck lässt spürbar nach, auch wenn kurzfristige Konsolidierungen nach dem Anstieg jederzeit möglich bleiben.


• Bund-Future | –0,97 % | Short

Der Bund-Future bleibt im Abwärtstrend. Safe-Haven-Impulse werden aktuell eher verkauft als gekauft, während steigende Renditen und „higher for longer“-Erwartungen das Short-Setup weiter stützen.


• CO₂-Zertifikate | –1,43 % | Long

Der Markt rutschte wieder unter 70 Euro und bleibt politisch getrieben. Kurzfristig belastet die Debatte um mögliche ETS-Anpassungen, strukturell bleibt das System aber intakt. Rücksetzer in diesem Umfeld bleiben deshalb interessant zu beobachten.


• EUR/USD | –1,75 % | Long

Der Euro stand klar unter Druck, weil der US-Dollar erneut als Krisenwährung gesucht war. Hinzu kommt der deutliche Abbau der spekulativen Long-Positionierung. Saisonal bleibt das Umfeld zwar grundsätzlich unterstützend, kurzfristig dominiert aber klar der Dollar.


• Gold | –3,05 % | Long

Zweite schwache Woche in Folge. Der große Safe-Haven-Impuls blieb erneut aus, weil Ölpreis, Dollar und Zinsverschiebung derzeit stärker wirken. Die hohe Long-Positionierung und die schwächere saisonale Phase sprechen kurzfristig eher für weitere Konsolidierung.


• Henry Hub Erdgas | –1,54 % | Long

Nach der starken Vorwoche folgte eine moderate Korrektur. Die extreme Netto-Short-Positionierung des Managed Money bleibt aber ein wichtiger Faktor und hält das Short-Squeeze-Potenzial hoch. Saisonale Muster sprechen weiterhin für Unterstützung bis in den Frühsommer.


• Kaffee (Arabica) | –3,04 % | Long

Der Markt bleibt durch hohe Ernteerwartungen in Brasilien unter Druck. Positiv ist, dass das Managed Money wieder leicht Longs aufgebaut hat. Dazu kommt eine konstruktivere Saisonalität, die in den kommenden Wochen eine Stabilisierung oder technische Erholung begünstigen könnte.


• Kakao | +2,14 % | Long

Volatile Woche mit zwischenzeitlich deutlichem Anstieg. Managed Money hat seine Shorts zwar weiter ausgebaut, saisonal bleibt das Umfeld bis Ende März aber konstruktiv. Das hält die Chance auf weitere kurzfristige Aufwärtsbewegungen offen.


• Kupfer | –2,77 % | Long

Kupfer leidet weiter unter Dollar-Stärke, Ölpreisschub und Rezessionssorgen. Gleichzeitig bleibt das Managed Money klar netto long positioniert, und auch saisonal bleibt das Muster bis Ende April freundlich. Strukturell ist die Long-Story also weiter intakt.


• Mais | +3,03 % | Long

Sehr starke Woche mit massivem Aufbau spekulativer Long-Positionen. Das Managed Money treibt den Markt, und auch saisonal bleibt Mais bis in den Frühsommer hinein klar unterstützt. Der Trade wirkt weiterhin sehr konstruktiv.


• Platin | –5,89 % | Long

Platin geriet erneut deutlich unter Druck, konnte sich aber oberhalb der 2.000-Dollar-Marke stabilisieren. Wichtig ist, dass das Managed Money an seiner Long-Struktur festhält. Zusammen mit der positiven Saisonalität bleibt das ein Markt mit Erholungspotenzial.


• Silber | –4,73 % | Short

Der Silber-Short bleibt ein wichtiger Stabilisator im Portfolio. Silber wird aktuell stärker als zinssensitives Industrie- als als Krisenmetall gehandelt. Dollar-Stärke, weniger Zinssenkungsfantasie und die negative Saisonalität bis Ende Juni sprechen weiter für das Setup.


• Sojabohnen | +1,83 % | Long

Der Aufwärtstrend bleibt intakt. Unterstützend wirken die starke Nachfrage, die erneut ausgebaute Long-Positionierung des Managed Money und eine sehr konstruktive Saisonalität bis in den Frühsommer hinein.


• TTF Erdgas | –3,68 % | Short

Nach der extremen Rally der Vorwoche folgte eine volatile Konsolidierung auf hohem Niveau. Die geopolitische Risikoprämie bleibt hoch, der Markt ist weiter extrem schwankungsanfällig. Solange sich die Versorgungslage nicht glaubwürdig entspannt, bleibt das ein heikles Short-Engagement.


• WTI Crude Oil | +9,11 % | Long

WTI bleibt der dominante Treiber im Portfolio. Nach der historischen Rally der Vorwochen legte der Markt nochmals deutlich zu und schloss knapp unter 100 US-Dollar. Geopolitische Risikoprämie, steigende Long-Positionierung und positive Saisonalität sprechen weiter klar für den Trend.


FAZIT
Der Markt spielt aktuell nicht Hoffnung, sondern Knappheit. Er spielt nicht Entspannung, sondern Risiko. Und er spielt vor allem die Erkenntnis, dass geopolitische Konflikte sehr schnell zu makroökonomischen Problemen werden können. Solange sich die Lage im Nahen Osten nicht glaubwürdig beruhigt, bleibt Energie der zentrale Preistreiber. Und solange das so ist, bleiben auch Inflation, Notenbanken und weitere Rohstoffsegmente eng miteinander verknüpft. 

Unsere Aufgabe ist deshalb klar: nicht auf das zu hören, was gesagt wird, sondern auf das zu achten, was der Markt tatsächlich spielt.

Good Luck in Trading,
Ihr
Carsten S. Stork

Performance DCX 

aktueller Indexstand: 159,92
Wochenperformance: +1,88%
Seit Jahresanfang 2026: +15,70%
Seit Auflegung (10. Dezember 2024): +60,08%


DCX POSITIONEN

AUD/USD - LONG

Der Austral-Dollar verliert auf Wochenbasis -0,65%.
Die letzte Woche im 30-Minuten-Chart:


Austral-Dollar unter Druck – geopolitische Risiken bremsen Rally

Der Austral-Dollar zeigte in der vergangenen Woche eine insgesamt schwächere Entwicklung und verlor auf Wochenbasis rund 0,65 %. Der AUD/USD schloss dabei unter der psychologisch wichtigen Marke von 0,70 bei 0,69815. Besonders auffällig war der volatile Wochenverlauf: Zu Beginn der Woche konnte der Wechselkurs noch bis in den Bereich von 0,72 ansteigen, ehe ab der Wochenmitte deutlicher Verkaufsdruck einsetzte.

Die Bewegung steht vor allem im Zusammenhang mit der zunehmenden Risikoaversion an den globalen Finanzmärkten infolge der geopolitischen Entwicklungen. In solchen Phasen geraten zyklische Währungen wie der Austral-Dollar häufig unter Druck, da Kapital verstärkt in als sicher geltende Anlagen umgeschichtet wird. Trotz dieser kurzfristigen Schwäche bleibt die übergeordnete Entwicklung jedoch positiv: Seit Jahresbeginn liegt der AUD weiterhin mit mehr als 4 % im Plus gegenüber dem US-Dollar.

Auch aus Positionierungssicht zeigt sich bislang kein grundlegender Stimmungsumschwung. Die aktuellen COT-Daten deuten weiterhin auf eine intakte Long-Struktur hin. Das Managed Money hält nach wie vor über 54.000 Kontrakte auf der Long-Seite. Zwar liegt dieser Wert unter dem jüngsten Hoch von über 67.000 Kontrakten, signalisiert aber weiterhin eine konstruktive mittelfristige Marktpositionierung.


FAZIT
Der Rücksetzer im Austral-Dollar ist vor allem als Reaktion auf die gestiegene geopolitische Unsicherheit zu werten. Solange die strukturelle Positionierung positiv bleibt und die Jahresperformance im Plus liegt, sollte die Bewegung zunächst als Korrektur innerhalb eines übergeordnet stabilen Trends eingeordnet werden. Kurzfristig dürfte der AUD jedoch stark von der globalen Risikostimmung abhängig bleiben.



BAUMWOLLE - LONG

Baumwolle gewinnt auf Wochenbasis +2,57%.
Die letzte Woche im 15-Minuten-Chart:


Baumwolle mit stabiler Aufwärtsbewegung – Futures legen 2,6 % zu

Der Baumwolle-Future, gehandelt an der ICE US, konnte in der vergangenen Handelswoche weiter zulegen und schloss mit einem Wochenplus von 2,57 % bei 65,85 US-Cents. Die Preise entwickelten sich dabei über weite Strecken der Woche konstruktiv und stiegen zeitweise sogar über die Marke von 66 US-Cents, bevor zum Wochenschluss leichte Gewinnmitnahmen einsetzten.

Die Aufwärtsbewegung wurde von einer spürbaren Veränderung in der Positionierung begleitet. Laut aktuellen CFTC-Daten hat das Managed Money seine Netto-Short-Positionen erneut reduziert und hält nun nur noch etwas mehr als 21.000 Kontrakte auf der Short-Seite. Zum Vergleich: Auf dem Höhepunkt im Oktober des vergangenen Jahres lag diese Positionierung noch bei über 62.600 Kontrakten. Der deutliche Abbau dieser Short-Bestände signalisiert eine strukturelle Entspannung auf der Angebots- und Erwartungsseite und wirkt unterstützend für die Preisentwicklung.

Auch im Wochenverlauf zeigte sich, dass der Markt zunehmend sensibel auf Kapitalflüsse und Veränderungen in der spekulativen Positionierung reagiert. Der kontinuierliche Rückgang der Netto-Short-Positionen deutet darauf hin, dass sich ein Teil der Marktteilnehmer schrittweise aus zuvor aufgebauten Absicherungs- oder Spekulationspositionen zurückzieht. Diese Entwicklung kann kurzfristig zu weiteren stabilen oder sogar festeren Kursen beitragen, solange keine neuen fundamentalen Belastungsfaktoren auftreten.


FAZIT

Der Baumwolle-Future präsentierte sich in der vergangenen Woche in einer stabilen technischen Verfassung und profitierte von einem anhaltenden Abbau spekulativer Short-Positionen. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, könnte der Markt auch in den kommenden Wochen unterstützt bleiben, wenngleich kurzfristige Konsolidierungen nach der jüngsten Aufwärtsbewegung jederzeit möglich sind.



BUND FUTURE - SHORT

Der Bund Future verliert auf Wochenbasis -0,97%.
Die letzte Woche im 30-Minuten-Chart:


Bund-Future rutscht weiter ab – Renditeanstieg dominiert Safe-Haven-Fantasie

Der Euro-Bund-Future stand in der abgelaufenen Handelswoche klar unter Druck. Nach der kurzfristigen Erholung in der Vorwoche setzte sich der übergeordnete Abwärtstrend fort, getrieben von weiter steigenden Renditen am langen Ende der Bundeskurve. Die 10‑jährige Bund-Rendite kletterte in Richtung 3 % und markierte damit den höchsten Stand seit Ende 2023 – ein Umfeld, in dem Aufwärtskorrekturen im Future systematisch verkauft werden.

Auffällig war, dass geopolitische Spannungen und zwischenzeitliche Risk-Off-Phasen nur noch begrenzt Safe-Haven-Nachfrage in deutsche Staatsanleihen auslösten. Erste Fluchtbewegungen wurden rasch genutzt, um bestehende Short- oder Underweight-Positionen in Duration zu verstärken. Fundamentale Faktoren – hartnäckige Inflationsthemen, steigende Realrenditen und die Erwartung einer „higher-for-longer“-Zinspolitik – dominierten klar gegenüber klassischen Sicherheitsargumenten.

Im Preisverlauf setzte sich damit das Bild eines „Sell-on-Rally“-Marktes fort. Zwischenhochs wurden konsequent abverkauft, während neue Tiefs nur geringe Gegenreaktionen zeigten. Das technische Bias bleibt damit negativ: Solange der Future nicht deutlich an vorherigen Widerstands- und Angebotszonen nach oben heranläuft und dort Volumenakzeptanz zeigt, bleibt der Markt anfällig für weitere Rücksetzer – gerade wenn die 10‑jährige Rendite neue Hochs markiert oder die EZB-Kommunikation als weniger doves interpretiert wird.


FAZIT
 
Der Bund-Future befindet sich weiter im Spannungsfeld aus geopolitischen Risikofaktoren und einem zunehmend renditegetriebenen Umfeld. Safe-Haven-Spikes werden aktuell eher zur Positionierung gegen Duration genutzt als für nachhaltige Trendwenden. Solange der Renditeauftrieb anhält und keine klare Entspannung bei Inflation oder EZB-Erwartungen einsetzt, überwiegt das Risiko weiterer Rückschläge im Future gegenüber dem Potenzial einer nachhaltigen Erholung.


CO₂-ZERTIFIKATE– LONG

CO₂-Zertifikate verlieren auf Wochenbasis -1,43%.
Die letzte Woche im Chart:


CO₂-Zertifikate unter Druck – EU ETS rutscht unter 70 Euro

Die Preise für CO₂-Emissionsrechte im europäischen Emissionshandelssystem (EU ETS) standen in der vergangenen Woche unter spürbarem Druck. Auf Wochenbasis verlor der Markt 1,43 % und schloss mit 69,08 Euro wieder unter der psychologisch wichtigen Marke von 70 Euro. Zwischenzeitlich fiel der Preis sogar bis in den Bereich von knapp 67 Euro, bevor sich zum Wochenschluss eine leichte Stabilisierung einstellte.

Damit setzt sich die Phase erhöhter Unsicherheit fort, die bereits in den vergangenen Wochen für deutliche Schwankungen gesorgt hatte. Ein wesentlicher Einflussfaktor bleibt die politische Debatte über die zukünftige Ausgestaltung des Emissionshandelssystems. Während einzelne Mitgliedstaaten angesichts hoher Energiepreise und wachsender Wettbewerbsrisiken eine stärkere Flexibilisierung fordern, warnen andere Länder vor einer Verwässerung des ETS und pochen auf dessen Rolle als zentrales Instrument der europäischen Klimapolitik.

Diese gegensätzlichen Positionen sorgen für ein fragiles Marktumfeld, in dem kurzfristige Preisbewegungen zunehmend von politischen Signalen und Erwartungen an mögliche Reformen bestimmt werden. Strukturell bleibt das System jedoch intakt: Der langfristige Verknappungspfad der Zertifikate sowie die steigenden regulatorischen Anforderungen sprechen weiterhin für ein anspruchsvolles Marktumfeld.


FAZIT
Der Rückfall unter die Marke von 70 Euro signalisiert kurzfristig eine schwächere Marktverfassung. Solange die politischen Fronten im EU ETS ungeklärt bleiben, dürfte die Volatilität erhöht bleiben. Mittel- bis langfristig bleibt der strukturelle Preismechanismus des Systems jedoch bestehen, sodass Rücksetzer weiterhin aufmerksam beobachtet werden sollten.


EUR/USD - LONG

Der EUR/USD verliert auf Wochenbasis -1,75%.
Die letzte Woche im 30-Minuten-Chart: 


Euro unter Druck – geopolitische Risiken und Positionierungsabbau belasten


Der Euro geriet in der vergangenen Handelswoche deutlich unter Druck und verlor auf Wochenbasis 1,75 %. Damit zeigte sich eine für den Währungsmarkt ungewöhnlich starke Bewegung. Der EUR/USD schloss zum Wochenausklang bei 1,14149 und markierte damit eine klare Eintrübung des kurzfristigen Trends.

Auslöser für die Schwäche war vor allem die gestiegene Risikoaversion an den globalen Finanzmärkten im Zuge der geopolitischen Eskalation im Nahen Osten. In solchen Phasen profitiert der US-Dollar häufig als sicherer Hafen, während energieabhängige Währungsräume wie die Eurozone tendenziell unter Druck geraten. Gleichzeitig sorgte der kräftige Anstieg der Ölpreise für zusätzliche Belastung, da höhere Importkosten die konjunkturellen Perspektiven in Europa eintrüben können.

Auch die Positionierungsdaten bestätigen das schwächere Bild. Laut den aktuellen COT-Daten hat das Managed Money seine Long-Engagements im Euro deutlich reduziert. Die Netto-Long-Position liegt inzwischen nur noch knapp über 105.000 Kontrakten, nachdem sie Mitte Februar noch rund 180.000 Kontrakte betragen hatte. Dieser spürbare Abbau signalisiert eine zunehmende Vorsicht institutioneller Marktteilnehmer.

Saisonal betrachtet zeigt sich grundsätzlich ein eher unterstützendes Muster für den Euro bis in den späten April hinein. Die aktuelle Marktdynamik wird jedoch kurzfristig stärker von geopolitischen Faktoren, Energiepreisentwicklung und der relativen Zinsentwicklung zwischen den USA und der Eurozone bestimmt.


FAZIT

Der Euro steht aktuell unter dem Einfluss externer Schocks und einer veränderten Positionierung am Terminmarkt. Kurzfristig dürfte die Entwicklung stark von geopolitischen Nachrichten und der Dollar-Nachfrage als Safe Haven geprägt bleiben. Saisonale Unterstützung könnte mittelfristig stabilisierend wirken, erfordert jedoch eine Beruhigung des globalen Umfelds.


GOLD - LONG

Gold verliert auf Wochenbasis -3,05%.
Die letzte Woche im 30-Minuten-Chart:


Gold korrigiert nach Rally – geopolitische Risiken bleiben der Treiber

Der Goldfuture zeigte sich in der vergangenen Handelswoche erneut schwach und verlor auf Wochenbasis 3,05 %. Damit setzte sich die Korrektur bereits zum zweiten Mal in Folge fort. Der Kontrakt schloss bei 5.023,1 US-Dollar je Unze und damit nahezu auf dem Wochentief.

Bemerkenswert ist diese Entwicklung vor allem vor dem Hintergrund deutlich gestiegener geopolitischer Risiken im Nahen Osten. Trotz der Eskalation konnte Gold daraus kurzfristig keinen nachhaltigen Aufwärtsimpuls generieren. Ein möglicher Grund liegt darin, dass ein Großteil der geopolitischen Risikoprämie bereits im vorangegangenen starken Preisanstieg eingepreist worden war.

Auch die Positionierungsdaten liefern aktuell keine klar bullischen Signale. Das Managed Money hält weiterhin eine sehr hohe Netto-Long-Position von über 160.000 Kontrakten. Zwar wurde diese in den vergangenen Wochen leicht reduziert, insgesamt bleibt die Marktstruktur jedoch relativ überladen und damit anfällig für weitere technische Korrekturen.

Saisonal spricht das Umfeld derzeit ebenfalls eher gegen steigende Notierungen. Historisch zeigt Gold in der Phase bis in den Frühsommer hinein häufig eine schwächere Tendenz, bevor sich im weiteren Jahresverlauf neue Aufwärtsdynamik entwickeln kann.


FAZIT
Der Rückgang des Goldfutures trotz zunehmender geopolitischer Spannungen unterstreicht, dass kurzfristig technische Faktoren und Positionierungsdynamiken dominieren. Die hohe Long-Positionierung und die saisonal schwächere Phase könnten den Markt zunächst weiter anfällig für Rücksetzer machen, auch wenn das übergeordnete strukturelle Umfeld für Gold grundsätzlich intakt bleibt.


HENRY HUB ERDGAS - LONG

Henry Hub verliert auf Wochenbasis-1,54%.
Die letzte Woche im 30-Minuten-Chart:


Henry-Hub-Gas unter Druck – Short-Positionierung bleibt extrem hoch

Der Henry-Hub-Erdgas-Future zeigte sich in der vergangenen Handelswoche schwächer und schloss mit einem Minus von 1,54 % bei 3,132 US-Dollar. Damit setzte sich die volatile Seitwärtsbewegung fort, die derzeit stark von kurzfristigen Nachfrage- und Wettererwartungen geprägt ist.

Fundamental bleibt das Bild gemischt. Einerseits sorgt die geopolitische Lage weiterhin für erhöhte Unsicherheit an den globalen Energiemärkten, andererseits dämpfen mildere Temperaturprognosen in den USA aktuell die Heiznachfrage und damit den kurzfristigen Preisdruck nach oben. Gleichzeitig bewegt sich die US-Gasproduktion weiterhin auf hohem Niveau, was ebenfalls stabilisierend auf das Angebot wirkt.

Besonders auffällig bleibt die Positionierung der Marktteilnehmer. Das Managed Money hält weiterhin eine sehr hohe Netto-Short-Position von knapp 187.000 Kontrakten. Diese ausgeprägte Skepsis macht den Markt anfällig für abrupte Gegenbewegungen. Sollte sich das fundamentale Umfeld kurzfristig verändern, besteht jederzeit das Risiko eines deutlichen Short-Squeeze.

Aus saisonaler Sicht spricht das Muster jedoch eher für steigende Preise in den kommenden Monaten. Historisch tendiert der Henry-Hub-Future dazu, bis in den Frühsommer hinein anzuziehen. Hintergrund ist die Vorbereitung auf die Sommernachfrage im Stromsektor, insbesondere durch den zunehmenden Einsatz von Klimaanlagen sowie die notwendige Auffüllung der Lagerbestände im Vorfeld.

FAZIT
Kurzfristig bleibt der US-Erdgasmarkt von Wetterdaten, Produktionsentwicklung und geopolitischen Faktoren geprägt. Gleichzeitig sorgt die extreme Short-Positionierung für ein erhöhtes Überraschungspotenzial auf der Oberseite. Saisonale Muster sprechen tendenziell für eine festere Preisentwicklung in Richtung Sommer.



KAFFEE - LONG

Der Kaffee-Future verliert auf Wochenbasis -3,04. 
Die letzte Woche im 30min Chart: 


Arabica-Kaffee bleibt unter Druck – starke Brasilien-Ernte belastet Markt


Der Arabica-Kaffee-Future zeigte sich in der vergangenen Handelswoche erneut schwach und schloss mit einem Minus von 3,04 % bei 285,15 US-Cents. Damit setzt sich die negative Entwicklung seit Jahresbeginn fort, die sich mittlerweile auf einen Rückgang von knapp 20 % summiert.

Belastet wurde der Markt vor allem durch zunehmende Erwartungen einer sehr starken Kaffeeernte in Brasilien. Neue Prognosen gehen für die Saison 2026 von deutlich steigenden Produktionsmengen aus, nachdem sich die Wetterbedingungen verbessert haben. Diese Perspektive wirkt preisdämpfend und verstärkt die Zurückhaltung vieler Marktteilnehmer.

Auch auf der Positionierungsseite zeigt sich ein gemischtes Bild. Das Managed Money hat zuletzt seine Long-Positionen wieder leicht aufgebaut und hält aktuell rund 15.000 Kontrakte auf der Long-Seite. Dies signalisiert eine vorsichtige Stabilisierung der spekulativen Nachfrage, reicht bislang jedoch nicht aus, um den übergeordneten Abwärtstrend nachhaltig zu drehen.

Saisonal betrachtet ergibt sich für den Kaffeemarkt hingegen ein etwas konstruktiveres Bild. Historisch tendieren die Preise häufig dazu, bis in den späten Frühling hinein Unterstützung zu finden. Sollte sich diese typische Entwicklung bestätigen, könnte sich in den kommenden Wochen eine technische Gegenbewegung aufbauen.

FAZIT
Der Kaffee-Future bleibt kurzfristig von Angebotserwartungen und schwacher Jahresperformance geprägt. Gleichzeitig eröffnet die saisonale Struktur die Chance auf eine Stabilisierung oder moderate Erholung in Richtung Frühsommer. Für Trader bleibt der Markt damit interessant, allerdings weiterhin stark von Nachrichten zur brasilianischen Ernte abhängig.


KAKAO - LONG

Der Kakao-Future gewinnt auf Wochenbasis +2,14%. 
Die letzte Woche im 30min Chart: 


Kakao zeigt volatile Woche – saisonale Unterstützung bleibt bestehen


Der Kakao-Future an der ICE US entwickelte sich in der vergangenen Woche dynamisch und schloss mit einem Plus von 2,14 % bei 3.298 US-Dollar pro Tonne. Im Wochenverlauf konnte der Markt zeitweise bis auf rund 3.480 US-Dollar ansteigen, gab jedoch einen Teil der Gewinne wieder ab und beendete die Woche unterhalb dieses Niveaus.

Fundamental bleibt das Umfeld gemischt. Einerseits wirken weiterhin wetterbedingte Hoffnungen auf eine bessere Ernte in Westafrika sowie steigende Lagerbestände belastend. Andererseits sorgen geopolitische Risiken und höhere Transportkosten für eine gewisse Unterstützung auf der Preisseite. Insgesamt ergibt sich daraus ein unruhiges Marktbild mit kurzfristig wechselnden Impulsen.

Die Positionierung der spekulativen Marktteilnehmer deutet ebenfalls auf Vorsicht hin. Das Managed Money hat seine Short-Positionen zuletzt weiter aufgebaut und hält nun knapp 21.000 Kontrakte auf der Short-Seite. Diese Entwicklung signalisiert, dass größere Marktteilnehmer aktuell eher auf fallende Preise setzen und der Markt anfällig für weitere Schwankungen bleibt.

Saisonal betrachtet zeigt sich jedoch weiterhin ein eher konstruktives Bild. Historisch tendiert der Kakao-Future häufig dazu, bis Ende März eine positive Entwicklung aufzuweisen. Dieses saisonale Muster kann kurzfristig stabilisierend wirken und die Wahrscheinlichkeit für erneute Aufwärtsbewegungen erhöhen.

FAZIT
Der Kakao-Future bleibt in einer Phase erhöhter Volatilität, konnte zuletzt aber moderat zulegen. Trotz zunehmender Short-Positionierung spricht die positive Saisonalität dafür, dass der Markt kurzfristig weiter Unterstützung finden könnte. Entscheidend bleibt, ob die Nachfrageimpulse ausreichen, um den bestehenden Verkaufsdruck nachhaltig zu neutralisieren.


KUPFER - LONG

Der Kupfer-Future verliert auf Wochenbasis -2,77%. 
Die letzte Woche im 30min Chart: 


Kupfer weiter unter Druck – geopolitische Risiken belasten


Der Kupfer-Future an der CME stand in der vergangenen Woche erneut unter deutlichem Abgabedruck. Der Kontrakt verlor 2,77 % und schloss bei 567,50 US-Cent. Besonders zum Wochenschluss hin verstärkte sich die Schwäche, sodass der Markt am Freitag nahezu auf dem Wochen-Tief aus dem Handel ging.

Belastend wirkten vor allem makroökonomische Faktoren. Die zunehmende Eskalation im Nahost-Konflikt sowie steigende Ölpreise sorgten für einen festeren US-Dollar und dämpften zugleich die Erwartungen an kurzfristige Zinssenkungen in den USA. Diese Kombination führte zu einer vorsichtigeren Haltung vieler Marktteilnehmer gegenüber konjunktursensitiven Industriemetallen.

Die Positionierung spekulativer Marktteilnehmer bleibt dennoch vergleichsweise konstruktiv. Zwar hat das Managed Money seine Long-Position zuletzt leicht reduziert, hält aber weiterhin mehr als 51.000 Kontrakte auf der Long-Seite. Dies spricht dafür, dass die strukturell bullische Einschätzung für Kupfer bislang nicht grundsätzlich aufgegeben wurde.

Unterstützend wirkt zudem die saisonale Perspektive. Historisch zeigt Kupfer häufig bis Ende April eine positive Tendenz. Vor diesem Hintergrund bleibt die Chance bestehen, dass sich nach der aktuellen Schwächephase erneut Kaufinteresse im Markt entwickelt.


FAZIT

Der Kupfer-Future hat die Woche unter anhaltendem makroökonomischem Druck nahe dem Tief beendet. Trotz der kurzfristigen Belastungsfaktoren bleibt die spekulative Positionierung insgesamt konstruktiv und die saisonale Phase spricht weiterhin für mögliches Aufwärtspotenzial. Entscheidend dürfte sein, ob sich die geopolitische Lage stabilisiert und der US-Dollar wieder an Dynamik verliert.


MAIS - LONG

Der Mais-Future gewinnt auf Wochenbasis +3,03%. 
Die letzte Woche im 15min Chart: 


Mais bleibt strukturell stark unterstützt – Spekulative Long-Positionierung treibt Markt

Der Mais-Future an der CBOT zeigte in der vergangenen Handelswoche erneut Stärke. Der Kontrakt legte um 3,03 % zu und schloss bei 467 US-Cents. Damit setzt sich die positive Entwicklung der letzten Wochen fort. Die Kursgewinne wurden dabei insbesondere durch eine deutlich bullischere Positionierung der spekulativen Marktteilnehmer unterstützt.

Die aktuellen COT-Daten zeigen einen massiven Aufbau der Long-Positionen durch das Managed Money. Die Netto-Long-Positionen stiegen auf rund 257.781 Kontrakte und erreichten damit ein sehr hohes Niveau. Diese Entwicklung unterstreicht die zunehmende Zuversicht der spekulativen Investoren in eine weiter steigende Preisentwicklung und wirkt kurzfristig stabilisierend auf den Markt.

Auch saisonal präsentiert sich das Umfeld weiterhin konstruktiv. Historisch weist der Mais-Future häufig bis in den Frühsommer hinein eine positive Tendenz auf. Diese saisonale Stärke erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die Aufwärtsbewegung zunächst weiter Bestand haben könnte, sofern keine überraschenden fundamentalen Belastungsfaktoren auftreten.

FAZIT
Der Mais-Future konnte seine Aufwärtsbewegung in der vergangenen Woche fortsetzen und profitiert aktuell von einer sehr bullischen spekulativen Positionierung. In Kombination mit einem starken saisonalen Muster bleibt das kurzfristige Marktumfeld positiv, sodass weitere Kursanstiege bis in die Sommermonate hinein möglich erscheinen.


PLATIN - LONG

Der Platin-Future verliert auf Wochenbasis -5,89%. 
Die letzte Woche im 15min Chart: 


Platin gerät weiter unter Druck – zweites deutliches Wochenminus in Folge

Der Platin-Future an der CME setzte seine Korrekturbewegung in der vergangenen Handelswoche fort und verlor erneut deutlich an Wert. Der Kontrakt gab auf Wochenbasis um 5,89 % nach und schloss bei 2.024,5 US-Dollar je Unze. Damit verzeichnete Platin bereits die zweite signifikant schwache Woche hintereinander, nachdem der Markt zuvor schon ein Minus von rund 1,8 % verbucht hatte. Trotz des erneuten Rückgangs konnte sich der Preis allerdings knapp oberhalb der psychologisch wichtigen Marke von 2.000 US-Dollar behaupten.

Die aktuelle Abwärtsbewegung wirkt insofern bemerkenswert, als sie von der Positionierung der spekulativen Marktteilnehmer nur begrenzt bestätigt wird. Das Managed Money hält weiterhin rund 14.690 Kontrakte auf der Long-Seite. Diese vergleichsweise stabile Positionierung deutet darauf hin, dass größere spekulative Kapitalabflüsse bislang ausgeblieben sind und der Verkaufsdruck eher aus anderen Marktsegmenten stammt.

Fundamental bleibt das Umfeld von Unsicherheiten geprägt. Die Entwicklung an den Zinsmärkten sowie der stärkere US-Dollar belasten tendenziell Edelmetalle, während geopolitische Risiken und konjunkturelle Sorgen zusätzlich für erhöhte Volatilität sorgen. Technisch befindet sich der Markt damit in einer sensiblen Phase, in der die Verteidigung zentraler Unterstützungsniveaus entscheidend sein dürfte.

Unterstützend wirkt hingegen die saisonale Komponente. Historisch zeigt der Platin-Future häufig eine positive Tendenz bis weit in das zweite Quartal hinein. Besonders der Zeitraum bis Ende Mai beziehungsweise Anfang Juli weist statistisch eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für steigende Kurse auf.

FAZIT
Der Platin-Future bleibt kurzfristig unter Druck, konnte sich jedoch über der wichtigen Marke von 2.000 US-Dollar stabilisieren. Die weiterhin solide Long-Positionierung des Managed Money sowie die positive saisonale Perspektive sprechen dafür, dass die Korrekturphase mittelfristig auslaufen könnte. Entscheidend bleibt, ob es dem Markt gelingt, auf diesem Niveau eine tragfähige Bodenbildung einzuleiten.


SILBER - SHORT

Der Silber-Future verliert auf Wochenbasis -4,73%. 
Die letzte Woche im 30min Chart: 


Silber unter Druck – Zinssorgen dominieren Marktgeschehen

Der Silber-Future geriet in der vergangenen Handelswoche erneut deutlich unter Druck. Nach dem bereits sehr schwachen Verlauf in der Vorwoche setzte sich die Abwärtsbewegung fort. Der Kontrakt verlor weitere 4,73 % und schloss nahezu am Wochentief bei 80,645 US-Dollar je Unze. Besonders auffällig war dabei die hohe Volatilität innerhalb der Woche. Zwischenzeitlich konnte Silber noch auf über 90 US-Dollar ansteigen, gab diese Gewinne jedoch vollständig wieder ab und verlor im Anschluss rund 10 US-Dollar an Wert.

Belastend wirkten vor allem makroökonomische Faktoren. Die geopolitische Eskalation im Nahen Osten führte zu steigenden Energiepreisen und damit zu höheren Inflationserwartungen. In der Folge wurden Zinssenkungserwartungen weiter zurückgenommen, was den US-Dollar stärkte und Edelmetalle insgesamt unter Druck brachte. Silber, das traditionell sensibel auf Zins- und Währungsentwicklungen reagiert, zeigte sich entsprechend anfällig.

Ein Blick auf die Positionierung der spekulativen Marktteilnehmer liefert ein differenziertes Bild. Das Managed Money hat seine Long-Positionen zuletzt reduziert, hält jedoch weiterhin rund 24.778 Kontrakte auf der Long-Seite. Dies deutet darauf hin, dass trotz der aktuellen Schwäche weiterhin strukturelles Vertrauen in den Markt vorhanden ist.

Saisonal betrachtet befindet sich Silber derzeit in einer eher ungünstigen Phase. Historisch zeigt der Markt bis etwa Ende Juni eine tendenziell schwächere Entwicklung. Dieses Muster könnte kurzfristig zusätzlichen Gegenwind für den Preisverlauf bedeuten.

FAZIT
Der Silber-Future hat seine Abwärtsbewegung fortgesetzt und die Woche nahe dem Tief beendet. Der stärkere US-Dollar, rückläufige Zinssenkungserwartungen und eine saisonal schwache Phase sprechen kurzfristig für ein herausforderndes Marktumfeld. Die weiterhin bestehende Long-Positionierung spekulativer Anleger könnte jedoch stabilisierend wirken, sofern sich das makroökonomische Umfeld wieder zugunsten der Edelmetalle verändert.



SOJABOHNEN - LONG

Der Sojabohnen-Future gewinnt auf Wochenbasis +1,83%.
Die letzte Woche im 30-Minuten-Chart:


Sojabohnen mit starker Aufwärtsdynamik – spekulative Nachfrage nimmt deutlich zu


Der Sojabohnen-Future an der CBOT zeigte in der vergangenen Handelswoche erneut eine klare Aufwärtsbewegung. Der Kontrakt legte um 1,83 % zu und schloss bei 1.223,75 US-Cent je Scheffel. Damit setzt sich die positive Tendenz der letzten Wochen fort und der Markt bleibt technisch konstruktiv.

Unterstützend wirkte vor allem die Nachfrageentwicklung im internationalen Handel. Marktbeobachter verweisen darauf, dass China zuletzt verstärkt US-Sojabohnen nachgefragt haben dürfte, unter anderem im Zusammenhang mit Qualitätsproblemen bei Lieferungen aus Brasilien. Diese Verschiebungen im globalen Handelsfluss tragen dazu bei, die Preisstruktur weiter zu stabilisieren.

Auch die Positionierung der spekulativen Marktteilnehmer bestätigt die festere Grundstimmung. Das Managed Money hat seine Long-Positionen nach dem deutlichen Abbau gegen Ende des vergangenen Jahres wieder kräftig aufgebaut und hält aktuell mehr als 230.000 Kontrakte auf der Long-Seite. Dieser deutliche Positionsaufbau wirkt als zusätzlicher Treiber für die Aufwärtsbewegung.

Darüber hinaus spricht die saisonale Komponente weiterhin für eine konstruktive Marktphase. Historisch zeigen Sojabohnen häufig bis in den Frühsommer hinein eine freundliche Tendenz. Vor diesem Hintergrund bleibt das kurzfristige Umfeld für steigende Notierungen grundsätzlich günstig.

FAZIT
Der Sojabohnen-Future befindet sich weiterhin in einem stabilen Aufwärtstrend und konnte die Woche mit einem soliden Plus beenden. Die Kombination aus zunehmender spekulativer Nachfrage, unterstützender Handelsdynamik und positiver Saisonalität spricht dafür, dass die Aufwärtsbewegung in den kommenden Wochen zunächst Bestand haben könnte.


TTF ERDGAS - SHORT

Der TTF Erdgas-Future verliert auf Wochenbasis -3,68%.
Die letzte Woche im 30-Minuten-Chart:


TTF-Gas stabilisiert sich auf hohem Niveau – Volatilität bleibt erhöht


Der TTF-Erdgas-Future zeigte in der vergangenen Handelswoche eine spürbare Konsolidierung nach dem extremen Preisanstieg in der Vorwoche. Der Kontrakt verlor auf Wochenbasis 3,68 % und schloss bei 50,605 Euro pro Megawattstunde. Trotz dieses moderaten Rückgangs blieb die Marktbewegung von hoher Volatilität geprägt. Die Handelsspanne lag im Wochenverlauf zeitweise bei über 10 %, in einzelnen Phasen sogar deutlich darüber.

Hintergrund der weiterhin nervösen Preisentwicklung ist vor allem die angespannte geopolitische Lage im Nahen Osten. Die Unsicherheit über mögliche Unterbrechungen von LNG-Lieferketten und steigende Transport- sowie Versicherungskosten sorgt weiterhin für eine erhöhte Risikoprämie im europäischen Gasmarkt.

Gleichzeitig zeigt sich nach der starken Rally eine Phase der Neuorientierung. Marktteilnehmer wägen aktuell ab, in welchem Ausmaß sich die Versorgungslage tatsächlich verschlechtern könnte und wie schnell alternative Lieferströme aufgebaut werden können. Dies führt kurzfristig zu Richtungswechseln und erhöhten Preisschwankungen.

FAZIT
Nach der außergewöhnlichen Aufwärtsbewegung in der Vorwoche befindet sich der TTF-Gasmarkt aktuell in einer Konsolidierungsphase auf weiterhin erhöhtem Preisniveau. Die hohe geopolitische Unsicherheit spricht dafür, dass die Volatilität auch in den kommenden Wochen hoch bleiben dürfte. Solange keine klare Entspannung bei den globalen LNG-Lieferketten erkennbar ist, bleibt der Markt anfällig für abrupte Preisausschläge.

WTI CRUDE OIL - LONG

WTI Crude Oil gewinnt auf Wochenbasis +9,11%.

Die letzte Woche im 30min Chart:



WTI vor psychologischer Schlüsselzone – Nahostkrise treibt Ölpreis weiter an


Der WTI Crude Oil Future setzte seine starke Aufwärtsbewegung in der vergangenen Woche fort. Der Kontrakt legte um weitere 9,11 % zu und schloss bei 99,31 US-Dollar pro Barrel. Damit nähert sich der Markt erneut der psychologisch wichtigen Marke von 100 US-Dollar, die zunehmend in den Fokus der Marktteilnehmer rückt. Bereits in der Vorwoche war es zu einem massiven Preisanstieg gekommen, sodass sich die Rally zuletzt deutlich beschleunigt hat.

Auslöser dieser dynamischen Entwicklung ist in erster Linie die Eskalation der geopolitischen Lage im Nahen Osten. Insbesondere die anhaltenden Spannungen rund um die Straße von Hormus haben zu erheblichen Unsicherheiten über die globale Ölversorgung geführt. Diese Risiken haben den Markt nachhaltig gestützt und eine deutliche Risikoprämie im Preis verankert.

Auch die Positionierung der spekulativen Marktteilnehmer hat sich spürbar verändert. Nachdem viele Investoren zuvor auf fallende Ölpreise gesetzt hatten, wurden Short-Positionen zunehmend aufgelöst. Das Managed Money hält nun wieder rund 228.000 Kontrakte auf der Long-Seite. Dieser Positionsaufbau unterstreicht die deutlich verbesserte Stimmung im Markt und verstärkt die aktuelle Aufwärtsdynamik zusätzlich.

Unterstützend wirkt zudem die saisonale Komponente. Historisch zeigt der Ölpreis häufig bis in die Sommermonate hinein eine eher feste Tendenz. Diese saisonale Stärke kann in Kombination mit den geopolitischen Risiken dazu beitragen, dass die Aufwärtsbewegung zunächst weiter Bestand hat.

FAZIT

Der WTI-Future befindet sich in einem klaren Aufwärtstrend und nähert sich einer wichtigen psychologischen Preiszone. Die Kombination aus geopolitischer Risikoprämie, steigender spekulativer Long-Positionierung und positiver Saisonalität spricht kurzfristig für ein weiterhin konstruktives Marktumfeld. Ein nachhaltiger Ausbruch über die Marke von 100 US-Dollar könnte die Rally zusätzlich beschleunigen.


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