Die Metalle brennen – und Europa liefert gerade die Vorlage für die nächste Runde

20.12.25 10:22 AM - Von Mitarbeiter


Liebe Leserinnen und Leser,

 

was für eine Woche in den Metallen. Gold erreicht ein neues Allzeithoch über 4.400 USD, Silber folgt mit einem neuen Allzeithoch bei 67,68 USD. Und während Kupfer mit +2,34 % fast schon „langweilig“ wirkt, haben Platin und Palladium den Markt regelrecht überrollt: Palladium +16,14 % bis knapp unter 1.800 USD, Platin +14,27 % mit Break über die 2.000er-Marke.

Der Auslöser war nicht „nur“ Momentum, sondern Politik: Die EU schiebt das Verbrenner-Aus nach hinten (nicht 2035), der Markt wertet das als ersten Schritt zur Entlastung der Autoindustrie in Europa – und parallel nimmt die US-Regierung CO₂-Restriktionen aus der Biden-/Obama-Ära zurück. Die Fantasie ist damit klar: Der Verbrenner bleibt länger im Spiel. Und genau dort sitzen Platin und Palladium als zentrale Katalysator-Metalle. Dazu kommt der strukturelle Kern: Das WPIC sieht für Platin 2025 ein Defizit von 600.000–700.000 Unzen, und auch bei Palladium wird die Shortage nicht „mal eben“ wegproduziert.

Diese Engpässe sind kein Ausrutscher einzelner Märkte – sie ziehen sich durch das gesamte Metall-Universum, besonders dort, wo „hybride“ Nachfrage wirkt: industriell plus monetär (Kupfer, Silber, Platin, Palladium). Im Palladium kommt eine Sondersituation hinzu: Managed Money hat seine Shorts seit 2021 nahezu auf Null reduziert. Wenn dieser Markt strukturell weiter dreht und Managed Money netto auf die Käuferseite kippt, ist die Fahnenstange im Zweifel noch nicht einmal aufgebaut.

Europa bleibt politisch und fiskalisch ein Risikofaktor – und gleichzeitig ein Renditetreiber. Die EU-Sitzung am Freitag endete ohne großen Durchbruch: Mercosur wurde nach über 25 Jahren Verhandlungsdauer erneut nicht unterzeichnet (Widerstände u. a. aus Italien und Frankreich). Bei der Ukraine einigte man sich auf ein zinsloses Darlehen von 90 Mrd. EUR. Der Plan, russisches Zentralbankvermögen bei Euroclear (rund 200 Mrd.) zu enteignen, scheiterte – und das ist in meinen Augen ein wichtiger Punkt für die Stabilität. Eine Enteignung hätte Vertrauen in Europas Finanzarchitektur beschädigen können, mit potenziell massiven Kapitalabflüssen als Folge – und das hätte am Ende auch den Euro unnötig verwundbar gemacht.

Gleichzeitig wird die Finanzierung der Realität nicht billiger: Deutschland will zusätzlich 50 Mrd. EUR in Rüstung stecken, und die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe ist auf 2,9 % gestiegen. Dazu kommt: Deutschland plant für 2026 eine Rekordverschuldung von 512 Mrd. EUR. Mehr Angebot, mehr Finanzierung, mehr Renditedruck – und genau deshalb haben wir eine Bund-Future-Short-Position eröffnet. Der Markt muss diese Volumina absorbieren, und solange das Narrativ „mehr Schulden / höhere Renditen“ intakt bleibt, bleibt auch der Gegenwind für Bonds intakt.

Global bleibt das Bild in Bewegung: Japan hat die Zinsen erstmals seit Jahrzehnten angehoben – auf ein 30-Jahres-Hoch. Der Markt hatte viel davon vorweggenommen, aber die Diskussion ist wieder da: Kann das irgendwann zum Thema für Carry Trades werden? Noch ist nichts „gebrochen“, aber Japan rückt zurück auf die Landkarte der Zinsrisiken.

In den USA wiederum kamen Inflationsdaten deutlich unter Erwartung: Prognose 3,1 %, geliefert 2,7 %. Das stützt den Case, dass die US-Zinsen weiter fallen können. Und in Europa hat die EZB den Leitzins unverändert gelassen und signalisiert Stabilisierung um den Zielwert von 2 % – was in Kombination mit dem fiskalischen Druck die Renditeseite weiter hochzieht.

Was war im DCX in der vergangenen Woche besonders auffällig?

Der DCX ist in der vergangenen Woche um +3,45 % auf 134,15 Punkte gestiegen und liegt seit Jahresanfang nun bei +37,48 %. Auffällig war vor allem die extreme Metall-Dominanz: Während Gold (+0,91 %) „nur“ solide zulegen konnte, haben Platin (+14,27 %) und Palladium (+16,14 %) den Index regelrecht nach oben gezogen. Silber war ebenfalls sehr stark (+8,59 %), Kupfer blieb mit +2,34 % konstruktiv, aber im Vergleich fast schon „unspektakulär“. Auf der Gegenseite bremsten vor allem Softs (Zucker, Baumwolle), während TTF Gas ein erstes Lebenszeichen sendete und WTI weiter um einen Boden ringt. In Summe: Der DCX hat diese Woche nicht „breit“ gewonnen – er hat gewonnen, weil die Metalle explodiert sind.

• Baumwolle | –0,13 % | Long
Weiter lethargisch. Shorts im Managed Money gehen zurück, aber ohne Preisdynamik bleibt es beim Beobachten statt Forcieren.

• Bund-Future | –0,38 % | Short
Renditen steigen, Bund bleibt unter Druck. EZB-„higher for longer“-Interpretation plus Fiskalthemen stützen das Short-Setup.

• CO₂-Zertifikate | +1,54 % | Long
Trend bleibt intakt. Der Markt zieht strukturell weiter nach oben, Rücksetzer werden bislang sauber gekauft.

• EUR/USD | –0,29 % | Long
Konsolidierung nach dem vorherigen Run. COT bleibt das starke Signal: Managed Money baut Longs aus.

• Gold | +0,91 % | Long
Neues Allzeithoch im Wochenverlauf bestätigt die Trendstruktur. Saisonalität bis Mitte Januar bleibt unterstützend.

• Kupfer | +2,34 % | Long
Weiter im Aufwärtstrend, Positionierung bullisch, Saisonalität stark. Kein „Blow-off“, sondern konstruktiver Trend.

• Mais | +0,62 % | Long
Leise positiv. Exportkomplex stützt, Managed Money bleibt netto long – ruhiges, aber solides Setup.

• Palladium | +16,14 % | Long
Der Wochen-Treiber im DCX. Politischer Rückenwind (Verbrenner-Narrativ) trifft auf fast neutralisierte Managed-Money-Shorts und starke Saisonalität.

• Platin | +14,27 % | Long
Break über 2.000 USD, höchster Stand seit 2008. Long-Positionierung bleibt stabil – wirkt strukturell, nicht nur kurzfristig.

• Silber | +8,59 % | Long
Neues Allzeithoch, Jahresperformance extrem. Managed Money hält Longs – Trend bleibt „intakt und aggressiv“.

• TTF Natural Gas | +2,83 % | Long
Erstes Lebenszeichen nach langer Schwäche. Sinkende deutsche Speicherstände (<60 %) erhöhen die Relevanz – noch kein Trendwechsel, aber ein Warnsignal für den Markt.

• WTI Crude Oil | –1,70 % | Long
Bodenbildungsphase um 55 USD. Positionierung extrem niedrig, Saisonalität spricht für Q1 – asymmetrisch spannend, aber noch nicht „bestätigt“.

• Zucker | –1,85 % | Long
Freitags-Rallye riecht nach Short-Covering vor dünner Liquidität. Managed Money bleibt massiv short – Squeeze-Potenzial bleibt das taktische Thema, Saisonalität hilft.

Fazit
1. Metalle bleiben das Zentrum der Musik: Politik + strukturelle Defizite + Positionierung sind ein explosives Paket – vor allem bei Platin/Palladium, wo das Narrativ gerade erst „Mainstream“ wird.

2. Bonds bleiben unter Druck: Mehr Schulden und höhere Renditen sind kein Wochen-Headline, sondern ein struktureller Trend – Bund-Short bleibt der Hedge gegen Europas Finanzierungsthematik.

3. Makro bleibt asymmetrisch: US-Inflation schwächer als erwartet spricht für sinkende US-Zinsen, während Europa fiskalisch nach oben drückt – das ist ein Umfeld, das weiter Bewegung in FX und Real Assets bringt.

Ich wünsche Ihnen ein besinnliches Weihnachtsfest!
Ihr
Carsten S. Stork


Performance DCX 

aktueller Indexstand: 134,15
Wochenperformance: +3,45%
Seit Jahresanfang: +37,48%




DCX POSITIONEN

BAUMWOLLE - LONG

Baumwolle verliert auf Wochenbasis -0,13%.
Die letzte Woche im 15-Minuten-Chart:


Baumwolle bleibt lethargisch – der Markt bewegt sich, der Preis kaum

Der US-Baumwolle-Future zeigte sich in der vergangenen Woche weiterhin ausgesprochen unspektakulär. Auf Wochensicht stand ein minimales Minus von –0,13 %, der Kontrakt schloss bei 63,75 US-Cent pro Pfund. Erwähnenswert bleibt lediglich das Wochentief vom Dienstag (16.12.) bei 62,97 US-Cent, das bislang jedoch keine nachhaltige Anschlussdynamik ausgelöst hat. 

Fundamental gab es zwar vereinzelt unterstützende Signale, sie verpufften jedoch weitgehend im Markt. Steigende Ölpreise erhöhen zwar die Kosten für synthetische Fasern und wirken damit grundsätzlich positiv für Baumwolle, gleichzeitig bleibt die Nachfrageentwicklung verhalten. Der aktuelle USDA-WASDE-Bericht weist für 2025/26 ein schwächeres globales Bild aus: Weltproduktion und -verbrauch wurden jeweils um rund 300.000 Ballen nach unten revidiert. Die US-Produktion wurde leicht angehoben, was den preistreibenden Effekt jedoch wieder neutralisiert.

Aus Sicht der Positionierung ist zumindest ein gradueller Stimmungswandel erkennbar. Die Short-Positionierung des Managed Money ist weiter rückläufig. Per 12.12. lag sie noch bei 36.174 Kontrakten short, nachdem im Oktober zeitweise über 65.000 Kontrakte auf der Short-Seite standen. Der Abbau ist sichtbar, aber bislang nicht dynamisch genug, um einen echten Richtungswechsel auszulösen.

Saisonal betrachtet spricht das Muster zwar weiterhin für eine tendenziell freundlichere Phase, doch bislang fehlt jeglicher Katalysator, der diese Erwartung in eine tatsächliche Preisbewegung übersetzt.

FAZIT

Baumwolle bleibt ein Geduldsspiel. Die Short-Positionierung wird zwar kontinuierlich reduziert und die Saisonalität spricht grundsätzlich nach oben, doch aktuell fehlt es klar an Momentum. Solange sich das Preisverhalten nicht ändert, bleibt der Markt zäh, richtungslos und wenig attraktiv für aktive Trades. Hier heißt es weiterhin: beobachten statt forcieren.



BUND FUTURE - SHORT

Baumwolle verliert auf Wochenbasis -0,38%.
Die letzte Woche im 30-Minuten-Chart:


Steigende Renditen, steigende Schulden – der Bund bleibt unter Druck

Der deutsche Bund-Future setzte seine Schwächephase in der vergangenen Woche fort. Nach einem bereits negativen Vorzeichen in der Vorwoche verlor der Kontrakt erneut 0,38 % und schloss bei 126,98 Punkten. Zwar kam es im Vorfeld der EZB-Sitzung am Donnerstag, dem 18.12., noch zu einem kurzfristigen Anstieg bis 127,79, doch diese Bewegung erwies sich als nicht nachhaltig. In der Folge dominierte Verkaufsdruck, und der Markt schloss nahe dem Wochentief am Freitag. 

Treiber der Bewegung war vor allem das Zins- und Renditeumfeld. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe stieg bis zum 19.12. auf rund 2,90 % und markierte damit den höchsten Stand seit März 2025. Hintergrund waren robuste Konjunkturdaten sowie die Einschätzung, dass die EZB angesichts stabiler Inflation und verbesserter Wachstumsprognosen vorerst keine weiteren Zinssenkungen plant. Entsprechend nahm der Druck auf den Bund-Future weiter zu.

Die EZB-Kommunikation verstärkte diesen Effekt. Die Leitzinsen wurden unverändert belassen, gleichzeitig sprach die Notenbank von einer „guten Ausgangslage“ der Geldpolitik. Die nach oben revidierten BIP-Projektionen für den Euroraum (2025: 1,4 %, 2026: 1,2 %) wurden vom Markt als Signal für einen längeren Zinsstillstand interpretiert – mit entsprechend steigenden Renditen.

Zusätzliche Belastung kam von der fiskalischen Seite. Auf EU-Ebene konnte keine Einigung erzielt werden, die bei Euroclear eingefrorenen Gelder der russischen Zentralbank zu beschlagnahmen. Stattdessen wurde ein zinsloser Kredit an die Ukraine in Höhe von 90 Mrd. Euro beschlossen. Parallel dazu kündigte Deutschland zusätzliche Rüstungsausgaben von 50 Mrd. Euro an. Beides unterstreicht, dass die Verschuldung der europäischen Staaten kurz- und mittelfristig weiter zunimmt – ein Umfeld, das strukturell steigende Renditen begünstigt.

FAZIT

Der Bund-Future leidet aktuell unter einer klaren Kombination aus hawkisher EZB-Interpretation, steigenden Renditen und zunehmender fiskalischer Expansion. Solange sich an dieser Gemengelage nichts ändert, bleibt der Druck auf Staatsanleihen bestehen. Die Bewegung der vergangenen Woche bestätigt das übergeordnete Bild: Renditen nach oben, Bonds unter Druck.


CO₂-ZERTIFIKATE– LONG

CO₂-Zertifikate gewinnen auf Wochenbasis +1,54%.
Die letzte Woche im Chart:


CO₂-Emissionsrechte bleiben im Aufwärtstrend – der Markt setzt seinen strukturellen Anstieg fort

Die CO₂-Emissionsrechte konnten in der vergangenen Woche erneut zulegen und verzeichneten ein Wochenplus von +1,54 %. Am Mittwoch, dem 17.12., stieg der Preis im Wochenhoch auf über 88 Euro, bevor der Markt die Woche bei 87,2055 Euro beendete.

Damit bestätigt sich der übergeordnete Aufwärtstrend, der seit dem Frühjahr intakt ist. Seit April, als die Emissionsrechte noch im Bereich von rund 60 Euro notierten, bewegt sich der Markt nahezu kontinuierlich nach oben. Das aktuelle Preisniveau entspricht in etwa den Regionen, die zuletzt im September 2024 gesehen wurden – ein Bereich, der damals ebenfalls durch eine stabile Nachfrage geprägt war.

Technisch wie strukturell zeigt sich das Bild unverändert konstruktiv. Rücksetzer bleiben bislang überschaubar und werden zügig aufgefangen. Der Markt signalisiert weiterhin Stärke und bestätigt die übergeordnete Trendrichtung nach oben.

FAZIT
CO₂-Emissionsrechte bleiben klar im bullischen Fahrwasser. Der seit April etablierte Aufwärtstrend ist weiterhin intakt, und das aktuelle Preisniveau unterstreicht die strukturelle Stärke des Marktes. Solange sich an diesem Bild nichts ändert, bleibt die Tendenz eindeutig aufwärtsgerichtet.


EUR/USD - LONG

Der EUR/USD verliert auf Wochenbasis -0,29%.
Die letzte Woche im 30-Minuten-Chart: 


Der Euro konsolidiert – das übergeordnete Bild bleibt klar dollarbearish


Der Euro/US-Dollar zeigte sich in der vergangenen Woche leicht schwächer und schloss mit einem Wochenminus von –0,29 % bei 1,17054. Bemerkenswert ist dabei der Wochenverlauf: Am Dienstag konnte das Währungspaar zunächst noch bis auf 1,18039 ansteigen, bevor im weiteren Verlauf Verkaufsdruck einsetzte und der Markt nahe dem Wochentief aus dem Handel ging. 

Aus technischer Sicht wirkt diese Bewegung eher wie eine Konsolidierung nach dem vorherigen Anstieg als wie ein Richtungswechsel. Das kurzfristige Momentum hat zwar nachgelassen, eine strukturelle Schwäche des Euro lässt sich daraus jedoch bislang nicht ableiten.

Besonders aufschlussreich bleibt die Positionierung. Laut den COT-Daten per 12.12. ist die Long-Positionierung des Managed Money deutlich angestiegen und liegt nun bei 138.788 Kontrakten. Diese Entwicklung unterstreicht die übergeordnete Erwartung einer weiteren Dollar-Schwäche gegenüber dem Euro, auch wenn kurzfristige Rücksetzer auftreten.

Fundamental fügt sich dieses Bild gut in den geldpolitischen Rahmen. Die EZB hat zuletzt klar signalisiert, dass weitere Zinssenkungen vorerst vom Tisch sind, während im US-Dollarraum mit einer fortgesetzten Lockerung gerechnet wird. Wir gehen davon aus, dass es im kommenden Jahr bis zu drei Zinssenkungen in den USA geben könnte. Damit dürfte sich die Zinsdivergenz weiter zugunsten des Euro verschieben.

FAZIT

Der Euro/US-Dollar konsolidiert kurzfristig, ohne das übergeordnete bullische Setup zu beschädigen. Die steigende Long-Positionierung des Managed Money sowie die zunehmende Zinsdivergenz sprechen weiterhin für einen stärkeren Euro gegenüber dem US-Dollar. Rücksetzer bleiben in diesem Umfeld eher Gelegenheiten als Warnsignale.

GOLD - LONG

Gold gewinnt auf Wochenbasis +0,91%.
Die letzte Woche im 30-Minuten-Chart:


Gold kennt keinen Deckel mehr – neue Allzeithochs bestätigen den Trend

Der Gold-Future konnte in der vergangenen Woche erneut zulegen und schloss mit einem Wochenplus von +0,91 % bei 4.368,7 USD pro Unze. Wie bereits im letzten Trade-Update antizipiert, kam es im Wochenverlauf tatsächlich zu einem neuen Allzeithoch: Am Donnerstag, dem 18.12., stieg der Future bis auf 4.409,5 USD und markierte damit ein weiteres Rekordniveau. 

Die übergeordnete Trendstruktur bleibt klar intakt. Rücksetzer werden weiterhin zügig aufgefangen, und das Marktverhalten signalisiert eine anhaltend hohe Nachfrage nach dem Metall. Auch die Positionierung untermauert dieses Bild. Laut den aktuellen COT-Daten hat das Managed Money seine Long-Positionen erneut leicht ausgebaut und liegt nun bei 223.886 Kontrakten. Das Niveau bleibt hoch, ohne bislang Anzeichen einer extremen Überhitzung zu zeigen.

Zusätzlichen Rückenwind liefert weiterhin die Saisonalität, die historisch betrachtet bis Mitte Januar positiv verläuft und dem Goldpreis strukturelle Unterstützung bietet. Gleichzeitig bleibt das geopolitische Umfeld angespannt. Der ungelöste Russland-Ukraine-Konflikt, die anhaltende Venezuela-Thematik sowie die fehlende Einigung der EU auf eine tragfähige langfristige Finanzierung der Ukraine unterstreichen die politische Unsicherheit.

Hinzu kommt die zunehmende Verschuldung europäischer Staaten, die das Vertrauen in Papierwährungen weiter belastet. In diesem Umfeld bleibt Gold das einzige wirklich liquide und akzeptierte Sicherheitsasset, was die Nachfrage zusätzlich stabilisiert.

FAZIT

Gold bestätigt seine Rolle als strategischer Anker im Portfolio. Neue Allzeithochs, solide Positionierung, positive Saisonalität und ein weiterhin fragiles geopolitisches Umfeld sprechen für einen anhaltend konstruktiven Ausblick. Solange sich an dieser Gemengelage nichts grundlegend ändert, bleibt der Trend klar aufwärtsgerichtet.



KUPFER - LONG

Der Kupfer-Future gewinnt auf Wochenbasis +2,34%. 
Die letzte Woche im 30min Chart: 


Kupfer bleibt im Aufwärtstrend – Nachfrage und Positionierung ziehen an


Der US-Kupfer-Future (CME) konnte in der vergangenen Woche weiter zulegen und schloss mit einem Wochenplus von +2,34 % bei 548,34 US-Cent. Im Wochenverlauf zeigte sich erneut Stärke: Am Freitag markierte der Kontrakt ein Hoch bei 556,55 US-Cent, bevor es zu leichten Gewinnmitnahmen kam. 

Fundamental bleibt das Umfeld konstruktiv. Die robuste Nachfrage aus China und den USA, insbesondere aus den Bereichen Elektromobilität, Energieinfrastruktur und KI-getriebene Investitionen, sorgt weiterhin für strukturelle Unterstützung. Gleichzeitig führen Lieferumlenkungen in die USA im Vorfeld möglicher Zölle sowie anhaltende Produktionsstörungen in Chile und Peru zu einer angespannten Angebotslage.

Besonders überzeugend ist die Positionierung. Laut den COT-Daten per 12.12. hat das Managed Money seine Long-Positionen weiter ausgebaut und hält aktuell 62.479 Kontrakte long. Dieses Niveau ist strukturell bullisch und unterstreicht die Überzeugung auf der spekulativen Seite.

Auch die Saisonalität spricht klar für den Markt. Historisch betrachtet zeigt sich Kupfer bis Ende Dezember stark, mit einer Fortsetzung der Aufwärtsbewegung bis weit ins zweite Quartal hinein. Dieses saisonale Muster verleiht dem aktuellen Trend zusätzlichen Rückenwind.

FAZIT

Kupfer bleibt einer der stärksten Industriemetall-Märkte. Steigende Nachfrage, ein unterstützendes Angebotsumfeld, klare Long-Positionierung des Managed Money und eine außergewöhnlich positive Saisonalität sprechen weiterhin für höhere Preise. Rücksetzer bleiben in diesem Umfeld eher taktische Pausen als Trendbrüche.


MAIS - LONG

Der Mais-Future gewinnt auf Wochenbasis +0,62%. 
Die letzte Woche im 30min Chart: 


Mais tastet sich nach oben – noch leise, aber konstruktiv

Der US-Corn-Future (CBOT) konnte die vergangene Woche leicht positiv abschließen und legte +0,62 % zu. Der Kontrakt beendete den Handel bei 443,25 US-Cent pro Bushel. Die Bewegung blieb insgesamt ruhig, dennoch zeigt sich eine stabile Tendenz, nachdem der Markt zuvor längere Zeit seitwärts bis leicht schwächer tendiert hatte.

Fundamental bleibt der Exportkomplex ein wichtiger Stützpfeiler. Die zuletzt gemeldeten US-Exportverkäufe liegen weiterhin auf einem historisch hohen Niveau, mit einer Exportdynamik, die deutlich über dem Vorjahr liegt. Gleichzeitig deuten Schätzungen aus Brasilien auf leichte Abwärtsrevisionen der Ernte 2025/26 hin, was das globale Angebotsbild zumindest nicht weiter entspannt.

Auch die Positionierung spricht eher für Stabilität als für Abwärtsdruck. Laut den aktuellen COT-Daten hält das Managed Money weiterhin eine kleine Long-Position von 67.530 Kontrakten. Diese Positionierung ist nicht extrem, wirkt aber unterstützend und signalisiert, dass spekulatives Kapital bislang nicht auf fallende Preise setzt.

Technisch beginnt sich das Bild aufzuhellen. Sollte es dem Corn-Future gelingen, die jüngste Aufwärtsbewegung fortzusetzen, könnte sich daraus eine interessante Opportunität entwickeln, insbesondere vor dem Hintergrund der Saisonalität. Historisch betrachtet zeigen sich leichte, aber kontinuierliche Kursanstiege bis Anfang März, was dem Markt einen zusätzlichen zeitlichen Rückenwind verleiht.

FAZIT
Mais bleibt ein Markt ohne große Schlagzeilen, entwickelt aber zunehmend konstruktive Untertöne. Solide Exporte, eine leicht unterstützende Positionierung und eine freundliche Saisonalität sprechen für ein stabiles bis moderat positives Umfeld. Entscheidend wird sein, ob der Markt in den kommenden Wochen Anschlusskäufe generieren kann – dann könnte aus der ruhigen Phase eine attraktive Trendbewegung entstehen.


PALLADIUM  - LONG

Palladium gewinnt auf Wochenbasis +16,14%.
Die letzte Woche im 30-Minuten-Chart:


Palladium explodiert – der letzte große Metallmarkt erwacht


Was für eine Woche im Palladium-Future. Der Kontrakt legte +16,14 % zu und schloss bei 1.795,5 USD pro Unze – nahezu am Jahreshoch. Das Jahreshoch lag bei 1.796 USD, womit Palladium faktisch am Hoch geschlossen hat. Auf Jahressicht ergibt sich damit eine beeindruckende Performance von rund +97 %. 

Der fundamentale Treiber ist klar politischer Natur. Die EU hat das Verbrenner-Aus faktisch nach hinten verschoben, um insbesondere die deutsche und europäische Automobilindustrie zu entlasten. Die bisher vorgelegten Vorschläge sind zwar noch rudimentär, dürften jedoch die Basis für weitere Verhandlungen bilden. Ein starres Verbrennerverbot wäre für die europäische Automobilindustrie ein massiver struktureller Fehler – nicht zuletzt, weil der Absatz von Elektrofahrzeugen deutlich hinter den ursprünglichen Erwartungen zurückbleibt.

Zusätzlichen Rückenwind liefert die Entwicklung in den USA. Dort gibt es Bestrebungen, CO₂-Restriktionen, die unter früheren Administrationen beschlossen wurden, teilweise zurückzunehmen. Auch das spricht für eine längere Lebensdauer des Verbrennungsmotors. Für den Markt bedeutet das: steigende Nachfrage nach Katalysatoren – und damit nach Palladium und Platin, die in der Katalysatorproduktion unverzichtbar sind.

Besonders bemerkenswert ist die Positionierung. Das Managed Money ist aktuell nur noch mit 18 Kontrakten short. Zum Vergleich: Im Juni 2024 waren es noch 13.914 Short-Kontrakte. Damit befindet sich die spekulative Positionierung auf dem niedrigsten Short-Niveau seit August 2021, also seit dem letzten Zeitraum, in dem das Managed Money im Palladium-Future netto long war. Diese Konstellation signalisiert einen klaren strukturellen Wandel und eine zunehmende Akzeptanz des neuen Markt-Narrativs.

Auch die Saisonalität spricht eindeutig für den Markt. Historisch tendiert Palladium bis Mitte bzw. Ende April stark nach oben, was darauf hindeutet, dass sich die aktuelle Bewegung saisonal betrachtet noch in einer frühen Phase befinden könnte.

FAZIT

Palladium hat sich vom Nachzügler zum strukturellen Outperformer entwickelt. Politische Weichenstellungen, eine extrem bereinigte Positionierung des Managed Money und eine ausgesprochen positive Saisonalität bilden ein hochattraktives Setup. Die jüngste Rallye wirkt nicht wie das Ende, sondern eher wie der Beginn einer neuen Phase in diesem Markt.



PLATIN  - LONG

Platin gewinnt auf Wochenbasis +14,27%. 
Die letzte Woche im 30-Minuten-Chart: 


Platin durchbricht die Schallmauer – zurück über 2.000 USD


Der Platin-Future setzte seine beeindruckende Rallye in der abgelaufenen Was für eine Woche im US-Platinum-Future. Der Kontrakt legte +14,27 % zu, überwand die psychologisch extrem wichtige Marke von 2.000 USD pro Unze und schloss bei 2.016 USD. Damit markiert Platin den höchsten Stand seit Juli 2008, als der Markt letztmals über dieser Marke gehandelt wurde. 

Der Ausbruch ist nicht nur technisch, sondern auch strukturell gut unterlegt. Auf der Angebotsseite melden mehrere südafrikanische Minen – Südafrika ist der weltweit wichtigste Produzent – schwächer als erwartete Fördermengen. Der World Platinum Investment Council (WPIC) rechnet für 2025 mit einem Angebotsdefizit von rund 600.000 bis 700.000 Unzen, womit sich das dritte Defizitjahr in Folge abzeichnet. Der physische Markt bleibt damit klar angespannt.

Die Positionierung bestätigt dieses Bild. Das Managed Money hält aktuell 19.890 Kontrakte long. Auffällig ist, dass sich diese Long-Positionierung trotz des massiven Kursanstiegs kaum verändert hat. Das spricht nicht für kurzfristige Spekulation, sondern für eine stabile, überzeugte bullische Struktur.

Zusätzlicher Rückenwind kommt aus dem Automobilsektor. Das nach hinten verschobene Verbrenner-Aus in Europa sowie die Rücknahme bzw. Lockerung von CO₂-Restriktionen in den USA erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass Verbrennungsmotoren länger eine Rolle spielen als ursprünglich geplant. Damit steigt auch die strukturelle Nachfrage nach Katalysatoren, in denen Platin eine zentrale Rolle spielt.

Auch die Saisonalität passt ins Gesamtbild. Historisch betrachtet zeigt der Platinum-Future eine ausgeprägt positive Tendenz bis weit in das zweite Quartal hinein, was dem aktuellen Ausbruch zusätzlichen zeitlichen Rückenwind verleiht.

FAZIT
Platin bestätigt seinen strukturellen Bullenmarkt. Der nachhaltige Ausbruch über 2.000 USD, ein deutliches Angebotsdefizit, stabile Long-Positionierung des Managed Money, unterstützende industriepolitische Rahmenbedingungen und eine starke Saisonalität sprechen für weiteres Aufwärtspotenzial. Die Bewegung wirkt nicht überdehnt, sondern fundamental und strukturell gut getragen.


SILBER - LONG

Silber gewinnt auf Wochenbasis +8,59%.
Die letzte Woche im 30-Minuten-Chart:


Silber liefert erneut ab – neues Allzeithoch und weiter mit Volldampf


Der Silber-Future (COMEX) zeigte in der vergangenen Woche eindrucksvoll seine Stärke und legte +8,59 % zu. Der Markt bewegte sich nahezu die gesamte Woche kontinuierlich nach oben und schloss bei 67,395 USD pro Unze, also nahe dem Wochenhoch. Am Freitag wurde sogar ein neues Allzeithoch bei 67,68 USD markiert. 

Damit blickt Silber auf ein außergewöhnliches Jahr zurück. Seit dem 2. Januar liegt der Silber-Future nun über +130 % im Plus – eine Performance, die selbst im historischen Kontext herausragt. Der Markt profitiert dabei sowohl vom übergeordneten Debasement-Trade als auch von starker physischer und industrieller Nachfrage.

Besonders überzeugend bleibt die Positionierung. Trotz des massiven Anstiegs hat das Managed Money seine Long-Positionen kaum reduziert und hält weiterhin 44.709 Kontrakte long. Diese Stabilität auf der spekulativen Seite ist ein klares Signal dafür, dass der Markt den Anstieg nicht als ausgereizt, sondern als strukturell getragen wahrnimmt.

Zusätzlichen Rückenwind liefert die Nachfrageseite. Silber profitiert weiterhin von robuster industrieller Verwendung, insbesondere aus den Bereichen Solar, Elektromobilität und Rechenzentren. Gleichzeitig bleibt das Angebotsumfeld angespannt, was sich unter anderem in der anhaltenden Knappheit am Londoner Markt widerspiegelt.

Auch die Saisonalität spricht klar für den Markt. Historisch zeigt Silber eine starke Aufwärtstendenz bis Mitte bzw. Ende Februar, was dem aktuellen Trend zusätzlichen zeitlichen Rückenwind verleiht.

FAZIT

Der jüngste Rücksetzer ist bislang nichts weiter als eine überfällige Verschnaufpause nach einem extrem steilen Anstieg. Weder die Preisstruktur noch die Positionierung liefern aktuell ein belastbares Top-Signal. Solange Rücksetzer gekauft werden und die saisonale Phase intakt bleibt, bleibt Silber einer der spannendsten – und explosivsten – Rohstoffmärkte zum Jahresende.



TTF NATURAL GAS - LONG

TTF Natural Gas gewinnt auf Wochenbasis +2,83%. 
Die letzte Woche im 10min Chart: 


TTF Natural Gas meldet sich zurück – erstes Lebenszeichen nach langer Schwäche


Der europäische TTF Natural Gas Future konnte in der vergangenen Woche erstmals seit längerem wieder zulegen und schloss mit einem Wochenplus von +2,83 %. Der Schlusskurs am Freitag lag bei 28,255, nachdem der Markt am Dienstag, dem 16.12., noch ein Tief bei 26,68 markiert hatte. Seit diesem Tief setzte eine kontinuierliche Erholung ein, die sich ohne größere Rücksetzer bis zum Wochenschluss fortsetzte.

Besonders interessant ist in diesem Zusammenhang die Entwicklung der deutschen Gasspeicher-Füllstände. Diese fallen weiter und liegen inzwischen unter 60 %, obwohl wir uns weiterhin mitten im Winter befinden. Das ist insofern bemerkenswert, als der Abbau der Speicher bislang relativ zügig erfolgt. Sollte sich dieses Tempo fortsetzen, dürfte das Thema Versorgungssicherheit wieder stärker in den Fokus des Marktes rücken.

Preislich ist die Bewegung bislang noch als Erholung innerhalb eines übergeordneten Schwächezustands zu werten. Dennoch zeigt der Markt erstmals wieder reaktive Stärke, was angesichts der Speicherentwicklung ein Signal ist, das man nicht ignorieren sollte.


FAZIT

Der TTF Natural Gas Future sendet ein erstes positives Signal. Die Erholung vom Wochentief ist technisch sauber verlaufen und fällt zeitlich mit weiter sinkenden deutschen Gasspeicher-Füllständen zusammen. Noch ist daraus kein Trendwechsel abzuleiten, aber der Markt beginnt, wieder sensibler auf fundamentale Risiken zu reagieren.


WTI CRUDE OIL - LONG

WTI Crude Oil verliert auf Wochenbasis -1,70%.

Die letzte Woche im 10min Chart:



WTI ringt um den Boden – 55 Dollar wird zur entscheidenden Zone


Der WTI Crude Oil Future schloss die vergangene Handelswoche erneut im Minus. Auf Wochensicht stand ein Rückgang von –1,70 %, der Schlusskurs lag bei 56,54 USD pro Fass. Bereits am Dienstag, dem 16.12., markierte der Markt mit 54,98 USD ein neues Wochen-Low, bevor eine technische Erholung einsetzte. Besonders am Freitagnachmittag kam es zu einer spürbaren Aufwärtsbewegung von über 1 USD pro Fass, was auf kurzfristige Stabilisierungstendenzen hindeutet. 

Fundamental bleibt das Umfeld angespannt. Die COT-Daten zeigen, dass das Managed Money seine Long-Positionen nicht weiter aggressiv reduziert hat. Dennoch ist die aktuelle Long-Positionierung mit 58.433 Kontrakten ausgesprochen niedrig. Das signalisiert weiterhin mangelndes Vertrauen in eine nachhaltige Aufwärtsbewegung und unterstreicht die defensive Haltung der spekulativen Marktteilnehmer.

Gleichzeitig bleibt das übergeordnete Angebotsbild belastend. Hohe globale Lagerbestände und ein strukturelles Überangebot wirken weiterhin preisdeckelnd, auch wenn geopolitische Themen kurzfristig immer wieder für Volatilität sorgen. Der Markt scheint aktuell zwischen diesen gegenläufigen Kräften gefangen zu sein.

Aus saisonaler Sicht verbessert sich das Bild jedoch deutlich. Historisch betrachtet beginnt für WTI in dieser Phase häufig eine stärkere Aufwärtsbewegung, die sich bis Ende März bzw. Anfang April fortsetzen kann. Genau hier liegt aktuell der entscheidende Punkt: Sollte sich der Bereich um 55 USD als tragfähiger Boden erweisen, könnte dieses Niveau eine interessante Chance für erste Long-Überlegungen darstellen.

FAZIT

WTI befindet sich weiterhin in einer sensiblen Bodenbildungsphase. Die Positionierung bleibt defensiv, das Angebotsumfeld schwierig. Gleichzeitig spricht die Saisonalität klar für steigende Preise in den kommenden Monaten. Ob das aktuelle Niveau um 55 USD den Startpunkt für eine neue Aufwärtsbewegung markiert, dürfte sich in den nächsten Wochen entscheiden.


ZUCKER - LONG

Zucker verliert auf Wochenbasis -1,85%.

Die letzte Woche im 10min Chart:



Zucker zeigt Lebenszeichen – Short-Covering trifft auf strukturellen Gegenwind


Der Zucker-Future an der ICE US beendete die vergangene Handelswoche trotz einer kräftigen Erholung am Freitag insgesamt im Minus. Auf Wochensicht stand ein Rückgang von –1,85 %, der Schlusskurs lag bei 14,82 US-Cent. Auffällig war jedoch die starke Bewegung am Freitag: Nach einem Wochen-Low bei 14,45 US-Cent setzte unmittelbar nach Markteröffnung eine dynamische Rallye ein, die den Markt bis auf 14,87 US-Cent führte, bevor er leicht darunter schloss.

Diese Bewegung deutet klar auf Short-Covering hin. Viele Marktteilnehmer haben im Vorfeld der Feiertage Positionen geschlossen, was bei dünner werdender Liquidität zu schnellen Gegenbewegungen geführt hat. Dennoch bleibt das übergeordnete Bild angespannt. Das Managed Money hält weiterhin eine sehr große Short-Position von 182.562 Kontrakten, was zeigt, dass der spekulative Markt trotz der kurzfristigen Erholung strukturell weiterhin auf fallende Preise setzt.

Auch auf Jahressicht bestätigt sich dieses defensive Umfeld. Seit Jahresbeginn liegt der Zucker-Future rund 23 % im Minus, was die Schwäche des Marktes unterstreicht und erklärt, warum jede Rallye bislang eher als technische Gegenbewegung zu werten ist.

Ein möglicher Lichtblick ergibt sich aus der Saisonalität. Historisch beginnt in dieser Phase häufig eine saisonale Aufwärtsbewegung, die sich zumindest bis Ende Januar, in manchen Jahren sogar bis Ende Februar, fortsetzen kann. Ob diese Saisonalität diesmal ausreicht, um mehr als nur eine technische Erholung auszulösen, bleibt jedoch offen und dürfte stark von der weiteren Positionsbereinigung abhängen.

FAZIT

Zucker hat kurzfristig Stärke gezeigt, ausgelöst durch Short-Covering in einem stark überverkauften Markt. Die strukturelle Positionierung bleibt jedoch klar bearish. Sollte die saisonale Unterstützung greifen und weitere Shorts geschlossen werden, könnte sich eine temporäre Erholung fortsetzen. Für eine nachhaltige Trendwende fehlen derzeit jedoch noch klare Bestätigungssignale.



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