
Während die Aktienmärkte weiterhin so tun, als sei der Nahost-Konflikt auf dem Weg zur Lösung, spricht die Realität vor Ort eine andere Sprache. Die geplanten Gespräche zwischen den USA und dem Iran wurden abgesagt. Steve Witkoff und Jared Kushner flogen nicht nach Pakistan, nachdem Donald Trump die Reise kurzfristig stoppte. Offiziell wird weiter der Eindruck erweckt, als liefen diplomatische Bemühungen auf Hochtouren. Tatsächlich sieht es jedoch eher danach aus, als habe der Iran derzeit wenig Interesse daran, ernsthaft mit den USA zu verhandeln.
Trump versucht gleichzeitig, das Narrativ zu kontrollieren. Nach der abgesagten Reise sprach er davon, der Iran habe unmittelbar einen neuen Zehn-Punkte-Plan übermittelt. Damit soll der Eindruck entstehen, Teheran sei unter Druck und suche dringend einen Friedensschluss. Für mich passt dieses Bild jedoch nicht zur tatsächlichen Lage. Vielmehr wirkt es so, als würden die Iraner die Amerikaner diplomatisch weiter hinhalten. Ein schneller Durchbruch in den kommenden Tagen oder Wochen erscheint deshalb zunehmend unwahrscheinlich.
Ich gehe aktuell davon aus, dass wir noch längere Zeit in diesem Krisenmodus bleiben. Mehrere Hinweise aus der Region sprechen dafür, dass sich der Konflikt noch über Monate hinziehen kann. Das ist für die Märkte entscheidend, weil die wirtschaftlichen Folgen der Blockade erst nach und nach sichtbar werden.
Besonders bemerkenswert ist dabei die Reaktion der Aktienmärkte. Der Nasdaq-Future ist seit Ende März beziehungsweise Anfang April um fast 20 % gestiegen, der S&P 500-Future im gleichen Zeitraum um mehr als 13 %. Die großen Indizes handeln damit so, als wäre der Konflikt weitgehend gelöst. Genau diese Sorglosigkeit halte ich für gefährlich. Die Straße von Hormus bleibt blockiert, der Schiffsverkehr ist weiterhin massiv eingeschränkt, und die physischen Folgen für Energie, Düngemittel und Lieferketten beginnen erst jetzt, sich durch das System zu arbeiten.
Pakistan zeigt bereits, wie ernst die Lage ist. Das Land erhält seit Mitte März praktisch kein LNG mehr über die normalen Routen. Die Importe, die vor der Krise noch bei rund 120.000 bis 180.000 Tonnen pro Tag lagen, sind faktisch auf null gefallen. Die Folge sind Stromausfälle und wachsender innenpolitischer Druck. Gleichzeitig fürchtet Pakistan, dass eine längere Eskalation zu größeren Flüchtlingsbewegungen aus dem Iran führen könnte. Genau deshalb versucht Islamabad, die USA und den Iran wieder an einen Verhandlungstisch zu bringen.
Hinzu kommt die zweite kritische Meerenge: Bab el-Mandeb zwischen dem Roten Meer und dem Golf von Aden. Die Houthi drohen immer wieder damit, auch diese Route stärker zu blockieren. Sollte sich die Lage dort weiter zuspitzen, wäre nicht nur Hormus betroffen, sondern zusätzlich eine der wichtigsten Handelsrouten zwischen Asien, Europa und Afrika. Rund um Hormus laufen etwa 20 % des globalen Öl- und LNG-Handels. Bab el-Mandeb würde eine weitere Belastung für den Welthandel bedeuten.
Auch bei Düngemitteln wird die Krise immer sichtbarer. Ein erheblicher Teil der globalen Düngemittelproduktion kommt aus dem Nahen Osten und ist auf funktionierende Transportwege durch Hormus angewiesen. Der Urea-Preis hat sich seit Beginn der Krise von knapp 400 auf fast 900 US-Dollar mehr als verdoppelt. Das ist kein Randthema. Urea ist einer der wichtigsten Stickstoffdünger weltweit. Wird Dünger teurer oder knapper, wirkt sich das direkt auf die Aussaat, die Erträge und letztlich auf die Preise bei Agrarrohstoffen aus.
Besonders betroffen ist Mais, weil Mais sehr düngerintensiv ist. Danach folgt Weizen. Sojabohnen sind weniger stark betroffen, weil sie deutlich weniger Stickstoffdünger benötigen. Genau deshalb haben wir Mais neu ins Portfolio aufgenommen. Der Markt beginnt erst langsam zu realisieren, dass der Nahost-Konflikt nicht nur ein Öl- und Gasproblem ist, sondern zunehmend auch ein Agrar- und Inflationsthema.
Gleichzeitig wird die militärische Lage nicht entspannter. Mit der George Bush ist ein weiterer US-Flugzeugträger in der Region eingetroffen. Damit befinden sich nun drei Flugzeugträgergruppen im Umfeld des Nahen Ostens und der Golfregion. Das ist kein Signal der Entspannung. Im Gegenteil: Es erhöht das Risiko, dass der derzeitige Waffenstillstand jederzeit wieder unter Druck geraten kann – insbesondere, wenn es erneut zu Angriffen der USA oder Israels auf iranische Ziele kommen sollte.
In der kommenden Woche kommt ein weiterer wichtiger Faktor hinzu: die Zentralbanken. Am Dienstag entscheidet die Bank of Japan, am Mittwoch folgt die Fed mit Zinsentscheid und Pressekonferenz, am Donnerstag stehen die Bank of England und die EZB im Fokus. Die entscheidende Frage lautet: Wie reagieren die Notenbanken auf steigende Energiepreise, höhere Transportkosten und zunehmenden Inflationsdruck?
Für die Märkte ist das eine heikle Kombination. Aktien preisen Entspannung ein. Energie- und Agrarmärkte zeigen dagegen weiter Stress. Gleichzeitig könnten die Notenbanken weniger Spielraum für Zinssenkungen haben, wenn sich die Energie- und Rohstoffpreise weiter nach oben bewegen.
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Carsten S. Stork |


Belastend wirkte vor allem die erneute Stärke des US-Dollars im Zusammenhang mit den geopolitischen Spannungen im Nahen Osten. Der Austral-Dollar wird als klassischer Risk-On-Proxy häufig verkauft, sobald Risikoaversion steigt und Kapital in den US-Dollar als sicheren Hafen fließt. Die Sorge um eine Eskalation rund um den Iran-Konflikt sowie steigende Ölpreise haben diese Bewegung zuletzt verstärkt.
Gleichzeitig bleibt die fundamentale Ausgangslage für den Aussie konstruktiv. Die Märkte preisen mittlerweile mit hoher Wahrscheinlichkeit eine weitere Zinserhöhung der Reserve Bank of Australia im Mai ein. Hintergrund sind robuste Arbeitsmarktdaten, steigende Energiepreise und vor allem die Erwartung eines erneut starken Inflationsprints in der kommenden Woche. Die Inflation könnte mit über 4 % deutlich über dem Zielband der RBA bleiben und den Druck auf die Notenbank weiter erhöhen.
Auch die COT-Daten bestätigen das positive strukturelle Bild. Das Managed Money bleibt mit knapp 65.000 Kontrakten weiterhin klar auf der Long-Seite positioniert. Diese Positionierung zeigt, dass institutionelle Marktteilnehmer den Austral-Dollar trotz der kurzfristigen Schwäche weiterhin konstruktiv sehen.
Saisonal spricht ebenfalls vieles für eine Fortsetzung der Stärke. Historisch beginnt für den AUD/USD ab dieser Phase des Jahres eine positive Saison, die sich häufig bis weit in den Oktober hinein fortsetzt. Gerade in Kombination mit einer stabileren chinesischen Nachfrage, steigenden Rohstoffpreisen und potenziell höheren australischen Zinsen bleibt das mittelfristige Umfeld unterstützend.
Kurzfristig bleibt die Marktstimmung jedoch stark von Dollarbewegungen, Zentralbankkommunikation und geopolitischen Schlagzeilen abhängig. Die kommende Woche mit US-Fed, RBA-Inflationsdaten und globalen Zinsentscheidungen dürfte daher richtungsweisend werden.

Fundamental bleibt das Umfeld weiterhin konstruktiv. Der starke Anstieg der Rohölpreise spielt dabei eine wichtige Rolle. Baumwolle profitiert indirekt von steigenden Energiepreisen, da Polyester und andere synthetische Fasern auf Erdöl basieren. Wenn Öl teurer wird, steigen die Produktionskosten für synthetische Textilien, wodurch Baumwolle als natürliche Alternative attraktiver wird.
Zusätzlich bleibt die Angebotsseite angespannt. In Texas, dem wichtigsten US-Anbaugebiet, sorgt eine anhaltende Trockenheit für erhebliche Sorgen um die diesjährige Ernte. Marktteilnehmer sprechen teilweise von der stärksten Dürre seit über einem Jahrzehnt. Gleichzeitig steigen weltweit die Düngemittelkosten deutlich an, was auch bei Baumwolle die Produktionsbedingungen belastet.
Auch international bleibt das Bild unterstützend. Zwar exportiert Brasilien weiterhin starke Mengen, gleichzeitig bleibt die globale Anbaufläche insgesamt begrenzt. Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten erhöhen zusätzlich Transport-, Versicherungs- und Logistikkosten, was die Versorgungsketten weiter belastet.
Die COT-Daten bestätigen das bullische Setup sehr deutlich. Das Managed Money hat seine Long-Positionen erneut massiv ausgebaut und hält inzwischen 82.567 Kontrakte auf der Long-Seite – der höchste Long-Bestand seit April 2024. Das zeigt, dass institutionelle Investoren die Rally aktiv begleiten und weiterhin auf steigende Preise setzen.
Saisonal wird das Bild allerdings vorsichtiger. Historisch tendiert Baumwolle ab jetzt eher schwächer und läuft häufig bis Mitte August in eine saisonal schwierigere Phase hinein. Genau deshalb sollte man nach dem starken Anstieg nicht blind weiter hinterherlaufen.

Denn genau dort preisen viele Marktteilnehmer inzwischen die erste Zinserhöhung ein. Hintergrund bleibt die weiterhin erhöhte Inflation im Euroraum, steigende Energiepreise infolge der Nahost-Krise sowie die Frage, wie stark sich dieser neue Inflationsdruck in die Breite der Wirtschaft überträgt.
Für den Bund-Future bedeutet das ein sensibles Umfeld. Steigende Zinserwartungen belasten grundsätzlich Anleihepreise und damit auch den Future. Gleichzeitig sorgt die Unsicherheit über Wachstum, geopolitische Risiken und mögliche Konjunkturabkühlung immer wieder für Nachfrage nach sicheren Staatsanleihen und begrenzt stärkere Abwärtsbewegungen.
Besonders wichtig wird daher die Pressekonferenz von Christine Lagarde. Jede Formulierung zur Inflationsentwicklung, zur Energiepreisdynamik oder zur Wahrscheinlichkeit eines Juni-Schrittes dürfte direkt auf die Renditen und den Bund-Future wirken.
Technisch bleibt der Bereich um 125 Punkte eine wichtige Unterstützungszone. Dass sich der Markt nach dem kurzen Rutsch unter diese Marke schnell stabilisieren konnte, zeigt, dass dort weiterhin Kaufinteresse vorhanden ist. Ein klarer Bruch darunter würde das Bild deutlich eintrüben.
Die leichte Schwäche im Bund-Future ist vor allem Ausdruck der wachsenden Unsicherheit vor der EZB-Sitzung. Der Markt rechnet aktuell nicht mit einer Veränderung im April, sondern blickt fast vollständig auf Juni und die Frage einer ersten Zinserhöhung. Genau deshalb wird die Pressekonferenz von Lagarde wahrscheinlich wichtiger als der eigentliche Zinsentscheid. Solange die Marke um 125 Punkte hält, bleibt das Bild stabil – ein klar hawkisher Ton der EZB könnte jedoch schnell neuen Druck auf den Bund-Future auslösen.

Fundamental bleibt das Umfeld für Coinbase weiterhin spannend. Positiv wirkt vor allem die anhaltende Stabilisierung im Kryptomarkt, insbesondere bei Bitcoin. Die starken Zuflüsse in die Spot Bitcoin ETFs sowie die verbesserte Marktstimmung im gesamten Digital-Asset-Sektor stützen auch das operative Umfeld für Coinbase. Höhere Handelsaktivität und steigendes institutionelles Interesse wirken sich direkt positiv auf das Geschäftsmodell aus.
Gleichzeitig bleibt der regulatorische Druck hoch. In der vergangenen Woche wurde Coinbase gemeinsam mit Robinhood, Polymarket, Kalshi und weiteren Plattformen vom US-Bundesstaat Wisconsin verklagt. Der Vorwurf betrifft sogenannte Prediction Markets, also Event Contracts auf Sportereignisse und andere reale Ereignisse, die von den Behörden teilweise als illegales Glücksspiel eingestuft werden.
Auch andere Bundesstaaten wie New York, Arizona und Tennessee haben ähnliche Verfahren angestoßen. Der Konflikt zeigt deutlich, dass sich die regulatorische Unsicherheit rund um neue Geschäftsmodelle im Kryptobereich nicht abschwächt. Besonders relevant ist dabei der offene Machtkampf zwischen den Bundesstaaten und der CFTC, die für sich die alleinige Aufsicht über diese Märkte beansprucht.
Trotz dieser Schlagzeilen reagierte die Aktie vergleichsweise stabil. Das zeigt, dass der Markt regulatorische Risiken aktuell weniger stark gewichtet als noch in früheren Phasen und stärker auf die operative Entwicklung sowie den Kryptomarkt selbst blickt.
Technisch bleibt die Zone um 200 US-Dollar nun eine wichtige psychologische Marke. Dass sich die Aktie trotz negativer Schlagzeilen in diesem Bereich halten kann, ist konstruktiv. Ein stabiler Bitcoin-Markt bleibt dabei der wichtigste kurzfristige Treiber.

Der zentrale Treiber ist aktuell weniger eine einzelne neue Nachricht als vielmehr das fundamentale Zusammenspiel mehrerer struktureller Faktoren. Zum einen läuft die Reform des europäischen Emissionshandelssystems weiter: Die Market Stability Reserve (MSR) entzieht dem Markt weiterhin Angebot, während gleichzeitig die kostenlosen Zertifikatszuteilungen schrittweise reduziert werden.
Zum anderen gewinnt das neue ETS-2-Regime zunehmend an Bedeutung. Mit dem erweiterten CO₂-Handelssystem für Gebäude, Verkehr und zusätzliche Sektoren entsteht ein neuer struktureller Nachfragefaktor, der dem Markt zusätzliche fundamentale Unterstützung gibt. Auch das nationale Emissionshandelssystem (nEHS) und die neuen Auktionsmechanismen ab 2026 wirken wie ein Preisboden und stabilisieren die Erwartungen.
Makroseitig bleibt der Markt jedoch sensibel. Schwächere europäische Konjunkturdaten, Unsicherheit rund um Energiepreise und die Frage nach der industriellen Nachfrage können kurzfristig immer wieder für Rücksetzer sorgen. Genau deshalb verlaufen CO₂-Zertifikate oft nicht linear, obwohl das strukturelle Setup positiv bleibt.
Technisch bleibt der Bereich um 75 Euro nun eine wichtige Zone. Dass der Markt sich dort zunächst stabilisiert, ist konstruktiv. Ein nachhaltiger Bruch darunter würde kurzfristig mehr Druck erzeugen, das übergeordnete Bild aber noch nicht zerstören.

Im Fokus steht nun die kommende Notenbankwoche, insbesondere die EZB-Sitzung am 30. April. Aktuell wird erwartet, dass die Europäische Zentralbank die Zinsen zunächst unverändert lässt. Gleichzeitig wächst jedoch die Erwartung, dass bereits beim Juni-Meeting eine erste Zinserhöhung im Euroraum folgen könnte. Genau diese Perspektive bleibt für uns der zentrale fundamentale Treiber.
Dem gegenüber steht eine US-Notenbank, bei der sich die Diskussion zunehmend in Richtung späterer Zinssenkungen bewegt. Auch wenn die Fed kurzfristig noch an ihrem restriktiven Kurs festhält, preist der Markt mittelfristig eher fallende US-Zinsen ein. Diese Zinsdifferenz – stabile bis perspektivisch höhere Zinsen im Euroraum versus spätere Lockerung in den USA – spricht weiterhin für strukturelle Unterstützung im Euro.
Auch die COT-Daten bestätigen dieses Bild. Das Managed Money hat seine Long-Positionen zuletzt erneut ausgebaut und hält aktuell 41.324 Kontrakte auf der Long-Seite. Das zeigt, dass institutionelle Marktteilnehmer trotz der jüngsten Schwäche weiterhin konstruktiv für den Euro positioniert bleiben.
Saisonal ist das Bild kurzfristig etwas gemischter. Historisch neigt der Euro dazu, bis etwa Mitte Mai noch ein saisonales Tief auszubilden, bevor dann häufig eine stärkere Aufwärtsphase bis in den August hinein beginnt. Das spricht dafür, dass kurzfristige Rücksetzer weiterhin möglich bleiben, das mittelfristige Setup jedoch konstruktiv bleibt.
Die kommende Woche mit EZB, Fed und den wichtigen Inflationsdaten dürfte deshalb richtungsweisend werden. Besonders spannend wird sein, wie klar sich die EZB hinsichtlich Juni positioniert und ob sich die Zinserwartungen weiter zugunsten des Euro verschieben.
FAZIT

Historisch profitierte Gold in geopolitischen Krisen meist direkt von Unsicherheit und Risikoaversion. Aktuell zeigt sich jedoch ein anderes Bild: Immer wenn die Lage im Nahen Osten eskaliert, gerät Gold eher unter Druck. Der Markt fürchtet zunehmend, dass Zentralbanken in Stressphasen Goldreserven liquidieren könnten, um ihre Dollarliquidität zu stabilisieren oder Währungsreserven flexibler zu managen.
Umgekehrt reagiert Gold auf Signale möglicher Friedensgespräche oder diplomatischer Entspannung häufig mit Erholung. Genau diese inverse Reaktion war auch zuletzt zu beobachten. Nachrichten über mögliche Fortschritte in den US-Iran-Gesprächen sowie das Ende der DOJ-Ermittlungen gegen Jerome Powell sorgten kurzfristig für eine Stabilisierung, da der Markt damit auch wieder leicht frühere Zinssenkungen unter einem möglichen Fed-Wechsel in Richtung Kevin Warsh einpreiste.
Diese veränderte Korrelation ist bemerkenswert. Gold verhält sich derzeit weniger wie ein klassischer Krisenschutz und stärker wie ein Markt, der zwischen Liquiditätsangst, Dollarstärke und Zinserwartungen schwankt. Steigende Energiepreise und Inflationssorgen wirken zusätzlich belastend, weil sie das Risiko länger hoher Zinsen erhöhen.
Die COT-Daten zeigen dabei erstaunlich wenig Veränderung. Das Managed Money hält weiterhin stabil rund 164.000 Kontrakte auf der Long-Seite. Seit Anfang Februar hat sich diese Positionierung kaum verändert. Das spricht dafür, dass institutionelle Investoren das große strategische Bild weiterhin konstruktiv sehen, kurzfristig jedoch auf klare Trigger warten.
Saisonal wird das Umfeld nun schwieriger. Historisch tendiert Gold ab jetzt bis Ende Juli beziehungsweise Anfang August eher schwächer. Diese saisonale Phase spricht dafür, dass Rücksetzer in den kommenden Wochen eher normal als überraschend wären.
FAZIT

Aktuell belastet vor allem das hohe Angebotsniveau. Die zuletzt veröffentlichten EIA-Lagerdaten mit einem Build von 103 Bcf waren klar bearish und markierten den frühesten dreistelligen Lageraufbau in dieser Größenordnung überhaupt. Die Speicherbestände liegen inzwischen rund 8 % über dem saisonalen Durchschnitt, was den Markt trotz steigender LNG-Exportflüsse stark unter Druck setzt.
Hinzu kommt das milde Frühlingswetter in den USA. Die Heiznachfrage ist bereits deutlich zurückgegangen, während die Kühlsaison noch nicht begonnen hat. Genau diese Übergangsphase sorgt regelmäßig für schwache Nachfrage und hohe Storage-Injections. Selbst die bereits leicht sinkende Produktion kann diesen Effekt bislang nicht kompensieren.
Auch die COT-Daten zeigen weiterhin ein sehr negatives Sentiment. Das Managed Money hat seine Short-Position zwar leicht reduziert, hält aber immer noch rund 168.000 Kontrakte auf der Short-Seite. Das ist weiterhin ein massives Übergewicht und zeigt, dass institutionelle Investoren dem Markt noch immer wenig Vertrauen schenken.
Besonders bemerkenswert bleibt die Diskrepanz zur Saisonalität. Historisch tendiert Henry Hub bis Mitte Juni eher freundlich, bevor mit Beginn der Hurrikan-Saison ab Juni und den ersten relevanten Sturmrisiken Richtung August und September oft eine deutlich stärkere Aufwärtsphase beginnt. Genau deshalb bleibt das aktuelle Verhalten des Marktes so schwer nachvollziehbar.
FAZIT

Fundamental bleibt das Umfeld gemischt. Wetterrisiken in Brasilien sowie Unsicherheiten bei der globalen Ernte sorgen immer wieder für kurzfristige Unterstützung. Gleichzeitig bleibt die Marktteilnehmerseite vorsichtig, da die Angebotslage insgesamt weniger angespannt wirkt als noch im Vorjahr. Gerade nach den extremen Preisbewegungen der letzten Jahre reagiert der Markt sehr sensibel auf kleinste Veränderungen in den Ernteprognosen.
Die COT-Daten liefern aktuell kein klares Signal. Das Managed Money hat seine Long-Positionen zuletzt nicht weiter ausgebaut und hält aktuell rund 19.287 Kontrakte auf der Long-Seite. Das ist weder eine aggressive bullische Positionierung noch ein klar bearishes Setup – eher ein Zeichen dafür, dass institutionelle Investoren selbst noch auf eine klarere Richtung warten.
Saisonal wird das Bild aktuell eher schwieriger. Historisch tendiert Arabica-Kaffee bis Anfang beziehungsweise Mitte Juli eher schwächer. Das bedeutet, dass die jüngste Erholung zwar technisch positiv ist, aber gegen eine eher ungünstige saisonale Phase läuft.
Gerade deshalb wird wichtig sein, ob der Markt die Zone um 300 US-Cent nachhaltig zurückerobern kann oder ob diese Marke erneut als Widerstand bestätigt wird. Ein Scheitern dort könnte schnell wieder Verkaufsdruck auslösen.

Besonders schwach bleibt aktuell die globale Schokoladennachfrage. In Nordamerika gingen die Schokoladenverkäufe zuletzt zurück, auch das Ostergeschäft verlief deutlich schwächer als im Vorjahr. Zusätzlich fielen die Q1-Grindings in Europa mit minus 7,8 % auf den niedrigsten Stand eines ersten Quartals seit 17 Jahren. Auch in Nordamerika gingen die Verarbeitungszahlen zurück, was den Markt fundamental eigentlich belastet.
Gleichzeitig bleiben die physischen Lagerbestände hoch. Die ICE-Kakaobestände sind zuletzt auf ein 20-Monats-Hoch gestiegen, was kurzfristig zusätzlichen Preisdruck erzeugt. Auch die Elfenbeinküste meldet bislang stabile Liefermengen, was das Bild auf den ersten Blick eher bearish erscheinen lässt.
Auf der anderen Seite bleibt das strukturelle Angebotsrisiko bestehen. Trockenheit in Westafrika, sinkende Farmerpreise in Ghana und der Elfenbeinküste sowie Produktionsrisiken in Nigeria sorgen weiterhin für Unsicherheit auf der Angebotsseite. Genau diese Kombination verhindert bislang einen stärkeren Preisrückgang.
Die COT-Daten bleiben dabei besonders spannend. Das Managed Money hält weiterhin eine leichte Short-Position von über 19.000 Kontrakten, hat diese zuletzt jedoch nicht weiter ausgebaut, sondern eher leicht reduziert. Das ist positiv zu werten, da genau hier das Potenzial für weitere Short-Covering-Bewegungen liegt, wenn der Markt weiter stabilisiert.
Saisonal bleibt das Timing jedoch wichtig. Historisch hat Kakao jetzt noch bis Ende April eine Chance auf Unterstützung, bevor häufig eine schwächere Phase bis etwa Mitte Mai folgt. Das bedeutet: Die kommende Woche könnte kurzfristig noch konstruktiv bleiben, danach steigt die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Konsolidierung.

Gleichzeitig bleibt das fundamentale Bild jedoch deutlich konstruktiver, als es die kurzfristige Schwäche vermuten lässt. Die chinesische Nachfrage zeigt sich weiterhin robust, Lagerbestände gehen zurück und vor dem Labor-Day-Feiertag in China sorgt zusätzliches Restocking für Unterstützung. Auch die strategische Bedeutung von Kupfer im Bereich Elektrifizierung, Energiewende und Infrastrukturinvestitionen bleibt unverändert hoch.
Zwar argumentieren einige Analysten, dass der Markt kurzfristig noch gut versorgt sei, insbesondere durch hohe chinesische Raffinadeproduktion und vorhandene Lagerbestände, doch institutionelle Marktteilnehmer positionieren sich klar auf der bullischen Seite.
Das zeigt sich deutlich in den COT-Daten. Das Managed Money hat seine Long-Positionen erneut weiter ausgebaut und hält inzwischen 59.204 Kontrakte Long. Das ist eine starke Positionierung und spricht klar dafür, dass größere Marktteilnehmer weiterhin von höheren Preisen ausgehen.
Saisonal wird das Umfeld nun allerdings schwieriger. Historisch beginnt für Kupfer ab jetzt häufig eine schwächere Phase, die sich bis Ende Juni ziehen kann. Das bedeutet, dass kurzfristige Rücksetzer trotz des bullischen strukturellen Bildes durchaus normal wären.
Gerade deshalb bleibt das Timing entscheidend: Fundamentale Stärke und bullische Positionierung sprechen für den Markt, die saisonale Phase mahnt jedoch kurzfristig zur Vorsicht.

Fundamental bleibt das Umfeld unterstützend. Die Exportnachfrage zeigt sich robust: Die US-Exportverpflichtungen liegen aktuell bei 74,1 Millionen Tonnen und damit rund 28 % über dem Vorjahresniveau. Auch internationale Käufe, unter anderem aus Südkorea, unterstreichen die stabile globale Nachfrage.
Zusätzlich bleibt das Thema Düngemittel und Energiepreise ein wichtiger Treiber. Die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten und die Unsicherheit rund um die Straße von Hormus sorgen weiterhin für höhere Energie- und Transportkosten. Da Mais stark von Düngemittelkosten beeinflusst wird, kann dies die Produktionsseite belasten und die Angebotslage enger machen.
Auch wetterseitig bleibt der Markt aufmerksam. Regenprognosen in den zentralen US-Anbaugebieten könnten kurzfristig Aussaatverzögerungen verursachen, während Trockenheit in Teilen wichtiger Agrarregionen weiterhin beobachtet wird. Gerade in dieser Phase der Saison reagieren Maispreise oft sehr sensibel auf Wetterveränderungen.
Besonders bullisch bleiben die COT-Daten. Das Managed Money hat seine Long-Positionen erneut leicht ausgebaut und hält inzwischen fast 264.000 Kontrakte auf der Long-Seite. Das ist eine starke institutionelle Positionierung und zeigt, dass große Marktteilnehmer weiterhin auf steigende Preise setzen.
Auch saisonal bleibt das Setup konstruktiv. Historisch hat Mais jetzt die Chance, bis Ende Juni hinein kontinuierlich fester zu tendieren. Diese positive Saisonphase unterstützt das aktuelle technische Bild zusätzlich und macht Rücksetzer eher zu potenziellen Kaufgelegenheiten als zu Trendwarnungen.
Technisch wirkt der Markt stabil, solange die jüngsten Ausbruchslevels verteidigt werden. Die Kombination aus positiver Saisonalität, starker institutioneller Positionierung und robusten Fundamentaldaten spricht aktuell klar eher für Stärke als für größere Rückschläge.

Zusätzlich rücken in der kommenden Woche zahlreiche Notenbanksitzungen in den Fokus. Vor allem die Entscheidungen der Fed und der EZB werden entscheidend sein. Aussagen zu Inflation, Energiepreisen und Zinsperspektiven dürften direkte Auswirkungen auf Gold, Silber, Platin und Palladium haben. Gerade in einem so sensiblen Umfeld können bereits kleine Änderungen in der Kommunikation starke Marktreaktionen auslösen.
Trotz der schwächeren Woche bleibt das strukturelle Fundament für Platin weiterhin konstruktiv. Das Angebot bleibt eng, da die Produktion stark auf Südafrika und Russland konzentriert ist. Hohe Energiekosten, alternde Minenstrukturen und geopolitische Risiken begrenzen das Wachstum auf der Angebotsseite weiterhin deutlich. Recycling verbessert sich zwar, reicht aber nicht aus, um die strukturelle Angebotsknappheit vollständig auszugleichen.
Auch die COT-Daten bestätigen das positive Bild. Das Managed Money hat seine Long-Positionen erneut weiter ausgebaut und hält aktuell 20.536 Kontrakte auf der Long-Seite. Das ist eine klare bullische Positionierung und spricht dafür, dass institutionelle Investoren weiterhin auf höhere Preise setzen.
Saisonal bleibt das Timing ebenfalls unterstützend. Platin gehört zu den wenigen Metallen, die bis Ende Mai historisch noch gute Chancen auf Stärke haben. Das macht die aktuelle Korrektur eher zu einer normalen Konsolidierung innerhalb eines konstruktiven Setups.
Technisch bleibt die Zone um 2.000 US-Dollar nun entscheidend. Solange diese Marke verteidigt wird, bleibt das bullische Gesamtbild intakt.

Fundamental bleibt das Umfeld unterstützend. Der Markt beobachtet weiterhin sehr genau die Entwicklungen rund um die US-Aussaat sowie die Ernteperspektiven in Südamerika. Regenverzögerungen in den USA und Unsicherheiten bei den globalen Angebotsstrukturen sorgen dafür, dass größere Rücksetzer bislang schnell wieder aufgefangen werden.
Auch die geopolitische Lage spielt eine wichtige Rolle. Die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten und die Unsicherheit rund um die Straße von Hormus halten Energie- und Düngemittelpreise hoch. Gerade bei Agrarrohstoffen wie Sojabohnen wirkt das unterstützend, da steigende Inputkosten direkt auf die Produktionsseite durchschlagen können.
Besonders interessant bleiben die COT-Daten. Das Managed Money hält weiterhin eine sehr deutliche Long-Position und ist aktuell mit 211.146 Kontrakten Long positioniert. Diese starke Positionierung besteht im Wesentlichen seit Ende Februar, also seit dem Ausbruch der neuen Eskalation im Nahen Osten, und wurde bislang nicht signifikant abgebaut. Das zeigt, dass institutionelle Investoren das bullische Setup weiterhin klar spielen.
Auch saisonal bleibt das Bild ausgesprochen positiv. Sojabohnen haben historisch eine realistische Chance, bis tief in den Sommer hinein weiter anzusteigen. Besonders auffällig ist, dass der Markt in diesem Jahr dieser positiven Saisonalität sehr sauber folgt – das ist oft ein starkes Signal.
Technisch bleibt wichtig, dass die Zone oberhalb von 1.150 US-Cent verteidigt wird. Solange das gelingt, bleibt das Long-Setup intakt und Rücksetzer wirken eher wie Kaufgelegenheiten.

TTF Erdgas: Nahost-Krise treibt Europa-Gas massiv nach oben
Der Haupttreiber bleibt eindeutig die Krise rund um Iran, die Straße von Hormus und die Unsicherheit über globale LNG-Lieferketten. Solange dort keine nachhaltige Entspannung eintritt, bleibt der europäische Gaspreis strukturell unter Aufwärtsdruck. Gerade Europa reagiert hier deutlich sensibler als der amerikanische Henry Hub, da der TTF viel stärker von globalen LNG-Strömen und Importabhängigkeit geprägt ist.
Die Blockade und Unsicherheit rund um die Straße von Hormus erhöhen das Risiko von Lieferunterbrechungen erheblich. Selbst wenn physisch noch keine vollständigen Ausfälle auftreten, reichen bereits höhere Transportkosten, Versicherungsprämien und Risikozuschläge aus, um den Markt deutlich nach oben zu treiben. Genau das sehen wir aktuell.
Besonders problematisch ist diese Entwicklung für die europäische und vor allem die deutsche Industrie. Die Wirtschaft in Deutschland befindet sich ohnehin bereits in einem schwachen Umfeld, das Wachstum bleibt enttäuschend und energieintensive Industrien stehen seit Jahren unter massivem Wettbewerbsdruck. Ein erneuter deutlicher Anstieg der Gaspreise verschärft diese Lage erheblich.
Viele Unternehmen hatten mit einer deutlichen Entspannung der Energiekosten gerechnet. Diese neuen Preissteigerungen waren in dieser Form nicht erwartet und erhöhen erneut den Druck auf Produktionsstandorte, Investitionsentscheidungen und Wettbewerbsfähigkeit. Gerade für Deutschland bleibt Energie damit einer der zentralen strukturellen Belastungsfaktoren.
Makroökonomisch wird das auch für die EZB relevant. Höhere Energiepreise erhöhen den Inflationsdruck im Euroraum genau in einer Phase, in der die Märkte bereits über mögliche Zinserhöhungen im Sommer diskutieren. Der TTF wird damit nicht nur zum Energiemarkt-Thema, sondern direkt auch zu einem geldpolitischen Faktor.
Technisch hat der Future mit dem Sprung über die 40-Euro-Marke ein starkes Signal geliefert. Solange die geopolitische Unsicherheit anhält, bleibt das Momentum klar auf der Oberseite.
Weizen gewinnt auf Wochenbasis +3,05%.
Performance 5 Jahre: -1,08%
Die letzte Woche im 30min Chart:

Weizen bleibt stark – Wetterrisiken treiben den Future weiter nach oben
Auch geopolitisch bleibt der Markt sensibel. Die Entwicklung im Nahen Osten und die damit verbundenen Schwankungen bei Energiepreisen und Düngemittelkosten wirken indirekt unterstützend auf den gesamten Agrarsektor. Gerade steigende Energiepreise erhöhen Produktionskosten und schaffen zusätzlichen Preisdruck auf Agrarrohstoffe.
Bei den COT-Daten zeigt sich, dass sich die zuvor sehr ausgeprägte Short-Position des Managed Money bereits deutlich zurückentwickelt hat. Dennoch hält das Managed Money weiterhin knapp über 25.000 Kontrakte Short. Das ist wichtig, denn damit besteht weiterhin Potenzial für zusätzliche Short-Covering-Bewegungen, falls sich die Wetterlage erneut verschärft oder neue fundamentale Belastungsfaktoren auftreten.
Saisonal sieht das Bild aktuell allerdings weniger unterstützend aus. Die nächste stärkere saisonale Aufwärtsbewegung beginnt historisch betrachtet erst wieder mit dem Start des Sommers beziehungsweise ab Juli. Kurzfristig spricht das eher für eine Konsolidierung nach dem starken Anstieg der vergangenen zwei Wochen.
WTI Crude Oil gewinnt auf Wochenbasis +13,02%.
Performance 5 Jahre: +59,49%
Die letzte Woche im 30min Chart:

WTI bleibt im Krisenmodus – Nahost treibt Ölpreis weiter nach oben
Der zentrale Treiber bleibt unverändert die weiterhin blockierte Straße von Hormuz. Die Hoffnungen auf eine schnelle diplomatische Lösung haben sich erneut zerschlagen. Die geplanten Gespräche in Pakistan wurden kurzfristig abgesagt, Trump selbst erklärte, dass niemand mehr dorthin fliegen werde. Zwar sprach er später von einem neuen iranischen Vorschlag, doch der Markt bewertet das zunehmend skeptisch. Faktisch bleibt die Situation ungelöst und die Versorgungssorgen dominieren weiterhin das Preisbild.
Genau das hält die geopolitische Risikoprämie hoch. Solange Hormuz nicht nachhaltig geöffnet wird und keine belastbare diplomatische Lösung entsteht, bleibt der globale Ölmarkt angespannt. Selbst im Falle einer Einigung würde es Monate dauern, bis sich die physischen Lieferketten normalisieren. Das begrenzt das Rückschlagpotenzial deutlich.
Bei den COT-Daten zeigt sich, dass das Managed Money seine Long-Positionen zuletzt etwas reduziert hat. Die Netto-Long-Position fiel unter die Marke von 200.000 Kontrakten und liegt aktuell bei 192.302 Kontrakten long. Das ist weiterhin klar bullisch, zeigt aber auch, dass ein Teil des Marktes bereits Gewinne mitnimmt und die hohe Volatilität berücksichtigt.
Saisonal bleibt das Bild ebenfalls unterstützend. Crude Oil hat historisch bis in den Herbst hinein gute Chancen auf weiter steigende Preise, auch wenn zwischendurch stärkere Schwankungen normal sind. Gerade mit Blick auf die Sommernachfrage, die Hurricane-Saison und die geopolitische Lage bleibt das Setup konstruktiv.
Zucker gewinnt auf Wochenbasis +4,67%.
Performance 5 Jahre: -4,15%
Die letzte Woche im 30min Chart:

Zucker mit starker Gegenbewegung – Erholung trotz weiter bearisher Struktur
Trotzdem bleibt das größere fundamentale Bild weiterhin schwierig. Hohe Produktionserwartungen aus Brasilien, steigende Exporte aus Indien und insgesamt eine komfortable globale Versorgung sorgen dafür, dass Zucker strukturell weiterhin unter Druck steht. Die aktuelle Erholung ist deshalb zunächst eher als technische Gegenbewegung innerhalb eines schwachen Gesamtmarktes zu sehen.
Besonders auffällig ist die Entwicklung bei den COT-Daten. Das Managed Money hat die Aufwärtsbewegung genutzt, um die Short-Positionen massiv wieder auszubauen. Aktuell liegt die Netto-Short-Position bei 155.841 Kontrakten. Anfang April war diese noch auf knapp 65.000 Kontrakte zurückgegangen – innerhalb weniger Wochen wurden also fast 90.000 zusätzliche Short-Kontrakte aufgebaut. Das zeigt klar, dass große Marktteilnehmer der Erholung weiterhin misstrauen.
Auch saisonal bleibt das Bild schwierig. Historisch tendiert Zucker bis Mitte Juni eher schwächer, bevor sich wieder eine bessere saisonale Chance auf der Long-Seite ergibt. Allerdings muss man fairerweise sagen, dass Zucker seiner klassischen Saisonalität in den vergangenen Monaten nicht besonders sauber gefolgt ist, weshalb diese aktuell mit etwas Vorsicht zu interpretieren ist.
