Eskalation im Nahen Osten – Märkte vor der Stunde der Wahrheit

01.03.26 09:53 AM - Von Mitarbeiter


Liebe Leserinnen und Leser,

 

die Lage im Nahen Osten ist über das Wochenende in eine neue Eskalationsstufe eingetreten. Nach den Angriffen der USA und Israels auf iranische Ziele sehen wir eine rasche Ausweitung der Spannungen in die Region, inklusive wiederholter Raketen- und Drohnenangriffe, die auch Nachbarstaaten betreffen. Auch wenn viele Systeme einen Teil dieser Angriffe abfangen, ist der entscheidende Punkt für die Märkte nicht die Einzelnachricht, sondern die Richtung: Das Risiko einer anhaltenden, breiter angelegten Eskalation ist gestiegen.

Damit verschiebt sich der Marktfokus unmittelbar auf zwei Fragen: Erstens, wie schnell und wie stark wird geopolitisches Risiko in Preisen reflektiert, sobald der Handel wieder voll läuft. Zweitens, ob aus der militärischen Eskalation ein realwirtschaftlicher Schock entsteht – vor allem über Energie, Transportwege und Lieferketten.

Im Zentrum steht dabei die Straße von Hormuz. Der Markt wird jede Andeutung einer Störung oder Blockade als Stress-Test für die globale Versorgungskette interpretieren. Sollte es zu Einschränkungen kommen, ist mit einem sprunghaften Anstieg des Risikopremiums in Öl zu rechnen. Das hätte unmittelbare Folgewirkungen: höhere Energiepreise, steigender Inflationsdruck und damit die Gefahr, dass sich die Diskussion um Zinssenkungen in den USA und Europa weiter nach hinten verschiebt.

Gold bleibt in diesem Umfeld der zentrale Referenzpunkt für Safe-Haven-Positionierung. Die Wahrscheinlichkeit einer festen Eröffnung ist hoch, nicht zwingend wegen eines einzelnen Schlagzeilen-Impulses, sondern weil Anleger in Stressphasen Liquidität und Schutz suchen. Gleichzeitig ist der Markt nach dem starken Lauf bereits sensibel für Übertreibungen und schnelle Gegenbewegungen. Genau deshalb wird die Eröffnung weniger eine Richtungsentscheidung „für Wochen“, sondern zunächst ein Stresstest für die Preisbildung unter Unsicherheit.

Entscheidend ist, wie lange der Konflikt auf diesem Intensitätsniveau anhält. Märkte können einen kurzen Schock schnell verdauen, aber eine anhaltende Eskalation wirkt wie ein permanenter Risikoaufschlag: auf Energie, auf Risikoassets und letztlich auf Wachstumserwartungen. Das ist der Punkt, an dem aus geopolitischer Unsicherheit ein makroökonomisches Thema wird.

Für uns gilt: Wir bleiben aufmerksam, aber nüchtern. In solchen Phasen ist Disziplin wichtiger als Geschwindigkeit. Volatilität erzeugt Chancen, aber nur, wenn man die Positionsgrößen kontrolliert und Szenarien sauber trennt: kurzfristiger Headlineschock versus echte Angebotsstörung. Die nächsten 24 bis 48 Stunden werden zeigen, ob der Markt nur Risiko einpreist oder ob sich eine strukturelle Störung der Energieversorgung abzeichnet.



Unsere Positionen im Überblick

• AUD/USD | +0,58 % | Long

Starker Wochenabschluss nahe Mehrjahreshoch. Zinserhöhungsfantasie und klare spekulative Long-Positionierung stützen das konstruktive Bild vor möglichem Ausbruch.


• Baumwolle | –0,03 % | Long

Seitwärts auf hohem Niveau. Massive Short-Eindeckungen stabilisieren, saisonal noch unterstützend – strukturell bleibt die Exportdynamik entscheidend.


• Bund-Future | +0,70 % | Short

Ausbruch über 130 durch fallende Renditen. Kurzfristig Stärke, mittelfristig bleibt die Frage offen, ob Inflationsrisiken den Renditerückgang wieder drehen.


• CO₂-Zertifikate | –4,87 % | Long

Bruch der 70-EUR-Marke verschlechtert das Chartbild. Politische ETS-Debatte belastet, struktureller Verknappungspfad bleibt jedoch intakt.


• EUR/USD | +0,30 % | Long

Stabil über 1,18 mit massiver Netto-Long-Positionierung. Moderater Positionsabbau ohne Trendbruch – strukturell weiterhin konstruktiv.


• Gold | +3,28 % | Long

Historisch starker Monat, spekulative Longs leicht reduziert. Safe-Haven-Thema intakt, saisonal beginnt sensiblere Phase.


• Kaffee (Arabica) | –1,84 % | Long

Angebotsnarrativ dominiert, Long-Positionierung deutlich reduziert. Saisonal kurzfristig Chancen, strukturell bleibt Überversorgungsdruck präsent.


• Kakao | –8,95 % | Long

Dynamischer Einbruch unter 3.000 USD. Spekulanten klar short, technisch überverkauft – saisonale Erholungschance trifft auf schwache Fundamentaldaten.


• Kupfer | +2,22 % | Long

Trend intakt, Managed Money baut Longs aus. Saisonale Stärke bis ins zweite Quartal unterstützt das Momentum trotz Überschussdebatte.


• Platin | +9,46 % | Long

Rally-Modus mit weiterem Long-Aufbau. Intakter Aufwärtstrend, saisonal unterstützend bis Frühsommer.


• Mais | +1,88 % | Long

Erste Stabilisierung mit moderatem Long-Aufbau. Energiepreise und saisonales Fenster wirken unterstützend.


• Silber | +10,90 % | Short

Explosive Bewegung gegen Position. Divergenz zwischen Preis und Positionierung, saisonal zunehmend Gegenwind – erhöhte Entscheidungsphase.


• Sojabohnen | +1,43 % | Long

Stetiger Aufwärtstrend mit hoher spekulativer Beteiligung. Saisonal klar unterstützend bis in den Sommer.


• WTI Crude Oil | +1,48 % | Long

Konstruktiver Wochenabschluss vor geopolitischer Eskalation. Steigende Long-Positionierung erhöht Sensitivität – Volatilität zum Wochenstart wahrscheinlich.


FAZIT
Wir fokussieren uns auf die Eröffnungssignale bei WTI und Gold, beobachten die Reaktion in den Spreads (insbesondere Brent/WTI) und achten auf alles, was auf reale Einschränkungen im Transport und der Versorgung hindeutet. In einem Umfeld, in dem Nachrichten den Takt vorgeben, bleibt Flexibilität der wichtigste Vorteil.

Good Luck in Trading,
Ihr
Carsten S. Stork

Performance DCX 

aktueller Indexstand: 147,18
Wochenperformance: -0,68%
Seit Jahresanfang 2026: +6,48%
Seit Auflegung (10. Dezember 2024): +47,33%


DCX POSITIONEN

AUD/USD - LONG

Der Austral-Dollar gewinnt auf Wochenbasis +0,58%.
Die letzte Woche im 30-Minuten-Chart:


AUD/USD vor möglichem Ausbruch – Zinsfantasie trifft auf starke Positionierung

Der Austral-Dollar konnte in der vergangenen Handelswoche erneut zulegen und schloss mit einem Wochenplus von +0,58 % bei 0,71205. Damit setzt sich die positive Tendenz fort. Seit Jahresbeginn liegt der AUD gegenüber dem US-Dollar nun mehr als 6 % im Plus und zählt damit zu den stärksten G10-Währungen 2026.

Fundamental wird die Bewegung klar von der Geldpolitik getragen. Nach dem überraschend starken Inflationswert preisen die Geldmärkte aktuell eine rund 80%ige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung der Reserve Bank of Australia im Mai ein. Insgesamt werden rund 40 Basispunkte zusätzlicher Straffung für dieses Jahr erwartet. Auch wenn Gouverneurin Michele Bullock weiterhin Geduld betont, bleibt der geldpolitische Bias klar restriktiver als in vielen anderen Industrieländern.

Technisch bewegt sich der AUD nahe mehrjähriger Hochs im Bereich von 0,71–0,714. Ein nachhaltiger Ausbruch über diese Zone würde das Momentum weiter verstärken. Gleichzeitig wirkt der Renditevorsprung australischer Anleihen gegenüber den USA weiterhin unterstützend.

Besonders interessant bleibt die Positionierung: Laut COT-Daten hat Managed Money seine Long-Positionen weiter ausgebaut und hält inzwischen über 52.000 Kontrakte netto long. Das ist die erste signifikante Long-Positionierung seit längerer Zeit und signalisiert, dass institutionelle Marktteilnehmer aktiv auf eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung setzen.


FAZIT
Der AUD/USD kombiniert geldpolitische Fantasie mit starker relativer Performance und klarer spekulativer Unterstützung. Solange das Zinserhöhungsnarrativ intakt bleibt und die US-Seite keine deutliche hawkishe Überraschung liefert, spricht das Setup für ein konstruktives Umfeld – mit Potenzial für einen Ausbruch über die jüngsten Hochs.



BAUMWOLLE - LONG

Baumwolle verliert auf Wochenbasis -0,03%.
Die letzte Woche im 15-Minuten-Chart:


Baumwolle vor Richtungsentscheidung – Short-Eindeckungen stabilisieren den Markt

Der Cotton Future (ICE US) beendete die vergangene Handelswoche nahezu unverändert mit –0,03 % bei 65,61 US-Cent. Zwischenzeitlich konnte der Markt zur Wochenmitte über die Marke von 66 US-Cent ansteigen, gab diese Gewinne jedoch wieder teilweise ab. Auf Jahressicht liegt Baumwolle damit leicht im Plus, aktuell mit knapp zwei Prozent Zugewinn.

Fundamental bleibt das Bild gemischt. Die Exportverkäufe liegen mit 78 % der USDA-Jahresprojektion unter dem historischen Durchschnitt von 91 %. Gleichzeitig stabilisieren sich die Preise auf internationaler Ebene, der Cotlook A Index konnte zuletzt wieder zulegen. Rohöl als wichtiger Inputfaktor für synthetische Fasern zeigte sich ebenfalls fester, was tendenziell unterstützend wirkt.

Besonders auffällig ist die Entwicklung bei den COT-Daten. Das Managed Money hat seine Netto-Short-Position seit Mitte Februar massiv reduziert – von über 55.000 Kontrakten auf aktuell rund 28.970 Kontrakte short. Diese deutliche Short-Eindeckung erklärt einen Großteil der jüngsten Stabilisierung. Der Markt ist damit spekulativ deutlich weniger einseitig positioniert als noch vor wenigen Wochen.

Saisonal befindet sich Baumwolle noch bis Anfang beziehungsweise Mitte März in einer tendenziell freundlichen Phase. Danach folgt historisch häufig eine schwächere Periode mit erhöhter Rückschlaggefahr.


FAZIT

Baumwolle zeigt Stabilisierungstendenzen, getragen von massiven Short-Eindeckungen. Kurzfristig spricht die Saisonalität noch für Unterstützung, mittelfristig dürfte jedoch entscheidend sein, ob sich die Exportdynamik verbessert. Der Markt steht vor einer Richtungsentscheidung – Momentum trifft auf strukturell gemischte Fundamentaldaten.



BUND FUTURE - SHORT

Der Bund Future gewinnt auf Wochenbasis +0,70%.
Die letzte Woche im 30-Minuten-Chart:


Bund-Future überrascht mit Ausbruch über 130 – Renditerückgang treibt Kontrakt

Der Euro-Bund-Future legte in der vergangenen Handelswoche um 0,7 % zu und schloss bei 130,284 Punkten. Damit notiert der Kontrakt klar über der Marke von 130. Der Anstieg erfolgte ohne singuläre „Breaking News“, sondern speiste sich aus mehreren makroökonomischen Faktoren.

Zentral war das leicht rückläufige Renditeumfeld. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe fiel auf rund 2,69 % und liegt damit spürbar unter dem Niveau von vor einem Monat. Auch am langen Ende gaben die Renditen nach. Sinkende Renditen bedeuten steigende Kurse – entsprechend profitierte der Bund-Future. Gleichzeitig engten sich die Spreads innerhalb der Eurozone leicht ein, was zusätzlich Stabilität brachte.

Inflationsseitig festigt sich das Bild einer graduellen Annäherung an das EZB-Ziel. Die deutsche HICP-Rate bewegte sich zuletzt um 2 %, was die Spekulation nährt, dass die EZB im Jahresverlauf Spielraum für vorsichtige Zinssenkungen erhalten könnte. Diese Erwartung wirkt unterstützend für Staatsanleihen. Die jüngsten EU-Anleiheauktionen verliefen solide und lösten keinen Angebotsdruck aus – ein weiterer stabilisierender Faktor.

Technisch ist der Ausbruch über 130 bemerkenswert. Der Markt handelt nun wieder am oberen Rand der mehrwöchigen Range. Das Momentum spricht kurzfristig für Stärke, auch wenn die Bewegung primär flow- und renditegetrieben ist.


FAZIT
 
Der Bund-Future profitiert aktuell von leicht sinkenden Renditen und zunehmenden Spekulationen auf spätere EZB-Lockerungen. Die Bewegung war stärker als erwartet, was das technische Bild kurzfristig verbessert. Entscheidend bleibt, ob sich der Renditerückgang fortsetzt – oder ob neue Inflationsimpulse den Markt wieder drehen.


CO₂-ZERTIFIKATE– LONG

CO₂-Zertifikate verlieren auf Wochenbasis -4,87%.
Die letzte Woche im Chart:


CO₂-Zertifikate unter 70 EUR – Politischer Druck belastet das ETS

Die EU-CO₂-Zertifikate (EUA) verloren in der vergangenen Handelswoche 4,87 % und schlossen bei 69,93 EUR – damit knapp unter der psychologisch wichtigen Marke von 70 EUR. Nachdem der Markt in der Vorwoche noch über 4 % zulegen konnte, wurde die Erholung vollständig wieder abverkauft. Der Abwärtstrend setzt sich damit fort.

Auf Sicht der letzten vier Wochen summiert sich der Rückgang inzwischen auf nahezu 20 %. Der Markt notiert auf einem Mehrmonatstief. Neben einer schwächeren Industrie- und Stromnachfrage belastet vor allem die politische Diskussion rund um das EU-ETS (Emissions Trading System). Mehrere Mitgliedstaaten und Industrieverbände drängen auf Anpassungen, um die Wettbewerbsfähigkeit energieintensiver Branchen zu sichern. Die Debatte über mögliche Änderungen bei der kostenlosen Zuteilung (Free Allocation) verstärkt die Unsicherheit zusätzlich.

Strukturell bleibt der Verknappungspfad des Systems zwar bestehen – insbesondere durch die schrittweise Reduktion kostenloser Zertifikate und die Einführung des CBAM. Kurzfristig dominiert jedoch die Sorge, dass politische Eingriffe das Aufwärtspotenzial begrenzen könnten.

Technisch wirkt der Markt angeschlagen. Der Bruch der 70-EUR-Marke verschlechtert das Chartbild und signalisiert anhaltenden Verkaufsdruck.


FAZIT
Die CO₂-Zertifikate stehen unter politischem und konjunkturellem Druck. Solange die Reformdiskussion anhält und keine klare Nachfragebelebung sichtbar wird, bleibt das Umfeld fragil. Erst eine Stabilisierung oberhalb der aktuellen Tiefs könnte das kurzfristige Bild wieder aufhellen.


EUR/USD - LONG

Der EUR/USD gewinnt auf Wochenbasis +0,30%.
Die letzte Woche im 30-Minuten-Chart: 


EUR/USD behauptet sich über 1,18 – Long-Positionierung bleibt strukturell stark


Der EUR/USD konnte in der vergangenen Handelswoche um 0,3 % zulegen und schloss bei 1,1817. Damit behauptet sich das Währungspaar weiterhin oberhalb der Marke von 1,18 – ein technisch relevantes Niveau, das in den vergangenen Monaten mehrfach im Fokus stand.

Die Bewegung verlief vergleichsweise ruhig, dennoch bleibt das übergeordnete Bild konstruktiv. Besonders auffällig ist weiterhin die Positionierung laut COT-Daten. Das Managed Money hält nach wie vor eine große Netto-Long-Position von über 156.000 Kontrakten. Zwar wurde die Position in den letzten zwei Wochen um rund 18.000 Kontrakte reduziert, dennoch bleibt das spekulative Engagement klar auf der Long-Seite verankert.

Diese ausgeprägte Long-Positionierung signalisiert, dass institutionelle Marktteilnehmer weiterhin strukturell auf einen stärkeren Euro setzen. Ein moderater Positionsabbau nach einer Aufwärtsphase ist dabei nicht ungewöhnlich und muss nicht zwingend als Trendbruch interpretiert werden.


FAZIT

Der EUR/USD bleibt oberhalb von 1,18 stabil und wird weiterhin von einer deutlichen spekulativen Long-Positionierung getragen. Solange diese strukturelle Unterstützung intakt bleibt und keine klar hawkischen Überraschungen aus den USA kommen, bleibt das Umfeld für den Euro konstruktiv – auch wenn kurzfristige Konsolidierungen jederzeit möglich sind.

GOLD - LONG

Gold gewinnt auf Wochenbasis +3,28%.
Die letzte Woche im 30-Minuten-Chart:


Gold mit historischem Monat – Stärke bleibt, Positionierung kühlt leicht ab

Der Gold-Future an der COMEX/CME legte in der vergangenen Handelswoche um 3,28 % zu und schloss bei 5.296,4 USD je Unze. Damit setzt sich die außergewöhnlich starke Entwicklung fort. Nach dem Allzeithoch bei 5.626,8 USD – einer klaren Blow-off-Phase – kam es zwar zu einer Korrektur, dennoch liegt Gold im Jahr 2026 bereits über 20 % im Plus.

Der Februar war historisch: In absoluten Dollarbeträgen war es der stärkste Monatsanstieg aller Zeiten. Die Rally wurde getragen von geopolitischen Risiken, Inflationsunsicherheit, Safe-Haven-Nachfrage und fortgesetzter Zentralbank-Diversifikation. Gold bleibt damit das zentrale Absicherungsinstrument im aktuellen Marktumfeld.

Auffällig ist die Entwicklung bei den COT-Daten. Das Managed Money hat die jüngsten Kursanstiege genutzt, um Long-Positionen moderat abzubauen. Aktuell werden noch 159.177 Kontrakte netto long gehalten, nachdem die Positionierung zuvor über 200.000 Kontrakten lag. Die spekulative Unterstützung bleibt damit strukturell stark, wirkt jedoch weniger überhitzt als noch vor wenigen Wochen.

Saisonal betrachtet tritt Gold nun in eine Phase ein, die historisch eher schwächer verläuft und sich bis in den Sommer ziehen kann. Nach der dynamischen Aufwärtsbewegung steigt damit die Wahrscheinlichkeit für Konsolidierungen oder temporäre Rücksetzer.


FAZIT
Gold bleibt strukturell bullisch, getragen von geopolitischer Unsicherheit und stabiler Nachfrage. Die etwas abgekühlte Long-Positionierung reduziert kurzfristige Überhitzungsrisiken. Dennoch ist nach dem historischen Lauf erhöhte Aufmerksamkeit angebracht – insbesondere mit Blick auf die saisonal schwächere Periode.


KAFFEE - LONG

Der Kaffee-Future verliert auf Wochenbasis -1,84%. 
Die letzte Woche im 30min Chart: 


Arabica unter Druck – Long-Abbau trifft auf verbesserte Angebotslage


Der Arabica Coffee Future an der ICE US verlor in der vergangenen Handelswoche erneut 1,84 % und schloss bei 280,05 US-Cent je Pfund. Damit setzt sich der Abwärtstrend fort, nachdem sich der Markt bereits deutlich von den Hochs im vergangenen Jahr entfernt hat. Das Sentiment bleibt angeschlagen, da sich die globale Angebotslage spürbar entspannt.

Fundamental belastet vor allem die Aussicht auf eine starke brasilianische Ernte. Prognosen gehen von einer sehr robusten Produktion aus, unterstützt durch günstige Wetterbedingungen in wichtigen Anbauregionen. Gleichzeitig haben sich die Lagerbestände erholt, und hohe Exportmengen – insbesondere aus Vietnam – nehmen zusätzlichen Druck vom Markt. Die Erzählung verschiebt sich damit klar von Knappheit hin zu potenzieller Überversorgung.

Auch die COT-Daten spiegeln diese Entwicklung wider. Das Managed Money hat seine Long-Positionen im Zuge des Preisrückgangs weiter reduziert und hält aktuell nur noch 12.814 Kontrakte netto long. Das ist deutlich weniger als noch vor wenigen Wochen und zeigt, dass spekulatives Kapital zunehmend vorsichtiger agiert.

Saisonal betrachtet bietet sich jedoch ein konstruktiveres Bild. Bis Ende Mai besteht historisch die Chance auf Volatilitätsausschläge nach oben, bevor sich das saisonale Muster im Sommer wieder klar eintrübt. Diese Phase könnte – insbesondere bei überverkauften Marktbedingungen – temporäre Erholungen begünstigen.

FAZIT
Arabica bleibt fundamental angeschlagen, da sich das Angebotsbild verbessert und spekulative Long-Positionen weiter abgebaut werden. Kurzfristige Gegenbewegungen sind saisonal möglich, strukturell dominiert jedoch aktuell das Überangebot-Narrativ.


KAKAO - LONG

Der Kakao-Future verliert auf Wochenbasis -8,95%. 
Die letzte Woche im 30min Chart: 


Kakao im freien Fall – Unter 3.000 USD, Spekulanten bleiben short


Der ICE US Cocoa Future setzte seine Abwärtsbewegung in der vergangenen Woche dynamisch fort und verlor weitere 8,95 %. Der Markt schloss bei 2.898 USD je Tonne und damit klar unter der psychologisch wichtigen Marke von 3.000 USD. Auf Sicht der letzten Monate befindet sich Kakao in einem ausgeprägten Abwärtstrend und notiert inzwischen auf Mehrjahrestiefs.

Fundamental dominiert das Überangebots-Narrativ. Prognosen gehen für die kommenden Saisons von deutlichen globalen Überschüssen aus, während sich die Lagerbestände erhöhen und die Ernten in Westafrika robust ausfallen. Gleichzeitig zeigen Grinding-Daten aus Europa und Asien eine spürbare Nachfrageschwäche. Die hohen Schokoladenpreise der vergangenen Jahre wirken dämpfend auf den Konsum, was den Preisdruck zusätzlich verstärkt.

Auch die COT-Daten unterstreichen die strukturelle Schwäche. Das Managed Money hält aktuell 13.280 Kontrakte netto short. Nachdem Spekulanten jahrelang auf der Long-Seite positioniert waren, markiert die anhaltende Short-Positionierung eine klare Trendwende im Sentiment. Der Markt bleibt damit spekulativ belastet.

Saisonal ergibt sich jedoch ein konstruktiveres Bild. Historisch besteht von jetzt an bis Mitte oder Ende März eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für eine Erholung. Nach dem massiven Preisrutsch der vergangenen Wochen ist der Markt technisch deutlich überverkauft, was kurzfristige Gegenbewegungen begünstigen könnte.

FAZIT
Kakao bleibt fundamental schwach und spekulativ klar auf der Short-Seite positioniert. Dennoch erhöht die Kombination aus Überverkauftheit und saisonaler Stärkephase die Wahrscheinlichkeit einer technischen Erholung. Ob daraus mehr als nur eine kurzfristige Gegenbewegung entsteht, wird maßgeblich von der Angebotsentwicklung und der realen Nachfrage abhängen.

KUPFER - LONG

Der Kupfer-Future gewinnt auf Wochenbasis +2,22%. 
Die letzte Woche im 30min Chart: 


Kupfer mit Momentum – Spekulanten bleiben offensiv positioniert


Der Kupfer-Future an der CME legte in der vergangenen Handelswoche um 2,22 % zu und schloss bei 606,10 US-Cents. Am Freitag wurde intraday sogar wieder die Marke von 610 US-Cents überschritten, das Wochenhoch lag bei 614,4 US-Cents. Damit setzt sich der starke mittelfristige Aufwärtstrend fort. Seit Januar 2025 hat der Kupfer-Future mehr als 50 % an Wert gewonnen – eine außergewöhnlich dynamische Entwicklung für ein klassisches Industriemetall.

Fundamental bleibt das Bild gemischt. Zwar berichten internationale Studiengruppen von einem Marktüberschuss und steigenden Lagerbeständen, insbesondere in Asien und China. Allerdings wird ein Teil des jüngsten Lageraufbaus mit saisonalen Effekten rund um das Lunar New Year erklärt. Entscheidend wird sein, ob sich die Nachfrage in den kommenden Wochen dynamisch zurückmeldet.

Die COT-Daten sprechen aktuell klar für anhaltende spekulative Unterstützung. Das Managed Money hat seine Long-Position trotz des starken Anstiegs weiter ausgebaut und hält nun 58.444 Kontrakte netto long. Diese Entwicklung signalisiert, dass institutionelle Marktteilnehmer weiterhin auf steigende Preise setzen und den Trend aktiv begleiten.

Saisonal präsentiert sich Kupfer ebenfalls konstruktiv. Historisch zeigt sich bis weit ins zweite Quartal hinein – insbesondere bis Ende April – eine positive Tendenz. Das saisonale Muster unterstützt damit das aktuelle technische Momentum.


FAZIT

Kupfer bleibt technisch stark und spekulativ gut unterstützt. Trotz berichteter Überschüsse dominieren Trend, Positionierung und saisonale Stärke das kurzfristige Bild. Solange die Nachfrage keine klare Schwäche signalisiert, bleibt das Aufwärtsszenario intakt.


PLATIN - LONG

Der Platin-Future gewinnt auf Wochenbasis +9,46%. 
Die letzte Woche im 15min Chart: 


Platin im Rally-Modus – Momentum und Positionierung sprechen für Fortsetzung

Der Platin-Future an der CME legte in der vergangenen Handelswoche um weitere 9,46 % zu, nachdem bereits in der Vorwoche ein Plus von rund 5 % verzeichnet wurde. Damit setzt sich die dynamische Aufwärtsbewegung eindrucksvoll fort. Seit Januar 2025 hat Platin eine Performance von rund 161 % erzielt – eine außergewöhnliche Entwicklung für ein Edel- und Industriemetall. Auch im laufenden Jahr liegt der Future bereits über 20 % im Plus.

Bemerkenswert ist dabei die Entwicklung der spekulativen Positionierung. Das Managed Money baut trotz der starken Kursanstiege seine Long-Positionen weiter aus und hält aktuell 13.240 Kontrakte netto long. Es findet also kein nennenswerter Abbau in die Stärke hinein statt, sondern vielmehr eine Bestätigung des Trends durch zusätzliche Käufe. Das unterstreicht das Vertrauen institutioneller Marktteilnehmer in die Fortsetzung der Bewegung.

Technisch bleibt der Trend klar aufwärtsgerichtet. Rücksetzer wurden bislang konsequent gekauft, und das Momentum ist weiterhin intakt. Solange keine deutliche Umkehr in der Positionierung oder im fundamentalen Umfeld erkennbar ist, bleibt das Bild konstruktiv.

Saisonal präsentiert sich Platin – ähnlich wie andere Industriemetalle – ebenfalls stark. Historisch besteht bis Ende Mai beziehungsweise Anfang Juni eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für weiter steigende Notierungen.

FAZIT
Platin befindet sich in einem ausgeprägten Aufwärtstrend, der durch spekulative Long-Aufstockungen und ein positives saisonales Muster unterstützt wird. Solange das Managed Money weiter akkumuliert und keine strukturelle Schwäche auftritt, bleibt das Aufwärtsszenario bis ins zweite Quartal hinein intakt.


MAIS - LONG

Der Mais-Future gewinnt auf Wochenbasis +1,88%. 
Die letzte Woche im 15min Chart: 


Mais meldet sich zurück – Long-Aufbau und saisonaler Rückenwind

Der Mais-Future an der CBOT konnte in der vergangenen Handelswoche um 1,88 % zulegen und schloss bei 448,25 US-Cents. Damit nähert sich der Markt wieder der psychologisch wichtigen Marke von 450 US-Cents und zeigt nach längerer Seitwärts- bis Schwächephase erstmals wieder konstruktives Momentum. Technisch ist das ein positives Signal, insbesondere nachdem wichtige Widerstände in Reichweite geraten sind.

Fundamental erhält Mais Unterstützung durch steigende Rohölpreise. Höhere Energiepreise wirken über den Ethanol-Sektor direkt stützend auf die Maisnachfrage. Zusätzlich sorgten geopolitische Spannungen zuletzt für Short-Covering-Bewegungen im Agrarsektor. Exportdaten bleiben solide, auch wenn sie nicht überdurchschnittlich stark ausfallen.

Ein Blick auf die COT-Daten zeigt eine klare Stimmungsänderung. Das Managed Money hat sich wieder auf die Long-Seite begeben und hält aktuell rund 14.000 Kontrakte netto long, nachdem zuvor deutlich geringere Positionen bestanden. Der Long-Aufbau ist noch moderat, signalisiert aber eine Trendwende im spekulativen Sentiment.

Saisonal spricht das Muster ebenfalls für Unterstützung. Historisch besitzt Mais von jetzt an bis Ende Juni eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für steigende Notierungen. Dieses saisonale Fenster könnte zusätzliche Käufer anziehen, insbesondere wenn sich das technische Bild weiter verbessert.

FAZIT
Mais zeigt erste Stabilisierungstendenzen mit zunehmender spekulativer Unterstützung und saisonalem Rückenwind. Solange die Energiepreise fest bleiben und kein Angebots-Schock eintritt, bestehen gute Chancen auf eine Fortsetzung der Erholung in Richtung zweites Quartal.


SILBER - SHORT

Der Silber-Future gewinnt auf Wochenbasis +10,90%. 
Die letzte Woche im 30min Chart: 


Silber mit Kursexplosion – Momentum stark, Positionierung mahnt zur Vorsicht

Der Silver Future an der CME legte in der vergangenen Handelswoche dynamisch um 10,9 % zu und schloss bei 94,38 USD. Der Anstieg erfolgte nahezu kontinuierlich über die gesamte Woche hinweg, mit einem Wochenschluss nahe dem Hoch. Die geopolitische Unsicherheit im Nahen Osten dürfte dabei zusätzlich als Treiber gewirkt haben und den Safe-Haven-Charakter des Metalls verstärkt haben.

Auf Jahresbasis zeigt sich eine beeindruckende Entwicklung. Seit Januar liegt Silber bereits über 33 % im Plus. Noch markanter ist der längerfristige Trend: Seit Januar 2025 summiert sich die Performance auf rund 222 %. Damit gehört Silber klar zu den stärksten Rohstoffen im aktuellen Zyklus.

Ein Blick auf die COT-Daten mahnt jedoch zur Aufmerksamkeit. Das Managed Money hat seine Long-Positionen weiter reduziert und hält aktuell noch 22.260 Kontrakte netto long. Der spekulative Rückenwind nimmt damit etwas ab, obwohl die Preise weiter steigen. Diese Divergenz zwischen Kursentwicklung und Positionierung sollte beobachtet werden.

Auch saisonal trübt sich das Bild ein. Historisch tendiert Silber ab jetzt bis Ende Juni eher zur Schwäche. Diese saisonale Gegenwindphase fällt mit dem jüngsten Abbau spekulativer Long-Positionen zusammen.

FAZIT
Silber bleibt technisch stark und profitiert von geopolitischen Spannungen. Gleichzeitig nimmt die spekulative Unterstützung ab, und das saisonale Muster spricht eher für erhöhte Rückschlagsrisiken bis in den Sommer. Das Momentum ist intakt, aber die Warnsignale mehren sich.

Sojabohnen - LONG

Der Sojabohnen-Future gewinnt auf Wochenbasis +1,43%.
Die letzte Woche im 30-Minuten-Chart:


Sojabohnen im Aufwärtstrend – Spekulative Long-Positionierung nahe Hoch


Der Sojabohnen-Future an der CBOT konnte in der vergangenen Handelswoche erneut zulegen und schloss mit einem Plus von 1,43 % bei 1.170 US-Cent je Bushel. Damit setzt sich der stetige, nahezu unaufgeregte Aufwärtstrend fort. Seit Jahresbeginn liegt der Kontrakt inzwischen über 10 % im Plus und entwickelt sich kontinuierlich konstruktiv.

Fundamental erhält der Markt Unterstützung durch stabile Nachfrageerwartungen, insbesondere im Biofuel-Sektor. Gleichzeitig bleibt die internationale Handelspolitik ein Unsicherheitsfaktor, doch bislang überwiegt das positive Momentum. Technisch arbeitet sich der Markt schrittweise nach oben, ohne überhitzte Bewegungen zu zeigen.

Die COT-Daten unterstreichen die bullische Struktur. Das Managed Money hält aktuell 210.272 Kontrakte netto long. Damit nähert sich die spekulative Positionierung wieder den Hochständen vom November des Vorjahres, als im Zuge des US-China-Trade-Deals mehr als 254.000 Kontrakte long gehalten wurden. Diese hohe Long-Quote signalisiert starkes institutionelles Vertrauen in den Trend.

Saisonal präsentiert sich Sojabohnen ebenfalls ausgesprochen konstruktiv. Historisch besteht bis Mitte oder Ende Juni – teils sogar bis in den Juli hinein – eine klare Tendenz zu steigenden Notierungen. Dieses saisonale Fenster verstärkt das aktuelle bullische Gesamtbild.

FAZIT
Sojabohnen zeigen einen stabilen, gut unterstützten Aufwärtstrend mit starker spekulativer Beteiligung und saisonalem Rückenwind. Solange die Nachfrageerwartungen intakt bleiben und keine negativen Überraschungen von der Angebotsseite kommen, bleibt das positive Szenario bis in den Sommer hinein bestehen.


WTI CRUDE OIL - LONG

WTI Crude Oil gewinnt auf Wochenbasis +1,48%.

Die letzte Woche im 30min Chart:



WTI vor geopolitischem Wochenstart – Markt preist Eskalationsrisiko ein


Der WTI Crude Oil Future legte in der vergangenen Handelswoche um 1,48 % zu und schloss bei 67,29 USD pro Barrel – nahezu auf Wochenhoch. Das Momentum war bereits vor dem Wochenende konstruktiv, bevor die geopolitische Lage im Nahen Osten eine neue Dimension erreichte.

Besonders auffällig bleibt die Entwicklung der spekulativen Positionierung. Das Managed Money baut seine Long-Positionen weiter aus und hält aktuell 172.712 Kontrakte netto long. Damit steigt die bullische Marktpositionierung weiter an und signalisiert zunehmendes Vertrauen in steigende Preise. Diese Positionierung verstärkt die Sensitivität des Marktes gegenüber geopolitischen Nachrichten.

Entscheidend ist nun die Eskalation zwischen den USA, Israel und dem Iran. Die begonnenen militärischen Aktionen sorgen für massive Unsicherheit. Zum aktuellen Zeitpunkt – Sonntagmittag UAE-Zeit – stehen zahlreiche Szenarien im Raum. Besonders kritisch wäre eine mögliche Beeinträchtigung oder gar Schließung der Straße von Hormuz. Eine solche Entwicklung würde unmittelbare Angebotsrisiken für den globalen Ölmarkt bedeuten und könnte eine starke Aufwärtsreaktion im WTI auslösen.

Unabhängig vom konkreten Verlauf der nächsten Stunden ist davon auszugehen, dass der Markt bei Wiederaufnahme des Handels am Sonntagabend mit erhöhter Volatilität reagieren wird. Das Risiko einer deutlichen Aufwärtslücke ist signifikant gestiegen.

Saisonal spricht das Muster zusätzlich für Unterstützung bis in die Sommermonate hinein. Damit trifft geopolitischer Risikoaufschlag auf ein ohnehin konstruktives saisonales Umfeld.

FAZIT

WTI steht vor einem potenziell explosiven Wochenstart. Die steigende Long-Positionierung des Managed Money und die geopolitische Eskalation im Nahen Osten erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer dynamischen Aufwärtsbewegung. Entscheidend bleibt, ob es zu einer weiteren Intensivierung des Konflikts kommt – insbesondere mit Blick auf strategisch sensible Transportwege wie die Straße von Hormuz.


Mitarbeiter