
Besonders problematisch ist dabei die Kommunikation aus Washington. Die Aussagen von Donald Trump und der US-Regierung wirken aus Marktsicht zunehmend widersprüchlich, sprunghaft und schwer interpretierbar. Mal werden vermeintliche Fortschritte oder Hoffnungen auf Entspannung signalisiert, nur um kurz darauf wieder deutlich schärfere Töne anzuschlagen. Genau dieses Muster haben wir zuletzt auch am Ölmarkt gesehen. WTI brach zwischenzeitlich kräftig ein, nur um sich anschließend ebenso dynamisch wieder zu erholen. Diese Bewegungen sind Ausdruck eines Marktes, der derzeit weniger auf belastbare Fakten reagiert als auf Hoffnung, Angst und politische Schlagzeilen mit extrem kurzer Halbwertszeit.
Meine große Sorge ist, dass die eigentlichen Lieferkettenverwerfungen jetzt erst beginnen. Wir gehen inzwischen in Woche sechs dieses Konflikts, und bis jetzt konnten viele Belastungen noch über Lagerbestände, Ausweichrouten und kurzfristige Puffer abgefangen werden. Doch genau diese Puffer dürften mit zunehmender Dauer des Konflikts kleiner werden. Das heißt: Die erste Phase war vor allem eine Phase der Unsicherheit und der Preisreaktion. Die nächste Phase könnte eine Phase realer Engpässe werden. Und genau das wäre für Märkte, Inflation und Risikostimmung deutlich gefährlicher.
Im Fokus steht dabei nicht nur die Straße von Hormuz. Sie bleibt selbstverständlich der zentrale Engpass für den globalen Energiehandel. Doch zunehmend rückt auch die Meerenge Bab al-Mandeb in den Vordergrund, also der südliche Zugang zum Roten Meer zwischen Jemen und dem Horn von Afrika. Sollte sich die Lage dort durch eine stärkere Aktivität der Houthi weiter zuspitzen oder diese Route teilweise blockiert werden, dann hätten wir neben Hormuz einen weiteren massiven Störfaktor für den Welthandel. Rund 10 % des globalen Handels würden dann zusätzlich negativ beeinflusst. Das wäre nicht nur ein Energieproblem, sondern ein direkter Belastungsfaktor für Transportkosten, Lieferketten, Düngemittel, Vorprodukte und letztlich für die Inflation.
Genau deshalb reagieren derzeit auch so viele Anlageklassen gleichzeitig und teilweise widersprüchlich. Die Edelmetalle standen zuletzt stark unter Druck, obwohl das geopolitische Umfeld eigentlich für klassische Sicherheitskäufe sprechen müsste. Der Goldpreis fiel zwischenzeitlich bis in den Bereich von 4.100 US-Dollar zurück, konnte sich dann aber wieder deutlich erholen. Das zeigt zweierlei: Erstens belasten steigende Renditen und die veränderten Zinserwartungen weiterhin den Markt. Zweitens kommen auf tieferen Niveaus sofort wieder Käufer zurück. Auch die Aktienmärkte senden weiter Warnsignale. Gleichzeitig steigen die Renditen weltweit, weil die Märkte nicht nur geopolitisches Risiko, sondern eben auch hartnäckigere Inflation und ein restriktiveres Zinsumfeld einpreisen.
Damit bleibt das Gesamtbild schwierig. Wir haben keinen klassischen Risk-On-Markt, aber auch keinen sauberen Risk-Off-Modus. Stattdessen sehen wir einen Markt, der steigende Energiepreise, mögliche Lieferkettenstörungen, höhere Inflationserwartungen, globale Wachstumsrisiken und politische Unsicherheit gleichzeitig verarbeiten muss. Genau diese Gleichzeitigkeit ist es, die das Umfeld so gefährlich macht.
Für die kommende Woche bleibt deshalb alles an einem Punkt hängen: an der weiteren Entwicklung im Nahen Osten. Sollte es tatsächlich zu einer glaubwürdigen Deeskalation kommen und sollte sich insbesondere bei Hormuz eine Öffnungsperspektive ergeben, dann könnte sich der Druck auf den Ölmarkt zunächst spürbar entspannen. Sollte die Lage dagegen weiter eskalieren, insbesondere mit Blick auf Iran, die Houthi und Bab al-Mandeb, dann drohen weitere Verwerfungen bei Energie, Inflationserwartungen und globalen Risikoassets. Alles schaut momentan auf den Nahen Osten. Und das aus gutem Grund.
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• Baumwolle | +2,12 % | Long
• Bund-Future | +0,95 % | Short
• CO₂-Zertifikate | –1,04 % | Long
• EUR/USD | +0,10 % | Long
• Gold | +4,04 % | Long
• Henry Hub Erdgas | –7,51 % | Long
• Kaffee (Arabica) | –1,89 % | Long
• Kakao | +2,82 % | Long
• Kupfer | +4,05 % | Long
• Mais | –2,11 % | Long
• Platin | +8,23 % | Long
• Silber | +4,93 % | Short
• Sojabohnen | +0,30 % | Long
• TTF Erdgas | –8,23 % | Short
• WTI Crude Oil | +10,88 % | Long
• Zucker | –4,70 % | Long
Carsten S. Stork |


Fundamental wird der Austral-Dollar aktuell vor allem durch die Entwicklung im Rohstoff- und Energiesektor beeinflusst. Steigende Energiepreise sowie generell höhere Rohstoffpreise wirken tendenziell unterstützend für rohstoffnahe Währungen wie den AUD. Gleichzeitig bleibt das Umfeld stark von der geopolitischen Lage im Nahen Osten geprägt, die kurzfristig immer wieder zu Volatilität führen kann.
Technisch zeigt sich ein gemischtes Bild. Während kurzfristige Erholungen möglich sind, bleibt der Bereich um die 200-Stunden-Linie ein entscheidender Widerstand. Solange dieser nicht nachhaltig überwunden wird, bleibt das Risiko bestehen, dass Aufwärtsbewegungen zunächst nur korrektiver Natur sind.

Die aktuelle Aufwärtsbewegung wird auch durch die Positionierung im Markt bestätigt. Das Managed Money hat bereits Mitte März auf Long gedreht und die Positionen seither weiter deutlich ausgebaut. Aktuell liegt die Netto-Long-Position bei 48.387 Kontrakten und unterstreicht die konstruktive Marktmeinung.
Fundamental wird der Markt zusätzlich durch steigende Energiepreise unterstützt. Höhere Ölpreise verteuern synthetische Fasern wie Polyester und erhöhen damit die relative Attraktivität von Baumwolle. Gleichzeitig deuten Prognosen auf ein rückläufiges globales Angebot bei stabiler Nachfrage hin, was das strukturelle Setup weiter verbessert.
Auch aus saisonaler Sicht spricht vieles für eine Fortsetzung der Bewegung. Historisch zeigt der Baumwolle-Future bis Ende April eine tendenziell positive Entwicklung, was das aktuelle Momentum zusätzlich unterstützt.

Fundamental bleibt das Umfeld eindeutig belastend für den Bund-Future. Die Kombination aus steigenden Energiepreisen, zunehmenden Inflationsrisiken und geopolitischen Spannungen sorgt dafür, dass die Renditen weltweit weiter unter Aufwärtsdruck stehen. Gerade Europa ist durch seine starke Abhängigkeit von Energieimporten besonders anfällig für diese Entwicklung. Höhere Energie- und Düngemittelpreise dürften sich zeitverzögert stärker in der Inflation niederschlagen als in anderen Regionen.
Gleichzeitig zeigen auch die jüngsten Entwicklungen im Zinsumfeld, dass die Erwartung dauerhaft niedriger Renditen zunehmend hinterfragt wird. Selbst kurzfristig dovish interpretierte Signale reichen aktuell nicht aus, um eine nachhaltige Gegenbewegung im Bund-Future zu etablieren. Vielmehr dominieren strukturelle Faktoren, die für ein „higher for longer“-Zinsumfeld sprechen.
Auch die Marktstruktur unterstützt dieses Bild. Die Stabilisierung im Bereich um 125–126 Punkte wirkt eher wie eine Konsolidierungsphase innerhalb eines übergeordneten Abwärtstrends. Die Aktivität im Optionsmarkt deutet zusätzlich darauf hin, dass kurzfristig zwar mit begrenzter Volatilität gerechnet wird, jedoch kein klarer Trendwechsel erwartet wird.

Auffällig ist, dass Aufwärtsbewegungen aktuell nicht nachhaltig sind. Die Erholung zu Wochenbeginn konnte nicht gehalten werden, was darauf hindeutet, dass auf höheren Niveaus weiterhin Verkaufsdruck in den Markt kommt. Die Preisstruktur bleibt damit insgesamt fragil und geprägt von kurzfristigen Gegenbewegungen innerhalb einer übergeordneten Korrekturphase.
Der zentrale Belastungsfaktor bleibt die politische Unsicherheit rund um das europäische Emissionshandelssystem. Diskussionen über mögliche Eingriffe, Anpassungen oder temporäre Entlastungsmaßnahmen sorgen weiterhin für Zurückhaltung bei institutionellen Marktteilnehmern. Insbesondere die Debatte über eine mögliche Lockerung der Marktstabilitätsreserve (MSR) und damit ein potenziell höheres Angebot wirkt dämpfend auf die Preisentwicklung.
Gleichzeitig zeigt sich auch im internationalen Kontext ein schwächeres Bild. Die britischen CO₂-Zertifikate (UKA) notieren ebenfalls unter Druck, was die generelle Zurückhaltung im Emissionsmarkt unterstreicht. Die erhöhte Unsicherheit verhindert aktuell, dass sich ein klarer Trend etablieren kann.
Strukturell bewegt sich der Markt weiterhin in einer breiten Range, nachdem die Preise im März deutlich von über 90 EUR korrigiert haben. Der Bereich um 70–75 EUR fungiert derzeit als zentrale Widerstandszone, während auf der Unterseite die Region um 63–65 EUR als wichtige Unterstützung gilt.

Fundamental stand der Markt weiterhin stark unter dem Einfluss der geopolitischen Entwicklungen im Nahen Osten. Die Eskalation des Konflikts sorgte erneut für Safe-Haven-Zuflüsse in den US-Dollar und verhinderte damit eine nachhaltige Aufwärtsbewegung im Euro.
Besonders auffällig ist die Entwicklung bei den COT-Daten. Das Managed Money hat seine Long-Positionen massiv reduziert und hält aktuell nur noch rund 5.000 Kontrakte auf der Long-Seite. Noch Mitte Februar lag diese Positionierung bei über 180.000 Kontrakten. Diese drastische Veränderung signalisiert einen klaren Stimmungswechsel im Markt und spricht für eine deutlich zurückhaltendere Erwartung gegenüber einer weiteren Euro-Aufwertung.
Gleichzeitig zeigt die Saisonalität ein völlig anderes Bild. Historisch tendiert der Euro/USD bis Ende April deutlich nach oben, was grundsätzlich unterstützend für den Markt wirken könnte. Damit entsteht aktuell ein Spannungsfeld zwischen negativer Positionierung und positiver saisonaler Tendenz.
Insgesamt überwiegt kurzfristig jedoch die Unsicherheit. Der fehlende Durchbruch über die 1,16 sowie die schwache Positionierung deuten darauf hin, dass der Markt aktuell nicht bereit ist, höhere Niveaus nachhaltig zu akzeptieren.
FAZIT

Die vorangegangene Schwächephase war insbesondere geprägt von Verkaufsaktivitäten auf Seiten der Notenbanken sowie steigenden Zinsen im Zuge der geopolitischen Eskalation im Nahen Osten. Diese Faktoren hatten den Goldpreis deutlich unter Druck gesetzt. Umso bemerkenswerter ist die Dynamik der vergangenen Woche, in der sich der Markt klar erholen konnte und wieder Käufer auf tieferen Niveaus angezogen hat.
Strukturell bleibt die Positionierung unterstützend. Das Managed Money hält weiterhin über 160.000 Kontrakte auf der Long-Seite und hat den Rücksetzer nicht genutzt, um Positionen abzubauen, sondern vielmehr gehalten. Das spricht für eine weiterhin intakte Grundüberzeugung im Markt.
Trotz dieser Stabilisierung bleibt das Umfeld kurzfristig herausfordernd. Steigende Zinsen und erhöhte Inflationserwartungen wirken weiterhin als Gegenwind für zinssensitive Assets wie Gold. Zusätzlich zeigt die Saisonalität ein eher schwächeres Bild für die kommenden Monate, da die Phase bis in den Frühsommer hinein historisch nicht zu den stärksten Perioden für den Goldpreis zählt.
Insgesamt deutet die jüngste Entwicklung jedoch darauf hin, dass der Markt im Bereich um 4.100 US-Dollar vorerst eine tragfähige Unterstützung gefunden hat und Rücksetzer aktuell gekauft werden.
FAZIT

Genau diese Divergenz macht die aktuelle Situation besonders interessant. Während Ölpreise im Zuge der geopolitischen Eskalation im Nahen Osten deutlich gestiegen sind und global von einer zunehmenden Energieverknappung gesprochen wird, bleibt der US-Gasmarkt kurzfristig unter Druck. Haupttreiber dafür sind weiterhin hohe Lagerbestände, steigende Produktion sowie saisonal schwächere Nachfrage durch mildere Temperaturen.
Ein Blick auf die Positionierung verstärkt das konträre Bild. Das Managed Money hält aktuell rund 167.000 Kontrakte auf der Short-Seite und ist damit weiterhin massiv bearish positioniert. Diese einseitige Positionierung erhöht das Potenzial für eine Gegenbewegung, sobald sich das fundamentale Bild oder die Nachfrageperspektive verändert.
Auch die Saisonalität spricht klar für steigende Preise in den kommenden Wochen. Historisch zeigt der Henry Hub Natural Gas Future bis Mitte Juni – mit dem Beginn der Hurricane-Saison – eine ausgeprägte Aufwärtsphase. Diese Kombination aus negativer Positionierung, schwachem Sentiment und positiver Saisonalität bildet ein klassisches Setup für eine mögliche Gegenbewegung.
Insgesamt bleibt der Markt kurzfristig belastet, strukturell jedoch zunehmend spannend auf der Long-Seite. Insbesondere mögliche Auswirkungen der globalen Energieverwerfungen könnten mit zeitlicher Verzögerung auch im US-Gasmarkt sichtbar werden.
FAZIT

Die Preisentwicklung bleibt aktuell von erhöhter Volatilität geprägt, ohne dass sich ein klarer Trend etabliert. Vielmehr sehen wir eine Konsolidierungsphase auf erhöhtem Niveau, nachdem der Markt in den vergangenen Monaten deutlich höhere Preisregionen getestet hatte.
Positiv hervorzuheben ist die Entwicklung bei den COT-Daten. Das Managed Money hat seine Long-Positionen zuletzt wieder leicht ausgebaut und hält aktuell etwas mehr als 25.000 Kontrakte auf der Long-Seite. Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass institutionelle Marktteilnehmer beginnen, sich wieder vorsichtig auf der Käuferseite zu positionieren.
Zusätzlich spricht die Saisonalität klar für den Markt. Historisch zeigt der Arabica-Kaffee-Future bis Mitte beziehungsweise Ende Mai eine tendenziell positive Entwicklung, was das aktuelle Setup unterstützt.
Insgesamt ergibt sich damit ein gemischtes Bild: kurzfristige Schwäche und fehlendes Momentum auf der einen Seite, aber zunehmende Long-Positionierung und positive Saisonalität auf der anderen Seite.

Die Erholung kommt nach einer längeren Schwächephase und zeigt, dass auf tieferen Niveaus wieder Käufer in den Markt zurückkehren. Gleichzeitig bleibt das fundamentale Umfeld gemischt. Einerseits sorgen steigende Lagerbestände und eine sich entspannende Angebotslage für Druck, andererseits bleiben strukturelle Risiken im Markt bestehen, insbesondere durch Wetterentwicklungen in Westafrika und steigende Produktionskosten.
Ein zentraler Punkt ist die aktuelle Positionierung. Das Managed Money hat seine Short-Positionen zuletzt weiter ausgebaut und hält aktuell rund 21.600 Kontrakte auf der Short-Seite. Diese Entwicklung kann den Markt kurzfristig belasten, erhöht gleichzeitig aber auch das Potenzial für eine dynamische Gegenbewegung, sollte es zu Short-Covering kommen.
Zusätzlich spricht die Saisonalität für den Markt. Historisch beginnt im April eine Phase, in der der Kakao-Future häufig anzieht und bis Ende des Monats eine positive Tendenz zeigt. Diese saisonale Unterstützung trifft aktuell auf eine bereits laufende Erholung, was das Setup verstärkt.
Insgesamt ergibt sich damit ein konstruktives, aber weiterhin fragiles Bild: erste Aufwärtsdynamik trifft auf noch bestehende strukturelle Unsicherheiten und eine einseitige Positionierung.

Diese Entwicklung ist besonders bemerkenswert vor dem Hintergrund der aktuellen geopolitischen Lage. Die anhaltende Eskalation im Nahen Osten schürt zunehmend Sorgen über eine mögliche globale Wachstumsabschwächung. Kupfer als klassisches Konjunkturbarometer würde in einem solchen Szenario normalerweise unter Druck stehen – genau das sehen wir aktuell jedoch nicht. Im Gegenteil: Der Markt hat sich von den Tiefs nach Ausbruch der Krise deutlich erholt und signalisiert damit eine weiterhin robuste Nachfrageerwartung.
Auch fundamental gibt es unterstützende Faktoren. Die Nachfrage aus China zeigt wieder Stärke, was sich unter anderem in steigenden Importprämien und sinkenden Lagerbeständen widerspiegelt. Gleichzeitig könnten steigende Produktionskosten – etwa durch höhere Preise für Schwefelsäure infolge von Engpässen im Energiesektor – zusätzlichen Aufwärtsdruck auf die Preise ausüben.
Ein weiterer wichtiger Punkt bleibt die Positionierung. Das Managed Money hält weiterhin eine klare Long-Position von über 40.000 Kontrakten. Diese stabile Long-Ausrichtung bestätigt das konstruktive Gesamtbild und zeigt, dass institutionelle Investoren die aktuelle Bewegung aktiv begleiten.
Auch aus saisonaler Sicht bleibt das Setup attraktiv. Historisch gehört die Phase bis Ende April zu den stärkeren Perioden im Kupfermarkt, was die aktuelle Dynamik zusätzlich unterstützt.

Fundamental zeigt sich ein gemischtes Bild. Die Exportnachfrage lag zuletzt unter den Erwartungen und auch unter dem Niveau des Vorjahres, was kurzfristig belastend wirkt. Gleichzeitig wurde vor dem langen Wochenende verstärkt Risiko aus dem Markt genommen, was zusätzlichen Druck auf die Frontmonate ausgeübt hat. Auch der stärkere US-Dollar bleibt ein negativer Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit amerikanischer Exporte.
Auf der anderen Seite stehen jedoch strukturell positive Faktoren. Die COT-Daten zeigen weiterhin eine sehr klare Positionierung des Managed Money. Mit über 334.000 Kontrakten auf der Long-Seite ist der Markt massiv positioniert und signalisiert eine grundsätzlich bullishe Erwartungshaltung der institutionellen Investoren.
Auch die Saisonalität spricht weiterhin für steigende Preise. Historisch zeigt der Maismarkt bis Mitte/Ende Juni eine positive Tendenz, was die aktuelle Schwächephase eher als temporäre Konsolidierung erscheinen lässt.

Die Aufwärtsbewegung verlief über weite Strecken der Woche sehr sauber und ohne größere Rücksetzer. Das spricht dafür, dass Käufer den Markt aktiv dominieren und Rücksetzer unmittelbar aufgenommen werden. Genau dieses Verhalten sehen wir typischerweise in Phasen, in denen sich ein Markt auf eine nächste Aufwärtsbewegung vorbereitet.
Auch die Positionierung bestätigt dieses Bild. Die COT-Daten zeigen, dass das Managed Money weiterhin stabil auf der Long-Seite positioniert ist und aktuell rund 16.300 Kontrakte long hält. Das ist keine extreme Überpositionierung, aber ausreichend, um die aktuelle Bewegung zu tragen. Gleichzeitig bedeutet das, dass noch Raum nach oben besteht, ohne dass der Markt überhitzt wirkt.
Fundamental bewegt sich Platin weiterhin in einem gemischten Umfeld. Einerseits wirken strukturelle Themen wie die Entwicklung im Automobilsektor eher dämpfend, andererseits bleibt der Markt aufgrund seiner vergleichsweise engen Angebotsstruktur anfällig für schnelle Preisbewegungen. Genau diese Kombination sorgt aktuell dafür, dass Momentumphasen wie in der vergangenen Woche relativ dynamisch verlaufen können.
Auch saisonal bleibt das Setup konstruktiv. Historisch zeigt Platin bis Mitte/Ende Mai eine positive Tendenz, was die aktuelle Bewegung zusätzlich unterstützt und die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass die Stärkephase kurzfristig anhält.
SILBER - SHORT

Die Kursstruktur wirkt damit zunehmend anfällig. Der Markt schafft es aktuell nicht, Aufwärtsbewegungen nachhaltig zu bestätigen, sondern läuft immer wieder in Gewinnmitnahmen hinein. Genau dieses Verhalten ist typisch für eine Phase, in der die zugrunde liegende Nachfrage an Stärke verliert und der Markt beginnt, an Momentum einzubüßen.
Ein entscheidender Punkt bleibt die Positionierung. Die COT-Daten zeigen, dass das Managed Money nur noch rund 23.900 Kontrakte auf der Long-Seite hält. Das ist ein deutlicher Rückgang im Vergleich zu den Spitzenwerten von über 62.000 Kontrakten im Juni des vergangenen Jahres. Diese Entwicklung signalisiert, dass die strukturelle Unterstützung durch institutionelle Investoren spürbar nachlässt.
Auch das makroökonomische Umfeld wirkt aktuell belastend. Der stärkere US-Dollar sowie steigende Zinsen – getrieben durch höhere Energiepreise und zunehmende Inflationssorgen – setzen Edelmetalle generell unter Druck. Silber reagiert auf diese Faktoren typischerweise sensibler als Gold, was die stärkeren Ausschläge erklärt.
Aus saisonaler Sicht ergibt sich ebenfalls kein unterstützendes Bild. Historisch tendiert Silber bis Ende Juni eher schwächer, was die aktuelle Marktstruktur zusätzlich bestätigt und die Wahrscheinlichkeit weiterer Rücksetzer erhöht.

Auffällig ist, dass sich der Markt aktuell wieder stärker auf fundamentale Faktoren konzentriert. Themen wie Wetterbedingungen in der US-Anbausaison sowie die Entwicklung der globalen Angebots- und Nachfragebalance rücken zunehmend in den Fokus. Gleichzeitig bleibt die Exportnachfrage zuletzt etwas hinter den Erwartungen zurück, was kurzfristig bremsend wirken kann. Auch der stärkere US-Dollar stellt weiterhin einen Belastungsfaktor dar, da er die Wettbewerbsfähigkeit amerikanischer Agrarprodukte auf dem Weltmarkt reduziert.
Trotz dieser kurzfristigen Gegenwinde zeigt sich die strukturelle Positionierung weiterhin klar konstruktiv. Die COT-Daten belegen, dass das Managed Money mit über 227.000 Kontrakten deutlich auf der Long-Seite engagiert ist. Diese ausgeprägte Positionierung signalisiert, dass institutionelle Investoren weiterhin von steigenden Preisen ausgehen und den Markt entsprechend unterstützen.
Zusätzlich liefert die Saisonalität ein positives Bild. Historisch tendieren Sojabohnen bis in den Sommer hinein fester, was das aktuelle Setup unterstützt und darauf hindeutet, dass die ruhige Phase eher eine Konsolidierung innerhalb eines übergeordneten Aufwärtsszenarios darstellt.

TTF Gas unter Druck – Markt blendet strukturelle Angebotsrisiken weiter aus
Dennoch dominieren kurzfristig andere Faktoren das Marktgeschehen. Mildere Wetterbedingungen sowie eine erhöhte Stromproduktion aus erneuerbaren Energien sorgen aktuell für eine schwächere Nachfrage und dämpfen die Preise. Gleichzeitig scheint der Markt weiterhin auf eine mögliche Entspannung im geopolitischen Umfeld zu hoffen, auch wenn konkrete Fortschritte bislang ausbleiben.
Diese Diskrepanz zwischen kurzfristiger Preisentwicklung und strukturellem Risiko ist bemerkenswert. Während die fundamentalen Risiken auf der Angebotsseite klar nach oben gerichtet sind, reagiert der Markt aktuell primär auf temporäre Nachfrageeffekte und Hoffnungssignale.
WTI Crude Oil gewinnt auf Wochenbasis +10,88%.
Performance 5 Jahre: +88,56%
Die letzte Woche im 30min Chart:

Öl explodiert – geopolitischer Schock trifft auf unterpositionierten Markt
Treiber dieser Bewegung ist klar die geopolitische Eskalation rund um den Iran und die weiterhin blockierte Straße von Hormuz, durch die normalerweise rund 20 % des globalen Ölhandels laufen. Die Unsicherheit über die Dauer des Konflikts und die fehlende Perspektive für eine kurzfristige Wiederaufnahme der Lieferströme sorgen für eine massive Risikoprämie im Ölpreis. Gleichzeitig kommen zusätzliche Angebotsrisiken hinzu, unter anderem durch Angriffe auf Infrastruktur sowie reduzierte Exportkapazitäten in anderen Regionen.
Interessant ist dabei die Positionierung im Markt. Die COT-Daten zeigen, dass das Managed Money seine Long-Positionen zwar auf rund 213.000 Kontrakte ausgebaut hat, das Niveau im historischen Vergleich jedoch weiterhin nicht extrem hoch ist. Genau das spricht dafür, dass viele Marktteilnehmer von dieser Bewegung überrascht wurden und sich erst nach und nach neu positionieren.
Auch saisonal bleibt das Bild klar unterstützend. Der Ölmarkt befindet sich aktuell in einer Phase, die historisch von steigenden Preisen geprägt ist, was die bestehende Aufwärtsdynamik zusätzlich verstärken kann.
In Summe ergibt sich ein Markt, der aktuell stark von geopolitischen Risiken getrieben wird, während die Positionierung noch nicht vollständig auf dieses Szenario angepasst ist. Genau diese Kombination sorgt für die hohe Dynamik auf der Oberseite.
Zucker verliert auf Wochenbasis -4,70%.
Performance 5 Jahre: +1,49%
Die letzte Woche im 30min Chart:

Zucker unter Druck – Short-Covering trifft auf schwache Saisonalität
Fundamental bleibt das Bild belastet. Vor allem die steigende Produktion in Indien sowie eine robuste Angebotslage in Brasilien sorgen weiterhin für Druck auf die Preise. Die Aussicht auf globale Überschüsse im laufenden und kommenden Erntejahr verstärkt dieses Bild zusätzlich und hält den Markt strukturell in einem schwächeren Umfeld.
Interessant ist jedoch die Entwicklung bei den COT-Daten. Das Managed Money hat seine Short-Positionen deutlich reduziert und hält aktuell nur noch rund 65.000 Kontrakte short. Zum Vergleich: Auf dem Höhepunkt lag die Short-Positionierung bei über 246.000 Kontrakten. Diese massive Reduktion zeigt, dass ein großer Teil des Verkaufsdrucks bereits aus dem Markt genommen wurde.
Trotz dieser Entspannung bleibt die kurzfristige Perspektive gedämpft. Saisonal befindet sich der Zucker-Future aktuell in einer Phase, die historisch bis Mitte Juni eher fallende Preise begünstigt. Das spricht gegen eine schnelle und nachhaltige Trendwende auf der Oberseite.
In Summe ergibt sich ein Markt, der kurzfristig weiterhin unter Druck steht, während sich im Hintergrund die Positionierung bereits deutlich bereinigt hat. Genau diese Kombination macht die aktuelle Situation spannend, auch wenn der klare Trigger für eine Aufwärtsbewegung noch fehlt.
