Geopolitik im Fokus, Markt wird hawkisher – Rohstoffe bleiben das Spielfeld

11.01.26 08:48 AM - Von Mitarbeiter


Liebe Leserinnen und Leser,

 

die vergangene Handelswoche hat in vielerlei Hinsicht gezeigt, wie stark sich die Märkte zu Jahresbeginn auf drei Faktoren konzentrieren: Geopolitik, Zinsausblick und Rohstoffe. Und selten waren diese Themen so eng miteinander verknüpft wie jetzt.

Geopolitisch hat sich die Lage an mehreren Stellen weiter zugespitzt. Venezuela bleibt der zentrale Brennpunkt. Nachdem die USA Präsident Maduro und seine Ehefrau festgesetzt haben, versucht Donald Trump nun, politischen Einfluss auf Venezuela auszuweiten – mit klar erkennbarem Interesse an den massiven Ölreserven des Landes. Schätzungen reichen bis in den Bereich von 17–19 % der weltweiten Erdölreserven. Gleichzeitig mehren sich Hinweise, dass US-Ölunternehmen dieser Perspektive nur begrenzt begeistert gegenüberstehen. Die Infrastruktur ist marode, die operative Umsetzung extrem kapitalintensiv. Venezuela produziert derzeit nur rund eine Million Barrel pro Tag und liegt damit bei weniger als einem Prozent der Weltproduktion. In den 1990er-Jahren waren es zeitweise drei Millionen – um dorthin zurückzukehren, wären Milliardeninvestitionen und Jahre an Aufbauarbeit nötig. Kurz: Die geopolitische Eskalation ist real, die kurzfristige Angebotswirkung jedoch begrenzt.

Parallel dazu rückt der Iran wieder gefährlich stark in den Mittelpunkt. Die Protestbewegungen im Land nehmen zu, die innenpolitische Stabilität wirkt fragiler, und Washington hat bereits deutlich gemacht, dass ein gewaltsames Niederschlagen der Proteste Konsequenzen haben könnte. Zusätzlich kursiert erneut das Szenario, dass Israel und die USA militärisch aktiv werden könnten. Für die Märkte ist dabei weniger die Rhetorik entscheidend als die Zahl: Iran produziert über drei Millionen Barrel pro Tag – knapp drei Prozent der globalen Förderung. Jede Verschärfung dieser Lage erhöht automatisch die Risikoprämie im Ölmarkt.

Als dritter geopolitischer Risikofaktor bleibt Grönland auf dem Tisch. Donald Trump betont seinen Anspruch weiterhin offen und schließt sogar militärische Optionen nicht aus. Das erhöht das Misstrauen in Europa und bringt die Stabilität westlicher Bündnisstrukturen in eine neue Spannung. In diesem Kontext rückt automatisch auch Taiwan wieder in den Fokus: Wenn internationale Normen zunehmend gedehnt oder ignoriert werden, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass andere Großmächte ähnliche Schritte zumindest erwägen.

Makroseitig wurde der Zinsausblick in den USA in der vergangenen Woche neu kalibriert. Die US-Arbeitsmarktdaten fielen bei den neu geschaffenen Stellen schwächer aus – rund 50.000 statt erwarteter 70.000. Gleichzeitig fiel die Arbeitslosenquote. Der Effekt war eindeutig: Der Markt hat die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung im Januar nahezu eliminiert – aktuell liegt sie nur noch im Bereich von rund 5 %. Insgesamt hat sich der Zinspfad für 2026 hawkisher verschoben, sprich: Die erwarteten Zinssenkungen wurden zeitlich nach hinten geschoben. Das stützt kurzfristig den US-Dollar und belastet den Euro, auch wenn weiterhin zwei Cuts im Jahresverlauf eingepreist bleiben. Zusätzlich bleibt der Blick auf Mai gerichtet, in Kürze dürfte die Diskussion um eine neue Fed-Führung wieder stärker Fahrt aufnehmen.

In den Aktienmärkten war der Ton ebenfalls konstruktiv: Der S&P 500 markierte ein neues Allzeithoch. Gleichzeitig zeigt der Rohstoffkomplex Stärke – und hier waren es vor allem die Metalle, die eine extrem volatile, aber unter dem Strich robuste Woche ablieferten. Das viel diskutierte Rebalancing im Bloomberg Commodity Index und im S&P GSCI hat zwar kurzfristig Druck erzeugt, insbesondere in Gold und Silber – aber nur sehr begrenzt. Die Märkte haben diese Flows offenbar schnell absorbiert und im Anschluss sogar mit einer Gegenreaktion geantwortet. Das ist ein Signal: Der Rohstoffmarkt ist aktuell nicht fragil, sondern belastbar.

Spannend wird es in der kommenden Woche. Am Dienstag stehen die US-Inflations- und CPI-Daten an – sie dürften die nächste Richtung im Zinsnarrativ vorgeben. Zusätzlich wird es eine ungewöhnlich hohe Dichte an Reden von FOMC-Mitgliedern geben. Da wir uns dem nächsten Fed-Meeting am 28. Januar nähern, rückt auch die Blackout-Phase näher – sobald diese beginnt, wird die Kommunikation der Fed abrupt leiser. Genau deshalb könnte die kommende Woche in der Fed-Kommunikation noch einmal besonders relevant werden.

Was war im DCX in der vergangenen Woche besonders auffällig?

Der DCX zeigte in der abgelaufenen Handelswoche eine sehr starke Entwicklung und legte um +2,47 % auf 140,00 Punkte zu. Damit startet der Index positiv ins Jahr 2026 und liegt seit Jahresbeginn bei +1,29 %, während die Performance seit Auflegung am 10. Dezember 2024 inzwischen +40,14 % erreicht. Auffällig war dabei vor allem die breite Beteiligung mehrerer Sektoren – insbesondere Metalle –, während einzelne Agrarmärkte weiterhin durch Geduld und Seitwärtsphasen geprägt sind.


Der dominante Treiber der Woche war klar der Metallkomplex. Gold, Silber, Platin und Palladium verzeichneten teils sehr kräftige Wochengewinne, begleitet von hoher Volatilität. Das im Vorfeld viel diskutierte Index-Rebalancing (BCOM/GSCI) sorgte zwar kurzfristig für Verkaufsdruck, wurde jedoch überraschend schnell absorbiert. Statt eines nachhaltigen Belastungsfaktors erwies sich das Rebalancing letztlich als temporärer Liquiditätsschock, auf den viele Märkte mit einer Gegenbewegung reagierten. Besonders auffällig: Die strukturellen Trends blieben intakt, Kapitulation war in den COT-Daten nicht zu erkennen.


Auch Kupfer stach erneut hervor. Neue Allzeithochs an CME und LME unterstrichen die Stärke des industriellen Metallkomplexes. Rücksetzer wurden zügig gekauft, was das Bild eines reifen, aber weiterhin gut unterstützten Aufwärtstrends bestätigt. Der DCX profitierte in dieser Woche damit klar von seiner Metallgewichtung.


Energie zeigte ein differenzierteres Bild. WTI Crude Oil konnte sich bei extrem bearish positioniertem Marktumfeld erholen, getragen von steigenden geopolitischen Risiken (Iran, Russland, Venezuela). Gleichzeitig blieb TTF Natural Gas erstaunlich träge, obwohl die fundamentale Lage mit fallenden Speicherständen und anhaltender Kälte zunehmend angespannt ist. Diese Divergenz zwischen Fundamentaldaten und Marktreaktion war eines der auffälligsten Merkmale im Energiesegment.


Im Agrarbereich dominierte weiterhin Geduld. Baumwolle, Zucker und Kaffee bewegten sich zwar stabil bis leicht positiv, konnten aber kein nachhaltiges Momentum entwickeln. Auffällig war hier weniger die Preisbewegung selbst als vielmehr die Positionierung: In mehreren Märkten werden Shorts abgebaut bzw. Longs aufgebaut, ohne dass sich dies bislang klar im Preis widerspiegelt – ein klassisches Zeichen für vorbereitende Marktphasen.


In Summe war es eine Woche, in der der DCX von Trendbestätigung statt Trendbruch profitierte. Volatilität nahm zu, doch sie wirkte eher bereinigend als destruktiv. Fundamentale Themen – Geopolitik, Positionierung, Angebotsverknappung – dominierten klar gegenüber rein technischen Faktoren.




• Baumwolle | +0,64 % | Long
Geduldsmarkt. Shorts werden weiter abgebaut, Saisonalität unterstützt – Ausbruch bleibt ausstehend.

• Bund-Future | +0,72 % | Short
Erholung läuft aus. Steigende Renditen begrenzen das Aufwärtspotenzial.

• CO₂-Zertifikate | +2,22 % | Long
Neues Jahreshoch. Angebotsverknappung 2026 wird zunehmend eingepreist.

• EUR/USD | –0,70 % | Long
Schwacher Wochenschluss trotz weiter steigender Long-Positionierung. Divergenz bleibt zentral.

• Gold | +4,08 % | Long
Starke Woche, Close nahe Hoch. Geopolitik und saisonale Stärke unterstützen.

• Kaffee | –0,04 % | Long
Erholungsversuch gescheitert. Long-Positionierung steigt, Trend bleibt fragil.

• Kupfer | +3,41 % | Long
Neue Allzeithochs, konstruktive Konsolidierung. Struktur bleibt klar positiv.

• Mais | +1,89 % | Long
Stabil vor USDA-Report. Solide Nachfrage, ausgewogene Positionierung.

• Palladium | +10,56 % | Long
Sehr starke Woche. Positionierung noch früh im Zyklus, Saisonalität positiv.

• Platin | +5,39 % | Long
Dynamische Bewegung, anschließende Konsolidierung. Trend weiter intakt.

• Silber | +10,47 % | Long
Extrem volatil, aber strukturell stark. Index-Effekte weitgehend verdaut.

• TTF Natural Gas | –1,07 % | Long
Fundamentale Spannung steigt, Markt bleibt erstaunlich gleichgültig.

• WTI Crude Oil | +2,55 % | Long
Contrarian-Setup bei extrem defensiver Positionierung. Geopolitik gewinnt an Bedeutung.

• Zucker | +1,99 % | Long
Index-Käufe stützen kurzfristig, hohe Shorts begrenzen das Aufwärtspotenzial.

Fazit
Erstens: Geopolitik wird nicht weniger, sondern mehr. Das erhöht die strukturelle Unterstützung für reale Assets, insbesondere Edelmetalle. Zweitens: Der Zinsausblick ist kurzfristig hawkisher geworden – das kann Gold und Silber temporär bremsen, ändert aber nichts am übergeordneten Safe-Haven-Narrativ. Drittens: Der Ölmarkt ist ein klassisches Contrarian-Setup. Das Sentiment war extrem negativ, gleichzeitig scheint WTI im Bereich um 55 USD eine Bodenbildung zu versuchen. Wenn geopolitische Risiken gleichzeitig real werden, kann sich die Überschuss-Erzählung sehr schnell drehen – und dann wird nicht mehr über Glut gesprochen, sondern über knappe Versorgung.

Kurz gesagt: Wir handeln derzeit kein „normales“ Marktjahr. 2026 startet als Rohstoff- und Geopolitikjahr – mit hoher Volatilität, aber auch mit klaren Chancen. Entscheidend bleibt, dass wir die Setups sauber strukturieren, Positionierung und Sentiment ernst nehmen und in den entscheidenden Momenten handlungsfähig bleiben.
Ihr
Carsten S. Stork


Performance DCX 

aktueller Indexstand: 140,00
Wochenperformance: +2,47%
Seit Jahresanfang 2026: 1,29%
Seit Auflegung (10. Dezember 2024): 40,14%



DCX POSITIONEN

BAUMWOLLE - LONG

Baumwolle gewinnt auf Wochenbasis +0,64%.
Die letzte Woche im 15-Minuten-Chart:


Baumwolle-Future – Geduldsspiel trotz positiver Signale

Der Baumwolle-Future an der ICE US schloss die vergangene Handelswoche mit einem leichten Plus von +0,64 % bei 64,41 US-Cent. Damit bestätigt sich erneut das Bild eines Marktes, der zwar nicht mehr deutlich fällt, sich aber weiterhin extrem schwer tut, nachhaltiges Momentum nach oben zu entwickeln. 

Besonders frustrierend war dabei der Wochenverlauf. Am Dienstag, den 06. Januar, gelang dem Markt zunächst eine saubere Erholung bis auf 65,76 US-Cent. Doch wie schon so oft in den vergangenen Wochen wurde jede Bewegung nach oben konsequent verkauft. Über den restlichen Wochenverlauf setzte sich wieder schrittweise Verkaufsdruck durch, sodass der Kontrakt letztlich nahe dem unteren Bereich der Wochenrange schloss. Baumwolle kommt derzeit schlicht nicht in die Gänge.

Ein konstruktiver Aspekt bleibt jedoch die Positionierung. Laut den aktuellen COT-Daten hat das Managed Money seine Netto-Short-Position weiter reduziert und hält aktuell nur noch rund 28.920 Kontrakte short. Zum Vergleich: Im Oktober lag die Short-Positionierung noch bei über 65.000 Kontrakten. Diese deutliche Reduktion spricht dafür, dass der Verkaufsdruck aus spekulativer Sicht nachlässt – auch wenn sich daraus bislang noch kein Preisanstieg ableiten lässt.

Fundamental und technisch bleibt das Bild gemischt. Exportzahlen und Nachfrage liefern aktuell keine klaren Impulse, weshalb jede Erholung rasch wieder auf Angebot trifft. Das stärkste Argument auf der Long-Seite ist derzeit die Saisonalität: Historisch zeigt Baumwolle bis Anfang März eine tendenziell steigende Tendenz, was zumindest ein gewisses Rückenwind-Potenzial liefert.

Ein zusätzlicher Punkt, der Aufmerksamkeit verdient, ist das Open Interest. Dieses ist seit Mitte/Ende November deutlich angestiegen und liegt inzwischen bei über 317.000 Kontrakten. Ein hohes und weiter steigendes Open Interest deutet darauf hin, dass neue Positionen aufgebaut werden und der Markt sich auf eine größere Bewegung vorbereitet – auch wenn die Richtung bislang offen bleibt.

FAZIT

Baumwolle bleibt ein zähes Setup. Kurzfristig wird jede Erholung verkauft, und es fehlt an einem klaren Trigger für einen Ausbruch. Gleichzeitig sprechen die deutlich reduzierte Short-Positionierung, die positive Saisonalität und das hohe Open Interest dafür, den Markt weiter eng zu beobachten. Noch ist Geduld gefragt – aber die Voraussetzungen für eine größere Bewegung beginnen sich langsam aufzubauen.



BUND FUTURE - SHORT

Baumwolle gewinnt auf Wochenbasis +0,72%.
Die letzte Woche im 30-Minuten-Chart:


Euro Bund Future – Erholung läuft aus, Renditen ziehen leicht an

Der Euro Bund Future konnte in der vergangenen Handelswoche um +0,72 % zulegen und zeigte zu Wochenbeginn eine solide Erholungsbewegung. In den ersten zwei bis drei Handelstagen stieg der Kontrakt kontinuierlich an und notierte zwischenzeitlich über der Marke von 128 Punkten. Dieses Niveau konnte jedoch nicht verteidigt werden. Ab Mittwoch setzten Gewinnmitnahmen ein, sodass der Bund zum Wochenschluss knapp unterhalb von 128 aus dem Handel ging. 

Parallel dazu zogen die Renditen der 10-jährigen Bundesanleihe in den ersten Januartagen wieder an und bewegten sich zum Wochenschluss bei 2,82–2,83 %, nachdem sie zuvor auf ein knapp einmonatiges Tief gefallen waren. Steigende Renditen wirkten entsprechend dämpfend auf den Bund Future. Ein neuer Abwärtstrend entstand daraus jedoch nicht – vielmehr handelt es sich bislang um einen Seitwärts- bis Konsolidierungsprozess auf dem Niveau von Ende 2025.

Fundamental wurde der Renditeanstieg unter anderem durch besser als erwartete deutsche Fabrikaufträge (+5,6 % im November) sowie einzelne stabilere Konjunktursignale aus dem Euroraum gestützt. Gleichzeitig bleibt der Spielraum nach oben begrenzt, da sich die Inflationsdynamik in der Eurozone weiter abschwächt und die Headline-Inflation nahe der 2-%-Marke liegt. Das dämpft Erwartungen zusätzlicher EZB-Straffung und verhindert bislang einen deutlicheren Renditeanstieg.

Im größeren Kontext erwarten viele Strategen für 2026 ein Umfeld leicht höherer Langfristzinsen bei einem auf Hold bleibenden EZB-Leitzins. Dieses Setup spricht für begrenztes Aufwärtspotenzial im Bund Future, solange es nicht zu einer klaren Wachstumsabkühlung oder neuen Stresssignalen kommt.

FAZIT

Der Bund Future hat sich kurzfristig erholt, konnte das höhere Niveau aber nicht behaupten. Steigende Renditen setzen den Markt unter Druck, ohne bislang einen neuen Trend auszulösen. Solange sich das makroökonomische Umfeld stabil zeigt, bleibt der Bund in einer Range-Phase mit begrenztem Upside gefangen.


CO₂-ZERTIFIKATE– LONG

CO₂-Zertifikate gewinnen auf Wochenbasis +2,22%.
Die letzte Woche im Chart:


CO₂-Zertifikate – Aufwärtstrend bestätigt, neues Jahreshoch

In der vergangenen Handelswoche standen bei CO₂-Zertifikaten (EUAs) weiter steigende Preise und der Ausblick auf ein engeres Angebotsumfeld im Jahr 2026 im Fokus. Neue politische Beschlüsse gab es nicht – der Markt wird aktuell klar von Fundamentaldaten und Erwartungshaltungen getragen.

Die EU-Emissionszertifikate legten in der Woche um +2,22 % zu und schlossen bei 89,97 EUR/t. Damit beendeten sie die Woche am Wochenhoch und markierten zugleich ein neues Jahreshoch – nicht nur für 2026, sondern auch auf dem höchsten Niveau seit September 2024.

S&P Global berichtet für die Woche bis zum 9. Januar von stabilen bis leicht steigenden Preisen im Bereich 88,2–88,9 EUR/t, getragen von solider Nachfrage, kälterem Wetter und begrenzten Auktionsvolumina zu Jahresbeginn. Das aktuell reduzierte Angebot wirkt damit kurzfristig klar unterstützend.

Der Blick richtet sich zunehmend auf 2026. Analysten gehen davon aus, dass die Auktionsmenge im kommenden Jahr um rund 52 Mio. Zertifikate sinkt. Gründe sind unter anderem die Annullierung maritimer EUAs sowie strukturelle Kürzungen des Caps. In Summe entspricht das laut Marktanalysen einer Angebotsreduktion von rund −8 % gegenüber 2025, was als klar bullischer Faktor interpretiert wird. Die revidierten Auktionskalender wurden bereits im Dezember veröffentlicht – der Markt beginnt diese Verknappung nun sichtbar einzupreisen.

FAZIT
CO₂-Zertifikate zeigen eine starke Woche, schließen am Hoch und bestätigen den intakten Aufwärtstrend, der sich seit dem Liberation Day am 2. April etabliert hat. Die Kombination aus strukturell engerem Angebot 2026, solider Nachfrage und stabiler Positionierung spricht weiterhin für ein konstruktives Marktumfeld.


EUR/USD - LONG

Der EUR/USD verliert auf Wochenbasis -0,70%.
Die letzte Woche im 30-Minuten-Chart: 


EUR/USD – Schwache Preisentwicklung trotz Long-Positionierung


Der Euro-US-Dollar setzte seinen Abwärtstrend in der vergangenen Handelswoche fort und verlor erneut −0,70 %. Der Wechselkurs schloss bei 1,1635 und damit nahe dem Wochentief. Das Wochen-Low lag bei 1,1618, was die insgesamt schwache Preisstruktur unterstreicht. Auffällig war der sehr gleichmäßige Verlauf: Der EUR/USD tendierte über nahezu die gesamte Woche hinweg kontinuierlich nach unten, ohne nennenswerte Erholungsversuche. Technisch bleibt das Bild damit klar belastet. 

Fundamental spiegelt sich diese Schwäche vor allem in der zunehmenden Zinsdivergenz wider. Die Neubewertung der US-Zinserwartungen nach den Arbeitsmarktdaten stärkte den US-Dollar weiter, während dem Euro auf der Gegenseite Impulse fehlten. Entsprechend blieb der EUR/USD unter konstantem Abgabedruck.

Interessant ist jedoch die Positionierung. Die aktuellen COT-Daten bestätigen die Preisbewegung bislang nicht. Das Managed Money hat seine Long-Positionen weiter ausgebaut und hält nun 162.812 Kontrakte netto long. Gegenüber Mitte November entspricht das einem Anstieg von mehr als 85.000 Kontrakten. Diese Entwicklung steht im klaren Widerspruch zur jüngsten Kursdynamik.

FAZIT

Der EUR/USD zeigt aktuell eine schwache Preisstruktur und schließt nahe den Wochentiefs. Gleichzeitig signalisiert die Positionierung weiterhin deutlichen Optimismus auf Seiten des Managed Money. Diese Divergenz zwischen Preis und Positionierung ist bemerkenswert und erhöht das Risiko, dass entweder die Long-Positionen abgebaut werden – oder der Markt auf der Oberseite irgendwann reagieren muss. Kurzfristig bleibt der Euro jedoch klar unter Druck.

GOLD - LONG

Gold gewinnt auf Wochenbasis +4,08%.
Die letzte Woche im 30-Minuten-Chart:


Gold-Future – Starke Woche, Close nahe Wochenhoch

Der Gold-Future legte in der vergangenen Handelswoche deutlich zu und gewann +4,08 %. Der Kontrakt schloss bei 4.518,4 USD je Unze und damit nahe dem Wochenhoch, das bei 4.527 USD lag. Die Preisentwicklung war über die Woche hinweg klar konstruktiv, Rücksetzer wurden konsequent gekauft. Technisch bleibt das Momentum eindeutig auf der Oberseite. 

Auslöser der Bewegung waren unter anderem die US-Arbeitsmarktdaten, die zwar schwächer ausfielen, aber keinen Stress signalisierten. Dieses Umfeld – abkühlendes Wachstum ohne Rezessionsangst – unterstützt weiterhin die Nachfrage nach zinslosen Sachwerten, auch wenn der US-Dollar gleichzeitig relativ fest blieb. Zusätzlich bleibt Gold geopolitisch der zentrale Safe-Haven-Anker. Die zuletzt wieder verschärften Spannungen rund um Iran und Venezuela haben das Sicherheitsbedürfnis erneut erhöht und stützen die Preise.

Auf der Positionierungsseite zeigt sich kein Überhitzungssignal. Das Managed Money hat seine Long-Positionen leicht reduziert, hält aber weiterhin über 227.000 Kontrakte netto long. Die Bewegung bleibt damit klar vom institutionellen Geld getragen und wirkt nicht spekulativ überzogen.

Auch die Saisonalität spricht weiterhin für Gold. Historisch zeigt sich bis Mitte bis Ende Februar eine robuste Phase, in der Gold häufig weiter zulegen kann. In Kombination mit geopolitischen Risiken und einem sich abschwächenden Wachstum bleibt das Umfeld konstruktiv.

FAZIT

Starke Wochenperformance, Schlusskurs nahe dem Hoch und weiterhin solide institutionelle Unterstützung. Gold bleibt klar im Fokus und hat saisonal wie fundamental weiteres Potenzial in den kommenden Wochen.



KAFFEE - LONG

Der Kaffee-Future verliert auf Wochenbasis -0,04%. 
Die letzte Woche im 15min Chart: 


Arabica-Kaffee: Guter Start, schwaches Ende – Erholung weiter fragil


Der Arabica Coffee Future an der ICE zeigte in der vergangenen Woche ein enttäuschendes Bild: Trotz eines zwischenzeitlich starken Anstiegs verlor der Kontrakt auf Wochensicht leicht und schloss bei 356,05 US-Cent, was einem Minus von −0,04 % entspricht. Damit blieb der Future praktisch unverändert, obwohl es im Wochenverlauf zwischenzeitlich so aussah, als könnte eine nachhaltige Erholung starten.

Zu Beginn der Woche setzte der Markt eine kräftige Erholungsbewegung in Gang. Am Donnerstag, dem 08.01., erreichte der Kontrakt ein Zwischenhoch bei 383,85 US-Cent – ein Niveau, das kurzfristig wieder Hoffnung auf eine stabilere Trendaufwärtsbewegung weckte. Doch dieser Anstieg wurde anschließend durchweg abverkauft, sodass der Future am Donnerstag und Freitag wieder deutlich nachgab. Die Stärke verpuffte, und die Woche endete nahe dem unteren Bereich der Handelsspanne.

Das charttechnische Bild bleibt damit frustrierend: Seit dem All-Time-High vom 23. Oktober 2025 liegt Arabica weiterhin rund −18,7 % unter diesem Spitzenstand – der Markt hat bislang keine überzeugende Trendwende vollzogen.

Auf der Positionierungsseite zeigen die aktuellen COT-Daten eine moderate, aber bemerkenswerte Entwicklung: Das Managed Money hat seine Long-Positionen weiter ausgebaut und hält aktuell knapp über 30.500 Kontrakte long. Dies deutet darauf hin, dass spekulative Marktteilnehmer trotz der jüngsten Schwäche an einer Erholung festhalten bzw. wieder Engagement suchen.

Auch fundamental ist der Markt weiterhin durch Versorgungs- und Angebotsrisiken geprägt. Arabica-Futures bleiben empfindlich gegenüber Wetterbedingungen in Brasilien, dem weltweit größten Arabica-Produzenten, und geopolitischen Unsicherheiten in wichtigen Produktionsregionen, die potenziell die Lieferketten belasten könnten.

Saisonal steht der Markt ebenfalls vor einer volatileren Phase: Historisch neigt Arabica dazu, bis Anfang/Mitte Februar schwankungsanfällig zu bleiben, bevor mögliche saisonale Unterstützungen greifen.

FAZIT
Trotz eines zwischenzeitlich starken Anstiegs konnte der Arabica Coffee Future den Schwung nicht halten und schloss die Woche nahezu unverändert. Die charttechnische Struktur bleibt schwerfällig, während die Long-Positionierung trotz der relativen Schwäche ansteigt – ein Hinweis darauf, dass Käufer zwar im Markt sind, aber keine klare Richtung dominieren. Kurzfristig bleibt der Future volatil und ohne klaren Trend, wobei saisonale und fundamentale Risiken die Lage weiter unruhig halten.



KUPFER - LONG

Der Kupfer-Future gewinnt auf Wochenbasis +3,41%. 
Die letzte Woche im 30min Chart: 


Kupfer bleibt im strukturellen Aufwärtstrend – neue Allzeithochs an CME und LME


Der Kupfer-Future konnte in der vergangenen Handelswoche eine solide Performance von +3,41 % erzielen und schloss bei 589,05 US-Cent. Die Woche war von hoher Volatilität geprägt, insgesamt jedoch klar konstruktiv. 

Am Dienstag, dem 6. Januar, markierte der Kupfer-Future an der CME/COMEX ein neues Allzeithoch bei 611,25 US-Cent. Parallel dazu erreichte auch der Londoner Kupfer-Future an der LME ein neues Rekordhoch. Dass beide Leitkontrakte nahezu zeitgleich neue Höchststände ausbildeten, unterstreicht die Breite und Qualität der Bewegung.

Im Anschluss kam es zu einer scharfen, aber geordneten Korrektur. Der Markt fiel am Donnerstag bis auf ein Wochentief von 569,55 US-Cent, konnte sich von dort jedoch stabilisieren und schloss deutlich über den Tiefs. Ein klassisches Muster eines starken Marktes: neue Hochs, Gewinnmitnahmen, aber kein Trendbruch.

Die COT-Daten bestätigen dieses Bild. Das Managed Money bleibt netto long positioniert. Zwar wurden Long-Positionen zuletzt leicht reduziert, das Niveau bleibt jedoch hoch und signalisiert weiterhin institutionelles Vertrauen in den übergeordneten Aufwärtstrend.

Auch die Saisonalität spricht klar für Kupfer. Historisch zeigt der Markt eine ausgeprägte Stärkephase, die sich häufig bis Mitte/Ende April fortsetzt.

FAZIT

Kupfer bleibt fundamental und technisch gut unterstützt. Neue Allzeithochs an beiden großen Börsen, eine weiterhin konstruktive Positionierung und eine günstige saisonale Phase sprechen dafür, dass Rücksetzer aktuell eher als Konsolidierung innerhalb eines intakten Aufwärtstrends zu werten sind. Solange sich das Preisbild oberhalb der jüngsten Tiefs stabilisiert und das Managed Money netto long bleibt, überwiegen die Chancen auf der Oberseite.


MAIS - LONG

Der Mais-Future gewinnt auf Wochenbasis +1,89%. 
Die letzte Woche im 15min Chart: 


Corn bleibt fest – Markt wartet auf richtungsweisenden USDA-Report

Der Corn-Future (CBOT) konnte in der vergangenen Handelswoche um +1,89 % zulegen und schloss bei 445,25 US-Cent. Der Großteil der Bewegung erfolgte bereits zu Wochenbeginn: Gleich am Montag setzte der Markt zu einem Anstieg an, danach verlief der Handel überwiegend ruhig und seitwärts. Zum Wochenschluss zeigte sich der Markt stabil, ohne größere Abgabedynamik.

Fundamental bleibt das Umfeld konstruktiv. Die jüngsten US-Exportdaten unterstreichen die solide Nachfrage: Die Exportverpflichtungen liegen rund 30 % über dem Vorjahresniveau und befinden sich leicht über dem saisonalen Durchschnittstempo. Zusätzlich sorgten internationale Ausschreibungen – unter anderem aus Südkorea – für punktuelle Unterstützung.

Gleichzeitig hält sich der Markt vor dem nächsten Impuls zurück. Am kommenden Montag veröffentlicht das USDA seinen Quartals-Grain-Stocks-Report, der traditionell ein hohes Überraschungspotenzial besitzt. Erwartet wird eine Bestandsmeldung zum Stichtag 1. Dezember, die maßgeblich beeinflussen dürfte, ob sich der Markt nach oben auflöst oder zunächst konsolidiert.

Die COT-Daten liefern ein solides Fundament: Das Managed Money hält weiterhin eine Long-Position von rund 60.112 Kontrakten. Das ist kein extrem bullisches Niveau, signalisiert aber eine verhalten positive Grundhaltung der spekulativen Marktteilnehmer und wirkt stabilisierend.

Auch die Saisonalität spricht kurzfristig eher für eine Seitwärtsphase. Historisch tendiert Corn bis Ende April zu einer neutralen Entwicklung, bevor sich ab Mai bis Mitte/Ende Juni häufig eine stärkere Aufwärtsbewegung ausbildet.

FAZIT
Corn zeigt sich technisch stabil und fundamental gut unterstützt. Der Markt hat den jüngsten Anstieg konsolidiert, ohne Schwäche zu zeigen. Der nächste klare Impuls dürfte vom USDA-Report am Montag ausgehen. Solange das Managed Money netto long bleibt und keine negativen Überraschungen bei den Beständen auftreten, bleibt das Chancen-Risiko-Verhältnis ausgewogen bis leicht positiv.


PALLADIUM  - LONG

Palladium gewinnt auf Wochenbasis +10,56%.
Die letzte Woche im 30-Minuten-Chart:


Palladium setzt Erholung fort – Positionierung noch am Anfang


Der Palladium-Future an der NYMEX zeigte in der vergangenen Woche eine sehr starke Performance und legte um +10,56 % zu. Der Kontrakt schloss bei 1.874 USD je Unze, nachdem im Wochenverlauf sogar ein Hoch bei 1.937 USD erreicht wurde. Trotz zwischenzeitlicher Rücksetzer konnte ein Großteil der Gewinne gehalten werden. Die zuletzt angekündigten Margin-Erhöhungen wurden vom Markt insgesamt gut absorbiert, auch wenn die Volatilität hoch blieb – ein Muster, das derzeit in nahezu allen Edel- und Industriemetallen zu beobachten ist. 

Strukturell bleibt das Bild konstruktiv. Das Managed Money ist weiterhin netto long positioniert und hält aktuell 579 Kontrakte auf der Long-Seite. Wichtig ist dabei die Einordnung: Diese Long-Position besteht bereits seit Anfang Dezember und ist im historischen Vergleich weiterhin moderat. In anderen Metallen ist die spekulative Positionierung deutlich weiter fortgeschritten, was darauf hindeutet, dass die Positionierung im Palladium noch relativ früh im Zyklus steht und keineswegs überhitzt wirkt.

Fundamental profitiert Palladium zunehmend von der veränderten industriepolitischen Gemengelage. Die zuvor dominante Annahme eines schnellen und vollständigen Übergangs zur Elektromobilität wird sowohl in den USA als auch in Europa zunehmend relativiert. Damit rückt die Nachfrage aus dem klassischen Automobilsektor wieder stärker in den Fokus, was Palladium strukturell stützt. Auf der Angebotsseite bleiben die Perspektiven für 2026 eng, da Förderausweitungen und Recyclingzuwächse bislang nur begrenzt sichtbar sind.

Saisonal betrachtet zeigt sich ein klar positives Muster. Historisch besteht bis Ende April eine ausgeprägte Tendenz zu steigenden Preisen, was das aktuelle technische und positionierungsseitige Bild zusätzlich unterstützt.

FAZIT

Palladium befindet sich nach der kräftigen Erholungsbewegung weiterhin in einer konstruktiven Phase. Die Kombination aus moderater, aber stabiler Long-Positionierung, verbesserter fundamentaler Wahrnehmung und einer klar positiven Saisonalität spricht dafür, dass die Bewegung noch nicht abgeschlossen ist. Gleichzeitig bleibt die Volatilität hoch, was Rücksetzer jederzeit möglich macht. Insgesamt wirkt die aktuelle Entwicklung weniger wie eine überzogene Rally, sondern eher wie der Beginn einer breiteren Re-Positionierung in einem lange vernachlässigten Metall.



PLATIN  - LONG

Platin gewinnt auf Wochenbasis +5,39%. 
Die letzte Woche im 30-Minuten-Chart: 


Platin mit starker Wochenperformance – Korrektur nach Wochenhoch, Trend bleibt konstruktiv


Der Platin-Future zeigte in der vergangenen Handelswoche eine kräftige Aufwärtsbewegung und schloss mit einem Wochenplus von +5,39 % bei 2.277,80 USD je Unze. Der Markt entwickelte sich zunächst sehr dynamisch und konnte bis Mittwoch, den 07.01., auf ein Wochenhoch von 2.487,80 USD ansteigen. Dieses Niveau erwies sich jedoch als nicht nachhaltig, sodass es im weiteren Wochenverlauf zu Gewinnmitnahmen kam. In einem insgesamt sehr volatilen Metallumfeld – ähnlich wie bei Gold, Silber und Palladium – blieb Platin trotz der Korrektur klar im Plus. 

Die zwischenzeitliche Schwäche ist weniger als Trendbruch zu werten, sondern vielmehr als technische Konsolidierung nach einer zuvor sehr steilen Bewegung. Fundamental bleibt das Umfeld unterstützend: geopolitische Unsicherheiten, eine weiterhin solide industrielle Nachfrage sowie strukturelle Angebotsengpässe – insbesondere aus Südafrika – bilden weiterhin ein konstruktives Fundament.

Ein Blick auf die Positionierung bestätigt dieses Bild. Managed Money bleibt klar long positioniert und hält aktuell rund 18.110 Kontrakte auf der Long-Seite. Diese Positionierung dient dem Markt als stabilisierender Faktor und unterstreicht, dass institutionelle Investoren die jüngste Schwäche nicht für einen Richtungswechsel nutzen.

Auch saisonal spricht vieles für Platin. Historisch tendiert der Markt dazu, sein saisonales Hoch erst im Mai (Mitte bis Ende Mai) auszubilden, was dem aktuellen Umfeld grundsätzlich zusätzlichen Rückenwind verleiht – auch wenn kurzfristige Schwankungen angesichts der Nachrichtenlage jederzeit möglich bleiben.

FAZIT
Platin hat in der vergangenen Woche Stärke gezeigt, auch wenn das Wochenhoch nicht verteidigt werden konnte. Die Bewegung wirkt wie eine gesunde Konsolidierung nach einer sehr dynamischen Rally. Managed Money bleibt klar auf der Long-Seite, die saisonale Perspektive ist positiv und die fundamentale Ausgangslage bleibt unterstützend. Unter dem Strich überwiegt ein konstrives Gesamtbild – bei weiterhin erhöhter Volatilität.


SILBER - LONG

Silber gewinnt auf Wochenbasis +10,47%.
Die letzte Woche im 30-Minuten-Chart:


Silber bleibt im Aufwärtstrend – Volatilität nimmt deutlich zu


Der Silver-Future erlebte in der vergangenen Handelswoche eine extrem volatile, unter dem Strich jedoch sehr starke Bewegung. Auf Wochenbasis legte Silber um +10,47 % zu und schloss bei 79,79 US-Dollar je Unze. Während der Woche war die Schwankungsbreite erheblich: Bereits am Mittwoch stieg der Kontrakt bis auf 82,58 US-Dollar, was zeitweise einem Wochenplus von rund 14 % entsprach. Dieses Niveau konnte jedoch nicht gehalten werden. Nach deutlichen Abgaben bis Donnerstag setzte zum Wochenausklang erneut eine Erholung ein. 

Ein wesentlicher Belastungsfaktor in der ersten Wochenhälfte war das Index-Rebalancing, das zu mechanischem Verkaufsdruck führte. Diese Abgaben wurden jedoch relativ gut absorbiert. Der Markt zeigte, dass das gröbste Rebalancing inzwischen verarbeitet ist. Die anschließende Erholung am Freitag deutet darauf hin, dass Käufer auf tieferen Niveaus wieder bereitstanden.

Fundamental sorgten die US-Arbeitsmarktdaten für Rückenwind. Der schwächere Beschäftigungsaufbau reduzierte den Druck auf die Realzinsen und unterstützte Edelmetalle insgesamt. Silber reagierte darauf besonders sensibel, nicht zuletzt aufgrund der zuvor stark ausgedünnten Liquidität nach den Abverkäufen.

Auf der Positionierungsseite zeigt sich jedoch ein differenzierteres Bild. Das Managed Money hat seine Long-Positionen weiter reduziert und hält aktuell nur noch 29.271 Kontrakte netto long. Zum Vergleich: Im Juni lag diese Positionierung noch bei über 67.000 Kontrakten. Dieser kontinuierliche Abbau spricht dafür, dass ein Teil der spekulativen Investoren Gewinne realisiert und vorsichtiger agiert – ein Warnsignal für kurzfristige Übertreibungen, aber kein Trendbruch.

Saisonal bleibt das Umfeld klar unterstützend. Historisch weist der Silver-Future bis Mitte/Ende Februar eine positive Tendenz auf, was die übergeordnete Aufwärtsbewegung weiterhin untermauert.

FAZIT

Silber bleibt strukturell stark, befindet sich aber in einer Phase deutlich erhöhter Volatilität. Das Index-Rebalancing scheint weitgehend verdaut, der Markt hat seine Widerstandsfähigkeit unter Beweis gestellt. Gleichzeitig mahnt der spürbare Abbau der Managed-Money-Longs zur Vorsicht, da die Rally zunehmend selektiver getragen wird. Solange die saisonale Unterstützung anhält und die Realzinsen nicht deutlich anziehen, bleibt der Aufwärtstrend intakt – kurzfristige Rücksetzer und schnelle Richtungswechsel dürften jedoch weiter zum Tagesgeschäft gehören.



TTF NATURAL GAS - LONG

TTF Natural Gas verliert auf Wochenbasis -1,07%. 
Die letzte Woche im 10min Chart: 


TTF Gas: Fundamentale Spannung steigt – der Markt bleibt erstaunlich gleichgültig


Der TTF Natural Gas Future setzte seine Seitwärts-bis-Abwärtsbewegung in der vergangenen Handelswoche fort und verlor auf Wochenbasis −1,07 %, mit einem Wochenschluss bei 28,565 EUR/MWh. Auf den ersten Blick ein unspektakulärer Verlauf – auf den zweiten Blick jedoch zunehmend bemerkenswert, da sich die fundamentale Lage weiter zuspitzt.

In Deutschland hält die aktuelle Kältewelle an, begleitet von winterlichen Bedingungen und teils hohen Schneemengen. Entsprechend gehen die Gasspeicherstände mit hoher Geschwindigkeit zurück. In Deutschland liegen sie inzwischen deutlich unter 50 %, auf EU-Ebene bei rund 56 % – Tendenz weiter fallend. Der Winter läuft damit klar auf Hochtouren, während die Entnahmen aus den Speichern spürbar zunehmen.

Trotz dieses Umfelds bleibt die Marktreaktion bislang erstaunlich verhalten. Weder Preis noch Volatilität spiegeln aktuell die zunehmende Anspannung auf der Versorgungsseite wider. Der Markt scheint sich weiterhin auf ausreichende Importe, LNG-Verfügbarkeit und ein insgesamt kontrollierbares Winter-Szenario zu verlassen. Fundamentale Risiken werden derzeit weitgehend ignoriert.

FAZIT

TTF Gas befindet sich aktuell in einem auffälligen Spannungsfeld zwischen Fundamentaldaten und Marktverhalten. Sinkende Speicherstände, anhaltende Kälte und ein fortschreitender Winter stehen einer nahezu teilnahmslosen Preisentwicklung gegenüber. Noch interessiert das niemanden – genau das macht die Situation jedoch zunehmend interessant. Sollte sich die Witterung fortsetzen oder das Vertrauen in die Versorgung kippen, könnte die Reaktion verspätet, aber umso heftiger ausfallen.


WTI CRUDE OIL - LONG

WTI Crude Oil gewinnt auf Wochenbasis +2,55%.

Die letzte Woche im 30min Chart:



WTI Crude Oil: Extrem bearish positionierter Markt trifft auf steigende geopolitische Risiken


Der WTI-Crude-Oil-Future konnte in der vergangenen Handelswoche erneut zulegen und schloss bei 58,78 US-Dollar pro Barrel im Plus. Die Woche war dabei von außergewöhnlich hoher Volatilität geprägt. Am Mittwoch markierte der Markt noch ein Wochentief bei 55,76 US-Dollar, bevor es im Zuge zunehmender geopolitischer Spannungen zu einer kräftigen Gegenbewegung kam. Am Freitag stieg WTI zeitweise bis auf 59,77 US-Dollar und schloss nahe diesem Niveau. 

Treiber der Bewegung waren klar geopolitischer Natur. Die Eskalation der Proteste im Iran, zunehmende Unsicherheit rund um russische Exporte im Kontext des Ukraine-Krieges sowie weiterhin offene Fragen zur tatsächlichen Verfügbarkeit venezolanischer Lieferungen haben den Risikoaufschlag im Ölmarkt wieder erhöht. Diese Faktoren haben den Markt kurzfristig gezwungen, die bislang dominierende Überschuss-Narrative zumindest teilweise zu hinterfragen.

Besonders auffällig bleibt die Positionierung. Das Sentiment ist weiterhin extrem bearish. Der Markt ist so gering long positioniert wie seit 2010 nicht mehr. Das Managed Money hat zuletzt sogar nochmals Long-Positionen abgebaut und hält aktuell nur noch rund 57.352 Kontrakte netto long. Der Markt ist defensiv positioniert, obwohl geopolitische Risiken zunehmen – ein klassisches konträres Setup.

Saisonal betrachtet ist das Bild zweigeteilt. Kurzfristig tendiert WTI statistisch noch bis Mitte Februar eher seitwärts bis leicht schwächer, bevor im weiteren Verlauf eine deutlich positivere saisonale Phase beginnt.

FAZIT

WTI befindet sich in einem spannenden Spannungsfeld. Fundamentale Angebotsrisiken nehmen zu, während die Marktpositionierung extrem defensiv bleibt. Das schafft ein klassisches Contrarian-Setup, auch wenn die Saisonalität kurzfristig noch Gegenwind liefern kann. Sollte sich eines der geopolitischen Risiken materialisieren oder die Short-/Under-Positionierung aufgelöst werden, kann sich die Überschuss-Narrative sehr schnell drehen. Die Volatilität dürfte hoch bleiben – das Chancen-Risiko-Profil aber zunehmend interessanter werden.


ZUCKER - LONG

Zucker gewinnt auf Wochenbasis +1,99%.

Die letzte Woche im 10min Chart:



Zucker bleibt zäh – Index-Käufe stützen kurzfristig, Shorts dominieren weiter


Der Zucker-Future (ICE NY #11) konnte in der vergangenen Woche um +1,99 % zulegen und schloss bei 14,89 US-Cent. Der Markt zeigte über weite Strecken der Woche eine stabile Aufwärtsbewegung und erreichte am Donnerstag ein Wochenhoch bei 15,08 US-Cent, bevor es im späten Handel zu Gewinnmitnahmen kam. Zum Wochenschluss konnte sich der Future leicht erholen, was auf eine gewisse Nachfragebereitschaft auf tieferen Niveaus hindeutet.

Unterstützend wirkten zuletzt vor allem indexbedingte Käufe im Zuge der jährlichen Rebalancings großer Rohstoffindizes. Zusätzlich half der festere brasilianische Real, der Exportanreize für brasilianische Produzenten dämpft. Fundamental bleibt das Bild jedoch gemischt: Während für Brasilien 2026/27 teilweise rückläufige Produktions- und Exportzahlen erwartet werden, stehen dem hohe Produktionszuwächse in Indien, Thailand und Pakistan gegenüber. Der globale Angebotsausblick bleibt damit komfortabel.

Ein klarer Belastungsfaktor ist weiterhin die Positionierung. Laut COT-Daten hält das Managed Money nach wie vor eine sehr große Netto-Short-Position von rund 154.000 Kontrakten. Diese Positionierung spricht kurzfristig gegen eine nachhaltige Trendwende und erklärt, warum Erholungen bislang immer wieder verkauft werden.

Saisonal betrachtet ist das Umfeld kurzfristig nicht schlecht. Der Zucker-Future hat statistisch bis Ende Januar Aufwärtspotenzial, gefolgt von einer möglichen Korrektur und einer weiteren Erholungsphase bis Ende Februar.

FAZIT

Zucker zeigt kurzfristig Stabilisierungstendenzen, getragen von Index-Käufen und saisonaler Unterstützung. Die strukturelle Lage bleibt jedoch fragil. Die hohe Short-Positionierung des Managed Money und der komfortable globale Angebotsausblick begrenzen das Aufwärtspotenzial. Solange Shorts nicht signifikant abgebaut werden, bleibt jede Erholung anfällig. Kurzfristig konstruktiv, strategisch weiterhin vorsichtig einzuordnen.


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