Hormuz bleibt der Taktgeber – Märkte zwischen Schlagzeilen, Ölpreis und neuer Sorglosigkeit

10.05.26 10:20 AM - Von Mitarbeiter


Liebe Leserinnen und Leser,

 

die vergangene Woche hat erneut gezeigt, wie stark die Märkte aktuell von Schlagzeilen rund um die Straße von Hormuz und den US-Iran-Konflikt getrieben werden.

Besonders auffällig war wieder die Rolle von Axios. Das regierungsnahe US-Medienportal leitete zur Wochenmitte erneut eine Meldung aus dem Umfeld von Donald Trump weiter, wonach es Fortschritte bei möglichen Friedensgesprächen geben könnte. Die Reaktion am Ölmarkt war massiv: WTI Crude Oil brach in der Spitze um mehr als 13 % ein, auch Brent geriet deutlich unter Druck.

Problematisch ist dabei nicht nur die Meldung selbst, sondern das wiederkehrende Muster. Bereits mehrfach in diesem Konflikt wurden über Axios Nachrichten verbreitet, die starke Bewegungen am Ölmarkt ausgelöst haben, ohne dass sich die Inhalte anschließend in dieser Form bestätigt hätten.

Auffällig waren zudem erneut hohe Handelsvolumina kurz vor Veröffentlichung der Meldung. Natürlich gilt die Unschuldsvermutung. Dennoch ist es bemerkenswert, dass sich dieses Muster nun zum wiederholten Male zeigt. Laut Reuters sollen Trader mit solchen Bewegungen in den vergangenen Wochen bis zu 7 Mrd. US-Dollar verdient haben. Berichten zufolge prüft inzwischen sogar das US-Justizministerium die ungewöhnlichen Handelsaktivitäten.

Die eigentliche Lage am Persischen Golf bleibt dagegen unverändert angespannt. Die USA haben dem Iran offenbar ein Memorandum of Understanding mit 14 bis 15 Punkten vorgelegt. Eine klare Zustimmung aus Teheran gibt es bislang jedoch nicht. Ursprünglich hatte Washington innerhalb von 48 Stunden mit einer Antwort gerechnet. Diese Frist ist inzwischen deutlich verstrichen. Zwischen den Zeilen spricht vieles dafür, dass Iran derzeit kein echtes Interesse hat, das Angebot in der vorliegenden Form anzunehmen. Teheran fordert weiterhin, dass die USA ihre Seeblockade und militärische Präsenz im Persischen Golf zurückfahren, bevor substanzielle Verhandlungen möglich werden.

Damit bleibt die Lage hochgradig angespannt. Formal gibt es eine brüchige Waffenruhe, faktisch aber weiterhin Gefechte, Drohungen und massive Störungen der Schifffahrt durch die Straße von Hormuz. Auch wurden die Vereinigten Arabischen Emirate wieder vom Iran mit Missiles und Drohnen beschossen. Der Großteil der großen Tanker und Containerschiffe meidet die Passage, während die USA versuchen, einzelne Handelsschiffe militärisch zu eskortieren. Eine vollumfängliche Sicherheit kann Washington aber offenbar nicht garantieren.

Für den Ölmarkt bedeutet das: Jede glaubwürdige Entspannung kann kurzfristig Druck auslösen, jede neue Eskalation kann WTI und Brent sehr schnell wieder nach oben treiben. Ich gehe weiterhin davon aus, dass die Risiken einer erneuten Eskalation hoch bleiben und der Ölpreis in der kommenden Woche wieder über 100 US-Dollar steigen kann.

Parallel dazu kam am Freitag der US-Arbeitsmarktbericht. Mit 115.000 neu geschaffenen Stellen lag der Bericht über den Erwartungen. Die Arbeitslosenquote blieb stabil bei 4,3 %. Für die Fed ist das wichtig, weil der Arbeitsmarkt keine klare Begründung für schnelle Zinssenkungen liefert.

Gleichzeitig bleibt die Inflationsseite angespannt. Hohe Energiepreise, gestörte Lieferketten und die Unsicherheit rund um Hormuz machen es für die Fed schwer, dovish zu werden. Die Botschaft bleibt damit: Der Arbeitsmarkt kühlt ab, bricht aber nicht. Genau das spricht eher für „Higher for Longer“ als für schnelle Zinssenkungen.

Etwas untergegangen ist dabei der erneute Rückgang des Verbrauchervertrauens der University of Michigan. Das Consumer Sentiment liegt wieder nahe zyklischer Tiefstände, wie man sie historisch eher aus schwierigen Phasen kennt. Das ist kein gutes Signal für die US-Wirtschaft. Die Konsumenten spüren höhere Energiepreise, steigende Lebenshaltungskosten und Unsicherheit. Genau hier entsteht das eigentliche Spannungsfeld: Die Aktienmärkte feiern neue Hochs, während die Stimmung der Verbraucher schwach bleibt.

Trotzdem ignorieren die großen US-Indizes diese Risiken bislang weitgehend. S&P 500 und Nasdaq markierten in der vergangenen Woche neue Allzeithochs. Nur der Dow Jones hinkt etwas hinterher. Die Party an den Aktienmärkten läuft also weiter, getragen von Tech, AI und starken Chipwerten. Die Frage ist nur, wie lange der Markt geopolitische Risiken, hohe Ölpreise und schwaches Verbrauchervertrauen gleichzeitig ausblenden kann.

Bei den Metallen zeigte sich ein gemischtes, aber insgesamt verbessertes Bild. Gold konnte sich erholen, Silber und Platin zogen ebenfalls an, während Palladium weiter schwach blieb.

Besonders stark bleibt Kupfer. Der Kupfer-Future handelt wieder nahe seiner Allzeithochs. Ein wichtiger Treiber ist die Entscheidung Chinas, den Export von Schwefelsäure von Mai bis mindestens Dezember stark zu reglementieren beziehungsweise zu stoppen. Schwefelsäure ist ein zentraler Input in der Kupferverarbeitung. Wenn dieser Engpass länger anhält, trifft er Produzenten in Ländern wie Chile, Indonesien und Indien zusätzlich zu einer ohnehin angespannten Minenproduktion. Genau deshalb bleibt Kupfer strukturell einer der spannendsten Rohstoffe.



Unsere Positionen im Überblick

• AUD/USD | +0,90 % | Long
Der Austral-Dollar bleibt stark und profitiert von der RBA-Zinserhöhung auf 4,35 %, einem schwächeren US-Dollar und weiter ausgebauter Managed-Money-Long-Positionierung. Die Saisonalität bleibt mittelfristig konstruktiv, auch wenn zunächst eine Seitwärtsphase möglich ist.


• Baumwolle | +0,65 % | Long
Baumwolle setzt die starke Jahresperformance fort und liegt seit Jahresbeginn inzwischen bei +31,95 %. Die COT-Positionierung bleibt klar bullish, zusätzlich unterstützt der hohe Ölpreis, weil synthetische Fasern wie Polyester dadurch relativ teurer werden.


• Bund-Future | +0,34 % | Short
Der Bund-Future konnte sich kurzfristig stabilisieren, bleibt aber aus unserer Sicht mittelfristig anfällig. Die Zone unter 125 wurde erneut gekauft, doch steigende Defizite und die europäische Schuldenthematik sprechen weiter für höhere Renditen und damit Druck auf den Future.


• Coinbase Global | +5,28 % | Long
Coinbase drehte nach schwachen Quartalszahlen deutlich ins Plus. Der Markt blickt weniger auf das enttäuschende Q1, sondern stärker auf Rekord-Marktanteile, Derivatewachstum, Stablecoins und die strategische Expansion zur „Everything Exchange“.


• CO₂-Zertifikate | +2,53 % | Long
CO₂-Zertifikate erholen sich weiter und konnten wieder über 75 Euro schließen. Nach dem Tief unter 64 Euro Mitte März hat sich das Chartbild verbessert, auch wenn der Abstand zu den Jahreshochs über 90 Euro weiterhin groß bleibt.


• EUR/USD | +0,57 % | Long
Der Euro konnte weiter zulegen, während der Dollar trotz geopolitischer Risiken nicht nachhaltig als Safe Haven überzeugte. Die COT-Daten bleiben leicht konstruktiv, kurzfristig mahnt die Saisonalität bis Ende Mai jedoch zur Geduld.


• Gold | +2,13 % | Long
Gold erholte sich deutlich vom Korrekturtief und bleibt strukturell unterstützt. Die starke Managed-Money-Long-Positionierung und anhaltende Zentralbankkäufe sprechen weiter für das langfristig konstruktive Bild, auch wenn die Saisonalität kurzfristig anspruchsvoll bleibt.


• Henry Hub Erdgas | -1,36 % | Long
Henry Hub bleibt enttäuschend und liefert bislang nicht den erwarteten saisonalen Rückenwind. Hohe Speicherstände und schwächere LNG-Flüsse belasten, während die große Managed-Money-Short-Position weiterhin Short-Squeeze-Potenzial offenlässt.


• Kaffee | -5,40 % | Long
Arabica Coffee steht weiter unter Druck und testet die wichtige Unterstützungszone um 274/275 US-Cent. Die schwache Jahresperformance belastet, doch Managed Money bleibt long und saisonal besteht bis Ende Mai die Chance auf eine technische Erholung.


• Kakao | +18,00 % | Long
Kakao zeigte eine massive Erholungsbewegung. Die Short-Positionierung des Managed Money ist weiterhin vorhanden, das Open Interest bleibt hoch – genau diese Kombination kann die Volatilität weiter antreiben.


• Kupfer | +5,35 % | Long
Kupfer bleibt einer der stärksten Rohstoffmärkte. Hohe Managed-Money-Longs, Angebotsrisiken durch Schwefelsäure-Engpässe, strukturelle Nachfrage aus AI-Infrastruktur, Stromnetzen und Elektrifizierung stützen das positive Bild.


• Mais | -1,77 % | Long
Mais korrigierte kurzfristig, bleibt aber seit Jahresbeginn weiter im Plus. Trockenheit in den USA, die angespannte Urea-Situation, massive Managed-Money-Longs und positive Saisonalität bis Ende Juni halten das Setup konstruktiv.


• Platin | +3,45 % | Long
Platin verteidigte die wichtige Marke von 2.000 US-Dollar und bleibt damit technisch konstruktiv. COT-Daten, enge Angebotslage und positive Saisonalität bis Ende Mai beziehungsweise Anfang Juni sprechen weiter für Unterstützung.


• Sojabohnen | +0,40 % | Long
Sojabohnen bleiben konstruktiv, auch wenn die Wochenperformance moderat ausfiel. Die starke Managed-Money-Long-Positionierung und die positive Saisonalität bis Mitte/Ende Juni sprechen weiter für ein freundliches Gesamtbild.


• TTF Erdgas | -7,02 % | Short
TTF Gas fiel deutlich und profitierte damit für unsere Short-Position von Friedenshoffnungen im Nahen Osten. Gleichzeitig bleibt die europäische Versorgungslage angespannt, sodass der Markt weiter stark von geopolitischen Schlagzeilen abhängig bleibt.


• Weizen | -2,59 % | Long
Weizen gab die vorherigen Gewinne wieder ab und fiel auf rund 620 US-Cent zurück. Wetterrisiken in den US-Weizengebieten und eine positive Saisonalität bis Ende Mai bleiben unterstützend, der Markt muss sich aber kurzfristig stabilisieren.


• WTI Crude Oil | -7,61 % | Long
WTI wurde erneut massiv von Schlagzeilen zum US-Iran-Konflikt bewegt. Die Axios-Meldung löste einen deutlichen Abverkauf aus, doch COT-Daten, Saisonalität und die ungelöste Lage rund um Hormuz bleiben grundsätzlich konstruktiv.


• Zucker | -1,87 % | Long
Zucker gab seine Wochengewinne wieder ab und bleibt kurzfristig unter Druck. Positiv ist jedoch, dass Managed Money die Short-Position deutlich reduziert hat. Saisonal bleibt bis Mitte Juni noch Gegenwind, danach verbessert sich das Setup.


FAZIT
Die kommende Woche dürfte erneut von Energie, Agrarrohstoffen und ausgewählten Soft Commodities geprägt sein. Der Ölmarkt bleibt der wichtigste Taktgeber. Solange Hormuz nicht verlässlich offen ist und Iran keine klare Zustimmung zum US-Vorschlag gibt, bleibt das Risiko einer erneuten Eskalation hoch. 

Gleichzeitig liefert der US-Arbeitsmarktbericht der Fed keinen Grund für schnelle Zinssenkungen. Das spricht für ein schwieriges Umfeld bei klassischen Risikoassets, aber weiter für Chancen in realen Assets, Rohstoffen und ausgewählten Rohstoffaktien. Entscheidend bleibt, Schlagzeilen nicht blind zu folgen, sondern zwischen politischem Signal, tatsächlicher Lage und Marktpositionierung zu unterscheiden. Genau dort entstehen aktuell die größten Risiken – aber auch die größten Chancen.

Good Luck in Trading,
Ihr
Carsten S. Stork

Performance DCX 

aktueller Indexstand: 161,00
Wochenperformance: +0,84%
Seit Jahresanfang 2026: +16,48%
Seit Auflegung (10. Dezember 2024): +61,16%
Performance 5 Jahre: +61,16%


DCX POSITIONEN

AUD/USD - LONG

Der Austral-Dollar gewinnt auf Wochenbasis +0,90%.
Performance 5 Jahre: -6,03%
Die letzte Woche im 30-Minuten-Chart:


AUD/USD nach RBA-Zinserhöhung weiter stark – COT und Saisonalität stützen den Trade

Der Australische Dollar konnte gegenüber dem US-Dollar in der vergangenen Woche erneut zulegen. AUD/USD gewann auf Wochenbasis +0,90 % und schloss bei 0,72465. Damit summiert sich das Plus seit Jahresanfang bereits auf starke +8,2 %. Für unsere Position ist das ein sehr erfreulicher Verlauf, zumal die Bewegung nicht nur technisch, sondern auch fundamental zunehmend Unterstützung erhält.

Ein wichtiger Impuls kam in der vergangenen Woche von der Reserve Bank of Australia. Die RBA erhöhte den Leitzins wie erwartet erneut auf 4,35 %. Damit bleibt Australien im internationalen Vergleich geldpolitisch klar restriktiv. Gleichzeitig signalisiert die Notenbank, dass sie die weitere Entwicklung nun genau beobachten will. Die Botschaft bleibt aber eindeutig: Die Inflation ist noch nicht besiegt, und die RBA ist bereit, die Zinsen länger hoch zu halten, falls Energiepreise, Fiskalpolitik oder robuste Nachfrage den Preisdruck weiter stützen.

Das passt auch zur Entwicklung am Devisenmarkt. Der Australische Dollar profitierte zuletzt von besserem Risikoappetit, der Hoffnung auf eine Entspannung im US-Iran-Konflikt und einer Schwäche des US-Dollars. Der Dollar-Index fiel wieder in Richtung Vorkriegsniveau, während risikoreichere Währungen wie AUD und NZD zulegen konnten. Gleichzeitig bleibt der Konflikt im Nahen Osten ein Unsicherheitsfaktor, vor allem über den Ölpreis und die Inflationsseite.

Besonders positiv ist die Entwicklung bei den COT-Daten. Das Managed Money hat seine Long-Position im Australischen Dollar weiter ausgebaut und hält nun 78.677 Kontrakte long. Das bestätigt, dass institutionelle Anleger zunehmend auf eine Fortsetzung der AUD-Stärke setzen.

Saisonal bleibt das Bild konstruktiv. Bis Mitte beziehungsweise Ende Juni ist zunächst eher mit einer Seitwärtsphase zu rechnen. Danach beginnt historisch eine deutlich stärkere Phase für den Australischen Dollar.


FAZIT
AUD/USD bleibt für uns ein attraktiver Long-Trade. Die Kombination aus RBA-Zinserhöhung, positiver COT-Positionierung, schwächerem US-Dollar und konstruktiver Saisonalität spricht weiter für den Trade. Kurzfristige Rücksetzer sind nach dem starken Jahresstart jederzeit möglich, ändern aber nichts am positiven Gesamtbild.



BAUMWOLLE - LONG

Baumwolle gewinnt auf Wochenbasis +0,65%.
Performance 5 Jahre: -4,15%
Die letzte Woche im 15-Minuten-Chart:


Baumwolle bleibt stark – COT-Positionierung bestätigt den Long-Trade

Der Baumwolle-Future konnte in der vergangenen Woche erneut zulegen. Der an der ICE US gehandelte Juli-Kontrakt schloss bei 84,73 US-Cent und gewann auf Wochenbasis +0,65%.

Damit setzt sich die starke Entwicklung seit Jahresbeginn weiter fort. Seit dem 1. Januar 2026 liegt Baumwolle inzwischen bei +31,95 %. Das ist eine sehr starke Performance und bestätigt, dass sich der Markt in den vergangenen Monaten deutlich stabilisiert und nach oben gearbeitet hat.

Besonders wichtig bleibt dabei die Entwicklung bei den COT-Daten. Das Managed Money hat seine Long-Position weiter ausgebaut und hält inzwischen über 100.000 Kontrakte long. Damit liegt die spekulative Long-Positionierung auf dem höchsten Stand seit März 2024. Das ist ein klar bullishes Signal, weil institutionelle Marktteilnehmer den Baumwolle-Markt zunehmend wieder auf der Long-Seite spielen. Gerade nach der starken Bewegung seit Jahresbeginn zeigt diese Positionierung, dass der Trend nicht nur kurzfristig technisch getrieben ist, sondern auch von Kapitalflüssen unterstützt wird.

Kurzfristig bleibt der Markt allerdings nicht frei von Gegenwind. Die Saisonalität ist für Baumwolle aktuell nicht besonders stark. Bis Mitte beziehungsweise Ende Juni ist historisch eher eine seitwärts gerichtete bis schwächere Phase möglich. Das muss man berücksichtigen, weil nach dem starken Jahresstart jederzeit Rücksetzer oder Konsolidierungen auftreten können.

Gleichzeitig bleiben die übrigen Daten solide. Die Exportverpflichtungen liegen bei 10,82 Mio. Running Bales und damit bei 96 % der USDA-Schätzung für das Gesamtjahr. Die tatsächlichen Lieferungen liegen bei 7,72 Mio. Running Bales beziehungsweise 69 % der USDA-Erwartung und damit nahe am Durchschnitt.

Zusätzlich wirkt der weiterhin hohe Ölpreis unterstützend, weil synthetische Fasern wie Polyester über petrochemische Vorprodukte stärker von Energie- und Rohstoffkosten beeinflusst werden. Je teurer Öl bleibt, desto attraktiver kann Baumwolle im relativen Vergleich zu synthetischen Alternativen werden. Ein schwächerer US-Dollar wirkt zusätzlich unterstützend.

FAZIT

Baumwolle bleibt trotz schwächerer Saisonalität ein starker Long-Trade. Die Performance von +31,95 % seit Jahresbeginn, der Wochenschluss bei 84,73 US-Cent und die deutlich ausgebaute Long-Positionierung des Managed Money sprechen weiter für ein konstruktives Gesamtbild. Kurzfristige Konsolidierungen bis Ende Juni sind möglich, ändern aber nichts daran, dass Trend und Positionierung klar positiv bleiben.



BUND FUTURE - SHORT

Der Bund Future gewinnt auf Wochenbasis +0,34%.
Performance 5 Jahre: -26,06%
Die letzte Woche im 30-Minuten-Chart:


Bund-Future bleibt unter Druck – Käufer verteidigen erneut die Zone unter 125

Der deutsche Bund-Future zeigte in der vergangenen Woche erneut genau das Muster, das wir in den vergangenen Wochen bereits mehrfach gesehen haben. Immer dann, wenn der Future unter die Marke von 125 fällt und es so aussieht, als könne der Markt jetzt nach unten durchbrechen, kommen wieder Käufer in den Markt. So auch in der abgelaufenen Handelswoche.

Am Montag markierte der Bund-Future sein Wochentief bei 124,69. Von dort setzte eine spürbare Gegenbewegung ein, die den Kontrakt bis Donnerstag auf ein Wochenhoch von 126,14 führte. Am Ende beendete der Bund-Future die Woche bei 125,72 und lag damit auf Wochenbasis +0,34 % im Plus. Kurzfristig zeigt sich also weiterhin eine gewisse Stabilisierung im Bereich unterhalb von 125 Punkten.

Aus unserer Sicht ändert diese Gegenbewegung jedoch nichts am übergeordneten Bild. Die strukturellen Belastungsfaktoren für europäische Staatsanleihen bleiben bestehen. Die Schuldenthematik dürfte in diesem Jahr sowohl in Deutschland als auch in Europa noch deutlich stärker in den Fokus rücken. Höhere Defizite, steigender Finanzierungsbedarf und die Diskussion über die langfristige Tragfähigkeit staatlicher Haushalte können dazu führen, dass Investoren höhere Renditen verlangen.

Genau das wäre für den Bund-Future grundsätzlich belastend. Steigende Renditen bedeuten fallende Kurse bei Anleihen und damit auch Druck auf Bund- und Bond-Futures. Die aktuelle Stabilisierung ist deshalb eher als technische Gegenbewegung zu sehen, nicht als Entwarnung. Solange der Markt den Bereich um 125 Punkte immer wieder verteidigt, bleibt Geduld gefragt. Der eigentliche Test kommt, wenn diese Zone nachhaltig unterschritten wird.

FAZIT
Der Bund-Future hat sich kurzfristig stabilisiert und die Woche trotz zwischenzeitlichem Bruch unter 125 Punkten im Plus beendet. Für uns bleibt das übergeordnete Bild dennoch kritisch. Die Schuldenthematik in Deutschland und Europa dürfte 2026 ein zentrales Thema bleiben. Steigende Anleihenrenditen würden den Bund-Future belasten. Deshalb bleibt der Markt für uns mittelfristig anfällig für eine erneute Abwärtsbewegung.



COINBASE GLOBAL, Inc. – LONG

COINBASE GLOBAL, Inc. 
gewinnt auf Wochenbasis +5,28%.
Performance 5 Jahre: -33,83%
Die letzte Woche im Chart:

Coinbase dreht nach Earnings ins Plus – Aktie schließt die Woche stark bei 201,33 US-Dollar

Coinbase Global konnte in der vergangenen Handelswoche trotz schwacher Quartalszahlen deutlich zulegen. Die Aktie stand vor den Earnings zunächst noch stark unter Druck, drehte nach Veröffentlichung der Zahlen jedoch nach oben und beendete die Woche mit einem Plus von +5,28 % bei 201,33 US-Dollar an der Nasdaq. Das ist bemerkenswert, weil die headline-seitigen Ergebnisse zunächst alles andere als überzeugend wirkten.

Coinbase meldete für das erste Quartal einen Umsatz von 1,41 Mrd. US-Dollar und lag damit unter den Erwartungen von 1,52 Mrd. US-Dollar. Auch auf der Ergebnisseite war das Bild schwach: Der bereinigte Verlust lag bei 1,49 US-Dollar je Aktie, während der Markt eigentlich einen Gewinn erwartet hatte. Insgesamt entstand ein Quartalsverlust von rund 394 Mio. US-Dollar. Das operative Umfeld war schwierig, weil die Krypto-Marktkapitalisierung und das Handelsvolumen im Quartal deutlich zurückgingen.

Trotzdem reagierte die Aktie nach anfänglichem Druck positiv. Der Grund liegt vor allem darin, dass der Markt offenbar stärker auf die strategischen Fortschritte schaut als auf das schwache Quartal. Coinbase berichtete von Rekord-Marktanteilen, starkem Wachstum im Derivategeschäft und weiterer Dynamik bei Stablecoins. Besonders wichtig bleibt USDC: Das Unternehmen verweist auf hohe Bestände in Coinbase-Produkten und weiter steigende Nutzung auf Base.

Auch die „Everything Exchange“-Strategie bleibt ein zentraler Punkt. Coinbase baut das Geschäft über klassischen Spot-Krypto-Handel hinaus aus – mit Derivaten, Prediction Markets sowie nicht-krypto-basierten Kontrakten wie Gold, Silber und Öl. Damit versucht das Unternehmen, die Abhängigkeit vom reinen Handelsvolumen im Kryptomarkt zu reduzieren.

FAZIT
Coinbase bleibt ein volatiler, aber strategisch interessanter Krypto-Trade. Die Q1-Zahlen waren schwach, doch die Kursreaktion zeigt, dass der Markt die langfristige Plattform-Story weiter honoriert. Rekord-Marktanteile, Stablecoin-Wachstum, Derivate und die Expansion zur „Everything Exchange“ stützen das bullishe Narrativ. Nach dem Wochenschluss bei 201,33 US-Dollar bleibt die Aktie für uns konstruktiv, aber klar abhängig von der weiteren Entwicklung im Kryptomarkt.


CO₂-ZERTIFIKATE– LONG

CO₂-Zertifikate gewinnen auf Wochenbasis +2,53%.
Performance 5 Jahre: +77,85%
Die letzte Woche im Chart:

CO2-Zertifikate erholen sich weiter – Schlusskurs wieder über 75 Euro

Die CO2-Zertifikate konnten in der vergangenen Woche deutlich zulegen. Auf Wochenbasis stand ein Plus von +2,53 %.

Der Markt schloss wieder oberhalb der Marke von 75 Euro, konkret bei 75,1792 Euro. In der Wochenspitze konnten die Zertifikate sogar auf über 76,50 Euro ansteigen. Damit setzt sich die Erholung der vergangenen Wochen fort und das kurzfristige Chartbild hat sich spürbar verbessert.

Besonders interessant ist der Blick auf den Drei-Monats-Chart. Mitte März notierten die CO2-Zertifikate noch unterhalb der Marke von 64 Euro. Seitdem hat sich der Markt deutlich stabilisiert und wieder nach oben gearbeitet. Der Anstieg zurück über 75 Euro zeigt, dass Käufer wieder bereit sind, höhere Preise zu akzeptieren. Das ist nach der schwächeren Phase im ersten Quartal ein konstruktives Signal.

Trotzdem muss man die Bewegung richtig einordnen. Von den Höchstständen zu Jahresbeginn ist der Markt weiterhin deutlich entfernt. Damals lagen die Preise noch oberhalb von 90 Euro. Die aktuelle Erholung ist also stark, aber sie ist noch keine vollständige Rückkehr in den alten Aufwärtstrend. Dafür müsste der Markt weitere Anschlusskäufe sehen und die Zone oberhalb von 75 Euro nachhaltig verteidigen.

Positiv ist, dass sich die Lage offenbar etwas beruhigt hat – auch politisch. Genau dieser Punkt ist bei CO2-Zertifikaten besonders wichtig, weil der Markt nicht nur von Energiepreisen und Konjunkturerwartungen, sondern auch stark von regulatorischen und politischen Rahmenbedingungen beeinflusst wird. Wenn diese Unsicherheit abnimmt, kann das zusätzliche Stabilität bringen.


FAZIT
Die CO2-Zertifikate haben mit +2,53 % eine starke Woche gezeigt und den Sprung zurück über 75 Euro geschafft. Nach dem Tief unter 64 Euro Mitte März ist die Erholung deutlich sichtbar. Noch bleibt der Abstand zu den Jahreshochs über 90 Euro groß, aber das kurzfristige Bild hat sich klar verbessert. Entscheidend wird jetzt, ob der Markt die Marke von 75 Euro verteidigen kann.


EUR/USD - LONG

Der EUR/USD gewinnt auf Wochenbasis +0,57%.
Performance 5 Jahre: --2,06%
Die letzte Woche im 30-Minuten-Chart: 


EUR/USD erholt sich weiter – Dollar verliert trotz Safe-Haven-Argument an Stärke


Der Euro konnte gegenüber dem US-Dollar in der vergangenen Woche erneut zulegen. EUR/USD gewann auf Wochenbasis +0,57 % und schloss bei 1,17849. 

Damit liegt das Währungspaar seit Jahresbeginn aktuell leicht im Plus bei +0,38 %. Das ist zwar auf Jahressicht noch keine große Bewegung, aber die Erholung seit Ausbruch der Krise ist bemerkenswert. Vor allem deshalb, weil der US-Dollar trotz geopolitischer Unsicherheit nicht nachhaltig als klassischer Safe Haven profitieren konnte.

Der Markt scheint zunehmend daran zu zweifeln, dass der Dollar in diesem Umfeld automatisch die stärkere Seite bleibt. Zwar sind die US-Arbeitsmarktdaten robuster ausgefallen als erwartet, und die Arbeitslosenquote blieb stabil bei 4,3 %. Gleichzeitig reicht das aber nicht aus, um neue Dollar-Dynamik auszulösen. Die Fed dürfte weiter auf Hold bleiben, schnelle Zinssenkungen sind nicht wahrscheinlich, aber auch ein klar hawkisher Impuls fehlt. Genau diese Mischung nimmt dem Dollar aktuell etwas Rückenwind.

Hinzu kommt, dass die Märkte auf eine mögliche Entspannung im US-Iran-Konflikt setzen. Der Dollar-Index konnte trotz hoher Ölpreise und erneuter Spannungen rund um die Straße von Hormuz die Marke von 100 Punkten nicht nachhaltig zurückerobern. Das unterstützt EUR/USD und zeigt, dass der Markt die geopolitische Risikoprämie nicht mehr automatisch zugunsten des Dollars bewertet.

Bei den COT-Daten bleibt das Bild noch neutral bis leicht konstruktiv. Das Managed Money hält aktuell rund 32.200 Kontrakte long im Euro. Das ist keine extrem starke Positionierung, aber auch kein negatives Signal. Institutionelle Anleger sind also weiterhin leicht auf der Long-Seite, ohne bereits aggressiv überpositioniert zu sein.

Saisonal ist kurzfristig Vorsicht angebracht. Bis Ende Mai spricht das Muster eher für eine schwächere Phase im Euro, bevor anschließend wieder eine bessere saisonale Phase beginnen kann.


FAZIT

EUR/USD bleibt konstruktiv, aber kurzfristig nicht frei von Risiken. Die Wochenperformance von +0,57 %, der Schlusskurs bei 1,17849 und die Stabilisierung seit Jahresbeginn sprechen für eine verbesserte Ausgangslage. Gleichzeitig mahnt die Saisonalität bis Ende Mai zur Geduld. Entscheidend ist: Der Dollar verliert trotz Safe-Haven-Argument an Überzeugungskraft. Genau das hält den Euro-Long-Trade weiter interessant.


GOLD - LONG

Gold gewinnt auf Wochenbasis +2,13%.
Performance 5 Jahre: +167,56%
Die letzte Woche im 30-Minuten-Chart:


Zentralbanken kaufen weiter Gold – Future erholt sich deutlich vom Korrekturtief

Der Gold-Future an der CME konnte in der vergangenen Woche wieder zulegen. Auf Wochenbasis gewann der Kontrakt +2,12 % und schloss bei 4.723,70 US-Dollar pro Unze. 

Damit hat Gold nach der schwächeren Phase der vergangenen Wochen wieder etwas Boden gefunden. Seit Jahresbeginn liegt der Future weiterhin mit +9,04 % im Plus. Gleichzeitig bleibt der Abstand zum Allzeithoch vom 29. Januar 2026 deutlich: Von diesem Niveau aus liegt Gold aktuell noch -16,05 % zurück.

Technisch ist die Erholung wichtig, weil Gold zuletzt wieder über kurzfristige Trendlinien gestiegen ist und damit versucht, die Korrekturphase zu verlassen. Dennoch ist der Markt noch nicht vollständig zurück im alten Aufwärtstrend. Entscheidend bleibt, ob Gold die aktuelle Stabilisierung verteidigen und weitere Anschlusskäufe generieren kann.

Bei den COT-Daten zeigt sich weiterhin ein stabiles Bild. Das Managed Money hält nach wie vor über 163.000 Kontrakte long. Das ist keine neue Dynamik, aber eine weiterhin klare strukturelle Unterstützung. Die spekulativen Marktteilnehmer bleiben also deutlich auf der Long-Seite positioniert.

Saisonal bleibt das Bild gemischt. Wir hatten darauf hingewiesen, dass bis Mitte beziehungsweise Ende Mai eine Erholung möglich ist. Danach könnte Gold saisonal noch einmal schwächer tendieren, bevor Anfang Sommer wieder eine deutlich stärkere Phase beginnt. Das spricht kurzfristig für Disziplin, aber nicht gegen das übergeordnete positive Bild.

Fundamental bleibt vor allem die Zentralbanknachfrage ein wichtiger Faktor. Laut World Gold Council lagen die Nettokäufe der Zentralbanken im ersten Quartal 2026 über dem Fünfjahresdurchschnitt von 2021 bis 2025 und auch über allen Quartalen des Jahres 2025. Größter Käufer war die polnische Zentralbank mit 31 Tonnen, gefolgt von Usbekistan mit 25 Tonnen und China mit 7 Tonnen.

FAZIT
Gold hat sich stabilisiert und bleibt strukturell unterstützt. Die Wochenperformance von +2,12 %, die starke Managed-Money-Positionierung und die anhaltenden Zentralbankkäufe sprechen weiter für ein konstruktives Gesamtbild. Kurzfristig bleibt die Saisonalität anspruchsvoll, doch strategisch bleibt Gold für uns ein zentraler Markt.


HENRY HUB ERDGAS - LONG

Henry Hub verliert auf Wochenbasis -1,36%.
Performance 5 Jahre: -6,16%
Die letzte Woche im 30-Minuten-Chart:


Henry Hub bleibt schwach – Saisonalität liefert bisher keinen Rückenwind

Der Henry Hub Natural Gas Future konnte in der vergangenen Woche nicht überzeugen. Auf Wochenbasis verlor der Future -1,36 % und schloss bei 2,75 US-Dollar.

Damit bleibt der Markt weiterhin schwach, obwohl die saisonale Phase eigentlich deutlich besser aussehen sollte. Normalerweise hätte Henry Hub Natural Gas bis etwa Mitte Juni Rückenwind und sollte in dieser Phase eher ansteigen. Genau diese Bewegung bleibt bislang aber aus.

Das macht das aktuelle Setup schwierig. Einerseits gibt es grundsätzlich Faktoren, die den Markt unterstützen könnten. Die Hurrikan-Saison beginnt am 1. Juni, und damit rückt ein klassischer Risikofaktor für den US-Gasmarkt näher. Störungen bei Produktion, Transport oder LNG-Infrastruktur können in dieser Phase jederzeit stärker in den Fokus rücken. Auch global bleibt der LNG-Markt durch geopolitische Risiken und die Situation im Nahen Osten sensibel.

Andererseits belastet die aktuelle Angebotslage. Die US-Gasspeicher liegen weiter über dem Fünfjahresdurchschnitt, und die LNG-Exportflüsse waren zuletzt wegen saisonaler Wartungsarbeiten rückläufig. Wenn weniger Gas exportiert wird, bleibt mehr Angebot im heimischen Markt und drückt auf die Preise. Genau das erklärt, warum Natural Gas trotz saisonal eigentlich positiver Phase bisher nicht richtig anspringt.

Bei den COT-Daten bleibt das Bild weiterhin extrem. Das Managed Money hält nach wie vor eine große Short-Position von über 166.000 Kontrakten. Das zeigt, dass spekulative Marktteilnehmer den Gasmarkt weiterhin klar negativ sehen. Gleichzeitig entsteht daraus auch ein gewisses Short-Squeeze-Potenzial, falls Wetter, LNG-Nachfrage oder Hurrikanrisiken plötzlich bullishe Impulse liefern.

FAZIT
Henry Hub Natural Gas bleibt kurzfristig enttäuschend. Der Future verliert -1,36 % und verhält sich bislang nicht so, wie es die Saisonalität eigentlich erwarten ließe. Die große Managed-Money-Short-Position zeigt klaren Pessimismus im Markt. Genau deshalb bleibt die Hoffnung auf eine Gegenbewegung beziehungsweise einen Short-Squeeze bestehen. Entscheidend werden jetzt LNG-Flüsse, Speicherentwicklung und der Start der Hurrikan-Saison am 1. Juni.



KAFFEE - LONG

Der Kaffee-Future verliert auf Wochenbasis -5,40%.
Performance 5 Jahre: +94,89%
Die letzte Woche im 30min Chart: 


Arabica Coffee testet Schlüsselzone – 274/275 US-Cent müssen jetzt halten


Der Arabica-Coffee-Future an der ICE US stand in der vergangenen Woche erneut deutlich unter Druck. Auf Wochenbasis verlor Kaffee -5,40 % und schloss nahe dem Wochentief bei 274,20 US-Cent.

Damit setzt sich die schwache Entwicklung der vergangenen Monate fort. Seit dem Allzeithoch im Oktober liegt der Rückgang inzwischen bei -37,39 %. Seit Jahresbeginn steht Kaffee bei -21,61 %. Das ist klar enttäuschend und zeigt, wie stark der Markt zuletzt abverkauft wurde.

Fundamental belastet vor allem die Erwartung eines größeren Angebots aus Brasilien. Die neue Ernte 2026/27 rückt stärker in den Fokus, und günstige Wetterbedingungen in den brasilianischen Anbaugebieten unterstützen die Erntefortschritte. Zusätzlich erwartet die Coffee Trading Academy einen Anstieg der brasilianischen Produktion um 12 % auf 71,4 Mio. Säcke. Genau diese Angebotsfantasie hält den Markt aktuell unter Druck.

Trotzdem gibt es einen wichtigen positiven Punkt: Das Managed Money nutzt die gefallenen Kurse weiter zum Aufbau von Long-Positionen. Aktuell halten die spekulativen Marktteilnehmer 27.625 Kontrakte long. Das ist in einem schwachen Marktumfeld zumindest ein Zeichen, dass nicht alle institutionellen Anleger auf weiter fallende Preise setzen.

Technisch ist die Lage jetzt entscheidend. Der Bereich um 274/275 US-Cent muss halten. Dieses Niveau war in der Vergangenheit mehrfach relevant und bildet jetzt eine wichtige Unterstützungszone. Sollte Kaffee nachhaltig darunter fallen, würde sich das Chartbild deutlich verschlechtern. Hält diese Zone dagegen, wäre eine technische Gegenbewegung möglich.

Auch saisonal gibt es kurzfristig Hoffnung. Bis Ende Mai könnte Kaffee saisonal Rückenwind bekommen und zumindest eine Erholung einleiten. Nach dem starken Rückgang wäre eine Gegenbewegung nicht überraschend.


FAZIT
Arabica Coffee bleibt angeschlagen, aber die aktuelle Zone ist entscheidend. Der Schlusskurs bei 274,20 US-Cent liegt direkt an einer wichtigen Unterstützung. Die schwache Jahresperformance und das brasilianische Angebotsrisiko belasten weiter. Positiv sind die Long-Positionen des Managed Money und die Möglichkeit einer saisonalen Erholung bis Ende Mai. Jetzt muss der Bereich um 274/275 US-Cent halten.


KAKAO - LONG

Der Kakao-Future gewinnt auf Wochenbasis +18,00%.
Performance 5 Jahre: +75,05% 
Die letzte Woche im 30min Chart: 


Kakao explodiert um 18 % – Short-Positionierung und hohes Open Interest treiben Volatilität


Der Kakao-Future an der ICE zeigte in der vergangenen Woche eine außergewöhnlich starke Bewegung. Auf Wochenbasis legte der Future um +18 % zu und schloss bei 4.241 US-Dollar je Tonne. Im Hoch am Donnerstag stieg Kakao sogar bis auf 4.554 US-Dollar je Tonne. Das ist eine massive Bewegung und zeigt, wie viel Spannung weiterhin in diesem Markt steckt.

Interessant ist dabei, dass sich diese Bewegung in den COT-Daten noch nicht wirklich aufgelöst hat. Das Managed Money hält weiterhin eine Short-Position von knapp über 20.000 Kontrakten. Diese Positionierung ist mehr oder weniger unverändert. Genau das macht die Bewegung so bemerkenswert: Der Markt ist stark gestiegen, obwohl die spekulative Short-Positionierung noch immer relativ deutlich vorhanden ist. Sollte diese Short-Seite weiter unter Druck geraten, bleibt zusätzliche Volatilität möglich.

Auch das Open Interest bleibt extrem hoch. Mit über 195.000 Kontrakten ist weiterhin sehr viel Kapital im Markt gebunden. Das erklärt, warum Kakao in kurzer Zeit so starke Bewegungen zeigen kann. Wenn ein Markt mit hohem Open Interest und relevanter Short-Positionierung plötzlich nach oben läuft, können Anschlusskäufe und Short-Covering die Bewegung schnell verstärken.

Trotz der starken Woche muss man die Einordnung sauber halten. Vom Hoch im Dezember 2024 liegt Kakao weiterhin rund -67 % tiefer. Auch seit Jahresanfang 2026 steht der Future noch deutlich im Minus, aktuell rund -30 %. Theoretisch bleibt also nach oben weiterhin Raum, wenn sich die Erholung fortsetzt.

Kurzfristig zeigte der Freitag allerdings, dass der Markt nicht frei von Gegenbewegungen ist. Nach dem Hoch am Donnerstag konnte Kakao die Gewinne nicht vollständig halten und wurde zum Wochenschluss noch einmal abverkauft.

FAZIT
Kakao hat eine extrem starke Woche gezeigt. +18 % auf Wochenbasis, ein Hoch bei 4.554 US-Dollar und ein weiterhin hohes Open Interest machen den Markt hochspannend. Die unveränderte Short-Positionierung des Managed Money spricht dafür, dass die Bewegung noch nicht vollständig verarbeitet ist. Gleichzeitig bleibt Kakao volatil. Nach dem starken Anstieg sind Rücksetzer jederzeit möglich, aber die Woche war ein klares Signal, dass der Markt wieder Leben zeigt.


KUPFER - LONG

Der Kupfer-Future gewinnt auf Wochenbasis +5,35%.
Performance 5 Jahre: +41,11%
Die letzte Woche im 30min Chart: 


Kupfer nahe Rekordniveau – Managed Money baut Long-Position weiter aus


Der Kupfer-Future an der CME zeigte in der vergangenen Woche eine sehr starke Entwicklung. Auf Wochenbasis gewann der Future +5,35 % und schloss bei 628,25 US-Cent nahezu am Wochenhoch. 

Die Bewegung war dabei bemerkenswert stabil: Über die gesamte Woche hinweg ging es fast durchgehend nach oben. Damit bleibt Kupfer einer der stärksten Märkte im Rohstoffbereich.

Auch die COT-Daten bestätigen das konstruktive Bild. Das Managed Money hat seine Long-Position weiter ausgebaut und hält nun 62.800 Kontrakte long. Das ist ein hohes Niveau und der höchste Stand seit Dezember 2025. Institutionelle Marktteilnehmer bleiben also klar auf der Long-Seite positioniert und setzen weiterhin auf steigende Kupferpreise.

Fundamental bleibt Kupfer strukturell stark unterstützt. Die Minenproduktion kommt mit der Nachfrage weiterhin nicht ausreichend hinterher. Gleichzeitig steigt die strategische Bedeutung des Metalls weiter. Kupfer profitiert von Investitionen in Stromnetze, AI-Infrastruktur, Elektrifizierung und Clean Energy. Hinzu kommt, dass Kupfer inzwischen auch auf der kritischen Mineralliste der USA steht. Damit wird der Rohstoff nicht mehr nur als klassisches Industriemetall gesehen, sondern zunehmend als strategischer Schlüsselrohstoff.

Zusätzliche Unterstützung kommt von Angebotsrisiken. Die Störungen bei Schwefelsäure, einem wichtigen Input für die Kupferverarbeitung, belasten die Raffinierungsketten. China hat zudem Schwefelsäure-Exporte von Mai bis mindestens Dezember eingeschränkt. Das trifft wichtige Kupferproduzenten und Importländer, darunter Chile, Indonesien und Indien.

Saisonal ist das Bild kurzfristig allerdings nicht mehr so stark. Bis in den Juni hinein kann Kupfer eher unter Druck geraten, bevor später wieder bessere saisonale Phasen folgen. Nach der starken Wochenbewegung sind Rücksetzer daher jederzeit möglich.


FAZIT

Kupfer bleibt strukturell einer der spannendsten Rohstoffe. Die starke Wochenperformance von +5,35 %, der Schlusskurs nahe dem Hoch und die hohe Managed-Money-Long-Position bestätigen das positive Bild. Kurzfristig mahnt die Saisonalität zur Vorsicht, doch fundamental bleibt Kupfer durch Nachfrage, Angebotsrisiken und strategische Bedeutung klar unterstützt.


MAIS - LONG

Der Mais-Future verliert auf Wochenbasis -1,77%.
Performance 5 Jahre: -31,20% 
Die letzte Woche im 15min Chart: 


Mais bleibt trotz Wochenminus konstruktiv – Managed Money baut Long-Position massiv aus

Der Mais-Future an der CBOT konnte in der vergangenen Woche nicht an die vorherige Stärke anknüpfen. Auf Wochenbasis verlor der Future -1,7 % und schloss bei 471 US-Cent. Damit bleibt der Markt kurzfristig unter Druck, steht seit Jahresbeginn aber weiterhin rund +7 % im Plus. Die übergeordnete Entwicklung bleibt damit trotz der schwächeren Woche konstruktiv.

Die bisherige Stärke hängt vor allem mit den fundamentalen Risiken zusammen, die den Markt seit Jahresbeginn begleiten. Dazu gehört die Trockenheit in den USA, die bereits früh für Unsicherheit bei den Ernteerwartungen gesorgt hat. Hinzu kommt die angespannte Lage bei Stickstoffdüngemitteln. Eine Shortage bei Urea kann die Produktionskosten erhöhen und die Angebotsseite zusätzlich belasten. Genau diese Kombination aus Wetterrisiko und Düngemittelthematik bleibt für Mais ein wichtiger Unterstützungsfaktor.

Besonders interessant ist die Entwicklung bei den COT-Daten. Das Managed Money hat den Rücksetzer offenbar genutzt, um die Long-Position wieder auszubauen. Aktuell halten die spekulativen Marktteilnehmer 433.384 Kontrakte long. Das ist ein massives Niveau und zeigt, dass institutionelle Anleger trotz kurzfristiger Schwäche weiter klar auf steigende Maispreise setzen. Für den Markt ist das ein wichtiges Signal, weil größere Rücksetzer damit weiterhin von Käufern aufgefangen werden können.

Auch saisonal bleibt das Bild positiv. Für den Mais-Future spricht das saisonale Muster weiterhin für eine Aufwärtsbewegung bis Ende Juni. Damit befindet sich der Markt trotz der schwächeren Woche grundsätzlich noch in einer unterstützenden Phase.

FAZIT
Mais hat kurzfristig korrigiert, bleibt aber strukturell stark unterstützt. Das Wochenminus von -1,7 % ändert nichts daran, dass der Future seit Jahresbeginn weiterhin rund +7 % im Plus liegt. Die Trockenheit in den USA, die angespannte Urea-Situation, die massive Managed-Money-Long-Position und die positive Saisonalität bis Ende Juni sprechen weiter für ein konstruktives Gesamtbild.


PLATIN - LONG

Der Platin-Future gewinnt auf Wochenbasis +3,45%.
Performance 5 Jahre: +70,87% 
Die letzte Woche im 15min Chart: 


Platin verteidigt die 2.000-Dollar-Marke – COT und Saisonalität stützen weiter

Der Platin-Future zeigte in der vergangenen Woche erneut relative Stärke. Auf Wochenbasis gewann der Future +3,45 % und schloss bei 2.069,30 US-Dollar je Unze.

Besonders wichtig ist dabei, dass Platin die Marke von 2.000 US-Dollar erneut verteidigen konnte. Im Wochenhoch stieg der Future am Donnerstag sogar bis auf 2.113,60 US-Dollar, konnte diese Gewinne zum Wochenschluss aber nicht vollständig halten.

Trotzdem bleibt das Chartbild konstruktiv. Der Schlusskurs oberhalb von 2.000 US-Dollar ist ein wichtiges Signal, weil diese Zone kurzfristig als psychologische und technische Schwelle wirkt. Solange Platin darüber handelt, bleibt die Erholung intakt und der Markt zeigt deutlich mehr Stabilität als Palladium.

Auch die COT-Daten unterstützen das Bild. Das Managed Money hält weiterhin 17.785 Kontrakte long. Das ist strukturell positiv zu werten, weil spekulative Marktteilnehmer Platin weiterhin auf der Long-Seite begleiten. Im Gegensatz zu Palladium fehlt hier also nicht die institutionelle Unterstützung.

Fundamental bleibt Platin zudem durch eine enge Angebotslage gestützt. Die Produktion ist stark auf Südafrika und Russland konzentriert. In Südafrika belasten alternde Minen und hohe Energiekosten, während Russland durch sanktionsbedingte Einschränkungen belastet bleibt. Damit bleibt der Markt anfällig für Angebotsstörungen.

Saisonal sieht das Bild kurzfristig ebenfalls konstruktiv aus. Bis Mitte beziehungsweise Ende Mai, teilweise sogar bis Anfang Juni, besteht weiteres Aufwärtspotenzial. Danach wird die Saisonalität schwächer, aber aktuell liefert sie noch Rückenwind.

FAZIT
Platin bleibt einer der stärkeren Märkte im Edelmetallkomplex. Die Wochenperformance von +3,45 %, der Schlusskurs bei 2.069,30 US-Dollar und die Verteidigung der 2.000-Dollar-Marke sind klare Pluspunkte. COT-Daten und Saisonalität sprechen ebenfalls weiter für Unterstützung. Kurzfristige Rücksetzer sind möglich, aber solange Platin über 2.000 US-Dollar bleibt, bleibt das Bild konstruktiv.


SOJABOHNEN - LONG

Der Sojabohnen-Future gewinnt auf Wochenbasis +0,4%.
Performance 5 Jahre: -22,03% 
Die letzte Woche im 30-Minuten-Chart:


Sojabohnen bleiben konstruktiv – Managed Money baut Long-Position weiter aus

Der Sojabohnen-Future an der CBOT konnte in der vergangenen Woche leicht zulegen. Auf Wochenbasis gewann der Future +0,4 % und schloss bei 1.206,25 US-Cent. Zwischenzeitlich sah das Bild noch stärker aus: Zu Wochenbeginn stieg der Kontrakt bis auf 1.226 US-Cent, konnte diese Gewinne im weiteren Verlauf jedoch nicht vollständig halten. Damit bleibt der Markt zwar konstruktiv, zeigt aber weiterhin, dass oberhalb der jüngsten Hochs Gewinnmitnahmen einsetzen.

Trotzdem ist die übergeordnete Ausgangslage weiterhin positiv. Die Sojabohnen profitieren aktuell von mehreren Faktoren. Zum einen richtet sich der Blick des Marktes auf mögliche chinesische Käufe im Vorfeld des Treffens zwischen Donald Trump und Xi Jinping. Selbst kleinere sogenannte Goodwill-Käufe könnten kurzfristig stützend wirken, auch wenn sie noch kein struktureller Gamechanger wären. Zum anderen bleibt das geopolitische Umfeld mit dem US-Iran-Konflikt ein wichtiger Faktor für die Agrarmärkte, weil Ölpreise, Transportkosten und allgemeine Risikoprämien direkt auf die Preisbildung wirken.

Besonders wichtig ist die Entwicklung bei den COT-Daten. Das Managed Money hat seine Long-Positionen weiter ausgebaut und hält inzwischen über 232.000 Kontrakte long. Das ist ein starkes Signal. Institutionelle Marktteilnehmer bleiben klar auf der Long-Seite positioniert und nutzen Rücksetzer offenbar weiterhin zum Positionsaufbau.

Auch saisonal bleibt das Bild unterstützend. Für den Sojabohnen-Future spricht das saisonale Muster weiterhin für eine Aufwärtsbewegung bis Mitte beziehungsweise Ende Juni. Damit bleibt der Markt trotz kurzfristiger Schwankungen in einer konstruktiven Phase.


FAZIT
Die Wochenperformance von +0,4 % ist zwar moderat, aber die starke Managed-Money-Long-Positionierung und die positive Saisonalität bis Mitte/Ende Juni sprechen weiter für ein konstruktives Gesamtbild. Entscheidend ist jetzt, ob der Markt die Zone um 1.226 US-Cent erneut anlaufen und nachhaltiger überwinden kann.


TTF ERDGAS - SHORT

Der TTF Erdgas-Future verliert auf Wochenbasis -7,02%.
Performance 5 Jahre: +85,36% 
Die letzte Woche im 30-Minuten-Chart:

TTF Gas bleibt geopolitisch getrieben – Friedenshoffnung drückt den Future deutlich


Der TTF Natural Gas Future stand in der vergangenen Woche deutlich unter Druck. Auf Wochenbasis verlor der Future -7,02 % und schloss bei 42,70 Euro je Megawattstunde.

Damit zeigte sich erneut, wie stark der europäische Gasmarkt aktuell von den Nachrichten aus dem Nahen Osten beeinflusst wird. Jede Meldung über mögliche Friedensgespräche oder eine Entspannung im US-Iran-Konflikt führt unmittelbar zu Druck auf Energiepreise – und damit auch auf TTF Gas.

Besonders sichtbar wurde das nach den Berichten über neue diplomatische Gespräche. Die Hoffnung auf eine mögliche Deeskalation belastete nicht nur den Ölpreis, sondern auch den europäischen Gaspreis. Der Markt preist in solchen Momenten ein, dass sich die Lage rund um die Straße von Hormuz entspannen und globale LNG-Flüsse wieder stabiler werden könnten. Genau deshalb reagiert TTF Gas so empfindlich auf jede Nachricht aus dieser Region.

Dabei bleibt die fundamentale Lage in Europa weiterhin angespannt. Die Speicherfüllstände sind nach wie vor niedrig, und Europa muss die Lager vor dem kommenden Winter wieder auffüllen. Aktuell scheint der Markt dieses Thema allerdings weitgehend auszublenden. Kurzfristig dominiert die geopolitische Schlagzeile, nicht die strukturelle Versorgungslage.
Das macht den Markt komplex. Einerseits kann jede glaubwürdige Entspannung im Nahen Osten weiteren Druck auf TTF Gas auslösen.

Andererseits bleibt Europa verwundbar, solange die Speicher niedrig sind und die LNG-Versorgung durch geopolitische Risiken beeinflusst wird. Diese fundamentale Anspannung dürfte früher oder später wieder stärker in den Fokus rücken.

FAZIT
TTF Gas bleibt ein hochsensibler geopolitischer Markt. Der Wochenverlust von -7,02 % zeigt, dass Friedenshoffnungen im Nahen Osten kurzfristig klar belasten. Gleichzeitig ist die europäische Versorgungslage nicht entspannt. Niedrige Speicherfüllstände und die Abhängigkeit von stabilen LNG-Flüssen bleiben zentrale Risiken. Der Markt ignoriert diese Faktoren aktuell, aber sie dürften wieder zurückkommen.


WEIZEN - LONG

Weizen verliert auf Wochenbasis -2,59%.

Performance 5 Jahre: -16,32% 

Die letzte Woche im 30min Chart:



Weizen gibt Gewinne wieder ab – saisonales Fenster bleibt aber konstruktiv

Der Weizen-Future an der CBOT konnte die starke Bewegung der Vorwochen nicht halten. Auf Wochenbasis verlor der Future -2,59 % und schloss knapp bei 620 US-Cent. Das ist enttäuschend, weil der Markt zuvor deutlich stärker aussah. In der Spitze war Weizen zuletzt bis über 670 US-Cent gestiegen, konnte diese Gewinne aber nicht verteidigen und hat seitdem wieder rund 10 % abgegeben.

Damit bleibt das Chartbild kurzfristig volatil. Der vorherige Anstieg hatte gezeigt, dass Käufer grundsätzlich bereit sind, den Markt nach oben zu spielen. Der anschließende Rückfall macht aber deutlich, dass Anschlusskäufe fehlen und Gewinne schnell wieder mitgenommen werden. Für den Markt ist jetzt entscheidend, ob sich im Bereich um 620 US-Cent wieder Käufer finden und eine neue Stabilisierung gelingt.

Fundamental bleibt das Umfeld nicht uninteressant. Der Markt beobachtet weiterhin die Trockenheit in den US-Weizengebieten. Zwar gab es zuletzt etwas Regen, allerdings haben die Niederschläge offenbar nicht alle kritischen Regionen erreicht oder kamen teilweise zu spät beziehungsweise in zu geringer Menge, um die Sorgen um die Ernte vollständig zu beseitigen. Genau deshalb bleibt Wetter ein zentraler Faktor für die nächsten Wochen.

Bei den COT-Daten zeigt sich ein gemischtes, aber nicht dramatisches Bild. Das Managed Money hat seine Short-Position wieder leicht ausgebaut und hält aktuell -16.668 Kontrakte short. Für Weizen ist das kein besonders hohes Niveau. Die Positionierung ist also nicht extrem negativ, liefert aber kurzfristig auch keinen klaren Long-Impuls.

Saisonal sieht das Bild dagegen konstruktiver aus. Bis Ende Mai hat Weizen weiterhin die Chance auf eine erneute Aufwärtsbewegung. Dieses saisonale Fenster bleibt ein wichtiger Unterstützungsfaktor.

FAZIT
Weizen hat eine enttäuschende Woche hinter sich. Der Rückgang von -2,59 % und der Verlust der vorherigen Gewinne zeigen, dass der Markt noch nicht stabil genug ist. Gleichzeitig bleiben Wetterrisiken und die positive Saisonalität bis Ende Mai unterstützend. Entscheidend wird jetzt, ob Weizen um 620 US-Cent wieder Halt findet und einen neuen Anlauf nach oben starten kann.


WTI CRUDE OIL - LONG

WTI Crude Oil verliert auf Wochenbasis -7,61%.

Performance 5 Jahre: +49,94% 

Die letzte Woche im 30min Chart:



WTI bleibt extrem schlagzeilengetrieben – Axios-Meldung löst erneuten Abverkauf aus


Der WTI Crude Oil Future stand in der vergangenen Woche deutlich unter Druck. Auf Wochenbasis verlor WTI -7,61 % und schloss bei 94,68 US-Dollar pro Fass. 

Besonders auffällig war der starke Rücksetzer nach der Axios-Meldung über mögliche neue Friedensverhandlungen beziehungsweise ein Memorandum of Understanding im US-Iran-Konflikt. In der Spitze fiel WTI daraufhin bis auf 88,66 US-Dollar pro Fass.

Damit zeigt sich erneut, wie stark der Ölmarkt aktuell von Schlagzeilen und politischen Signalen getrieben wird. Aus unserer Sicht ist besonders problematisch, dass es nun bereits zum wiederholten Mal eine Axios-Meldung gab, die sich anschließend nicht in dieser Form bestätigt hat. Für den Markt ist das nicht vertrauensfördernd, weil solche Meldungen massive Bewegungen auslösen können. Wenn dann zusätzlich Spekulationen aufkommen, dass einzelne Marktteilnehmer solche Bewegungen gezielt nutzen, erhöht das die Unsicherheit zusätzlich.

Fundamental bleibt die Lage jedoch angespannt. Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran ist nicht gelöst, die Straße von Hormuz bleibt ein zentraler Risikofaktor, und jede neue Eskalation kann den Ölpreis sofort wieder nach oben treiben. Genau deshalb darf man den Wochenverlust nicht isoliert betrachten. Die Bewegung war stark, aber sie war vor allem nachrichtengetrieben.

Bei den COT-Daten bleibt das Bild weiterhin konstruktiv. Das Managed Money hält nach wie vor 178.786 Kontrakte long. Das zeigt, dass institutionelle Marktteilnehmer trotz hoher Volatilität weiter auf der Long-Seite positioniert bleiben. Auch saisonal sieht das Umfeld für Öl unabhängig vom Nahost-Konflikt weiterhin unterstützend aus.

FAZIT

WTI bleibt ein hochvolatiler, geopolitisch getriebener Markt. Der Wochenverlust von -7,61 % ist deutlich, ändert aber nichts daran, dass COT-Daten und Saisonalität weiter konstruktiv bleiben. Entscheidend bleibt der US-Iran-Konflikt. Jede glaubwürdige Entspannung belastet kurzfristig, jede Eskalation kann den Ölpreis sofort wieder nach oben treiben.


ZUCKER - LONG

Zucker verliert auf Wochenbasis -1,87%.

Performance 5 Jahre: -13,69% 

Die letzte Woche im 30min Chart:



Zucker gibt Gewinne wieder ab – Managed Money reduziert Short-Position deutlich

Der Zucker-Future an der ICE US konnte seine zwischenzeitlichen Gewinne in der vergangenen Woche nicht halten. Auf Wochenbasis verlor der Future -1,87 % und schloss bei 14,69 US-Cent. Im Wochenverlauf sah das Bild zunächst besser aus: Zucker konnte bis auf 15,49 US-Cent ansteigen, wurde anschließend aber wieder abverkauft.

Damit bleibt der Markt kurzfristig noch anfällig und schafft es bislang nicht, eine nachhaltige Aufwärtsbewegung zu etablieren.

Trotzdem gibt es einen wichtigen positiven Punkt: Die COT-Daten verbessern sich. Das Managed Money hat seine Short-Position signifikant reduziert und ist aktuell nur noch mit -95.519 Kontrakten short. Das ist weiterhin eine klare Netto-Short-Position, aber die Richtung ist entscheidend. Wenn spekulative Marktteilnehmer Short-Positionen abbauen, kann das ein erstes Signal sein, dass der Verkaufsdruck nachlässt.

Fundamental bleibt Zucker ein komplexer Markt. Der stärkere brasilianische Real wirkt unterstützend, weil er Exportverkäufe brasilianischer Produzenten weniger attraktiv macht. Gleichzeitig belasten niedrigere Benzinpreise den Ethanolmarkt. Wenn Ethanol weniger attraktiv wird, können brasilianische Mühlen mehr Zuckerrohr in die Zuckerproduktion lenken. Genau dieser Zusammenhang bleibt kurzfristig ein Gegenwind für den Zuckerpreis.

Saisonal sieht das Bild ebenfalls noch nicht ideal aus. Bis Mitte Juni spricht das Muster eher für weiteren Druck im Zucker-Future. Erst danach beginnt saisonal eine deutlich bessere Phase, die dann eine größere Aufwärtsbewegung begünstigen könnte. Genau deshalb passt das aktuelle Setup eher zu Geduld und selektivem Timing.

FAZIT
Zucker bleibt kurzfristig unter Druck, aber die COT-Daten senden ein erstes positives Signal. Das Wochenminus von -1,87 % und der Schlusskurs bei 14,69 US-Cent zeigen, dass der Markt noch keinen Befreiungsschlag geschafft hat. Gleichzeitig ist die deutliche Reduzierung der Managed-Money-Shorts konstruktiv. Saisonal bleibt bis Mitte Juni Gegenwind, danach verbessert sich das Setup deutlich.

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