Jahreswechsel, Margin-Schock und ein geopolitischer Paukenschlag

04.01.26 09:09 AM - Von Mitarbeiter


Liebe Leserinnen und Leser,

 

die vergangene Handelswoche stand klar im Zeichen des Jahreswechsels. Der Silvesterabend von Mittwoch auf Donnerstag führte sowohl in den USA als auch in Europa zu einer verkürzten Handelswoche mit deutlich reduzierter Liquidität. Gerade in einem solchen Umfeld können Bewegungen überproportional ausfallen – und genau das war insbesondere im Metallsektor zu beobachten.

Nach der sehr starken Vorwoche, in der Gold, Silber und Platin neue Höchststände markierten, kam es in der abgelaufenen Handelswoche zu einem massiven Abverkauf. Gold verlor –4,82 %, Palladium brach um –17,71 % ein, Platin um –14,56 % und Silber um –9,3 %. Kupfer lassen wir an dieser Stelle bewusst außen vor.

Der Hauptauslöser dieser Bewegung lag nicht auf der fundamentalen Seite, sondern in Margin-Erhöhungen an der CME im Edelmetallsektor. Im Silber-Future wurden die Margins in mehreren Schritten um teilweise 20–30 % angehoben. Zur Einordnung: Wer Futures handelt, muss bei Long-Positionen eine Sicherheitsleistung (Margin) hinterlegen. Steigt die Volatilität, erhöht die Börse diese Margin-Anforderungen, um sich selbst abzusichern. Für Marktteilnehmer bedeutet das: Entweder zusätzliches Kapital nachschießen – oder Positionen reduzieren bzw. zwangsweise liquidieren.

In einem Markt, der zuvor stark gelaufen war und hoch gehebelt positioniert war, wirkt eine solche Maßnahme wie ein Brandbeschleuniger. Hinzu kam, dass die Metalle nach dem extrem starken Run der Vorwoche schlicht reif für eine größere Korrektur waren. Die Kombination aus Gewinnmitnahmen, dünner Liquidität und margingetriebenem Verkaufsdruck erklärt die Heftigkeit der Bewegungen. Die einzelnen Metalle besprechen wir detailliert in den jeweiligen Trade-Updates. Wichtig an dieser Stelle: Wir haben im DCX rechtzeitig Gewinne realisiert – insofern bleibt das Gesamtbild aus Portfolio-Sicht kontrolliert.

Makroseitig brachte die Woche wenig Überraschungen. Am Montag wurden die Fed Minutes des Dezember-Meetings veröffentlicht. Inhaltlich bestätigten sie im Wesentlichen den bekannten Kurs: Die US-Notenbank agiert weiterhin klar datenabhängig. Die Inflation ist aus Sicht der Fed noch immer zu hoch, während sich der Arbeitsmarkt zuletzt spürbar abgekühlt hat. Genau dieses Spannungsfeld sorgt weiterhin für Unsicherheit im geldpolitischen Ausblick.

Interessant war jedoch der ungewöhnlich breite Dissens innerhalb des FOMC. Beim Dezember-Meeting gab es drei formale Gegenstimmen zur Zinssenkung um 25 Basispunkte:
• Stephen Miran (Fed Governor) plädierte für eine stärkere Senkung um 50 Basispunkte.
• Jeffrey Schmid (Kansas City Fed President) und Austan Goolsbee (Chicago Fed President) stimmten beide gegen eine Zinssenkung und sprachen sich für unveränderte Leitzinsen aus.

Diese Konstellation unterstreicht, dass die Fed selbst keine klare Linie hat. Entsprechend haben sich auch die Zinssenkungserwartungen für 2026 zuletzt kaum verändert: Der Markt geht weiterhin von Zinssenkungen im Laufe des Jahres aus – die offene Frage bleibt das Timing, nicht das „Ob“.

Der mit Abstand größte Impuls der Woche kam jedoch nicht aus der Geldpolitik, sondern aus der Geopolitik. Am Samstag kam es zu einer Eskalation mit historischer Tragweite: Die USA haben in Venezuela militärisch eingegriffen. Präsident Nicolás Maduro wurde festgenommen und in die USA ausgeflogen. Der Konflikt hatte sich über Wochen aufgebaut, nun wurde er faktisch entschieden.

Für uns als Rohstoff- und Energiemarktteilnehmer ist dabei ein Punkt zentral: Venezuela verfügt über rund 19 % der weltweit nachgewiesenen Ölreserven. Donald Trump hat in einer Pressekonferenz bereits angekündigt, dass man sich diese Reserven künftig zunutze machen wolle.

Was bedeutet das für den Ölpreis? Kurzfristig spekuliert der Markt auf einen starken Rücksetzer zum Wochenstart. Diese Reaktion ist nachvollziehbar, da zusätzliche Angebotsoptionen grundsätzlich preisdämpfend wirken. Gleichzeitig wäre es jedoch ein Trugschluss, daraus automatisch einen dauerhaft niedrigen Ölpreis abzuleiten. Ein Ölpreis deutlich unter 60 USD liegt nicht im Interesse der USA, da die heimische Shale- und Fracking-Industrie auf Preise oberhalb dieser Zone angewiesen ist, um profitabel zu bleiben. Ein zu niedriger Ölpreis würde Investitionen bremsen, Fördermengen gefährden und letztlich die strategische Energieunabhängigkeit der USA unterminieren.

Insofern ist eher von erhöhter Volatilität als von einem politisch gewollten Preiseinbruch auszugehen. Der Markt wird in den kommenden Tagen sehr sensibel auf jede neue Information reagieren.

Was war im DCX in der vergangenen Woche besonders auffällig?

Der DCX geriet in der abgelaufenen Handelswoche unter Druck und verlor –0,90 % auf 136,63 Punkte. Seit Jahresbeginn liegt der Index damit bei –1,15 %. Auffällig war weniger eine breite Schwäche über alle Sektoren hinweg, sondern vielmehr ein scharfer, margingetriebener Sell-off im Metallkomplex, der den Index dominierte und die positiven Beiträge aus Agrar- und Energietiteln mehr als überlagerte.

Nach den starken Kursanstiegen in der Vorwoche kam es insbesondere bei Edelmetallen zu einer abrupten Bereinigung. Massive Margin-Erhöhungen an der CME wirkten dabei wie ein Katalysator für Zwangsliquidationen. Gold, Silber, Platin und Palladium verzeichneten teils zweistellige Wochenverluste, obwohl sich an der strukturellen Positionierung und den mittelfristigen Fundamentaldaten wenig geändert hat. Der DCX profitierte in dieser Woche somit nicht von einer sektoralen Diversifikation, sondern wurde klar von der Metallkorrektur belastet.

Gleichzeitig zeigte sich, dass andere Segmente des Index deutlich stabiler blieben. Agrarmärkte wie Baumwolle, Kaffee oder Mais entwickelten sich vergleichsweise ruhig, teils sogar konstruktiv, während Energiepreise durch Sentimentextreme und geopolitische Schlagzeilen geprägt waren. Insgesamt war es eine Woche, in der Liquidität, Margin-Mechanik und Positionsbereinigung die Preisbildung stärker beeinflussten als klassische Fundamentaldaten.



• Baumwolle | –0,74 % | Long
Weiterhin lethargisch, aber ohne neuen Verkaufsdruck. Abbau der spekulativen Shorts setzt sich fort, Saisonalität wird unterstützend – Geduldsmarkt.

• Bund-Future | –0,31 % | Short
Schwacher Wochenschluss bestätigt den Renditedruck. Hohe Emissionstätigkeit und restriktive Zinserwartungen bleiben belastend.

• CO₂-Zertifikate | –0,75 % | Long
Leichte Konsolidierung auf hohem Niveau. Angebotsverknappung für 2026 stützt das mittelfristige Bild klar.

• EUR/USD | –0,45 % | Long
Kurzfristige Korrektur trotz weiter steigender Long-Positionierung. Divergenz zwischen Preis und Positionierung bleibt das zentrale Thema.

• Gold | –4,82 % | Long
Klarer Rücksetzer nach Überhitzung, verstärkt durch Margin-Erhöhungen. Keine Kapitulation im Managed Money – Struktur bleibt intakt.

• Kupfer | –2,63 % | Long
Technische Konsolidierung innerhalb eines starken Aufwärtstrends. Positionierung und Saisonalität weiterhin unterstützend.

• Mais | –2,78 % | Long
Schwacher Jahresstart, aber bereinigte Positionierung. Seitwärtsphase mit Bodenbildungstendenz möglich.

• Palladium | –17,71 % | Long
Extremer margingetriebener Sell-off. Jahresperformance weiterhin stark, erste spekulative Longs trotz hoher Volatilität.

• Platin | –14,56 % | Long
Heftiger Reset nach Allzeithoch. Keine breite Kapitulation, Saisonalität bis Frühjahr bleibt positiv.

• Silber | –9,31 % | Long
Brutale Korrektur nach Allzeithoch. Margin-Schock dominiert, Long-Positionierung bleibt erstaunlich stabil.

• TTF Natural Gas | +2,33 % | Long
Einer der positiven Ausreißer der Woche. Kalte Witterung und niedrige Speicherstände stützen kurzfristig.

• WTI Crude Oil | +0,70 % | Long
Leichte Erholung bei extrem defensiver Positionierung. Geopolitische Entwicklungen erhöhen das Bewegungspotenzial.

• Zucker | –3,76 % | Long
Weiterhin klarer Underperformer. Hohe Short-Positionierung und Angebotsdruck dominieren, Saisonalität bislang wirkungslos.

Fazit
Erstens: Dünne Liquidität + Margin-Effekte + geopolitische Schocks sind ein toxischer Mix – aber auch ein Nährboden für Chancen, wenn man vorbereitet ist.
Zweitens: Die jüngsten Abverkäufe in den Metallen sind größtenteils technisch und strukturell getrieben, nicht fundamental.
Drittens: Im Ölmarkt treffen aktuell extrem pessimistische Positionierung, geopolitische Neuordnung und eine bald verbessernde Saisonalität aufeinander – ein klassisches Setup, das wir sehr eng beobachten.

Kurz gesagt: Volatilität ist zurück – und sie ist real. Für uns geht es jetzt weniger um Prognosen, sondern um sauberes Risikomanagement, Geduld und das konsequente Abwarten attraktiver Chancen-/Risikoprofile.
Ihr
Carsten S. Stork


Performance DCX 

aktueller Indexstand: 136,63
Wochenperformance: -0,90%
Seit Jahresanfang: -1,15%



DCX POSITIONEN

BAUMWOLLE - LONG

Baumwolle verliert auf Wochenbasis -0,74%.
Die letzte Woche im 15-Minuten-Chart:


Baumwolle-Future – Jahreswechsel ohne Impuls – aber erste konstruktive Signale unter der Oberfläche

Der Cotton Future (ICE US) beendete die letzte Handelswoche des Jahres mit einem leichten Minus von –0,74 % und schloss bei 64,01 US-Cent. Zur Wochenmitte, am 30.12., konnte der Kontrakt noch ein Zwischenhoch bei 64,80 US-Cent markieren, war jedoch nicht in der Lage, dieses Niveau zu halten. In der Folge setzte sich erneut Verkaufsdruck durch, und die zuvor erzielten Gewinne wurden weitgehend abgegeben. 

Aus technischer Sicht bleibt das Bild damit zunächst unspektakulär. Baumwolle hat es in den vergangenen Monaten mehrfach nicht geschafft, nachhaltige Aufwärtsdynamik zu entwickeln. Rückblickend war Cotton einer der träge­sten Soft-Commodity-Kontrakte des Jahres 2025. Auf Jahresbasis ergibt sich eine Performance von –6,43 %. Das Jahr startete noch nahe 68 US-Cent, ohne dass es im weiteren Verlauf zu einer überzeugenden Trendbewegung kam.

Interessant wird der Markt jedoch auf der Positionierungsseite. Die aktuellen COT-Daten zeigen, dass das Managed Money seine Short-Positionen weiter deutlich reduziert hat und zuletzt nur noch mit 31.633 Kontrakten netto short positioniert war. Dieser Abbau von Short-Engagements ist aus Marktsicht positiv zu werten und deutet darauf hin, dass der Verkaufsdruck auf spekulativer Ebene spürbar nachlässt.

Unterstützend wirkt zudem die Saisonalität. Historisch tendiert Baumwolle von Jahresbeginn bis etwa Anfang März zu einer freundlicheren Entwicklung. Auch wenn Saisonalität allein kein Auslöser ist, verbessert sie in Kombination mit einer bereinigten Positionierung das Chancen-/Risikoprofil.

Gleichzeitig bleibt festzuhalten, dass Cotton zuletzt kaum als Momentum-Markt überzeugen konnte. Der Kontrakt bewegte sich über weite Strecken in engen Spannen und seine Volatilität blieb deutlich hinter anderen Soft-Commodities zurück. Ob sich daran im neuen Jahr etwas ändert, wird maßgeblich davon abhängen, ob Nachfrageimpulse und Preisstruktur tatsächlich wieder anziehen.

FAZIT

Baumwolle bleibt nach einem schwachen Jahr 2025 zunächst ein Geduldsmarkt. Der jüngste Rücksetzer ändert nichts an der Tatsache, dass sich die spekulative Positionierung deutlich entspannt hat und die saisonale Phase grundsätzlich unterstützend wirkt. Noch fehlt es an klarer Preisdynamik, doch die Voraussetzungen für eine stabilisierende bis leicht konstruktive Entwicklung zum Jahresauftakt sind vorhanden. Entscheidend wird sein, ob Cotton im neuen Jahr endlich aus seiner Lethargie ausbrechen kann.



BUND FUTURE - SHORT

Baumwolle verliert auf Wochenbasis -0,31%.
Die letzte Woche im 30-Minuten-Chart:


Euro-Bund unter Druck: Steigende Renditen setzen den Future weiter unter Spannung

Der Euro-Bund-Future setzte seine Schwächephase in der vergangenen Handelswoche fort und verlor –0,31 %. Der Kontrakt schloss bei 127,03 Punkten, nachdem er am 29.12. noch ein Wochenhoch bei 127,86 Punkten markieren konnte. Im weiteren Verlauf kam der Markt jedoch zunehmend unter Druck und beendete die Woche nahe dem Tief – ein klares Zeichen dafür, dass der Verkaufsdruck weiterhin dominiert. 

Das Umfeld bleibt für Bundesanleihen anspruchsvoll. Die 10-jährige Bund-Rendite startete mit rund 2,87 % ins neue Jahr, nachdem sie 2025 um etwa 50 Basispunkte gestiegen war – der stärkste Jahresanstieg seit dem Inflationsschub 2022. Der Markt stellt sich auf ein weiteres Jahr mit hoher Emissionstätigkeit, fiskalischen Impulsen in Deutschland und anhaltender geopolitischer Unsicherheit ein. Allein private Investoren sollen – bereinigt um EZB-Aktivitäten – ein Nettoangebot von rund 234 Mrd. € an Bundesanleihen absorbieren, was die Angebotsseite strukturell belastet.

Zusätzlich plant Deutschland die Emission einer neuen 20-jährigen Bundesanleihe, was das Angebot weiter erhöht. Zwar gibt es strukturelle Nachfragefaktoren, etwa durch Veränderungen im niederländischen Pensionssystem, doch kurzfristig überwiegt der Angebots- und Renditedruck. Umfragen zeigen zudem, dass Marktteilnehmer zum Jahresende 2026 weiterhin Bund-Renditen um knapp 3 % erwarten und von anhaltend restriktiven EZB-Zinsen ausgehen.

Technisch bleibt das Bild klar belastet. Der gescheiterte Versuch, die Hochs zu halten, und der Wochenschluss nahe dem Tief unterstreichen die Dominanz der Verkäufer. Solange sich der Future nicht nachhaltig stabilisiert, bleibt die Tendenz abwärtsgerichtet.

FAZIT

Der Euro-Bund-Future steht weiter unter Druck. Steigende Renditen, hohe Emissionen und ein Umfeld dauerhaft höherer Zinsen belasten die Kursentwicklung. Der schwache Wochenschluss bestätigt die negative Struktur – erst eine klare Entspannung auf der Angebots- oder Zinsseite würde das Bild nachhaltig aufhellen.


CO₂-ZERTIFIKATE– LONG

CO₂-Zertifikate verlieren auf Wochenbasis -0,75%.
Die letzte Woche im Chart:


CO₂-Zertifikate konsolidieren – Angebotsseite wird zum stabilisierenden Faktor

Die CO₂-Emissionsrechte (EUA) gaben in der vergangenen Handelswoche leicht nach und verloren –0,75 %. Der Kontrakt schloss bei 88,42 Euro, nachdem er im Wochenverlauf zwischenzeitlich noch knapp unter 89 Euro notiert hatte. Trotz des moderaten Rücksetzers zeigt sich der Markt insgesamt stabil und hält sich weiterhin auf erhöhtem Preisniveau.

Bemerkenswert ist vor allem die Entwicklung auf der Angebotsseite. Die EU-Kommission bzw. die EEX haben einen überarbeiteten Auktionskalender für 2026 bestätigt, aus dem hervorgeht, dass das Auktionsvolumen von EUA im Vergleich zu 2025 deutlich reduziert wird. Diese Angebotsverknappung wirkt unterstützend auf den Markt und sorgt faktisch für eine strukturelle Nachfragekomponente.

Für das Jahr 2026 wird derzeit kein Angebotsüberschuss, sondern vielmehr ein Marktdefizit erwartet. Dieses Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage stellt einen wichtigen Stützfaktor dar und erklärt, warum Rücksetzer bislang vergleichsweise begrenzt bleiben. Der Markt beginnt, diese veränderte Angebotslage zunehmend einzupreisen.

Rückblickend haben sich die CO₂-Zertifikate bereits im vergangenen Jahr als einer der stärkeren europäischen Märkte erwiesen. Auf Jahresbasis legten die EUA um gut 17 % zu, was die strukturelle Stärke des Marktes unterstreicht und den aktuellen Preisbereich fundamental untermauert.

FAZIT
Der jüngste Rücksetzer bei den CO₂-Emissionsrechten ist als konsolidierende Bewegung in einem weiterhin konstruktiven Umfeld zu werten. Die sinkenden Auktionsvolumina für 2026 und die Erwartung eines Marktdefizits stützen das mittelfristige Bild. Solange sich an der Angebotsstruktur nichts ändert, bleiben EUA fundamental gut unterstützt.


EUR/USD - LONG

Der EUR/USD verliert auf Wochenbasis -0,45%.
Die letzte Woche im 30-Minuten-Chart: 


EUR/USD: Schwacher Wochenschluss trotz weiter steigender Long-Positionierung


Der Euro-US-Dollar zeigte sich in der vergangenen Handelswoche schwächer und verlor –0,45 %. Zu Wochenbeginn notierte das Währungspaar noch im Bereich von 1,18, setzte dann jedoch zu einer kontinuierlichen Abwärtsbewegung an und beendete die Woche bei 1,171 – nahezu auf dem Wochentief. Der Verlauf unterstreicht, dass der kurzfristige Druck auf der Euro-Seite zuletzt klar überwogen hat. 

Bemerkenswert ist diese Bewegung vor allem im Kontext der Positionierungsdaten. Während sich der Dollar-Index zuletzt durch Short-Eindeckungen stabilisieren konnte, zeigt sich im EUR/USD ein anderes Bild: Das Managed Money baut seine Long-Positionen weiter aus und hält aktuell 159.891 Kontrakte netto long. Diese Entwicklung ist insofern auffällig, als sie dem kurzfristigen Kursverlauf widerspricht und auf eine weiterhin konstruktive mittelfristige Erwartungshaltung gegenüber dem Euro hindeutet.

Der Markt scheint damit zwischen kurzfristigem Preisverhalten und strategischer Positionierung zu divergieren. Während der Euro auf Wochenbasis unter Druck geraten ist, bleiben spekulative Marktteilnehmer bereit, Euro-Exposure aufzubauen. Dies deutet darauf hin, dass der jüngste Rückgang bislang eher als Korrektur innerhalb eines größeren Bewegungsrahmens interpretiert wird und nicht als klarer Stimmungsumschwung.

Technisch betrachtet hinterlässt der Wochenschluss nahe dem Tief zwar ein kurzfristig angeschlagenes Bild, gleichzeitig erhöht die einseitige Positionierung jedoch die Sensitivität für Gegenbewegungen, sobald sich das Dollar-Momentum wieder abschwächt.

FAZIT

Der EUR/USD steht kurzfristig unter Druck, während die spekulative Positionierung weiterhin klar eurofreundlich bleibt. Die Kombination aus schwachem Wochenschluss und steigenden Long-Positionen spricht für ein Spannungsfeld zwischen kurzfristiger Korrektur und mittelfristigem Bias. Entscheidend wird sein, ob der Markt diese Divergenz in den kommenden Wochen über eine Stabilisierung oder eine weitere Bereinigung auflöst.

GOLD - LONG

Gold verliert auf Wochenbasis -4,82%.
Die letzte Woche im 30-Minuten-Chart:


Gold unter Druck: Wochenverlust von 4,82% trifft überhitzten Markt – Struktur bleibt intakt

Der Gold-Future (COMEX) verzeichnete in der vergangenen Handelswoche einen deutlichen Rücksetzer von –4,82 %. Nach den starken und teils steilen Anstiegen der Vorwochen kam es zum Jahresende erstmals zu einer spürbaren Konsolidierungsbewegung, die sehr wahrscheinlich durch Gewinnmitnahmen ausgelöst wurde. Zusätzlich verschärft wurde der Abgabedruck durch Marginerhöhungen an der COMEX: Ende Dezember wurden die Margin für Gold-Futures angehoben, bereits zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit. Solche Marginanpassungen führen erfahrungsgemäß zu Zwangsliquidationen oder Positionsreduktionen auf der Long-Seite und verstärken kurzfristige Abwärtsbewegungen – insbesondere in überdehnten Märkten. 

Trotz dieser Korrektur bleibt das übergeordnete Bild bemerkenswert robust. Auf Jahresbasis weist der Gold-Future weiterhin ein Plus von rund 65 % aus – ein außergewöhnlich starkes Jahr, das zwangsläufig Phasen der Bereinigung nach sich zieht. Auch die COT-Daten bestätigen bislang keinen Stimmungsumschwung: Das Managed Money hält weiterhin rund 240.700 Kontrakte netto long, was darauf hindeutet, dass das Vertrauen in die mittelfristige Gold-Story trotz der erhöhten Volatilität nicht verloren gegangen ist.

Saisonal betrachtet bleibt das Umfeld zunächst unterstützend. Historisch zeigt Gold bis Mitte Januar eine freundliche Tendenz, bevor sich im Anschluss häufig eine ruhigere oder seitwärts gerichtete Phase anschließt. Kurzfristige Schwankungen sind daher nicht ungewöhnlich, insbesondere nach einer derart starken Vorjahresperformance.

Zusätzlich bleibt der geopolitische Faktor ein zentrales Element. Die Unsicherheit rund um den Konflikt zwischen Russland und der Ukraine ist weiterhin hoch, zumal offen ist, ob es tatsächlich zu einem belastbaren Frieden oder lediglich zu einem fragilen Waffenstillstand kommt. Darüber hinaus haben sich die Spannungen zwischen den USA und Venezuela in den vergangenen 24 Stunden realisiert, nachdem Washington eine militärische Operation durchgeführt und Präsident Nicolás Maduro aus dem Land gebracht hat. Auch die Lage im Nahen Osten bleibt angespannt. Diese Entwicklungen unterstreichen, dass geopolitische Risiken derzeit kein abstraktes Szenario mehr sind, sondern konkrete Realität – ein Umfeld, in dem Gold weiterhin als Absicherungs- und Sicherheitsasset gefragt bleibt.

FAZIT

Der kräftige Wochenrückgang ist als notwendige Konsolidierung nach einer extrem starken Rallye zu werten, verstärkt durch marginbedingten Verkaufsdruck. Weder Positionierung noch geopolitisches Umfeld sprechen derzeit für einen strukturellen Trendbruch. Solange die Unsicherheiten bestehen, bleibt Gold ein zentraler Anker, auch wenn kurzfristig weitere Schwankungen und eine Phase der Beruhigung einkalkuliert werden müssen.



KAFFEE - LONG

Der Kaffee-Future gewinnt auf Wochenbasis +1,92%. 
Die letzte Woche im 15min Chart: 


Arabica stabilisiert sich nach Korrektur – volatile Konsolidierung rund um 350 US-Cent


Der Arabica-Coffee-Future konnte in der vergangenen Handelswoche erneut zulegen und verbuchte zum zweiten Mal in Folge ein Wochenplus, diesmal von +1,92 %. Der Kontrakt schloss bei 355,10 US-Cent, nachdem er im Wochenverlauf eine hohe Volatilität zeigte. Am 30.12. markierte der Markt noch ein Hoch bei 359,30 US-Cent, ehe es am 02.01. zu einem Rücksetzer bis auf 345,20 US-Cent kam. In der Folge setzte jedoch eine stetige Erholung ein, die den Future zurück in den Bereich der 355er-Marke führte.

Trotz der jüngsten Stabilisierung bleibt der Markt aus übergeordneter Sicht weiterhin in einer Korrekturphase. Seit dem Allzeithoch vom 23. Oktober liegt Arabica noch immer rund –18,92 % im Minus. Auffällig ist jedoch, dass sich der Kontrakt zuletzt zunehmend um den Bereich von 350 US-Cent einpendelt. Diese Zone entwickelt sich damit zu einer wichtigen kurzfristigen Konsolidierungsbasis.

Die COT-Daten liefern dabei ein eher unterstützendes Signal. Das Managed Money hat seine Long-Positionen zwar weiter reduziert, hält jedoch weiterhin 23.673 Kontrakte netto long. Diese verbliebene Long-Positionierung wirkt stabilisierend und spricht dafür, dass trotz der vorangegangenen Korrektur weiterhin eine tragfähige spekulative Nachfragebasis im Markt vorhanden ist.

Fundamental bleibt das Umfeld angespannt. Niedrige Lagerbestände (knapp über 450k Sechzig-Kilo Säcken), wetterbedingte Risiken in Brasilien sowie Produktionsprobleme in weiteren Anbauregionen sorgen weiterhin für strukturelle Unterstützung. Gleichzeitig fehlt es dem Markt aktuell an neuen Impulsen, um unmittelbar wieder in eine ausgeprägte Trendbewegung überzugehen.

Auch die Saisonalität fügt sich in dieses Bild ein. Historisch tendiert Arabica zum Jahresauftakt eher seitwärts, mit maximal leichtem Aufwärtsbias bis Mitte Januar, bevor sich die Dynamik häufig beruhigt.

FAZIT
Arabica befindet sich nach der starken Korrektur in einer volatilen, aber konstruktiven Konsolidierungsphase. Die Stabilisierung um 350 US-Cent, getragen von einer weiterhin vorhandenen Long-Positionierung, spricht gegen weiteren unmittelbaren Abgabedruck. Kurzfristig überwiegt ein seitwärtsgerichtetes Szenario, während das übergeordnete Marktumfeld anfällig für wetter- und angebotsbedingte Ausschläge bleibt.



KUPFER - LONG

Der Kupfer-Future verliert auf Wochenbasis -2,63%. 
Die letzte Woche im 30min Chart: 


Kupfer korrigiert – aber der strukturelle Aufwärtstrend bleibt intakt


Der Kupfer-Future (CME) gab in der vergangenen Handelswoche um –2,63 % nach und schloss bei 569,80 US-Cent. Der Rücksetzer ändert jedoch nichts an der übergeordnet sehr starken Entwicklung. Seit dem Sell-off im August 2025, ausgelöst durch das Wegfallen der Tarife, hat Kupfer eine beeindruckende Aufholbewegung hingelegt. Auf Jahresbasis steht weiterhin ein Plus von 41,74 % zu Buche – ein klares Zeichen für die strukturelle Stärke des Marktes. 

Auch die Positionierungsdaten bestätigen dieses Bild. Laut den COT-Daten per 26.12. hat das Managed Money seine Long-Positionen wieder deutlich aufgestockt und hält aktuell 67.088 Kontrakte netto long. Diese Entwicklung passt gut zum saisonalen Muster und signalisiert, dass spekulatives Kapital weiterhin auf steigende Preise setzt.

Saisonal befindet sich Kupfer nun in seiner stärksten Phase des Jahres. Historisch folgen die Kurse ab Jahresbeginn häufig einem Aufwärtsmuster, das sich bis Anfang bzw. Mitte April fortsetzen kann. Der Markt verhält sich aktuell sehr regelkonform zu dieser Saisonalität, was die jüngste Konsolidierung eher als gesunde Zwischenpause erscheinen lässt.

Zusätzliche Unterstützung kommt traditionell von der Nachfrageseite aus China. Nach dem Jahreswechsel normalisieren sich erfahrungsgemäß die industriellen Einkaufszyklen, bevor mit Blick auf das chinesische Neujahr im Februar erste Vorzieheffekte einsetzen. Diese Phase sorgt historisch häufig für eine zunehmende physische Nachfrage, die den Kupfermarkt in den ersten Monaten des Jahres stützt.

FAZIT

Der jüngste Wochenrückgang bei Kupfer ist als technische Konsolidierung innerhalb eines intakten Aufwärtstrends zu werten. Starke Jahresperformance, zunehmende Long-Positionierung, eine günstige Saisonalität und erwartete Nachfrageimpulse aus China sprechen weiterhin für ein konstruktives Umfeld. Solange das saisonale Muster greift, bleiben weitere Kursanstiege bis ins Frühjahr hinein ein realistisches Szenario.


MAIS - LONG

Der Mais-Future verliert auf Wochenbasis -2,78%. 
Die letzte Woche im 15min Chart: 


Mais unter Druck: Schwacher Jahresstart trifft auf bereinigte Positionierung

Der Corn-Future (CBOT) stand in der vergangenen Handelswoche klar unter Druck und verlor –2,78 %. Der Kontrakt schloss bei 437 US-Cent, nachdem zu Wochenbeginn noch Niveaus um 450 US-Cent gehandelt wurden. Die Abwärtsbewegung zog sich nahezu durch die gesamte Woche und unterstreicht den fehlenden kurzfristigen Aufwärtsimpuls zum Start des neuen Jahres.

Auch aus übergeordneter Perspektive bleibt das Bild bislang verhalten. Auf Jahresbasis weist Corn weiterhin ein Minus von 13,98 % für 2025 aus. Der Markt hatte im vergangenen Jahr Mühe, nachhaltige Erholungen zu etablieren, und blieb insgesamt von Angebots- und Wettbewerbssorgen geprägt.

Interessant ist jedoch die Entwicklung auf der Positionierungsseite. Laut den aktuellen COT-Daten hat das Managed Money seine Short-Positionen vollständig geschlossen und ist inzwischen mit 64.872 Kontrakten netto long positioniert. Diese Verschiebung stellt eine deutliche Veränderung gegenüber den Vormonaten dar und signalisiert, dass spekulative Marktteilnehmer nicht mehr auf weiter fallende Preise setzen.

Fundamental zeigt sich das Bild gemischt. Einerseits bleibt der internationale Wettbewerb hoch, insbesondere durch gut verfügbare Ware aus Südamerika. Andererseits sorgen robuste US-Exportzahlen und eine solide Ethanolnachfrage für eine gewisse Unterseite im Markt. Zusätzlich blickt der Markt bereits auf die kommenden USDA-Berichte, bei denen vereinzelt mit einer leicht kleineren US-Ernte gerechnet wird – ein potenzieller Stützfaktor.

Saisonal tendiert Corn zu Jahresbeginn eher seitwärts, mit einer leicht positiven Tendenz bis Anfang März. Dieses Muster passt zur aktuellen Marktphase, in der der Preis zwar unter Druck geraten ist, gleichzeitig aber erste stabilisierende Elemente sichtbar werden.

FAZIT
Corn startet schwach ins neue Jahr, bleibt kurzfristig jedoch in einer Übergangsphase. Der deutliche Positionswechsel des Managed Money spricht gegen weiter ausgeprägten Abwärtsdruck, während die Saisonalität ein eher seitwärts bis leicht freundliches Umfeld signalisiert. Entscheidend wird sein, ob der Markt aus der aktuellen Schwäche heraus eine Bodenbildung entwickeln kann oder ob neue fundamentale Impulse nötig sind, um die Richtung klar vorzugeben.


PALLADIUM  - LONG

Palladium verliert auf Wochenbasis -17,71%.
Die letzte Woche im 30-Minuten-Chart:


Palladium bricht ein – Margin-Schock trifft überdehnten Markt


Der Palladium-Future erlebte in der vergangenen Handelswoche einen massiven Abverkauf und verlor auf Wochenbasis –17,71 %. Nachdem der Kontrakt zu Wochenbeginn noch oberhalb von 2.000 USD gehandelt wurde, setzte eine beschleunigte Abwärtsbewegung ein, die den Markt bis zum Wochenschluss auf 1.695,5 USD führte. Besonders der Sell-off vom Hoch am 29.12. bei 2.129 USD unterstreicht die Heftigkeit dieser Bewegung. 

Ein wesentlicher Treiber des Abverkaufs war die Marginerhöhung durch die CME im Edelmetallsektor. Die Initial- und Maintenance-Margins für Precious Metals, darunter auch Palladium, wurden zum 31.12.2025 angehoben. Solche Anpassungen führen erfahrungsgemäß zu abruptem Verkaufsdruck, da vor allem gehebelte Long-Positionen reduziert oder liquidiert werden müssen – insbesondere in zuvor stark gelaufenen Märkten.

Trotz dieses Schocks bleibt das größere Bild bemerkenswert. Auf Jahressicht weist Palladium weiterhin ein Plus von 86,01 % aus. Auch die COT-Daten liefern ein interessantes Signal: Das Managed Money ist zuletzt auf die Long-Seite gewechselt und hält aktuell 122 Kontrakte netto long. Zwar ist diese Positionierung noch klein, sie signalisiert jedoch, dass spekulatives Kapital beginnt, den Rücksetzer als potenzielle Chance zu interpretieren – ein Punkt, den wir bereits im Vorwochenbericht hervorgehoben hatten.

Zusätzlich spricht die Saisonalität klar für den Markt. Historisch zählt der Zeitraum von Jahresbeginn bis Mitte/Ende April zu den stärksten Phasen für Palladium. In Kombination mit der nun deutlich bereinigten Preisstruktur erhöht dies die Wahrscheinlichkeit, dass der Markt nach der extremen Bewegung zumindest in eine Stabilisierung oder Erholungsphase übergehen kann.

FAZIT

Der jüngste Einbruch bei Palladium war heftig und primär margingetrieben, nicht fundamental ausgelöst. Trotz der hohen Volatilität bleiben Jahresperformance, saisonales Muster und erste Long-Positionen auf spekulativer Seite konstruktive Faktoren. Nach dem scharfen Reset ist Palladium wieder ein Markt, der genau beobachtet werden sollte – insbesondere mit Blick auf eine mögliche Erholung in der saisonal starken Phase bis ins Frühjahr.



PLATIN  - LONG

Platin verliert auf Wochenbasis -14,56%. 
Die letzte Woche im 30-Minuten-Chart: 


Platin nach Allzeithoch im freien Fall – heftiger Reset in weiterhin starkem Umfeld


Der Platinum-Future erlebte nach dem neuen Allzeithoch bei 2.584,5 USD in der Vorwoche einen extremen Rückschlag. In der vergangenen Handelswoche verlor der Kontrakt –14,56 % und schloss bei 2.161,80 USD. Zwischenzeitlich fiel der Preis sogar unter die Marke von 2.000 USD, was die Dynamik des Abverkaufs unterstreicht. Der Wochenschluss deutlich unterhalb der Hochs signalisiert einen klaren Stimmungswechsel auf sehr kurzfristiger Ebene. 

Auslöser für den Sell-off waren vor allem Gewinnmitnahmen nach der außergewöhnlich starken Rallye sowie erneut margingetriebener Verkaufsdruck. Die CME hat innerhalb einer Woche zum zweiten Mal die Margins für Edelmetalle erhöht, was insbesondere in stark gehebelten Long-Positionen zu Zwangsliquidationen geführt hat. Diese Kombination aus überdehnter Marktstruktur und steigenden Marginanforderungen wirkte als Katalysator für die abrupte Korrektur.

Trotz der Heftigkeit der Bewegung bleibt das übergeordnete Bild bemerkenswert robust. Auf Jahresbasis konnte Platin im Jahr 2025 eine Performance von rund 137 % erzielen – ein außergewöhnliches Ergebnis, das verdeutlicht, wie stark der Markt zuvor gelaufen ist. Entsprechend ist die aktuelle Bewegung auch als Reset nach einer extremen Übertreibung zu werten.

Die COT-Daten per 26.12. zeigen dabei kaum Veränderungen: Das Managed Money hält weiterhin 19.343 Kontrakte netto long. Dies spricht dafür, dass bislang keine breite Kapitulation stattgefunden hat und der Abverkauf primär technisch und strukturell bedingt war.

Auch die Saisonalität bleibt unterstützend. Historisch gehört der Zeitraum vom Jahresbeginn bis Ende April zu den stärkeren Phasen für Platin. In Kombination mit dem weiterhin angespannten Angebotsumfeld und der robusten industriellen Nachfrage bleibt das saisonale Grundgerüst intakt – trotz der kurzfristigen Verwerfungen.

FAZIT
Der Rücksetzer im Platinum-Future war extrem, aber weitgehend margingetrieben und technisch bedingt. Die starke Jahresperformance 2025, die unverändert hohe Long-Positionierung und die positive Saisonalität sprechen gegen einen strukturellen Trendbruch. Nach dem scharfen Reset bleibt Platin ein Markt mit hoher Volatilität, aber weiterhin konstruktivem mittelfristigem Setup, der nun eine Phase der Stabilisierung oder Neuorientierung durchlaufen dürfte.


SILBER - LONG

Silber verliert auf Wochenbasis -9,31%.
Die letzte Woche im 30-Minuten-Chart:


Silber unter Druck: Margin-Schock sorgt für brutale Korrektur – Struktur bleibt intakt


Der Silver Future (COMEX) erlebte in der vergangenen Woche eine außergewöhnlich volatile und schmerzhafte Korrektur. Auf Wochenbasis verlor der Kontrakt –9,31 %. Nach einem Hoch am 29.12. bei 82,67 USD rutschte Silber massiv ab und beendete die Woche bei 72,265 USD. Zwischenzeitlich fiel der Markt sogar unter die 70-USD-Marke, mit einem Wochentief bei 69,255 USD. Die Bewegung entsprach einer Preisspanne von über 13 USD innerhalb weniger Tage und unterstreicht die außergewöhnlich hohe Marktvolatilität. 

Auslöser dieser Bewegung waren nicht fundamentale Faktoren, sondern vor allem massive Margin-Erhöhungen an der CME/COMEX. Der große 5.000-Unzen-Kontrakt wurde in mehreren Schritten angehoben – kumuliert um rund 25–30 % innerhalb weniger Wochen. Solche Anpassungen wirken erfahrungsgemäß wie ein Katalysator für Verkaufsdruck, da sie insbesondere stark gehebelte Long-Positionen zu Zwangsliquidierungen zwingen. In Kombination mit gezielten Gewinnmitnahmen nach dem extrem starken Lauf der Vorwochen entstand eine klassische Liquiditätskorrektur.

Wichtig ist jedoch der Blick unter die Oberfläche: Die COT-Daten zeigen keine Kapitulation. Das Managed Money hält weiterhin 35.884 Kontrakte netto long – nahezu unverändert. Das spricht dafür, dass die spekulative Kernüberzeugung im Markt intakt geblieben ist und der Rücksetzer eher technischer Natur war als Ausdruck eines Stimmungsumschwungs.

Auch saisonal bleibt das Umfeld ausgesprochen konstruktiv. Silber tritt jetzt in eine der historisch stärksten Phasen des Jahres ein. Statistisch betrachtet zeigt der Silver Future eine klare Tendenz zu steigenden Kursen bis Mitte/Ende Februar. Diese Saisonalität trifft nun auf einen Markt, der kurzfristig deutlich bereinigt wurde – eine Kombination, die man im Blick behalten sollte.

FAZIT

Der starke Abverkauf im Silber war primär margin-getrieben und nicht fundamental bedingt. Die Marktstruktur bleibt trotz der hohen Volatilität stabil: Managed Money hält an Long-Positionen fest, die spekulative Übertreibung wurde deutlich reduziert und die saisonale Phase spricht weiterhin für Aufwärtsbewegungen. Kurzfristig bleibt das Umfeld nervös, mittelfristig ist Silber jedoch wieder in einer Zone angekommen, in der das Chancen-/Risikoprofil deutlich attraktiver wird.



TTF NATURAL GAS - LONG

TTF Natural Gas gewinnt auf Wochenbasis +2,33%. 
Die letzte Woche im 10min Chart: 


TTF Gas zeigt erste Stärke – kalte Witterung trifft auf strukturell engeres Angebot


Der europäische TTF Natural Gas Future konnte in der vergangenen Handelswoche zulegen und gewann +2,33 %. Zeitweise notierte der Kontrakt sogar über der Marke von 29 €/MWh, bevor er die Woche bei 28,875 €/MWh beendete. Damit hält sich der Markt nahe dem oberen Bereich der Handelsspanne der letzten Wochen.

Der jüngste Anstieg ist vor allem fundamental getrieben. Niedrige Speicherstände, insbesondere in Deutschland, erhöhen die Sensibilität des Marktes gegenüber Wetterimpulsen. Die zuletzt kälteren Temperaturen haben den Heizbedarf spürbar steigen lassen und damit kurzfristig für zusätzliche Nachfrage gesorgt. In diesem Umfeld reagieren die Preise deutlich schneller auf wetterbedingte Risiken als noch im Herbst.

Gleichzeitig bleibt das übergeordnete Bild zweigeteilt. Auf Jahressicht steht der TTF-Kontrakt trotz der jüngsten Erholung deutlich tiefer, was die insgesamt schwächere europäische Gasnachfrage und die hohen LNG-Importe widerspiegelt – insbesondere aus den USA, die 2025 voraussichtlich Rekordmengen nach Europa geliefert haben. Diese Angebotsseite wirkt weiterhin preisdämpfend.

Strukturell relevant bleibt zudem der politische Rahmen. Die EU treibt den vollständigen Ausstieg aus russischem Gas bis Ende 2027 weiter voran. Der entsprechende Beschluss des Europäischen Parlaments unterstreicht, dass sich das europäische Gasangebot langfristig weiter verändern wird – mit potenziell höherer Volatilität, auch wenn kurzfristig ausreichend LNG verfügbar ist.

FAZIT

Der TTF Natural Gas Future zeigt kurzfristig Stärke, getragen von niedrigen Speicherständen und kälterem Wetter. Fundamental bleibt der Markt jedoch ein Spannungsfeld aus kurzfristigen Versorgungsrisiken und langfristig komfortabler LNG-Versorgung. Für Trader bleibt Gas damit ein stark wetter- und datengetriebener Markt mit erhöhtem Reaktionspotenzial in beide Richtungen.


WTI CRUDE OIL - LONG

WTI Crude Oil gewinnt auf Wochenbasis +0,70%.

Die letzte Woche im 30min Chart:



WTI am Scheideweg – extremes Sentiment trifft auf geopolitische Risiken


Der WTI Crude Oil Future konnte sich in der vergangenen Woche leicht stabilisieren und legte +0,7 % zu. Der Kontrakt schloss bei 57,33 USD pro Barrel. Damit gelang zumindest eine technische Atempause nach dem schwachen Jahresverlauf, auch wenn von einem Trendwechsel bislang keine Rede sein kann. 

Auf Jahressicht 2025 bleibt das Bild klar belastet: Der WTI-Future liegt mit knapp –20 % deutlich im Minus. Haupttreiber waren eine Kombination aus schwächerem Nachfragewachstum, steigender Produktion außerhalb der OPEC sowie die wiederkehrende Diskussion um einen globalen Angebotsüberschuss. Sowohl die IEA als auch US-Behörden rechnen für 2026 mit einem historisch hohen Überhang, was den Markt zuletzt gedeckelt hat.

Spannend wird die Lage jedoch mit Blick auf die Positionierung. Das Managed Money hat seine Long-Positionen zuletzt nicht weiter reduziert und hält aktuell 64.898 Kontrakte long. Dieses Niveau ist historisch betrachtet extrem niedrig – der tiefste Stand seit September 2010. Aus konträrer Sicht ist das ein klarer Hinweis darauf, dass ein Großteil des Pessimismus bereits im Markt eingepreist ist.

Saisonal betrachtet verbessert sich das Umfeld ebenfalls. Historisch beginnt für WTI ab Mitte Februar eine deutlich freundlichere Phase, die in der Vergangenheit häufig mit steigenden Preisen einherging. In Kombination mit der extrem niedrigen spekulativen Positionierung entsteht damit ein interessantes asymmetrisches Setup.

FAZIT

Fundamental bleibt das Überangebotsnarrativ kurzfristig belastend, doch Sentiment, Positionierung und Saisonalität sprechen zunehmend für die Long-Seite. WTI bleibt ein klassischer Contrarian-Trade: extrem niedrige Long-Positionierung, verbessernde Saisonalität ab Februar und steigende geopolitische Risiken schaffen ein Umfeld, in dem bereits kleine Impulse eine überproportionale Marktreaktion auslösen können. Montag dürfte hier bereits erste Antworten liefern.

+++ Breaking News | Venezuela +++ 

Der geopolitische Faktor hat sich in den vergangenen 24 Stunden fundamental verändert. Die Eskalation zwischen den USA und Venezuela gilt nicht mehr als latentes Risiko, sondern als eingepreistes Ereignis: Laut jüngsten Meldungen befindet sich Venezuelas Präsident Nicolás Maduro inzwischen in US-Gewahrsam. Damit ist ein jahrelanger geopolitischer Unsicherheitsfaktor abrupt in eine neue Phase übergegangen.

Venezuela verfügt über rund 19 % der weltweit nachgewiesenen Ölreserven. Eine faktische Kontrolle oder zumindest strategische Einflussnahme der USA auf diese Reserven hätte strukturelle Auswirkungen auf den globalen Ölmarkt. Kurzfristig erhöht sich zwar die geopolitische Unsicherheit, mittelfristig würde ein solcher Machtwechsel jedoch eher preisdämpfend wirken, da zusätzliche Angebotsoptionen entstehen könnten.

Entscheidend ist jedoch die politische Ökonomie: Ein dauerhaft schwacher Ölpreis liegt nicht im Interesse der USA. Die US-Schieferölindustrie ist stark preisabhängig; viele Produzenten benötigen Preise deutlich oberhalb von 55–60 USD, um profitabel zu bleiben. Ein zu niedriger Ölpreis würde Investitionen bremsen, Fördermengen gefährden und die strategische Energieunabhängigkeit der USA unterminieren.

Vor diesem Hintergrund ist davon auszugehen, dass die US-Administration kein Interesse an einem massiven Preisverfall hat. Vielmehr spricht vieles für eine kontrollierte Marktreaktion: kurzfristige Volatilität, aber kein politisch gewollter Angebots-Schock nach unten.

Für den WTI-Markt bedeutet das:
Kurzfristig erhöht sich das Bewegungspotenzial, insbesondere angesichts der extrem niedrigen spekulativen Positionierung. Mittel- bis langfristig bleibt das Umfeld jedoch konträr konstruktiv, da geopolitische Risiken zwar neu verteilt, aber nicht vollständig eliminiert werden.


ZUCKER - LONG

Zucker verliert auf Wochenbasis -3,76%.

Die letzte Woche im 10min Chart:



Zucker bleibt unter Druck – jede Erholung wird konsequent verkauft


Der Zucker-Future (#11, ICE US) bleibt einer der frustrierendsten Märkte im Soft-Komplex. Auch in der vergangenen Woche setzte sich das bekannte Muster fort: Immer dann, wenn der Markt den Anschein einer Stabilisierung oder Bodenbildung erweckt, kommt neuer Verkaufsdruck auf. Auf Wochenbasis verlor der Kontrakt –3,76 % und schloss bei 14,60 US-Cent, nachdem zu Wochenbeginn noch Kurse über 15 US-Cent gehandelt wurden.

Auf Jahressicht 2025 fällt die Bilanz entsprechend schwach aus. Mit einem Minus von –24,31 % zählt Zucker klar zu den Underperformern unter den Soft Commodities. Fundamentale Belastungsfaktoren dominieren weiterhin das Bild: steigende Produktionszahlen, insbesondere aus Indien, sowie die Aussicht auf höhere Exporte halten den Markt strukturell unter Druck. Auch global deuten die meisten Prognosen eher auf einen Angebotsüberschuss als auf Knappheit hin.

Die COT-Daten bestätigen dieses negative Sentiment. Das Managed Money hält nach wie vor eine signifikante Short-Position von 149.541 Kontrakten. Zwar liegt diese deutlich unter den Extremwerten von Anfang November, als fast 200.000 Kontrakte short gehalten wurden, doch ein konstruktiver Positionsaufbau auf der Long-Seite ist bislang nicht zu erkennen. Von einem echten Short-Squeeze-Potenzial kann aktuell keine Rede sein.

Saisonal betrachtet gäbe es eigentlich Argumente für eine leichte Erholung. Historisch tendiert der Zucker-Future bis Ende Januar eher nach oben. Allerdings muss man klar festhalten, dass sich der Markt im Jahr 2025 kaum an seine saisonalen Muster gehalten hat. Die fundamentale Angebotslage hat die Saisonalität mehrfach ausgehebelt.

FAZIT

Zucker bleibt ein schwieriger Markt. Die Kombination aus schwacher Jahresperformance, hoher spekulativer Short-Positionierung und anhaltendem Angebotsdruck spricht kurzfristig gegen nachhaltige Erholungen. Zwar wäre saisonal eine Gegenbewegung möglich, doch solange sich an der fundamentalen Lage und der Positionierung nichts ändert, bleibt jede Rallye anfällig für erneute Verkäufe. Geduld und Vorsicht sind hier weiterhin angebracht.



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