Metallmärkte schreiben Geschichte

27.12.25 12:40 PM - Von Mitarbeiter


Liebe Leserinnen und Leser,

 

das Weihnachtsfest 2025 liegt hinter uns, ebenso eine stark verkürzte Handelswoche. In Deutschland waren die Börsen faktisch nur an zwei Tagen geöffnet, in den USA standen mit dem 24. und 26. Dezember immerhin zwei zusätzliche Handelstage zur Verfügung. Und genau diese Tage hatten es in sich.

Was sich in den Metallmärkten aktuell abspielt, ist außergewöhnlich. Die Preisbewegungen der vergangenen Wochen sind in dieser Form extrem selten. Ich arbeite seit 1996 an den Finanzmärkten – und ich kann mit Überzeugung sagen: Eine derart breite, dynamische und gleichzeitig anhaltende Rallye über mehrere Metallmärkte hinweg habe ich so noch nicht erlebt. Solche Bewegungen kennt man sonst eher aus rohstoffspezifischen Sonderphasen wie ausgeprägten Erntezyklen bei Soft Commodities – nicht aus Edel- und Industriemetallen.

Gold setzte seine Rally auch in der vergangenen Woche fort und gewann weitere +4,46 %. Mit einem neuen Allzeithoch steigt die Jahresperformance damit auf +72,82 %. Der Markt tastet sich zunehmend an die Zone um 4.600 US-Dollar heran. Bemerkenswert ist dabei weniger das absolute Niveau als die Qualität der Bewegung: Rücksetzer bleiben flach, Kaufinteresse dominiert.

Auch Kupfer zeigte sich extrem stark. Der Kontrakt legte +6,66 % zu und schloss bei 585,15 US-Cent. Damit ist Kupfer nicht mehr weit von seinem Allzeithoch entfernt und hat nahezu das Preisniveau zurückerobert, das im Juli 2025 nach dem Wegfall der Tarife kurzzeitig aufgegeben wurde. Auf Jahressicht steht Kupfer inzwischen bei +45,56 % – und die strukturell starke Phase scheint erst zu beginnen.

Die eigentlichen Highlights liegen jedoch bei den Platinmetallen und bei Silber. Palladium gewann in der vergangenen Woche +14,79 % und hat in nur zwei Wochen über 30 % zugelegt. Der Markt handelt wieder deutlich über der Marke von 2.000 US-Dollar und ging am Freitag nahezu auf dem Wochenhoch aus dem Handel.

Platin übertraf selbst diese Dynamik. Mit einem Wochenplus von +23,47 % markierte der Platin-Future ein neues All-Time-High oberhalb von 2.500 US-Dollar. In den vergangenen zwei Wochen summiert sich der Anstieg auf über 38 %. Auf Jahresbasis steht Platin inzwischen bei +178,69 % – ein historischer Move, der lange auf sich warten ließ.

Und schließlich Silber: Auch hier setzte sich die extreme Dynamik fort. Der Silver-Future stieg um +18,21 %, schloss bei 79,675 US-Dollar je Unze und markierte ebenfalls ein neues Allzeithoch. Die Jahresperformance beläuft sich damit auf +172,21 %. Silber zählt damit zu den stärksten Rohstofftrends, die wir in mehreren Jahrzehnten gesehen haben.

Was war im DCX in der vergangenen Woche besonders auffällig?

Der DCX konnte in der vergangenen Woche um +2,77 % auf 137,87 Punkte zulegen und baut damit seine Jahresperformance auf +41,29 % aus. Auffällig war erneut die klare Dominanz der Metallmärkte, die dem Index den entscheidenden Schub verliehen haben. Während einige Agrar- und Energietitel eher ruhig oder uneinheitlich tendierten, kam es bei Edel- und Industriemetallen zu Bewegungen, die in dieser Breite und Dynamik außergewöhnlich sind. Besonders Platin, Palladium und Silber entwickelten sich zu echten Index-Treibern, während Gold und Kupfer den übergeordneten Trend mit hoher Qualität bestätigten. Der DCX hat damit nicht von einer breiten Marktbewegung profitiert, sondern erneut von einer konzentrierten, extrem starken Metallrally.

• Baumwolle | +1,16 % | Long
Weiterhin Seitwärtsmarkt. Trotz leicht positiver Woche bleibt die Struktur unverändert. Managed Money hält hohe Shorts, Saisonalität öffnet sich – Beobachten bleibt wichtiger als Forcieren.

• Bund-Future | +0,35 % | Short
Bewegung wenig aussagekräftig wegen extrem kurzer Handelswoche. Fiskalischer Gegenwind und steigende Renditen bleiben das dominierende Thema.

• CO₂-Zertifikate | +1,69 % | Long
Neues Jahreshoch. Politische Diskussionen werden vom Markt ignoriert, strukturelle Angebotsverknappung dominiert weiter klar.

• EUR/USD | +0,56 % | Long
Aufwärtstrend bestätigt. Managed-Money-Positionierung auf dem höchsten Stand seit Dezember 2023 – konstruktiv, aber kurzfristig sensibel.

• Gold | +4,46 % | Long
Neues Allzeithoch, extrem saubere Trendstruktur. Keine Gewinnmitnahmen im Managed Money – einer der stabilsten Bullenmärkte im DCX.

• Kupfer | +6,66 % | Long
Starker Wochengewinn, institutioneller Kaufdruck dominiert. Nähe zum Allzeithoch rückt näher, Saisonalität außergewöhnlich unterstützend.

• Mais | +1,41 % | Long
Stetige Aufwärtsbewegung, Nachfrage stabil. Kein Momentum-Trade, aber strukturell solide.

• Palladium | +14,79 % | Long
Einer der Wochen-Stars. Managed Money erstmals seit 2021 wieder netto long. Politische Neubewertung des Verbrenners trifft starke Saisonalität.

• Platin | +23,47 % | Long
Neues All-Time-High, einer der stärksten Rohstoff-Moves dieses Jahrzehnts. Jahresperformance inzwischen bei +178,69 % – klar strukturell getragen.

• Silber | +18,21 % | Long
Explosiver Ausbruch auf neues Allzeithoch. Jahresperformance über +170 %, Long-Positionierung bleibt stabil – extrem, aber bislang kontrolliert.

• TTF Natural Gas | –0,81 % | Long
Leicht schwächer, aber Fundamentaldruck steigt. Sinkende Speicherstände und Winterrisiken rücken stärker in den Fokus.

• WTI Crude Oil | +0,71 % | Long
Volatile Woche zwischen Friedenshoffnungen und Angebotsdebatte. Saisonalität stützt, Positionierung bleibt defensiv.

• Zucker | +2,36 % | Long
Stabilisierung oberhalb von 15 Cent. Managed Money bleibt massiv short, Saisonalität liefert kurzfristigen Rückenwind, strukturell weiter fragil.

Fazit
Natürlich stellt sich die Frage, wie lange das noch gutgehen kann. Diese Frage stelle ich mir selbst täglich. Meine Einschätzung ist, dass wir uns einer Phase nähern, in der eine Übertreibung – möglicherweise in Form eines Blow-off-Moves – nicht mehr auszuschließen ist. Genau deshalb wird das Management dieser Positionen nun entscheidend. Ein zu früher Ausstieg wäre in den vergangenen Tagen eindeutig falsch gewesen. Gleichzeitig müssen wir vorbereitet sein, Gewinne konsequent zu sichern, wenn die Marktstruktur kippt. Ich werde diese Entwicklung sehr engmaschig beobachten.

Abseits der Metalle gab es in dieser verkürzten Woche naturgemäß wenig neue Impulse. Auch die kommende Woche wird nochmals reduziert ausfallen. Dennoch rechne ich damit, dass sich ein Teil der zuletzt sehr starken Bewegungen erst Anfang der Woche vollständig in der Portfolio-Performance widerspiegeln wird.

Zum Jahresende möchte ich mich ausdrücklich für Ihr Vertrauen in den DCX bedanken. 2025 war ein gutes Jahr – nicht nur in der Performance, sondern auch in der Klarheit der strategischen Ausrichtung.

Ich wünsche Ihnen bereits jetzt einen guten Rutsch ins neue Jahr, vor allem Gesundheit – und natürlich fette Beute für 2026.
Ihr
Carsten S. Stork


Performance DCX 

aktueller Indexstand: 137,87
Wochenperformance: +2,77%
Seit Jahresanfang: +41,29%



DCX POSITIONEN

BAUMWOLLE - LONG

Baumwolle gewinnt auf Wochenbasis +1,16%.
Die letzte Woche im 15-Minuten-Chart:


Baumwolle-Future – Seitwärtsmarkt hält, saisonales Fenster öffnet sich

Der Baumwolle-Future (ICE US) beendete die vergangene Handelswoche mit einem Plus von +1,6 % und schloss bei 64,49 US-Cent pro Pfund. Damit konnte sich der Markt trotz insgesamt ruhigem Umfeld leicht nach oben absetzen, ohne jedoch die übergeordnete Struktur zu verlassen. 

Über das gesamte Jahr betrachtet verlief der Baumwolle-Markt bislang vergleichsweise unspektakulär. Seit Jahresbeginn bewegt sich der Future in einer engen Trading-Range zwischen 60 und 70 US-Cent, ohne einen nachhaltigen Trend auszubilden. Auch die vergangene Woche änderte daran wenig – die Bewegung bleibt kontrolliert, Volatilität moderat.

Ein Blick auf die COT-Daten (Stand: 19.12.) zeigt weiterhin eine klare Positionierung auf der Short-Seite. Das Managed Money hält netto rund 38.600 Short-Kontrakte und hat diese Positionierung zuletzt kaum verändert. Damit fehlt bislang ein offensichtlicher Positionierungsimpuls, der eine größere Richtungsbewegung erzwingen würde.

Gleichzeitig rückt jedoch der saisonale Faktor zunehmend in den Fokus. Historisch zeigt Baumwolle zum Jahresende sowie in den Monaten Januar und Februar bis in den frühen März hinein eine tendenziell positive Saisonalität. Dieses Zeitfenster beginnt sich nun zu öffnen. Vor diesem Hintergrund ist es durchaus möglich, dass der Markt in den kommenden Tagen oder in der ersten Januarhälfte einen vorsichtigen Aufwärtsimpuls entwickelt – auch wenn dieser zunächst innerhalb der bestehenden Range bleiben dürfte.

FAZIT

Baumwolle bleibt strukturell in einer seit Monaten etablierten Seitwärtsphase gefangen. Die Positionierung des Managed Money ist weiterhin deutlich short, ohne bislang aufgelöst zu werden. Gleichzeitig spricht die beginnende Saisonalität dafür, den Markt aufmerksam zu beobachten. Kurzfristig sind begrenzte Aufwärtsbewegungen möglich, ein echter Trendwechsel setzt jedoch erst ein, wenn die obere Range nachhaltig verlassen wird.



BUND FUTURE - SHORT

Baumwolle gewinnt auf Wochenbasis +0,35%.
Die letzte Woche im 30-Minuten-Chart:


Bund-Future – Fiskalischer Gegenwind trifft auf ruhigen Feiertagshandel

Der deutsche Bund-Future (FGBL) zeigte sich in der vergangenen Weihnachts-Handelswoche insgesamt wenig bewegt. Auf Wochenbasislegte der Bund-Future um +0,35 % zu und schloss bei 127,42 Punkten, wobei diese Zahl nur bedingt aussagekräftig ist. Der Markt war faktisch lediglich an zwei Handelstagen (22. und 23. Dezember) geöffnet.  

Das Marktumfeld war klar durch Holiday-Trading geprägt: geringe Liquidität, zurückhaltende Marktteilnehmer und keine neuen Impulse aus der Geldpolitik. Entsprechend dominierten kleinere Kursbewegungen ohne klare Trenddynamik. Gleichzeitig blieb der strukturelle Druck auf der Zinsseite bestehen.

Belastend wirkten vor allem die steigenden Renditen der zehnjährigen Bundesanleihen, die sich zuletzt im Bereich von 2,86–2,89 % bewegten und damit nahe eines Mehrmonatshochs notierten. Hintergrund ist die weiterhin expansive deutsche Fiskalpolitik. Mit dem beschlossenen Bundeshaushalt 2026 und einer Neuverschuldung von rund 180 Mrd. Euro steigt das Angebot an Staatsanleihen deutlich. Diese Entwicklung erhöht die Fiskalrisikoprämie und wirkt insbesondere auf die langen Laufzeiten renditesteigernd.

Zusätzlich sorgten EZB-Signale für Zurückhaltung auf der Long-Seite. Aussagen aus dem EZB-Umfeld, wonach Zinssenkungen nicht notwendig seien und perspektivisch sogar weitere Straffungsschritte nicht ausgeschlossen werden, stützen das höhere Renditeniveau. Der Markt preist inzwischen eine nicht unerhebliche Wahrscheinlichkeit ein, dass die EZB ihren Lockerungspfad weiter verzögert.

Technisch bleibt der Bereich um 127,00 bis 127,50 Punkte eine zentrale Zone. Der Bund-Future konnte sich dort zuletzt stabilisieren, ohne jedoch überzeugendes Aufwärtsmomentum zu entwickeln. Ein Bruch unter diese Zone würde den Fokus rasch wieder auf den Bereich um 126,50 Punkte lenken.

FAZIT

Der Bund-Future bewegt sich weiterhin in einem Spannungsfeld aus dünner Feiertagsliquidität und strukturellem fiskalischem Gegenwind. Die sehr kurze Handelswoche lieferte keine neuen Signale, bestätigte jedoch das fragile Gleichgewicht auf aktuellem Niveau. Solange Renditen hoch bleiben und die EZB kommunikativ restriktiv auftritt, bleibt das Aufwärtspotenzial begrenzt. Kurzfristig dominiert Abwarten, mittelfristig bleibt der Bund anfällig für weitere Rücksetzer bei anhaltendem Renditedruck.


CO₂-ZERTIFIKATE– LONG

CO₂-Zertifikate gewinnen auf Wochenbasis +1,69%.
Die letzte Woche im Chart:


CO₂-Zertifikate – Politische Debatte ändert nichts am strukturellen Aufwärtstrend

Die CO₂-Zertifikate (EU ETS) konnten die vergangene, sehr kurze Weihnachts-Handelswoche mit einem Plus von +1,69 % abschließen. Der Kontrakt beendete die Woche bei 88,55 EUR pro Tonne und markierte damit ein neues Jahreshoch. De facto schloss der Markt damit am Hoch, was die anhaltende Stärke des Trends unterstreicht.

Die Handelswoche war – ähnlich wie bei anderen europäischen Märkten – von geringer Liquidität geprägt. Dennoch blieb die Nachfrage nach Emissionsrechten stabil, Rücksetzer wurden nicht genutzt, um Gewinne mitzunehmen. Das spricht für eine weiterhin konstruktive Marktstruktur.

Politisch sorgten zuletzt Berichte über ein mögliches Aufweichen des EU-Verbrennerverbots ab 2035 für Aufmerksamkeit. Diskutiert werden unter anderem Ausnahmen für Plug-in-Hybride, Range-Extender sowie eine Absenkung der CO₂-Reduktionsziele von 100 % auf 90 % bis 2040. Als Ausgleich sollen vermehrt Biokraftstoffe, E-Fuels und grüner Stahl eingesetzt werden.

Bemerkenswert ist jedoch, dass der CO₂-Markt auf diese Nachrichten kaum reagiert hat. Im Gegenteil: Der Preis stieg weiter und erreichte mit zuletzt über 88 EUR je Tonne im meistgehandelten Kontrakt das höchste Niveau seit August 2023. Das unterstreicht, dass der Markt die Diskussion eher als politische Feinjustierung denn als echte Richtungsänderung interpretiert.

Strukturell bleibt die Ausgangslage klar: Das Angebot an Zertifikaten wird weiter verknappt, während der Bedarf aus der Industrie durch den schrittweisen Abbau der kostenlosen Zuteilungen steigt. Diese Mechanik wirkt unabhängig davon, ob einzelne Klimaziele zeitlich oder technisch angepasst werden. Um die Preisdynamik nachhaltig zu bremsen, wären deutlich tiefgreifendere regulatorische Änderungen notwendig.

FAZIT
CO₂-Zertifikate bestätigen ihre Rolle als struktureller Bullenmarkt. Trotz politischer Diskussionen über das Verbrenner-Aus bleibt die Angebots-Nachfrage-Logik intakt. Der Wochenschluss nahe dem Jahreshoch ist ein klares Signal von Stärke. Solange die Verknappung des Angebots fortschreitet und die Industrie mehr Zertifikate benötigt, bleibt die übergeordnete Zielrichtung für den CO₂-Preis weiter nach oben gerichtet.


EUR/USD - LONG

Der EUR/USD gewinnt auf Wochenbasis +0,56%.
Die letzte Woche im 30-Minuten-Chart: 


EUR/USD – Aufwärtstrend bestätigt, Positionierung erreicht Jahreshoch


Der Euro–US-Dollar konnte in der vergangenen Woche erneut zulegen und verzeichnete auf Wochenbasis ein Plus von +0,56 %. Das Währungspaar schloss bei 1,177 und bestätigte damit die zuletzt aufgebaute Aufwärtsstruktur. Am Mittwoch, dem 24. Dezember, wurde intraday sogar kurzzeitig die Marke von 1,18 überschritten, bevor es im dünnen Feiertagshandel zu einer leichten Konsolidierung kam. 

Die Kursentwicklung fügt sich nahtlos in das übergeordnete Bild ein. Der Euro profitiert weiterhin von der klaren Zins- und Erwartungsdivergenz zwischen den USA und der Eurozone. Während die Fed perspektivisch zu weiteren Lockerungsschritten tendiert, zeigt sich die EZB deutlich zurückhaltender, was den Euro strukturell unterstützt.

Besonders auffällig ist die Entwicklung auf der Positionierungsseite. Die aktuellen COT-Daten (Stand: 19.12.) zeigen, dass das Managed Money seine Long-Positionen deutlich ausgebaut hat. Die Netto-Long-Positionierung liegt nun bei 144.903 Kontrakten. Damit handelt es sich nicht nur um die höchste Positionierung des laufenden Jahres, sondern um den höchsten Stand seit Dezember 2023.

Diese Entwicklung unterstreicht die wachsende Überzeugung der spekulativen Marktteilnehmer, dass der Trend zugunsten eines stärkeren Euro weiter Bestand hat. Gleichzeitig steigt mit einer derart hohen Positionierung jedoch auch die Sensibilität gegenüber kurzfristigen Rücksetzern, insbesondere in Phasen geringer Liquidität oder bei überraschenden Makroimpulsen.

Technisch bleibt der Bereich um 1,18 der nächste zentrale Widerstand. Ein nachhaltiger Ausbruch darüber würde das bullische Bild weiter untermauern. Auf der Unterseite fungieren frühere Ausbruchsmarken als erste Unterstützungszonen.

FAZIT

EUR/USD bestätigt seinen Aufwärtstrend mit einer weiteren positiven Woche. Die stark steigende Long-Positionierung des Managed Money – auf dem höchsten Niveau seit Dezember 2023 – spricht für anhaltendes Vertrauen in die Euro-Stärke. Kurzfristige Konsolidierungen sind angesichts der Positionierung möglich, ändern jedoch nichts an der insgesamt konstruktiven Struktur. Solange die Zinsdivergenz bestehen bleibt, bleibt der Euro gegenüber dem US-Dollar klar im Vorteil.

GOLD - LONG

Gold gewinnt auf Wochenbasis +4,46%.
Die letzte Woche im 30-Minuten-Chart:


Gold kennt weiter kein Limit – neue Allzeithochs im Wochentakt

Nachdem ich an dieser Stelle in der Vorwoche noch titelte, „Gold kennt keinen Deckel mehr“, muss ich mich bereits wieder korrigieren. Der Markt hat in den vergangenen Tagen erneut eindrucksvoll gezeigt, dass selbst diese Formulierung der Dynamik kaum gerecht wird. Gold hat in dieser Woche ein neues Allzeithoch nach dem anderen markiert und ist zeitweise bis knapp an die 4.600-Dollar-Marke herangelaufen. 

Das neue Allzeithoch wurde bei 4.584 US-Dollar je Unze erreicht. Zum Wochenschluss notierte Gold bei 4.562 US-Dollar, was einem Wochenplus von +4,46 % entspricht. Damit steigt die Jahresperformance inzwischen auf +72,82 % – der stärkste Jahresanstieg seit mehreren Jahrzehnten.

Bemerkenswert ist dabei nicht nur das Tempo der Bewegung, sondern auch ihre Qualität. Rücksetzer bleiben flach, werden schnell gekauft und führen bislang zu keiner nennenswerten Konsolidierung. Die Kombination aus geldpolitischer Erwartung, geopolitischen Risiken und extrem dünner Liquidität zum Jahresende wirkt wie ein Verstärker für bestehende Trends.

Ein Blick auf die COT-Daten unterstreicht diese Einschätzung. Das Managed Money hält weiterhin eine Netto-Long-Position von 223.886 Kontrakten. Auffällig dabei: Es findet kein Abbau dieser Positionen im steigenden Markt statt. Statt Gewinnmitnahmen zu sehen, bleibt die spekulative Seite voll investiert. Das ist ein klares Signal, dass der Markt die Bewegung nicht als Übertreibung, sondern als strukturell getragenen Trend interpretiert.

Auch aus saisonaler Sicht bleibt das Umfeld unterstützend. Historisch zeigt Gold eine positive Tendenz bis etwa Mitte Januar, bevor es häufiger zu einer Phase der Beruhigung kommt. Dieses saisonale Fenster ist aktuell weiterhin offen und deckt sich mit der beobachteten Marktstärke.

FAZIT

Gold befindet sich weiterhin in einem außergewöhnlich starken Bullenmarkt. Neue Allzeithochs, eine hohe und stabile Long-Positionierung des Managed Money sowie eine unterstützende Saisonalität sprechen gegen eine kurzfristige Trendwende. Rücksetzer bleiben bislang technische Pausen innerhalb eines intakten Aufwärtstrends. Solange sich an der geldpolitischen Großwetterlage und der geopolitischen Unsicherheit nichts grundlegend ändert, bleibt Gold klar strukturell unterstützt – auch wenn die Dynamik kurzfristig jederzeit in eine volatilere Phase übergehen kann.



KAFFEE - LONG

Der Kaffee-Future gewinnt auf Wochenbasis +2,13%. 
Die letzte Woche im 30min Chart: 


Arabica Coffee – Stabilisierung nach starkem Rücksetzer, Gegenbewegung bleibt fragil


Der Arabica-Kaffee-Future (ICE US) konnte in der vergangenen Woche erstmals wieder zulegen und schloss mit einem Plus von +2,13 % bei 348,4 US-Cent pro Pfund. Am Dienstag, dem 23., gelang sogar ein kurzfristiger Anstieg über die 350-Cent-Marke, der jedoch nicht gehalten werden konnte. Dennoch deutet die Entwicklung darauf hin, dass der zuvor dynamische Preisverfall vorerst gestoppt ist.

Zur Einordnung: Seit dem Allzeithoch vom 23. Oktober hatte Arabica innerhalb weniger Wochen mehr als 20 % verloren. Auslöser war vor allem die Aufhebung der zuvor eingeführten Tarife, die eine deutliche Neubewertung auslöste. Die jüngste Stabilisierung entspricht damit in etwa einer klassischen halben Korrekturbewegung, wie sie nach überdehnten Trends häufig zu beobachten ist.

Auf Jahresbasis liegt der Arabica-Future trotz der scharfen Korrektur weiterhin leicht im Plus, aktuell bei rund +8,84 %. Das unterstreicht, dass der Markt zwar deutlich Luft abgelassen hat, der übergeordnete Jahresverlauf jedoch noch nicht vollständig gedreht ist.

Ein Blick auf die COT-Daten liefert jedoch kein klares bullisches Signal. Das Managed Money hat den Kursrückgang nicht genutzt, um Long-Positionen aufzubauen. Im Gegenteil: Die spekulativen Investoren haben ihre Long-Positionen weiter reduziert und halten aktuell nur noch 29.904 Kontrakte netto long. Das spricht für eine weiterhin vorsichtige Haltung gegenüber einer nachhaltigen Erholung.

Auch die Saisonalität liefert derzeit wenig Rückenwind. Historisch tendiert Arabica in dieser Phase eher zu Seitwärtsbewegungen oder leichtem Abwärtsdruck bis in den späten Januar hinein. Das begrenzt das kurzfristige Aufwärtspotenzial zusätzlich.

FAZIT
Arabica-Kaffee hat den jüngsten Abwärtstrend zunächst gestoppt und zeigt erste Stabilisierungsansätze. Die Gegenbewegung bleibt jedoch fragil. Weder Positionierung noch Saisonalität liefern aktuell überzeugende Argumente für eine nachhaltige Erholung. Kurzfristig ist eher mit einer Seitwärtsphase oder leichtem Abwärtsdrift bis Ende Januar zu rechnen, bevor sich das Bild neu ordnen kann.



KUPFER - LONG

Der Kupfer-Future gewinnt auf Wochenbasis +6,66%. 
Die letzte Woche im 30min Chart: 


Kupfer-Future – Institutioneller Kaufdruck treibt Markt in Richtung Allzeithoch


Der Kupfer-Future (COMEX) setzte in der vergangenen Handelswoche seine Rally konsequent fort und gewann +6,66 %. Der Kontrakt schloss bei 585,15 US-Cent pro Pfund und damit nahe dem Wochenhoch. Der Kursverlauf war dabei eindeutig: Über die gesamte Woche dominierte Kaufinteresse, nennenswerte Rücksetzer blieben aus. 

Mit diesem Anstieg erreichte Kupfer den höchsten Stand seit rund fünf Monaten und setzte sich klar von vielen anderen Industriemetallen ab. Die Bewegung ist nicht nur technisch sauber, sondern auch fundamental und positionierungsseitig gut unterlegt.

Besonders aussagekräftig sind die COT-Daten. Das Managed Money hat seine Long-Positionen weiter ausgebaut und hält nun 64.826 Kontrakte netto long. Damit wird die Aufwärtsbewegung klar von institutionellen Investoren getragen. Anders als bei rein spekulativen Short-Squeezes ist hier eine breite Überzeugung erkennbar, dass Kupfer strukturell höher bewertet werden muss.

Auch die Saisonalität liefert aktuell außergewöhnlich starken Rückenwind. Der Kupfer-Future folgt seinem saisonalen Muster derzeit nahezu mustergültig. Historisch betrachtet besteht bei anhaltender Struktur die Möglichkeit saisonal steigender Preise bis weit ins zweite Quartal hinein. Das verleiht der laufenden Bewegung zusätzliche Tiefe.

Auf Jahresbasis liegt Kupfer inzwischen bei +45,56 %. Damit ist der Großteil der Verluste, die im Juli im Zuge der Aufhebung der Tarife entstanden waren, nahezu vollständig aufgeholt. Der Markt nähert sich nun mit großen Schritten einem neuen Allzeithoch, getragen von struktureller Nachfrage, Positionierung und Saisonalität.

FAZIT

Kupfer zeigt aktuell eines der stärksten und saubersten Trendbilder im gesamten Rohstoffkomplex. Der Anstieg ist breit getragen, institutionell bestätigt und saisonal unterstützt. Solange diese Kombination intakt bleibt, spricht vieles für weiter steigende Preise. Der Markt befindet sich klar im Vorlauf eines potenziellen neuen Allzeithochs.


MAIS - LONG

Der Mais-Future gewinnt auf Wochenbasis +1,41%. 
Die letzte Woche im 30min Chart: 


Mais-Future – Stetiger Aufwärtstrend, Nachfrage hält Markt stabil

Der Corn-Future (CBOT) setzte seine freundliche Entwicklung in der vergangenen Handelswoche fort und legte +1,41 % zu. Der Kontrakt konnte am Freitag kurzfristig die Marke von 450 US-Cent pro Bushel überschreiten, schloss letztlich jedoch leicht darunter bei 449,5 US-Cent. Der Wochenverlauf war insgesamt positiv und von kontinuierlichem Aufwärtsmomentum geprägt, trotz dünner Liquidität im Feiertagshandel.

Die jüngste Preisstärke steht im Kontrast zur Jahresperformance, die weiterhin mit rund –10 % im negativen Bereich liegt. Dennoch zeigt der Markt seit einigen Wochen eine klare Stabilisierung oberhalb der bisherigen Tiefs. Rücksetzer bleiben begrenzt, während Kaufinteresse insbesondere bei schwächeren Sitzungen sichtbar wird.

Unterstützend wirkt weiterhin die robuste Nachfrage nach US-Mais, die sich in soliden Exportzahlen widerspiegelt. Gleichzeitig sorgt der Feiertagsmodus für geringere Handelsaktivität, wodurch selbst moderate Kauforders stärkere Kursreaktionen auslösen können.

Die COT-Daten zeigen, dass das Managed Money zuletzt wieder Long-Positionen aufgebaut hat. Aktuell hält es 14.656 Kontrakte netto long. Zwar ist diese Position kleiner als noch Ende November, dennoch bleibt festzuhalten, dass auch im steigenden Markt keine aggressive Glattstellung erfolgt ist. Die spekulative Seite bleibt damit grundsätzlich konstruktiv positioniert.

Aus saisonaler Sicht präsentiert sich Mais derzeit unauffällig bis leicht unterstützend. Historisch tendiert der Markt in den kommenden Wochen eher zu Seitwärtsbewegungen mit leicht positiver Tendenz, ohne dass bereits ein klarer saisonaler Trendimpuls zu erwarten wäre.

FAZIT
Der Corn-Future zeigt eine saubere, schrittweise Aufwärtsbewegung und bestätigt seine jüngste Stabilisierung. Die Nachfrage bleibt tragfähig, das Managed Money weiterhin netto long positioniert. Zwar fehlt bislang ein starker saisonaler Rückenwind, dennoch spricht die Marktstruktur für seitwärts bis leicht steigende Preise in den kommenden Wochen. Solange sich der Kurs oberhalb der jüngsten Unterstützungszonen hält, bleibt das kurzfristige Bild konstruktiv.


PALLADIUM  - LONG

Palladium gewinnt auf Wochenbasis +14,79%.
Die letzte Woche im 30-Minuten-Chart:


Palladium explodiert nochmal – institutionelle Investoren erstmals seit 2021 wieder long


Der Palladium-Future lieferte in der vergangenen Handelswoche eine außergewöhnlich starke Performance. Auf Wochenbasis legte der Kontrakt +14,79 % zu und schloss bei 2.060,5 US-Dollar pro Unze, nahezu auf dem Wochenhoch. Das Hoch lag bei 2.072 US-Dollar, womit Palladium praktisch am Hoch aus dem Markt ging. 

Besonders bemerkenswert ist der Wochenverlauf. Noch am Mittwoch, dem 24., wurde Palladium massiv abverkauft und fiel intraday bis auf 1.759 US-Dollar zurück. Von diesem Niveau aus setzte jedoch eine gnadenlose Rallye ein, die den Markt innerhalb von nur zwei Tagen um mehrere hundert Dollar nach oben trug. In den vergangenen zwei Wochen summiert sich der Anstieg inzwischen auf über 30 %.

Diese Bewegung markiert mehr als nur eine technische Gegenreaktion. Sie fällt zeitlich zusammen mit einer klaren Verschiebung auf der Positionierungsseite. In den aktuellen COT-Daten hat das Managed Money erstmals wieder auf Long gedreht und hält nun 978 Kontrakte netto long. Damit ist Palladium zum ersten Mal seit 2021 wieder positiv positioniert. Seit August 2021 war das Managed Money nicht mehr in dieser Form auf der Long-Seite engagiert.

Diese Positionswende ist aus Marktsicht von hoher Relevanz. Sie hängt klar mit der politischen Entwicklung rund um das Verbrenner-Aus zusammen. Die Verschiebung beziehungsweise Aufweichung der ursprünglichen 2035-Regelung hat die Erwartung einer länger anhaltenden Nachfrage nach Autokatalysatoren deutlich verstärkt. In Kombination mit dem stark gestiegenen Platinpreis rückt Palladium wieder stärker in den Fokus als Substitutionsmetall.

Auch aus saisonaler Sicht bleibt das Umfeld ausgesprochen konstruktiv. Palladium zählt historisch zu den Metallen mit einer ausgeprägten positiven Tendenz bis weit in das zweite Quartal hinein, häufig bis Mitte oder Ende April. Dieses saisonale Muster deckt sich aktuell mit der starken Preis- und Positionierungsdynamik.

FAZIT

Palladium hat eine klare Trendwende vollzogen. Die Rallye der letzten zwei Wochen, der Wochenschluss nahe am Hoch und vor allem der Positionswechsel des Managed Money auf Long – erstmals seit 2021 – sprechen für eine strukturelle Neubewertung des Marktes. Unterstützt durch politische Entwicklungen und eine sehr starke Saisonalität bleibt das Chance-Risiko-Profil ausgesprochen attraktiv. Solange diese Faktoren intakt bleiben, spricht vieles für weiter deutlich steigende Preise bis ins zweite Quartal hinein.



PLATIN  - LONG

Platin gewinnt auf Wochenbasis +23,47%. 
Die letzte Woche im 30-Minuten-Chart: 


Platin erreicht neues All-Time-High – einer der stärksten Rohstoff-Moves dieses Jahrzehnts


Der Platin-Future hat in der vergangenen Handelswoche Geschichte geschrieben. Der Kontrakt explodierte um +23,47 % und schloss bei 2.534,7 US-Dollar je Unze – ein neues All-Time-High. Damit summiert sich der Kursanstieg der letzten zwei Handelswochen auf über 38 %, eine Dynamik, die selbst für den Edelmetallsektor außergewöhnlich ist. 

Der Marktverlauf war dabei eindeutig trendgetrieben. Rücksetzer blieben marginal, Kaufinteresse dominierte durchgehend. Platin wurde nicht nur gekauft – es wurde aggressiv akkumuliert. Die Bewegung reiht sich in einen übergeordneten Trend ein, der sich bereits seit Monaten aufgebaut hat und nun klar beschleunigt.

Auf Jahresbasis steht der Platin-Future inzwischen bei +178,69 %. Damit zählt Platin aktuell zu den bestperformenden Rohstoffen weltweit und lässt damit sogar Silber hinter sich. Der Markt hat begonnen den massiven Angebotsengpass und die strukturelle Nachfrageverschiebung einzupreisen.

Besonders wichtig ist die Entwicklung auf der Positionierungsseite. Die aktuellen COT-Daten zeigen, dass das Managed Money diese Rallye vollständig mitträgt. Die spekulativen Investoren haben ihre Long-Positionen weiter ausgebaut und halten nun 23.293 Kontrakte netto long. Es handelt sich also nicht um eine technische Übertreibung, sondern um eine Bewegung, die klar von institutionellem Kapital unterstützt wird.

Fundamental bleibt das Umfeld extrem angespannt. Angebotsstörungen, sinkende Lagerbestände und eine wieder anziehende industrielle Nachfrage treffen auf eine politische Neubewertung des Verbrennungsmotors in Europa und den USA.

Auch aus saisonaler Sicht bleibt das Bild außergewöhnlich konstruktiv. Platin gehört historisch zu den Metallen mit einer starken positiven Tendenz bis weit ins zweite Quartal hinein, häufig bis Mitte oder Ende April. Die aktuelle Preisstruktur folgt diesem saisonalen Muster bislang nahezu lehrbuchartig.

FAZIT
Platin befindet sich in einem ausgeprägten strukturellen Bullenmarkt. Das neue All-Time-High, die extreme Dynamik der letzten Wochen, die klare Unterstützung durch das Managed Money und die starke Saisonalität sprechen für weiter anhaltende Stärke. Kurzfristige Konsolidierungen sind jederzeit möglich, ändern jedoch nichts am übergeordneten Bild. Solange Angebot, Positionierung und saisonale Faktoren in diese Richtung wirken, bleibt Platin eines der spannendsten Metalle im gesamten Rohstoffkomplex.


SILBER - LONG

Silber gewinnt auf Wochenbasis +18,21%.
Die letzte Woche im 30-Minuten-Chart:


Silber explodiert auf neues All-Time-High – einer der extremsten Rohstoff-Moves unserer Zeit


Der Silver-Future (COMEX) lieferte in der vergangenen Handelswoche einen weiteren Ausnahme-Move. Der Kontrakt sprang um +18,21 % nach oben und schloss bei 79,675 US-Dollar je Unze – ein klares neues All-Time-High, praktisch direkt am Hoch. Damit setzt Silber seine Rally mit unverminderter Wucht fort. 

Auf Jahresbasis summiert sich die Performance inzwischen auf +172,21 %. Silber ist damit einer der stärksten Rohstoff-Trends der letzten Jahrzehnte. Die Dynamik ist außergewöhnlich: Kaum nennenswerte Rücksetzer, aggressive Anschlusskäufe und ein Markt, der regelrecht nach oben gezogen wird.

Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung auf der Positionierungsseite. Trotz der massiven Kursgewinne hat das Managed Money seine Long-Positionen nicht signifikant reduziert. Aktuell hält es weiterhin 36.352 Kontrakte netto long. Das ist ein entscheidender Punkt: Es findet kein Abbau in den steigenden Markt hinein statt. Die spekulative Seite bleibt überzeugt investiert und signalisiert damit, dass die Bewegung nicht als kurzfristige Übertreibung wahrgenommen wird, sondern als struktureller Trend.

Fundamental trifft hier vieles zusammen: strukturelle Angebotsdefizite, starke industrielle Nachfrage, geopolitische Spannungen, ein schwächerer US-Dollar und die Erwartung weiterer Zinssenkungen in den USA. Hinzu kommt die vergleichsweise geringe Marktgröße von Silber, die Preisbewegungen bei zunehmenden Kapitalzuflüssen zusätzlich beschleunigt.

Auch saisonal bleibt das Bild hochattraktiv. Silber weist historisch eine ausgeprägte positive Tendenz bis Mitte, teils sogar bis Ende Februar auf. Das bedeutet: Selbst nach der bereits extremen Rallye ist das saisonale Fenster noch nicht ausgeschöpft.

FAZIT

Silber befindet sich in einem historischen Bullenmarkt. Neues All-Time-High, eine Jahresperformance von über 170 %, stabile Long-Positionierung des Managed Money und eine weiterhin unterstützende Saisonalität sprechen für anhaltende Stärke. Die Bewegung ist zweifellos extrem, aber bislang klar strukturell getragen. Solange keine massive Positionsbereinigung einsetzt, bleibt Silber eines der explosivsten und spannendsten Assets im gesamten Rohstoffuniversum.



TTF NATURAL GAS - LONG

TTF Natural Gas verliert auf Wochenbasis -0,81%. 
Die letzte Woche im 10min Chart: 


TTF Natural Gas – Speicherstände sinken, Winterrisiko rückt in den Fokus


Der TTF Natural Gas Future (ICE Endex) zeigte sich in der vergangenen Handelswoche leicht schwächer und verlor –0,81 %. Der Kontrakt schloss bei 27,93 EUR/MWh und damit knapp unterhalb der psychologisch wichtigen 28-Euro-Marke. Die Kursbewegung blieb insgesamt überschaubar und spiegelte den ruhigen Feiertagshandel wider.

Zunehmend rückt jedoch die Fundamentallage auf der Versorgungsseite in den Mittelpunkt. Besonders relevant sind die aktuellen Gasspeicherfüllstände in Deutschland, die zuletzt weiter gefallen sind. Die Speicher liegen inzwischen deutlich unter 60 % und bewegen sich bereits in Richtung 50 %. Dieser Rückgang erfolgte bislang trotz eines vergleichsweise moderaten Temperaturverlaufs.

Brisant wird die Situation vor allem mit Blick nach vorne. Meteorologen erwarten in den kommenden Tagen und Wochen eine ausgeprägtere Kältephase in Mitteleuropa. Sollte sich diese Prognose bestätigen, dürfte sich der Speicherabbau spürbar beschleunigen. In einem solchen Umfeld gewinnt die Versorgungssicherheit wieder an Bedeutung, was das Chance-Risiko-Profil für den Gaspreis verändern kann.

Der Markt preist dieses Risiko aktuell nur sehr begrenzt ein. Trotz sinkender Speicherstände bleibt der TTF-Preis gedämpft, was darauf hindeutet, dass viele Marktteilnehmer bislang auf ausreichende Versorgung und kurzfristige Entspannung setzen. Gerade diese Zurückhaltung macht die Entwicklung der kommenden Wochen besonders spannend.


FAZIT

Der TTF-Gaspreis zeigt sich kurzfristig noch stabil bis leicht schwächer, doch die Fundamentaldaten beginnen sich zu verschärfen. Sinkende Speicherstände bei gleichzeitig bevorstehender Kälteperiode erhöhen das Aufwärtsrisiko. Sollte der Winter in Europa kälter ausfallen als bislang eingepreist, dürfte der Markt gezwungen sein, dieses Risiko neu zu bewerten. Die kommenden Wochen könnten damit entscheidend für die weitere Preisentwicklung werden.


WTI CRUDE OIL - LONG

WTI Crude Oil gewinnt auf Wochenbasis +0,71%.

Die letzte Woche im 10min Chart:



WTI Crude Oil – Jahresend-Volatilität zwischen Hoffnung und Vorsicht


Der WTI-Crude-Oil-Future (NYMEX) schloss die vergangene Handelswoche mit einem leichten Plus von +0,71 % bei 56,93 US-Dollar pro Barrel. Der Wochenverlauf war geprägt von deutlichen Schwankungen. Am Donnerstag, dem 26.12., konnte WTI noch bis knapp unter 59 US-Dollar ansteigen, bevor es im dünnen Feiertagshandel am Freitagnachmittag zu einem spürbaren Abverkauf kam. 

Auslöser für den Rücksetzer waren vor allem Hoffnungen auf Fortschritte in den Russland-Ukraine-Friedensgesprächen. Die Aussicht auf ein mögliches Abflauen des Konflikts reduziert den geopolitischen Risikoaufschlag, den der Ölmarkt zuletzt eingepreist hatte. Gleichzeitig bleibt das übergeordnete Umfeld herausfordernd: Die Diskussion um ein globales Überangebot im Jahr 2026 sowie steigende Fördermengen außerhalb der OPEC+ begrenzen die Fantasie auf der Oberseite.

Ein Blick auf die COT-Daten zeigt zunehmende Zurückhaltung auf der spekulativen Seite. Das Managed Money hat seine Long-Positionen weiter reduziert und hält aktuell nur noch 54.896 Kontrakte netto long. Zwar liegt diese Positionierung noch über dem Tiefpunkt von Ende Oktober (rund 40.000 Kontrakte), der Trend ist jedoch klar defensiver – ein Zeichen wachsender Unsicherheit über die kurzfristige Preisentwicklung.

Positiv bleibt hingegen die Saisonalität. Historisch betrachtet zeigt der WTI-Crude-Oil-Future zum Jahreswechsel und bis in den Januar hinein eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für steigende Kurse. Dieses saisonale Muster könnte den Markt in den kommenden Wochen zumindest stabilisieren und kurzfristige Erholungen begünstigen.

FAZIT

WTI bewegt sich aktuell im Spannungsfeld zwischen geopolitischer Entspannung und strukturellen Angebotsrisiken. Die vorsichtigere Positionierung des Managed Money mahnt zur Zurückhaltung, während die saisonale Komponente kurzfristig unterstützend wirkt. Für die letzten Tage des Jahres und den Jahresauftakt bleibt das Chancen-Risiko-Verhältnis leicht positiv – allerdings ohne Rückenwind für einen nachhaltigen Trendwechsel.


ZUCKER - LONG

Zucker gewinnt auf Wochenbasis +2,36%.

Die letzte Woche im 10min Chart:



Zucker stabilisiert sich oberhalb der 15-Cent-Marke


Der Zucker-Future (#11, ICE US) konnte in der vergangenen Handelswoche trotz zwischenzeitlicher Rücksetzer insgesamt zulegen. Auf Wochenbasis stand ein Plus von +2,36 %, der Kontrakt schloss bei 15,17 US-Cent. Besonders wichtig: Der Markt hat sich oberhalb der 15-Cent-Marke behauptet – ein Niveau, das in den vergangenen Wochen mehrfach unter Druck geraten war.

Fundamental bleibt das Umfeld widersprüchlich. Einerseits sorgten zuletzt Prognosen zu rückläufiger brasilianischer Produktion in der Saison 2026/27 für Unterstützung. Andererseits lasten weiterhin Aussichten auf höhere Exporte aus Indien sowie steigende Produktionsschätzungen aus mehreren wichtigen Erzeugerländern auf dem Markt. Entsprechend kam es nach der vorangegangenen Erholung zeitweise zu Long-Liquidierungen, ohne jedoch einen nachhaltigen Trendbruch auszulösen.

Ein Blick auf die COT-Daten zeigt eine leichte Entspannung auf der spekulativen Seite. Das Managed Money hat seine Short-Positionen etwas reduziert, hält aktuell aber weiterhin eine sehr hohe Netto-Short-Position von -157.649 Kontrakten. Das unterstreicht, dass der Markt strukturell noch immer skeptisch positioniert ist, gleichzeitig aber erste Short-Eindeckungen stattfinden.

Unterstützend wirkt aktuell die Saisonalität. Historisch tendiert der Zucker-Future bis Ende Januar eher nach oben, was das Chancen-Risiko-Verhältnis kurzfristig verbessert. Auf Jahresbasis bleibt das Bild allerdings klar negativ: Der Zucker-Future liegt 2025 weiterhin rund 21,36 % im Minus – ein schwaches Jahr für den Markt.

FAZIT

Zucker zeigt erste Stabilisierungstendenzen oberhalb von 15 US-Cent, bleibt jedoch fundamental belastet. Die extrem hohe Short-Positionierung des Managed Money und die positive Saisonalität könnten kurzfristig für weitere Erholungsbewegungen sorgen. Für einen nachhaltigen Trendwechsel fehlt bislang jedoch der strukturelle Rückenwind.



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