
Das wirkt auf den ersten Blick paradox, ist aber aus Sicht der Zinsmärkte nachvollziehbar. Wenn der Arbeitsmarkt stark bleibt und gleichzeitig die Inflation durch den Krieg im Nahen Osten wieder nach oben gedrückt wird, hat die Fed kaum Spielraum für Zinssenkungen. Im Gegenteil: Der Markt rechnet inzwischen wieder damit, dass die Zinsen in den USA bis Jahresende steigen könnten. Genau diese Neubewertung hat am Freitag den breiten Sell-off ausgelöst.
Hinzu kommt, dass sich die Lage im Nahen Osten weiterhin nicht wirklich entspannt. Das vorherrschende Narrativ lautet zwar, dass es fortgeschrittene Friedensverhandlungen gebe. Die tatsächlichen Signale aus der Region sprechen jedoch eher für eine weiterhin fragile und ungelöste Situation. Solange die Unsicherheit rund um Iran, Hormus und die Energieversorgung anhält, bleibt auch der Inflationsdruck ein zentrales Risiko für die Märkte.
Damit stehen wir vor einer schwierigen Kombination: robuste US-Konjunktur, steigende Inflationserwartungen, höhere Zinsen, geopolitische Unsicherheit und zunehmender Liquiditätsdruck. Genau diese Mischung hat in der vergangenen Woche nahezu alle Assetklassen belastet. Das sind keine einfachen Vorzeichen für die kommende Handelswoche.
Besonders wichtig werden nun die US-Inflationsdaten. Jeder neue Datenpunkt wird mit Argusaugen beobachtet werden, weil der Markt wissen will, ob die Fed wirklich wieder stärker in Richtung Straffung denken muss. In zehn Tagen, am 17. Juni, steht zudem die erste FOMC-Sitzung unter dem neuen Fed-Präsidenten Kevin Warsh an. Der Markt wird sehr genau darauf achten, ob Warsh Kontinuität signalisiert oder kommunikativ neue Akzente setzt.
Für uns bedeutet das: Die kommenden Tage bleiben entscheidend. Wir müssen die Märkte eng beobachten, dürfen uns aber nicht von kurzfristiger Volatilität treiben lassen. Der Sell-off war unangenehm, aber er kam nicht völlig überraschend. Entscheidend ist jetzt, ruhig zu bleiben, die einzelnen Setups sauber zu prüfen und dort zu handeln, wo sich die Ausgangslage wirklich verändert.
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Carsten S. Stork |


Für den Austral-Dollar ist dieses Umfeld schwierig. AUD/USD ist stark risikosensitiv. Wenn Aktienmärkte, Kryptowährungen und Rohstoffe gleichzeitig unter Druck geraten, wird der Aussie häufig mitverkauft. Genau dieses Muster haben wir in der vergangenen Woche gesehen. Der Markt reduzierte Risiko, der US-Dollar wurde gesucht, und der Australische Dollar konnte sich diesem Druck nicht entziehen.
Hinzu kommt, dass die Zinsdifferenz wieder stärker gegen AUD/USD arbeitet. Die Reserve Bank of Australia hat zwar in diesem Jahr bereits mehrfach die Zinsen angehoben, signalisiert aktuell aber eher eine abwartende Haltung. Gleichzeitig verschiebt sich die Erwartung in den USA wieder in Richtung höherer Fed-Zinsen. Das nimmt dem Aussie kurzfristig einen wichtigen Unterstützungsfaktor.
Auch die COT-Daten zeigen, dass das Managed Money bereits vorsichtiger geworden ist. Die spekulativen Long-Positionen wurden deutlich reduziert und liegen aktuell nur noch bei knapp 42.000 Kontrakten. Vor wenigen Wochen lag diese Positionierung noch bei mehr als 85.000 Kontrakten. Das zeigt, dass ein großer Teil der Euphorie bereits abgebaut wurde.
Saisonal könnte AUD/USD kurzfristig noch einmal anfällig bleiben. Ein weiteres Tief bis Mitte Juni ist möglich. Danach verbessert sich das saisonale Bild jedoch wieder, sodass eine Erholung wahrscheinlicher werden könnte.

Der Verkaufsdruck passt in das breite Marktbild der vergangenen Woche. Nach den starken US-Arbeitsmarktdaten zog der US-Dollar deutlich an, während viele Rohstoffe unter Druck gerieten. Für Baumwolle ist ein fester Dollar grundsätzlich belastend, weil US-Exporte dadurch am Weltmarkt weniger attraktiv werden. Zusätzlich wirkten schwächere Energiepreise negativ, da Rohöl und Baumwolle über den breiteren Rohstoff- und Faserkomplex häufig miteinander verbunden sind.
Fundamental bleibt das Bild allerdings nicht eindeutig negativ. Die Exportdaten zeigen weiterhin Nachfrage, auch wenn die Dynamik nicht ausreicht, um den Markt kurzfristig gegen den breiten Abverkauf zu stabilisieren. Entscheidend ist derzeit weniger ein einzelner fundamentaler Faktor, sondern der übergeordnete Liquiditäts- und Risikodruck, der viele Agrar- und Soft-Commodity-Märkte gleichzeitig belastet.
Interessant bleiben die COT-Daten. Das Managed Money hält weiterhin eine Long-Position von über 85.000 Kontrakten. Diese Positionierung ist zwar etwas kleiner geworden, bleibt aber strukturell ein starkes Signal. Institutionelle Anleger sind damit weiterhin klar auf der Long-Seite positioniert und haben den Baumwolle-Trade trotz der jüngsten Schwäche nicht aufgegeben.
Saisonal besteht kurzfristig noch eine Chance. Bis Mitte Juni kann Baumwolle historisch noch Rückenwind bekommen, bevor anschließend wieder eine schwächere Phase einsetzen kann. Genau dieses Zeitfenster wird jetzt wichtig.

Diese Entwicklung war aus meiner Sicht erwartbar. Der wichtigste Impuls kam erneut von der Zinsseite. Vor allem die starken US-Arbeitsmarktdaten haben die Renditen nach oben getrieben und damit den Druck auf Anleihefutures erhöht. Wenn der Markt beginnt, wieder stärker über Zinserhöhungen statt über Zinssenkungen zu diskutieren, ist das für langlaufende Staatsanleihen grundsätzlich belastend. Genau dieses Umfeld sehen wir derzeit.
Der Bund-Future reagiert damit auf ein verändertes Zinsbild. Die Hoffnung auf schnelle geldpolitische Entspannung ist deutlich kleiner geworden. Stattdessen rückt wieder die Frage in den Vordergrund, ob die Notenbanken bei robuster Konjunktur und erhöhter Inflation länger restriktiv bleiben müssen. Für den Bund-Future bedeutet das: Steigende Renditeerwartungen wirken direkt negativ auf die Kurse.
Aus technischer Sicht ist der schwache Wochenschluss ebenfalls nicht konstruktiv. Ein Schlusskurs nahe dem Wochentief spricht dafür, dass die Käuferseite bislang wenig Bereitschaft zeigt, den Markt auf diesem Niveau nachhaltig zu stützen. Solange sich dieses Bild nicht verändert, rechne ich weiterhin mit fallenden Kursen im Bund-Future.

Wichtig ist vor allem der Blick auf die regulatorische Lage. Die Article-29a-Schwelle bleibt weiterhin klar außer Reichweite. Für Juni 2026 lag der relevante 6-Monats-Durchschnittspreis bei 75,65 Euro, während die Aktivierungsschwelle für Maßnahmen gegen exzessive Preisbewegungen bei 165,66 Euro lag. Damit signalisiert die EU-Kommission aktuell keine unmittelbare Notwendigkeit, über diesen Mechanismus in den Markt einzugreifen. Das reduziert kurzfristig das Risiko eines politischen Eingriffs deutlich.
Im Fokus stehen deshalb weniger kurzfristige Preisschocks, sondern weiterhin die strukturellen Themen rund um den EU ETS. Dazu zählen die aktualisierten Benchmarks für die kostenlose Zuteilung 2026 bis 2030, die Fragen der industriellen Allokation und Emissionsintensität betreffen. Zusätzlich arbeitet die EU-Kommission im ersten Halbjahr 2026 an einer breiteren ETS-Bewertung, unter anderem zu Carbon Removals, möglicher Sektorerweiterung, Carbon-Leakage-Risiken und einer möglichen Verknüpfung mit anderen Märkten wie dem UK ETS.Auch CBAM bleibt ein wichtiger Preiskanal. Die Berechnung der CBAM-Zertifikate auf Basis der quartalsweisen EU-ETS-Auktionspreise sorgt dafür, dass der EUA-Markt politisch und handelstechnisch weiter an Bedeutung gewinnt.

Der entscheidende Auslöser kam am Freitag mit den deutlich stärker als erwarteten US-Arbeitsmarktdaten. Die Nonfarm Payrolls lagen mit 172.000 neuen Stellen klar über den Erwartungen von 85.000. Zusätzlich wurden die beiden Vormonate um insgesamt 93.000 Stellen nach oben revidiert.
Damit hat sich das Zinsbild in den USA erneut spürbar verändert. Der Markt rechnet nun nicht mehr mit Zinssenkungen, sondern zunehmend mit der Möglichkeit, dass die Fed die Zinsen bis Jahresende sogar um 25 Basispunkte anheben muss. Für den US-Dollar war das ein klarer Unterstützungsfaktor. Gleichzeitig gerieten Risikoanlagen unter Druck, während die Renditen anzogen. Genau dieses Umfeld belastete den Euro zum Wochenschluss deutlich.
Trotzdem ist die Lage nicht einseitig. In der Eurozone steht am Donnerstag das EZB-Meeting im Fokus. Der Markt rechnet mit hoher Wahrscheinlichkeit mit einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte. Sollte die EZB diesen Schritt bestätigen und gleichzeitig eine weiterhin restriktive Kommunikation wählen, könnte die Diskussion über Zinsdifferenzen wieder stärker zugunsten des Euro zurückkehren. Genau dieser Punkt macht die kommende Woche für EUR/USD besonders spannend.
Auch die COT-Daten bleiben konstruktiv. Das Managed Money hat seine Long-Positionen wieder ausgebaut und hält inzwischen knapp 49.000 Kontrakte netto long. Das ist positiv zu werten, weil institutionelle Anleger den Euro trotz des kurzfristigen Rückschlags weiterhin nicht aufgeben.
FAZIT

Der entscheidende Belastungsfaktor kam am Freitag mit den deutlich stärker als erwarteten US-Arbeitsmarktdaten. Die Nonfarm Payrolls lagen klar über den Erwartungen, gleichzeitig wurden die Vormonate nach oben revidiert. Damit hat sich das Zinsbild erneut spürbar verschoben. Der Markt preist inzwischen wieder höhere US-Zinsen ein, und genau das ist für Gold kurzfristig problematisch.
Steigende Zinsen sind für Edelmetalle bekanntlich ein schwieriges Umfeld. Gold wirft keine laufenden Erträge ab. Wenn gleichzeitig Anleiherenditen steigen und der US-Dollar fester wird, erhöht sich der Opportunitätsdruck. Genau diese Kombination hat den starken Abverkauf zum Wochenschluss ausgelöst. Die geopolitischen Risiken bleiben zwar grundsätzlich unterstützend, wurden kurzfristig aber von der Zinsseite überlagert.
Interessant bleibt dagegen die Entwicklung bei den COT-Daten. Das Managed Money hat seine Long-Positionen weiter ausgebaut und hält inzwischen mehr als 176.000 Kontrakte netto long. Das zeigt, dass institutionelle Anleger den übergeordneten Gold-Trade trotz des kurzfristigen Rückschlags weiterhin nicht aufgeben. Diese Positionierung bleibt ein wichtiger Stützfaktor, auch wenn sie kurzfristige Korrekturen nicht verhindert.
Saisonal müssen wir uns gleichzeitig darauf einstellen, dass Gold noch bis Anfang Juli anfällig bleiben kann. Erst danach verbessert sich das saisonale Umfeld wieder. Kurzfristig bleibt deshalb Geduld gefragt.
FAZIT

Kurzfristig wurde Erdgas durch mehrere Faktoren belastet. Die US-Produktion ist zuletzt wieder leicht gestiegen, während Wartungsarbeiten an mehreren LNG-Exportanlagen die Exportflüsse weiterhin begrenzen. Die LNG-Flows liegen damit unter den April-Hochs, was kurzfristig Druck auf die Preise ausübt. Gleichzeitig bleiben die Lagerbestände komfortabel und liegen weiterhin über dem saisonalen Durchschnitt. Das begrenzt aktuell die unmittelbare Aufwärtsdynamik.
Auf der anderen Seite bleibt die Nachfrageseite nicht uninteressant. Die Wetterprognosen zeigen überwiegend überdurchschnittliche Temperaturen bis Mitte Juni. Das kann den Gasverbrauch im Stromsektor erhöhen, da rund 40 % der US-Stromerzeugung auf Erdgas basieren. Damit bleibt das Wetter kurzfristig ein wichtiger Faktor für die Preisentwicklung.
Besonders spannend bleiben die COT-Daten. Das Managed Money hält weiterhin eine Short-Position von mehr als 186.000 Kontrakten. Diese Positionierung ist unverändert hoch und bleibt ein möglicher Treiber für Short Covering, falls sich das fundamentale Bild verbessert oder wetterbedingte Nachfrageimpulse stärker ausfallen.
Saisonal spricht das Bild zunächst noch für Unterstützung bis Mitte Juni. Danach wird die saisonale Lage schwieriger. Gleichzeitig hat am 1. Juni die Hurricane-Saison begonnen, die bis zum 30. November läuft. Dadurch bleibt jederzeit das Risiko wetterbedingter Überraschungen bestehen.
FAZIT

Fundamental bleibt der Markt kurzfristig belastet. Die Erwartungen an eine robuste brasilianische Ernte drücken weiter auf die Preise. Die laufende Ernte kommt unter trockenen und heißen Bedingungen gut voran, was den Zufluss neuer Bohnen unterstützt. Gleichzeitig erwartet das USDA für Brasilien 2026/27 eine Rekordernte von 71,9 Millionen Sack, ein Plus von 14 % gegenüber dem Vorjahr. Besonders die Arabica-Produktion soll deutlich steigen und mit 47,5 Millionen Sack nahe an frühere Rekordniveaus heranreichen.
Auch auf globaler Ebene hat sich das Bild verschlechtert. Rabobank hat die erwarteten Überschüsse für 2026/27 weiter angehoben. Damit steht der Kaffee-Future derzeit unter dem Druck eines deutlich besseren Angebotsbildes. Genau dieser fundamentale Gegenwind erklärt, warum die Erholung bislang ausbleibt und warum der Markt neue Tiefs seit 2024 markiert.
Bei den COT-Daten hat sich dagegen wenig verändert. Das Managed Money hält weiterhin eine leichte Netto-Long-Position von knapp über 13.000 Kontrakten. Das ist kein starkes bullishes Signal, zeigt aber zumindest, dass institutionelle Anleger den Markt nicht massiv auf der Short-Seite dominieren.
Saisonal nähert sich Kaffee nun einer wichtigen Phase. Häufig erreicht der Future Anfang Juli sein saisonales Tief, bevor sich die Voraussetzungen wieder verbessern. Kurzfristig bleibt das Bild schwach, aber genau deshalb beobachten wir den Markt jetzt besonders eng.

Fundamental bleibt das Bild gemischt. Kurzfristig belasten höhere verfügbare Bestände und die besseren Lieferdaten aus der Elfenbeinküste. Die ICE-Kakaobestände sind zuletzt auf den höchsten Stand seit rund 1,75 Jahren gestiegen. Gleichzeitig wurden die Ernteschätzungen für die Elfenbeinküste angehoben, was den Markt zuletzt immer wieder unter Druck gesetzt hat. Auch schwächere Verarbeitungsdaten aus Nordamerika und Europa zeigen, dass die Nachfrage auf dem hohen Preisniveau nicht mehr völlig unbeeindruckt bleibt.
Der Kakao-Future hat die vergangene Woche mit einem Minus von 4,00 % beendet und bei 3.744 US-Dollar je Tonne geschlossen. Besonders auffällig war der Wochenverlauf: Zwischenzeitlich konnte der Future noch deutlich ansteigen und fast die Marke von 4.200 US-Dollar erreichen. Am Ende ging der Markt jedoch nahezu am Wochentief aus dem Handel. Das zeigt, dass der kurzfristige Verkaufsdruck zum Wochenschluss klar überwogen hat.
Kakao konnte sich damit dem allgemeinen Druck an den Rohstoff- und Risikomärkten nicht entziehen. Auch andere Commodities gerieten zuletzt stärker unter Druck, nachdem die US-Arbeitsmarktdaten die Zinserwartungen erneut nach oben verschoben hatten. Zusätzlich belasteten bei Kakao kurzfristig Sorgen um die Nachfrage sowie steigende Lagerbestände. Gerade die Hinweise auf eine langsamere Erholung der Schokoladennachfrage und höhere ICE-Bestände haben den Markt zuletzt zusätzlich belastet.
Fundamental bleibt das Bild jedoch nicht eindeutig negativ. Die Diskussion um El Niño ist weiterhin relevant, auch wenn kurzfristig etwas bessere Wetterbedingungen in Westafrika den Druck auf die Preise erhöht haben. Sollte sich das erwartete El-Niño-Muster in den kommenden Wochen stärker zeigen, könnte das Angebot in Westafrika erneut stärker in den Fokus rücken. Genau deshalb ist der aktuelle Rückgang für mich nicht automatisch das Ende des übergeordneten Setups.
Bei den COT-Daten hat sich das Bild kaum verändert. Das Managed Money hält weiterhin eine Netto-Short-Position von knapp über 17.000 Kontrakten. Diese Positionierung ist nicht besonders groß, aber eben auch noch kein strukturell bullishes Signal. Für eine nachhaltige Trendwende wäre es hilfreich, wenn diese Short-Position weiter abgebaut wird.Saisonal wird Kakao jetzt interessant. Anfang Juni wird häufig ein saisonales Tief erreicht, von dem aus der Markt bis Anfang August wieder deutlich ansteigen kann. Genau diese Phase beobachten wir jetzt engmaschig.

Der entscheidende Belastungsfaktor war erneut der starke US-Arbeitsmarktbericht. Die deutlich besseren Beschäftigungsdaten haben die Zinserwartungen in den USA nach oben verschoben und den US-Dollar gestützt. In einem solchen Umfeld geraten viele Rohstoffe kurzfristig unter Druck, selbst wenn die fundamentale Ausgangslage weiterhin konstruktiv bleibt. Genau dieses Muster haben wir auch bei Kupfer gesehen.
Fundamental bleibt Kupfer dennoch einer der spannendsten Rohstoffmärkte. Die Diskussion um mögliche US-Zölle auf raffiniertes Kupfer bleibt ein wichtiger Faktor. Sollte Washington entsprechende Maßnahmen vorbereiten, könnten sich globale Handelsströme weiter verschieben und zusätzliche Lageraufbauten in den USA auslösen. Gleichzeitig sorgen die Störungen rund um die Straße von Hormus, Schwefel- und Schwefelsäuremärkte sowie niedrige Lagerbestände außerhalb der USA weiterhin für ein angespanntes Marktbild.
Besonders stark bleiben die COT-Daten. Das Managed Money hat seine Long-Position weiter ausgebaut und hält inzwischen 78.833 Kontrakte netto long. Das ist die größte Position seit Oktober 2020 und damit seit fast sechs Jahren. Diese Positionierung ist beachtlich und zeigt, dass institutionelle Anleger den übergeordneten Kupfer-Trade weiterhin sehr klar spielen.
Kurzfristig mahnt allerdings die Saisonalität zur Vorsicht. Bis Ende Juni ist Kupfer saisonal eher anfällig, bevor sich das Bild anschließend wieder verbessern sollte.

Der Abverkauf passt in das breitere Bild der vergangenen Woche. Nach den starken US-Arbeitsmarktdaten zogen US-Dollar und Zinserwartungen an, während Risikoanlagen und viele Rohstoffe deutlich unter Druck gerieten. Gerade bei Agrarrohstoffen kam zusätzlicher Druck durch bessere Wetterprognosen in den USA, fehlende neue China-Käufe und nachlassende Risikoprämien hinzu. Der Markt hat damit gleich mehrere Belastungsfaktoren gleichzeitig verarbeitet.
Besonders deutlich wird die aktuelle Schwäche in den COT-Daten. Das Managed Money hat seine Long-Position radikal reduziert und hält nur noch knapp unter 200.000 Kontrakte netto long. Vor wenigen Wochen lag diese Position noch bei über 430.000 Kontrakten. Das ist ein massiver Abbau spekulativer Länge und erklärt einen großen Teil des aktuellen Verkaufsdrucks. Wenn Fonds in dieser Größenordnung Positionen reduzieren, entsteht schnell eine Dynamik, die kurzfristig auch fundamentale Argumente überlagern kann.
Auch saisonal ist die Lage derzeit nicht hilfreich. Der Mais-Future geht nun in eine Phase, die ab Ende Juni tendenziell schwieriger werden kann. Das bedeutet nicht automatisch weiter fallende Kurse, aber es spricht kurzfristig gegen ein klares saisonales Rückenwindfenster.

Der zentrale Belastungsfaktor bleibt die Zinsseite. Die starken US-Arbeitsmarktdaten bestätigen das bereits hawkische Bild in den USA. Der Markt rechnet nicht mehr mit Zinssenkungen, sondern zunehmend mit der Möglichkeit weiterer Zinserhöhungen. Für Edelmetalle ist das kurzfristig schwierig, weil steigende Renditen und ein festerer US-Dollar die Opportunitätskosten erhöhen. Genau diese Kombination hat den gesamten Edelmetallkomplex unter Druck gesetzt.
Gleichzeitig bleibt das fundamentale Bild bei Platin deutlich interessanter als es die kurzfristige Kursbewegung vermuten lässt. Der Markt ist strukturell eng. Die Angebotslage bleibt angespannt, vor allem durch Probleme in wichtigen Förderländern wie Südafrika und Russland. Gleichzeitig bleibt die Nachfrage aus dem Automobilsektor robust, unterstützt durch Hybridfahrzeuge und strengere Emissionsstandards. Kurzfristig handelt der Markt jedoch nicht diese strukturellen Faktoren, sondern vor allem Zinsen, Dollar und Liquiditätsdruck.
Interessant sind die COT-Daten. Das Managed Money hält weiterhin eine Long-Position von knapp 17.000 Kontrakten. Trotz des starken Preisverfalls wurde diese Position nicht signifikant reduziert. Das ist tendenziell positiv zu werten, weil institutionelle Anleger den Platin-Trade bislang nicht vollständig aufgeben.
Saisonal müssen wir allerdings noch mit Gegenwind rechnen. Bis Mitte oder Ende Juni kann Platin weiter anfällig bleiben. Danach könnte sich das saisonale Bild wieder verbessern.

Damit ist Silber nun unter die wichtige Marke von 70 US-Dollar gefallen. Das ist technisch ein klares Warnsignal. Besonders schwer wiegt der Vergleich mit dem Hoch vom 29. Januar. Damals erreichte Silber im Zuge des Blow-off-Tops ein deutlich höheres Niveau. Seit diesem Hoch beträgt der Rückgang inzwischen 44,17 %. Auch auf Jahresbasis ist der Future nun wieder im Minus und liegt rund 4 % unter dem Jahresanfangsniveau. Die gesamte starke Bewegung des Jahres 2026 wurde damit durch die jüngste Korrektur wieder ausgelöscht.
Der zentrale Belastungsfaktor bleibt die Zinsseite. Die starken US-Arbeitsmarktdaten bestätigen das hawkische Zinsbild in den USA. Der Markt rechnet nicht mehr mit Zinssenkungen, sondern zunehmend mit der Möglichkeit weiterer Zinserhöhungen. Für Edelmetalle ist das kurzfristig schwierig, weil steigende Renditen und ein festerer US-Dollar die Opportunitätskosten erhöhen. Silber wurde zusätzlich vom allgemeinen Liquiditätsdruck in Rohstoffen und Risikoanlagen erfasst.
Strukturell bleibt ein Punkt jedoch wichtig: Das Managed Money hält weiterhin fast 24.000 Kontrakte netto long. Trotz des starken Preisverfalls wurde die Long-Position also nicht vollständig aufgegeben. Das ist grundsätzlich ein konstruktives Signal, auch wenn es kurzfristig keine Stabilisierung garantiert.
Saisonal bleibt Silber bis Mitte oder Ende Juni anfällig. In dieser Phase müssen wir uns auf weitere Tiefs einstellen, bevor anschließend wieder ein besseres saisonales Zeitfenster für eine stärkere Aufwärtsbewegung entstehen könnte.

Belastet wurde der Markt durch mehrere Faktoren gleichzeitig. Der starke US-Arbeitsmarktbericht hat den US-Dollar gestützt und die Zinserwartungen in den USA weiter nach oben verschoben. Ein fester Dollar ist für US-Agrarrohstoffe grundsätzlich schwierig, weil er die Wettbewerbsfähigkeit am Weltmarkt belastet. Hinzu kamen schwächere Aktienmärkte, bessere Wetterprognosen für die US-Anbaugebiete und weiterhin fehlende klare Kaufsignale aus China. In dieser Kombination wurden spekulative Long-Positionen in vielen Agrarmärkten reduziert.
Interessant ist jedoch der Blick auf die COT-Daten. Anders als beim Mais hat das Managed Money seine Long-Positionen bei Sojabohnen bislang nicht wirklich abgebaut. Die Fonds halten weiterhin knapp 188.000 Kontrakte netto long. Das ist aus meiner Sicht ein strukturell positives Signal. Institutionelle Anleger sind also trotz des kurzfristigen Preisrückgangs weiterhin deutlich auf der Long-Seite positioniert.
Auch die Saisonalität spricht eigentlich nicht gegen den Markt. Historisch hat der Sojabohnen-Future bis Ende Juni durchaus noch Potenzial nach oben. Aktuell dominiert jedoch der breite Liquiditäts- und Risikodruck. Der Markt handelt momentan weniger die saisonale Logik als vielmehr das makroökonomische Umfeld.
Weizen verliert auf Wochenbasis --4,92%.
Performance 5 Jahre: -14,07%
Die letzte Woche im 30min Chart:

Weizen-Future bleibt schwach: Wetter, Dollar und Erntedruck belasten den Markt
Erholungsversuche blieben schwach, der Markt bewegte sich nahezu durchgehend nach unten und ging nahe dem Wochentief aus dem Handel. Technisch ist das aktuell kein überzeugendes Bild.
Der Druck kam aus mehreren Richtungen. Der starke US-Arbeitsmarktbericht hat den US-Dollar gestützt und die Zinserwartungen in den USA weiter nach oben verschoben. Ein fester Dollar belastet US-Agrarrohstoffe grundsätzlich, weil er ihre Wettbewerbsfähigkeit am Weltmarkt verschlechtert. Zusätzlich wirkten bessere Wetterbedingungen in den US-Anbaugebieten, der Beginn der Winterweizenernte und verbesserte Produktionsaussichten in Russland negativ auf die Preise.
Auch die Nachfragekomponente bleibt schwierig. Die bislang fehlenden klaren Kaufsignale aus China belasten den gesamten Grain-Komplex. Zwar gibt es einzelne unterstützende Faktoren, etwa mögliche Importnachfrage durch regenbedingte Qualitätsschäden bei chinesischem Weizen. Der Markt handelt aktuell aber vor allem das kurzfristig bessere Angebotsbild und den breiten Abbau von Risiko in Agrarrohstoffen.
Bei den COT-Daten hat das Managed Money seine Short-Positionen wieder ausgebaut und hält inzwischen knapp 41.000 Kontrakte netto short. Das ist kein bullishes Signal, aber auch keine extreme Positionierung im historischen Vergleich. Deshalb würde ich die COT-Daten aktuell nicht als Hauptargument werten. Entscheidend ist vielmehr, dass der Markt technisch schwach bleibt und bislang keine Käuferdynamik sichtbar ist.
Auch saisonal bekommt Weizen derzeit wenig Rückenwind. Der Markt befindet sich in einer Phase, in der die Kurse tendenziell weiter anfällig bleiben können.
WTI Crude Oil gewinnt auf Wochenbasis +2,88%.
Performance 5 Jahre: +42,37%
Die letzte Woche im 30min Chart:

WTI bleibt im Plus: Rücksetzer zum Wochenschluss relativiert starke Wochenmitte
Donald Trump hat mit seinem bekannten Friedensnarrativ erneut Druck aus dem Ölmarkt genommen. Der Markt reagierte auf Aussagen, dass die Gespräche mit Iran vorankommen könnten, obwohl gleichzeitig keine echte Lösung sichtbar ist und die Straße von Hormus weiterhin ein zentraler Risikofaktor bleibt. Genau darin liegt die aktuelle Diskrepanz: Der Ölpreis handelt kurzfristig politische Hoffnung, während die physische Versorgungslage weiter angespannt bleibt.
Zusätzlichen Druck brachte zum Wochenschluss die Nachfrageseite. Schwächere chinesische Rohölimporte und Sorgen über eine langsamere globale Nachfrage belasteten den Markt. Gleichzeitig sorgte der starke US-Arbeitsmarktbericht für einen festeren Dollar und steigende Zinserwartungen. Auch das war kurzfristig negativ für Rohstoffe und damit auch für WTI.
Bei den COT-Daten hat das Managed Money seine Long-Position weiter reduziert und hält nur noch knapp 156.000 Kontrakte netto long. Das ist deutlich weniger als kurz nach Ausbruch des Krieges und insgesamt keine besonders große Positionierung. Der spekulative Markt ist also nicht übermäßig bullish aufgestellt. Das erklärt einen Teil der zurückhaltenden Marktreaktion, bedeutet aber auch, dass bereits viel Risiko aus dem Markt genommen wurde.
Zucker gewinnt auf Wochenbasis +0,57%.
Performance 5 Jahre: -18,90%
Die letzte Woche im 30min Chart:

Zucker stabilisiert sich: Noch fehlt der nachhaltige Ausbruch nach oben
Zwischenzeitlich konnte der Zucker-Future bis in den Bereich von fast 14,64 US-Cents ansteigen. Diese Gewinne wurden jedoch im weiteren Verlauf wieder abgegeben. Das passt zum Bild vieler Märkte in der vergangenen Woche: Nach den starken US-Arbeitsmarktdaten zogen US-Dollar und Zinserwartungen an, während Risikoanlagen und Rohstoffe zum Teil deutlich unter Druck gerieten. Auch Zucker konnte sich diesem Umfeld nicht vollständig entziehen.
Fundamental bleibt das Bild gemischt. Auf der einen Seite belasten ein stärkerer US-Dollar und die Erwartung ausreichender globaler Versorgung. Höhere Produktion in Brasilien und robuste Exportzahlen aus Thailand sprechen kurzfristig gegen einen klaren Angebotsengpass. Auf der anderen Seite bleibt El Niño ein wichtiger Risikofaktor. Sollte trockenes Wetter in Brasilien, Indien oder Thailand stärker zum Thema werden, könnte sich die Angebotsdiskussion schnell wieder verändern.
Bei den COT-Daten bleibt das Bild noch nicht bullish. Das Managed Money hat seine Short-Positionen wieder etwas ausgebaut und hält inzwischen rund 107.000 Kontrakte netto short. Das zeigt, dass spekulative Marktteilnehmer Zucker weiterhin eher skeptisch sehen. Gleichzeitig kann eine solche Positionierung bei besseren Nachrichten auch die Grundlage für eine stärkere Gegenbewegung liefern.
Saisonal ist bis Mitte Juni noch Vorsicht angebracht. Danach verbessert sich das Bild, und steigende Kurse werden wahrscheinlicher.
