
Ölpreise kamen deutlich zurück, Risikoanlagen blieben stabil, und die Aktienmärkte handeln weiter nahe ihrer Rekordstände.
Entscheidend ist jedoch: Gelöst ist die Situation nicht. Bislang handelt der Markt vor allem die Hoffnung auf Entspannung, nicht die tatsächliche Normalisierung der Lage. Gerade bei Öl ist das aus unserer Sicht ein wichtiger Punkt. Selbst wenn es zu einer politischen Vereinbarung kommt, bedeutet das nicht automatisch, dass Lieferketten, Infrastruktur, Produktion und Schifffahrt sofort wieder normal funktionieren. Genau deshalb haben wir unsere Ölpositionen erhöht.
Gleichzeitig bleibt die Zinsseite ein zentraler Belastungsfaktor. Die Fed steht weiterhin zwischen erhöhtem Inflationsdruck, geopolitischen Energiepreisrisiken und ersten Anzeichen einer möglichen Entspannung durch fallende Ölpreise. Für die Märkte bedeutet das: Eine klare geldpolitische Richtung gibt es derzeit nicht. Zinssenkungsfantasien sind nicht zurück, aber die unmittelbare Angst vor einem aggressiveren Zinspfad hat zuletzt etwas nachgelassen.
Für uns bleibt die Lage damit klar: Die Aktienmärkte handeln sehr viel Optimismus, während Rohstoffe weiterhin von realen Angebots-, Wetter- und geopolitischen Risiken geprägt bleiben. Genau deshalb braucht es Geduld. Die kurzfristige Volatilität ist unangenehm, aber die strategische Ausrichtung bleibt intakt.
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Carsten S. Stork |


Der zentrale Belastungsfaktor liegt in der veränderten Zinserwartung in Australien. Nach den schwächeren Inflationsdaten für April, zurückhaltenderen Konsumausgaben und ersten Abkühlungstendenzen am Arbeitsmarkt haben die Märkte die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinserhöhung durch die Reserve Bank of Australia deutlich reduziert. Für Juni wird inzwischen nur noch eine Wahrscheinlichkeit von rund 5 % für einen Zinsschritt eingepreist. Eine mögliche letzte Erhöhung auf 4,60 % wird vom Markt eher in das vierte Quartal verschoben und derzeit mit rund 70 % Wahrscheinlichkeit bewertet.
Damit hat sich das kurzfristige Umfeld für den australischen Dollar klar eingetrübt. Der Zinsimpuls, der den AUD zuletzt noch unterstützt hatte, verliert an Kraft. Zwar konnte sich der Aussie zum Wochenschluss etwas erholen, nachdem Berichte über eine mögliche Entspannung im Nahen Osten und eine potenzielle Wiederöffnung der Straße von Hormus die globale Risikostimmung verbessert hatten. Genau diese Erholung wirkt aus meiner Sicht aber fragil.
Der Markt hat sehr positiv auf mögliche Friedenssignale reagiert. Gleichzeitig bleibt unklar, wie belastbar diese Entwicklung tatsächlich ist. Sollte die Hoffnung auf eine nachhaltige Entspannung im Nahen Osten erneut enttäuscht werden, könnte die Risikostimmung schnell wieder kippen. In diesem Umfeld war es sinnvoll, den Gewinn im AUD/USD mitzunehmen, statt die Position weiterlaufen zu lassen.

Belastend wirkten zuletzt mehrere Faktoren. Baumwolle handelt weiterhin nahe dem niedrigsten Niveau seit Mitte April. Der Rückgang beim Rohölpreis war ein zusätzlicher Druckfaktor, da niedrigere Ölpreise synthetische Fasern relativ attraktiver machen können. Gleichzeitig flossen vor dem Wochenende Gelder aus dem Markt ab, während Investoren auf die weitere Entwicklung rund um das mögliche Abkommen zwischen den USA und Iran blickten.
Auch die Angebotsseite bleibt kurzfristig ein Belastungsfaktor. Die ICE-zertifizierten Bestände sind weiter gestiegen und erreichten mit über 225.000 Ballen den höchsten Stand seit Juli 2017. Hinzu kommen verbesserte Wetterbedingungen im US-Baumwollgürtel, insbesondere in West-Texas. Dadurch haben sich die Sorgen um Trockenheit reduziert, und die Aussichten für die neue Ernte haben sich verbessert. Die US-Baumwollaussaat lag zuletzt bei 53 % und damit leicht über dem Fünfjahresdurchschnitt.
Auf der anderen Seite bleibt die Exportnachfrage solide. Die USDA-Exportdaten zeigten Verkäufe von 153.622 Running Bales für 2025/26 – ein Vierwochenhoch. Vietnam, Pakistan und China gehörten zu den wichtigsten Käufern. Auch die Verschiffungen erreichten mit 317.706 Running Bales ein Dreiwochenhoch. Das zeigt, dass Nachfrage vorhanden ist, auch wenn der Markt diese Daten derzeit noch nicht stärker honoriert.

Im Mittelpunkt steht weiterhin die geopolitische Entwicklung im Nahen Osten. Die von Donald Trump kommunizierte Friedensperspektive wurde von den Märkten zwischenzeitlich positiv aufgenommen. Ein glaubwürdiger und nachhaltiger Frieden würde das geopolitische Risikoprofil deutlich verändern. Gleichzeitig könnte eine Entspannung bei Energiepreisen und Lieferketten dazu führen, dass die globalen Zinsmärkte stärker auf Konjunktur- und Inflationsdaten reagieren als auf akute Krisenprämien.
Genau hier liegt jedoch die zentrale Unsicherheit. Bislang bleibt offen, wie belastbar diese Friedenssignale tatsächlich sind. Der Markt handelt derzeit sehr stark politische Erwartungen, während die faktische Lage weiter fragil bleibt. Für den Bund-Future entsteht dadurch ein Spannungsfeld: Einerseits können sichere Häfen bei erneuter Unsicherheit schnell wieder gesucht sein. Andererseits wirken höhere Renditen und eine restriktivere Zinserwartung grundsätzlich belastend für Anleihefutures.
Die jüngste Bewegung zeigt deshalb kein eindeutiges Bild, sondern eher einen Markt, der zwischen geopolitischer Vorsicht und steigenden Zinserwartungen schwankt. Das Wochenplus ist positiv, aber noch kein klarer Befreiungsschlag. Entscheidend wird sein, ob die Renditen weiter steigen oder ob geopolitische Risiken erneut stärker in den Vordergrund rücken.

Belastet wurde der Markt zuletzt immer wieder durch politische Debatten rund um Entlastungen für Industrie und Verbraucher, mögliche Anpassungen im Emissionshandel und grundsätzliche Diskussionen über die Belastung durch Klimapolitik. Solche Themen können kurzfristig erheblichen Druck erzeugen, weil CO₂-Zertifikate stark von Regulierung, politischer Planungssicherheit und industrieller Nachfrage abhängen. Genau deshalb war die jüngste Unsicherheit nicht zu unterschätzen.
Umso wichtiger ist die aktuelle Erholung. Der Anstieg auf 80,00 Euro zeigt, dass der Markt diese politischen Risiken zumindest kurzfristig besser verarbeitet. Die Diskussionen sind nicht verschwunden, aber sie dominieren den Preis momentan nicht mehr vollständig. Gleichzeitig bleibt der strukturelle Rahmen des europäischen Emissionshandels intakt. Solange Emissionsrechte knapp bleiben und Unternehmen ihre Verpflichtungen erfüllen müssen, bleibt der Markt grundsätzlich unterstützt.
Auch technisch ist die Rückkehr an die 80-Euro-Marke relevant. Der Bereich kann nun als wichtiger Orientierungspunkt dienen. Entscheidend wird sein, ob der Markt dieses Niveau halten und weitere Anschlusskäufe generieren kann. Gelingt das, würde sich das Bild weiter verbessern. Scheitert der Markt dagegen erneut an dieser Zone, wäre kurzfristig wieder mit erhöhter Volatilität zu rechnen.

Auf der US-Seite hat sich das Bild zuletzt etwas verändert. In der Vorwoche standen noch klar steigende Zinserwartungen im Vordergrund. Inzwischen sorgt der Rückgang beim Ölpreis dafür, dass Teile der Fed wieder vorsichtiger argumentieren. Mehrere Fed-Vertreter sehen kurzfristig keinen unmittelbaren Anpassungsbedarf und betonen, dass die weitere Entwicklung stark davon abhängt, ob der Ölpreisrückgang anhält oder die geopolitische Lage erneut eskaliert.
Für den EUR/USD bedeutet das: Der Dollar verliert kurzfristig etwas Rückenwind, weil der Markt nicht mehr ausschließlich ein Szenario steigender US-Zinsen handelt. Gleichzeitig ist die Euro-Seite ebenfalls nicht frei von Risiken. Die europäischen Inflationsdaten bleiben uneinheitlich, und auch in der Eurozone ist der geldpolitische Ausblick nicht eindeutig. Dennoch konnte der Euro in dieser Gemengelage zulegen.
Die COT-Daten zeigen ein ähnlich vorsichtiges Bild. Das Managed Money ist im EUR/USD nur leicht long positioniert, mit knapp 21.500 Kontrakten. Das ist keine extreme Positionierung und spricht eher für einen Markt, der vorsichtig konstruktiv bleibt, aber noch keine aggressive Euro-Wette eingeht.
FAZIT

Unterstützend wirkten zuletzt vor allem zwei Faktoren. Zum einen sorgte die Hoffnung auf eine mögliche Verlängerung der Waffenruhe zwischen den USA und Iran für fallende Ölpreise und einen etwas schwächeren US-Dollar. Beides half dem Goldpreis kurzfristig. Zum anderen nahm der Markt die sinkenden Ölpreise auch als potenziell entlastenden Faktor für die Inflation wahr. Wenn der Energiepreisdruck nachlässt, sinkt auch der unmittelbare Druck auf die Fed, noch restriktiver zu werden. Genau davon konnte Gold als zinsloser Vermögenswert profitieren.
Gleichzeitig bleibt das Umfeld nicht eindeutig. Die höheren Inflationsdaten, die weiterhin erhöhte Unsicherheit im Nahen Osten und die Diskussion über ein „Higher for Longer“-Szenario bleiben Belastungsfaktoren. Gold profitiert kurzfristig von sinkenden Renditeerwartungen, bleibt aber anfällig, wenn der Markt wieder stärker auf höhere Realzinsen oder einen festeren Dollar setzt.Die Positionierung bleibt jedoch klar konstruktiv. Das Managed Money hält weiterhin knapp 160.000 Kontrakte long. Das ist ein wichtiges Signal, weil institutionelle Anleger trotz der jüngsten Schwankungen weiter deutlich auf der Long-Seite positioniert bleiben. Kurzfristig ist dennoch nicht auszuschließen, dass Gold im Juni oder Juli noch einmal schwächer tendiert. Saisonal beginnt der interessantere Abschnitt für Gold erst im weiteren Sommer.
FAZIT

Unterstützt wurde der Markt zuletzt vor allem durch Wetterprognosen für deutlich höhere Temperaturen in den USA. Für die zweite Juniwoche wird in weiten Teilen des Landes mit überdurchschnittlicher Hitze gerechnet. Das erhöht die Nachfrage nach Strom für Klimaanlagen und damit auch den Bedarf der Versorger an Erdgas. Zusätzlich bleibt die globale LNG-Lage angespannt. Die Einschränkungen im Nahen Osten und die weiterhin fragile Lage rund um die Straße von Hormus können die Nachfrage nach US-LNG zusätzlich stützen.
Gleichzeitig bleibt die US-Angebotslage zwar komfortabel, aber nicht mehr so eindeutig belastend wie noch vor wenigen Wochen. Die Lagerbestände liegen weiterhin über dem Fünfjahresdurchschnitt, doch der jüngste Lageraufbau fiel etwas geringer aus als erwartet. Hinzu kommt, dass die LNG-Exportflüsse weiterhin hoch bleiben und die Stromnachfrage in den USA zuletzt ebenfalls zulegen konnte.
Besonders interessant bleibt die Positionierung. Das Managed Money ist trotz der starken Wochenbewegung weiterhin massiv short positioniert. Mit mehr als 200.000 Kontrakten netto short bleibt der Markt extrem einseitig auf fallende Preise ausgerichtet. Genau das macht die aktuelle Lage spannend. Wenn Hitze, LNG-Nachfrage oder Hurricane-Risiken stärker in den Vordergrund rücken, kann eine so große Short-Position schnell zusätzlichen Kaufdruck erzeugen.
FAZIT

Belastend wirkt vor allem die Erwartung einer sehr starken Ernte in Brasilien. Mehrere Schätzungen gehen inzwischen von einer deutlichen Erholung der brasilianischen Produktion aus, nachdem das Vorjahr schwächer ausgefallen war. Conab hat die Prognose für die brasilianische Kaffeeproduktion 2026/27 zuletzt auf einen Rekordwert von 66,7 Mio. Säcken angehoben. Besonders die Arabica-Produktion soll mit 45,8 Mio. Säcken deutlich über dem Vorjahr liegen. Das ist kurzfristig ein klarer Belastungsfaktor, weil der Markt wieder mit einer besseren Versorgungslage rechnet.
Auch von der Positionierung kommt aktuell kein starkes positives Signal. Das Managed Money hat seine Long-Position weiter reduziert und hält nur noch 16.631 Kontrakte netto long. Damit nimmt die spekulative Unterstützung weiter ab. Der Markt ist also nicht mehr so stark auf steigende Preise positioniert wie zuvor, gleichzeitig fehlt aber auch noch der klare Impuls für eine nachhaltige Gegenbewegung.
Saisonal bleibt die Lage ebenfalls schwierig. Kaffee erreicht seinen saisonalen Tiefpunkt häufig erst im Bereich Anfang bis Mitte Juli. Genau deshalb ist kurzfristig weiterhin Geduld gefragt. Erst wenn dieser Zeitraum näher rückt und sich gleichzeitig die Markttechnik stabilisiert, kann sich das Chance-Risiko-Verhältnis wieder verbessern.

Fundamental bleibt das Bild gemischt. Kurzfristig belasten höhere verfügbare Bestände und die besseren Lieferdaten aus der Elfenbeinküste. Die ICE-Kakaobestände sind zuletzt auf den höchsten Stand seit rund 1,75 Jahren gestiegen. Gleichzeitig wurden die Ernteschätzungen für die Elfenbeinküste angehoben, was den Markt zuletzt immer wieder unter Druck gesetzt hat. Auch schwächere Verarbeitungsdaten aus Nordamerika und Europa zeigen, dass die Nachfrage auf dem hohen Preisniveau nicht mehr völlig unbeeindruckt bleibt.
Auf der anderen Seite bleibt das mittelfristige Risiko nicht verschwunden. Die Wahrscheinlichkeit eines El-Niño-Ereignisses ist hoch, und genau das kann für Westafrika problematisch werden. Erste Hinweise auf schwächere Fruchtbildung für die kommende Hauptsaison sowie weiter bestehende Trockenheitsrisiken in Teilen der Elfenbeinküste und Ghanas sprechen gegen eine zu schnelle Entwarnung auf der Angebotsseite. Saisonale Faktoren können dem Markt in den kommenden Wochen ebenfalls wieder mehr Unterstützung geben.
Die COT-Daten bleiben allerdings noch kein klares Kaufsignal. Das Managed Money ist weiterhin netto short positioniert, wenn auch nicht extrem. Mit mehr als 16.000 Kontrakten auf der Short-Seite fehlt weiterhin die breite spekulative Unterstützung. Genau das erklärt, warum die Erholung bislang begrenzt bleibt.

Fundamental bleibt das Nachfragebild weiterhin unterstützend. Kupfer profitiert von der anhaltenden Diskussion rund um den globalen Ausbau von KI-Infrastruktur, Rechenzentren, Stromnetzen und Elektrifizierung. Gerade diese strukturellen Nachfragefaktoren bleiben ein zentraler Punkt für den Markt. Hinzu kommen Angebotsrisiken, insbesondere aus Chile, wo Produktionsbeschränkungen bei wichtigen Produzenten und Raffinerien weiter auf die Verfügbarkeit wirken können. Auch steigende US-Kupferimporte im Vorfeld möglicher Zollmaßnahmen zeigen, dass der Markt die Versorgungslage aufmerksam beobachtet.
Trotzdem ist kurzfristig keine vollständige Entwarnung angebracht. Die Berichte über eine mögliche Annäherung zwischen den USA und Iran haben zwar geopolitische Risikoaufschläge in vielen Rohstoffmärkten reduziert, gleichzeitig bleibt die Lage unsicher. Für Kupfer ist entscheidend, ob die globale Risikostimmung stabil bleibt und ob die Nachfrageerwartungen rund um KI, Infrastruktur und Energiewende weiter tragen.
Die COT-Daten zeigen weiterhin ein konstruktives Bild. Das Managed Money hat seine Long-Position zwar leicht reduziert, hält aber immer noch mehr als 70.000 Kontrakte netto long. Für den Kupfer-Future ist das weiterhin eine deutliche Long-Position und zeigt, dass spekulatives Kapital grundsätzlich auf der Käuferseite bleibt.
Saisonal ist das Bild kurzfristig jedoch noch nicht ideal. Bis Mitte Juni bleibt der Markt anfällig, und auch Ende Juni kann noch einmal Schwäche auftreten, bevor sich das saisonale Fenster wieder verbessert.

Für Mais bleibt der Energiekomplex ein zentraler Faktor. Da Mais in den USA eng mit der Ethanolproduktion verbunden ist, können fallende Ölpreise direkt auf die Preisbildung durchschlagen. Die Hoffnung auf eine mögliche Einigung zwischen den USA und Iran führte zuletzt zu sinkenden Energiepreisen und nahm damit auch dem Maismarkt kurzfristig Unterstützung. Gleichzeitig reduzierten viele Marktteilnehmer vor dem Wochenende und dem Monatsende ihre Risikopositionen.
Auch das Wetter wirkt derzeit nicht unterstützend. Die Bedingungen im US-Mittleren Westen bleiben überwiegend freundlich, wodurch die Aussichten für die junge Maisernte stabil bleiben. Solange der Markt keine neuen Wetterrisiken einpreist, fehlt kurzfristig ein klarer Impuls nach oben. Zusätzlich warten Händler auf die kommenden USDA-Daten zu Export Inspections und Crop Progress, die Anfang der Woche neue Hinweise auf Nachfrage und Bestandsentwicklung liefern werden.
Trotz der schwächeren Entwicklung bleibt der Markt nicht chancenlos. Sollte sich das geopolitische Friedensnarrativ als zu optimistisch erweisen oder Rohöl wieder anziehen, könnte auch Mais wieder Unterstützung erhalten. Bis dahin dominiert jedoch die Kombination aus schwächerem Energiepreis, freundlichem Wetter und vorsichtiger Positionierung.

Der Belastungsfaktor bleibt vor allem das Zinsumfeld. Höhere Zinserwartungen, robuste Renditen und ein vorsichtiger Makroausblick wirken derzeit auf viele Metallmärkte bremsend. In diesem Umfeld fällt es auch Platin schwer, stärkeres Momentum aufzubauen. Der Markt bleibt zwar strukturell interessanter als Palladium, aber kurzfristig ist auch hier klar zu erkennen, dass Metalle momentan nicht im Fokus der Käufer stehen.
Auffällig ist jedoch, dass die COT-Daten weiterhin konstruktiver aussehen als bei Palladium. Das Managed Money hält Platin weiterhin die Treue und ist mit rund 17.600 Kontrakten netto long positioniert. Das ist kein extremes Niveau, aber es zeigt, dass spekulatives Kapital den Markt nicht aufgegeben hat. Gerade im Vergleich zu Palladium bleibt Platin damit besser unterstützt.
Saisonal bleibt kurzfristig noch Geduld gefragt. Bis Ende Juni kann das Umfeld schwierig bleiben, bevor sich das saisonale Fenster wieder verbessern könnte. Entscheidend wird sein, ob Platin bis dahin oberhalb der aktuellen Unterstützungsbereiche bleibt und später erneut den Angriff auf die 2.000-US-Dollar-Marke starten kann.

Der Markt stand am Freitag gemeinsam mit den übrigen Chicago-Grains unter Druck. Händler reduzierten Risiko, nachdem fallende Rohölpreise den gesamten Agrarkomplex belasteten. Für Sojabohnen ist dieser Zusammenhang besonders wichtig, da Sojaöl eng mit dem Biokraftstoffmarkt verbunden ist. Schwächere Energiepreise können deshalb kurzfristig Druck erzeugen, auch wenn die strukturelle Nachfrage nach Sojaöl durch erneuerbare Kraftstoffvorgaben weiterhin ein unterstützender Faktor bleibt.
Positiv war zudem die Meldung über neue US-Sojabohnenverkäufe an unbekannte Destinationen. Auch die wöchentlichen Exportdaten lagen leicht über den Erwartungen. Das half, die Verluste im Vergleich zu den anderen Getreidemärkten zu begrenzen. Gleichzeitig bleibt das Wetter im US-Mittleren Westen freundlich, was die Ertragserwartungen stützt und den Preisdruck erhöht.Die COT-Daten bleiben auffällig konstruktiv. Das Managed Money hält weiterhin eine sehr große Long-Position von deutlich über 200.000 Kontrakten. Damit ist der Markt klar auf steigende Preise positioniert, was grundsätzlich unterstützend ist, aber bei schwachen Tagen auch anfällig für Long-Liquidation macht.
Weizen verliert auf Wochenbasis -5,72%.
Performance 5 Jahre: -10,17%
Die letzte Woche im 30min Chart:

Weizen-Future: Deutlicher Rücksetzer durch Wetterentlastung und schwächere Energiepreise
Der Markt reagierte besonders sensibel auf die nachlassenden Wettersorgen. Zwar hat die US-Weizenernte in einigen Regionen bereits deutliche Schäden durch Trockenheit erlitten, gleichzeitig haben sich die Aussichten in anderen wichtigen Produktionsländern verbessert. Auch die bevorstehenden Ernten auf der Nordhalbkugel begrenzen kurzfristig das Aufwärtspotenzial. Hinzu kommt die Erwartung einer soliden russischen Getreideernte, was den internationalen Wettbewerb für US-Weizen verschärfen kann.
Die geopolitische Komponente bleibt ebenfalls wichtig. Die Hoffnung auf eine mögliche Einigung zwischen den USA und Iran hat Risikoaufschläge aus vielen Rohstoffmärkten genommen. Schwächere Energiepreise belasten dabei nicht nur Öl, sondern auch Agrarrohstoffe insgesamt.Die COT-Daten zeigen, dass das Managed Money im Weizen weiterhin leicht short positioniert ist. Das ist kein extremes Signal, zeigt aber, dass spekulatives Kapital dem Markt aktuell noch keine klare Aufwärtsbewegung zutraut.
WTI Crude Oil verliert auf Wochenbasis -9,50%.
Performance 5 Jahre: +37,45%
Die letzte Woche im 30min Chart:

Starker Rücksetzer durch Friedensnarrativ, aber Angebotsrisiken bleiben bestehen
Diese Bewegung ist kurzfristig nachvollziehbar, aber fundamental keineswegs eindeutig. Zwar würde eine belastbare Einigung mit Iran und eine schrittweise Normalisierung der Schifffahrt durch die Straße von Hormus den unmittelbaren Risikoaufschlag im Ölpreis reduzieren. Gleichzeitig bleibt völlig offen, wie schnell eine tatsächliche Rückkehr zu normalen Lieferströmen überhaupt möglich wäre. Minen müssten geräumt, beschädigte Infrastruktur repariert, stillgelegte Produktion wieder hochgefahren und Tankerstaus abgebaut werden. Selbst bei einer politischen Einigung wäre eine schnelle Normalisierung daher keineswegs garantiert.
Hinzu kommt, dass die Angebotslage weiterhin angespannt bleibt. Laut den vorliegenden Daten liegen die US-Rohöllager weiterhin unter dem saisonalen Fünfjahresdurchschnitt, Benzin- und Destillatbestände sogar noch deutlicher. Auch der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine belastet die globale Angebotsseite weiterhin, da Raffinerien, Exportterminals und Pipeline-Infrastruktur regelmäßig Ziel von Angriffen bleiben.
Die COT-Daten zeigen ebenfalls ein interessantes Bild. Das Managed Money hat Long-Positionen weiter abgebaut und hält nur noch knapp 161.000 Kontrakte netto long. Im historischen Vergleich ist das kein extremes Niveau, sondern eher ein Zeichen dafür, dass spekulatives Kapital im Ölmarkt zuletzt vorsichtiger geworden ist. Damit ist der Markt nicht übermäßig überhitzt positioniert.
Zucker verliert auf Wochenbasis -4,35%.
Performance 5 Jahre: -13,63%
Die letzte Woche im 30min Chart:

Rückschlag unter 14 Cent, aber erste Stabilisierung zum Wochenschluss
Belastet wurde Zucker zuletzt vor allem durch die kurzfristig komfortable Angebotslage. In Brasilien ist die neue Ernte stark angelaufen, und die Produktion in der Center-South-Region lag im April deutlich über dem Vorjahr. Auch höhere Exporte aus Thailand und die Erwartung eines globalen Überschusses für 2025/26 haben den Markt zuletzt belastet. Diese Faktoren erklären den kräftigen Rückgang der vergangenen Tage.Gleichzeitig beginnt sich die Marktstruktur aber wieder zu verändern. Die Sorgen um einen schwächeren Monsun in Indien nehmen zu. Das indische Wetteramt hat die erwarteten Niederschläge für die Monsunzeit reduziert. In Verbindung mit der hohen Wahrscheinlichkeit eines El-Niño-Ereignisses bleibt das Risiko bestehen, dass die Produktion in wichtigen Anbauregionen wie Indien, Thailand und Brasilien in den kommenden Monaten unter Druck geraten kann.
Auch die Positionierung bleibt interessant. Das Managed Money hat seine Short-Position weiter abgebaut und liegt nur noch bei knapp 80.000 Kontrakten netto short. Das ist weiterhin eine deutliche Short-Position, aber der Abbau zeigt, dass der Markt auf der Unterseite nicht mehr völlig einseitig agiert. Saisonale Unterstützung könnte ab Mitte Juni zusätzlich an Bedeutung gewinnen. Bis dahin bleibt der Markt allerdings anfällig.
