
Das betrifft auch die Rohstoffmärkte.
Besonders kritisch ist dabei nicht nur die Situation rund um die Straße von Hormus. Zunehmend rückt auch Bab al-Mandab in den Fokus. Sollte diese strategisch wichtige Schifffahrtsroute ebenfalls erheblich beeinträchtigt oder sogar geschlossen werden, hätte das massive Folgen für die Weltwirtschaft. Rund 10 bis 12 Prozent des weltweiten Warenverkehrs passieren diese Meerenge. Eine länger anhaltende Störung würde Lieferketten belasten, Energiepreise weiter nach oben treiben und den Inflationsdruck zusätzlich verschärfen.
Die Finanzmärkte scheinen diese Risiken bislang nur teilweise einzupreisen. Zwar legte der WTI-Future in der vergangenen Woche um mehr als 14 Prozent zu, doch viele andere Märkte wirken erstaunlich gelassen. Gleichzeitig geraten insbesondere Technologiewerte zunehmend unter Druck. Steigende Energiepreise und höhere Anleiherenditen sind keine gute Kombination für hoch bewertete Wachstumsaktien.
Auch bei den Edelmetallen fällt das Bild gemischt aus. Gold konnte sich zwar nach dem kurzfristigen Rückfall unter die Marke von 4.000 US-Dollar wieder erholen, die Reaktion auf die geopolitischen Risiken fällt bislang jedoch deutlich schwächer aus, als man es von einem klassischen sicheren Hafen erwarten würde.
Hinzu kommt, dass sich auch die Zinserwartungen wieder verändern. Das CME FedWatch Tool signalisiert inzwischen erneut eine etwas restriktivere Einschätzung der Geldpolitik. Der Markt rechnet wieder stärker mit weiteren Zinsschritten der US-Notenbank. Die deutlich gestiegenen Ölpreise dürften dabei eine wesentliche Rolle spielen, da sie den Inflationsdruck erneut erhöhen könnten.
⸻
Die vergangene Woche verlief für den DCX unter dem Strich erneut positiv, obwohl sich das Bild bei den einzelnen Positionen sehr unterschiedlich darstellte. Besonders stark entwickelten sich Weizen und WTI Crude Oil. Auch Mais und Sojabohnen legten zu, während unsere Short-Position im Bund-Future erneut von fallenden Anleihekursen profitierte. Belastend wirkten dagegen vor allem Kakao, Kaffee, Baumwolle, Gold und Platin. Auch Henry Hub Erdgas, Kupfer und Zucker gaben leicht nach. Insgesamt bleibt das Umfeld von geopolitischen Spannungen, steigenden Energiepreisen, Wetterrisiken und einer wieder restriktiveren Einschätzung der Geldpolitik geprägt.
• Baumwolle | -3,52 % | Long
Baumwolle fiel auf 78,63 US-Cents je Pfund, nachdem der Dezember-Kontrakt im Wochenverlauf zunächst noch über 82,50 US-Cents gestiegen war. Das Managed Money baute seine Long-Position dennoch weiter auf 95.447 Kontrakte aus. Unterstützend wirkt der höhere Ölpreis, während ein festerer US-Dollar, das verhaltene Exporttempo und die saisonal schwächere Phase kurzfristig belasten.
• Bund-Future | -0,61 % | Short
Der Bund-Future fiel auf 124,82 Punkte und entwickelte sich damit erneut zugunsten unserer Short-Position. Die steigende deutsche Staatsverschuldung, das hohe Emissionsvolumen und anhaltend erhöhte Renditen sprechen weiterhin gegen eine nachhaltige Erholung. Kurzfristig könnte der Markt in eine ruhigere Sommerphase übergehen, mittelfristig bleiben die Abwärtsrisiken jedoch bestehen.
• EUR/USD | +0,25 % | Long
EUR/USD stieg leicht auf 1,14389. Bemerkenswert ist, dass der Dollar trotz der erneuten Eskalation zwischen den USA und dem Iran kaum von seiner Funktion als sicherer Hafen profitieren konnte. Das Managed Money hält eine vergleichsweise geringe Netto-Short-Position von 12.605 Kontrakten im Euro. Der nächste wichtige Impuls dürfte von der Fed-Sitzung am 28. und 29. Juli ausgehen.
• Gold | -2,54 % | Long
Gold fiel auf 4.023 US-Dollar je Feinunze und konnte die Marke von 4.000 US-Dollar nur knapp verteidigen. Belastend wirkten vor allem steigende Ölpreise, neue Inflationssorgen, höhere Zinserwartungen und ein festerer US-Dollar. Das Managed Money hält jedoch weiterhin mehr als 186.000 Kontrakte long. Zudem beginnt historisch im Juli häufig die saisonal stärkere Phase.
• Henry Hub Erdgas | -1,09 % | Long
Henry Hub Erdgas gab leicht auf 2,916 US-Dollar je MMBtu nach. Kühlere Wetterprognosen, eine hohe US-Produktion und Lagerbestände von 6,4 % über dem Fünfjahresdurchschnitt begrenzen kurzfristig das Aufwärtspotenzial. Das Managed Money hält inzwischen 178.612 Kontrakte netto short. Ab Anfang August beginnt jedoch eine saisonal sehr starke Phase, in der der Future in den vergangenen drei Jahren jeweils mindestens 30 % zulegen konnte.
• Kaffee | -4,86 % | Long
Arabica Coffee fiel auf 321,10 US-Cents je Pfund. Nach der starken Rally der vergangenen Wochen ist die Bewegung bislang als Konsolidierung auf hohem Niveau zu werten. Das Managed Money erhöhte seine Long-Position auf 27.827 Kontrakte. Unterstützend bleiben das langsamere Erntetempo in Brasilien, mögliche Qualitätsprobleme nach den starken Regenfällen und die weiterhin knappen weltweiten Lagerbestände.
• Kakao | -6,08 % | Long
Kakao fiel auf 5.610 US-Dollar je Tonne. Nach der Verdopplung seit dem Märztief ist der Rückgang zunächst als Konsolidierung innerhalb des Aufwärtstrends zu bewerten. Das Managed Money reduzierte seine Netto-Short-Position auf 10.584 Kontrakte. Wetterrisiken in Westafrika, ein mögliches starkes El-Niño-Ereignis und Sorgen um eine kleinere Haupternte in der Elfenbeinküste bleiben die wichtigsten Preistreiber.
• Kupfer | -0,22 % | Long
Kupfer gab leicht auf 627,05 US-Cents je Pfund nach und zeigte damit trotz des Verkaufsdrucks an anderen Metallmärkten relative Stärke. Das Managed Money hält weiterhin 64.385 Kontrakte netto long. Produktionsprobleme in Chile, sinkende Erzgehalte, Wasserknappheit und Engpässe bei Schwefelsäure stützen das positive Angebotsbild. Bis Ende Juli bleibt auch die Saisonalität freundlich.
• Mais | +1,40 % | Long
Mais stieg auf 468,25 US-Cents je Scheffel und schloss nahe den Tageshochs. Das Managed Money baute seine Netto-Long-Position auf 139.463 Kontrakte aus. Robuste US-Exporte, schwache Ernteaussichten in Frankreich und anderen Teilen Europas, steigende Ölpreise sowie die Risiken durch El Niño und Düngerengpässe sprechen weiterhin für steigende Notierungen.
• Platin | -2,11 % | Long
Platin fiel auf 1.603,50 US-Dollar je Feinunze. Das Managed Money bleibt mit 13.748 Kontrakten netto long positioniert. Fundamental stützt vor allem das vom World Platinum Investment Council erwartete vierte Angebotsdefizit in Folge. Die oberirdischen Lagerbestände befinden sich gleichzeitig auf historisch niedrigen Niveaus. Bis Ende Juli liefert auch die Saisonalität noch Unterstützung.
• Sojabohnen | +1,09 % | Long
Sojabohnen stiegen auf 1.202,50 US-Cents je Scheffel und konnten die Marke von 1.200 US-Cents zurückerobern. Das Managed Money erhöhte seine Long-Position auf 125.403 Kontrakte. Neue US-Exportverkäufe an China, Mexiko und unbekannte Abnehmer, feste Sojaölpreise und ein Achtmonatstief bei den amerikanischen Sojaölbeständen wirken unterstützend. Zusätzliche Chancen entstehen durch El-Niño-Risiken und geopolitische Störungen im Agrarhandel.
• Weizen | +7,12 % | Long
Weizen sprang auf 684,75 US-Cents je Scheffel und gehörte damit zu den stärksten Rohstoffen der Woche. Das Managed Money reduzierte seine Netto-Short-Position deutlich auf nur noch 16.339 Kontrakte. Risiken für russische und ukrainische Getreideexporte, Angriffe auf Schiffe und Häfen, eine knappe US-Ernte sowie mögliche Ernteprobleme in Europa und Australien stützen die Rally.
• WTI Crude Oil | +14,43 % | Long
WTI stieg kräftig auf 81,77 US-Dollar je Barrel. Die erneute Eskalation zwischen den USA und dem Iran, die massiven Einschränkungen in der Straße von Hormus und die zunehmenden Risiken rund um Bab al-Mandab brachten eine deutliche Risikoprämie zurück. Niedrige US-Lagerbestände, hohe Crack Spreads und die saisonal starke Phase bis Ende Oktober sprechen für weiteres Aufwärtspotenzial.
• Zucker | -0,34 % | Long
Zucker gab leicht auf 14,83 US-Cents je Pfund nach. Das Managed Money reduzierte seine Netto-Short-Position auf 62.145 Kontrakte. Die Verbesserung des indischen Monsuns begrenzt kurzfristig das Aufwärtspotenzial. Gleichzeitig bleiben das El-Niño-Risiko, die stärkere Verarbeitung von Zuckerrohr zu Ethanol in Brasilien und die Aussicht auf einen nur kleinen Überschuss oder sogar ein Defizit unterstützend.
Carsten S. Stork |


Fundamental liefert das Bild allerdings gemischte Signale. Die Exportverpflichtungen für die alte US-Ernte liegen bereits bei 102 Prozent der aktuellen USDA-Prognose. Die tatsächlichen Auslieferungen erreichen bislang jedoch erst 88 Prozent des erwarteten Volumens und liegen damit hinter dem Vorjahrestempo zurück. Für die neue Ernte wurden bisher Verkäufe von rund 2,51 Millionen Ballen gemeldet. Gleichzeitig blieben die zertifizierten ICE-Lagerbestände mit knapp 99.000 Ballen auf einem überschaubaren Niveau.
Aus saisonaler Sicht bleibt Vorsicht angebracht. Historisch tendiert der Baumwolle-Future in dieser Phase häufig schwächer, bevor sich im späteren Jahresverlauf wieder bessere Chancen ergeben.
Fazit: Der deutliche Wochenverlust ist nach dem vorherigen Anstieg zunächst als kräftige Konsolidierung zu werten. Die saisonale Schwäche und das verhaltene Exporttempo bremsen kurzfristig. Der starke Aufbau der Long-Positionen sowie der höhere Ölpreis sprechen jedoch dagegen, den jüngsten Rücksetzer bereits als Beginn eines neuen Abwärtstrends zu interpretieren.

Aus meiner Sicht bleibt genau das der entscheidende Belastungsfaktor für den Bund Future. Ein wachsendes Angebot an Staatsanleihen trifft auf Investoren, die angesichts höherer Renditen zunehmend attraktivere Alternativen finden. Solange sich an der Fiskalpolitik nichts Grundlegendes ändert, dürfte der Aufwärtsdruck auf die Renditen bestehen bleiben, was für den Bund Future tendenziell negativ ist.
Hinzu kommt, dass auch die Europäische Zentralbank derzeit wenig Anlass hat, die Geldpolitik deutlich lockerer auszurichten. Sollten Inflation und Staatsausgaben hoch bleiben, könnten die Marktzinsen länger auf erhöhtem Niveau verharren als viele Marktteilnehmer bislang erwarten.
Aus saisonaler Sicht fehlen derzeit größere Impulse. In den Sommermonaten verläuft der Handel häufig richtungslos, bevor mit dem Ende der Ferienzeit und den politischen sowie geldpolitischen Entscheidungen wieder mehr Dynamik in den Markt kommt.
Fazit: Ich bleibe für den deutschen Bund Future weiterhin klar bärisch. Die Kombination aus steigender Staatsverschuldung, einem hohen Emissionsvolumen neuer Bundesanleihen und anhaltend erhöhten Renditen spricht aus meiner Sicht gegen eine nachhaltige Erholung. Kurzfristig dürfte der Markt zwar in eine ruhige Sommerphase übergehen, mittelfristig überwiegen für mich jedoch weiterhin die Abwärtsrisiken

Fundamental profitiert der Euro derzeit vor allem von den unterschiedlichen Erwartungen an die Geldpolitik. Schwächer als erwartet ausgefallene Verbraucher- und Produzentenpreise in den USA haben die Wahrscheinlichkeit einer kurzfristigen Zinserhöhung durch die Federal Reserve reduziert. Gleichzeitig rechnen die Märkte weiterhin mit einer weiteren Straffung durch die Europäische Zentralbank. Diese Verschiebung bei den Zinserwartungen stützt den Euro, obwohl die geopolitische Unsicherheit grundsätzlich für den Dollar sprechen müsste.
Bis dahin dürfte das Währungspaar in einer engen Handelsspanne bleiben und auf neue Signale warten. Der nächste wichtige Impuls dürfte von der Fed-Sitzung am 28. und 29. Juli kommen. Die Zinsentscheidung wird am 29. Juli bekannt gegeben. Entscheidend wird weniger der Zinsschritt selbst sein als die Einschätzung der Notenbank zu Inflation, Ölpreis und weiteren Zinserhöhungen.
Fazit: Der EUR/USD bleibt in einer abwartenden Phase. Die geringe Short-Positionierung, der schwache Dollar trotz Safe-Haven-Nachfrage und die bevorstehende Fed-Sitzung sprechen dafür, dass die nächste größere Bewegung erst nach dem 29. Juli einsetzen könnte.

Fundamental wurde Gold vor allem durch den kräftigen Anstieg der Ölpreise belastet. Die erneute Eskalation zwischen den USA und dem Iran ließ Brent innerhalb weniger Tage deutlich zulegen und schürte neue Inflationssorgen. Höhere Energiepreise erhöhen das Risiko, dass die US-Notenbank ihren restriktiven Kurs länger beibehält oder die Zinsen sogar nochmals anhebt. Genau diese Entwicklung setzte den Edelmetallsektor in der vergangenen Woche unter Druck. Gleichzeitig sorgte der festere US-Dollar dafür, dass Gold für Käufer außerhalb der USA teurer wurde und zusätzliche Nachfrage ausblieb.
Trotz dieser kurzfristigen Belastungsfaktoren bleibt das langfristige Umfeld aus meiner Sicht freundlich. Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten halten an und sprechen grundsätzlich weiterhin für eine hohe Nachfrage nach sicheren Anlageklassen. Gleichzeitig weisen viele Marktbeobachter darauf hin, dass Gold in privaten Portfolios trotz der starken Kursentwicklung der vergangenen Jahre noch immer vergleichsweise niedrig gewichtet ist.
Auch die Saisonalität liefert Rückenwind. Historisch erreicht Gold im Juli häufig sein saisonales Tief, bevor sich bis in den Herbst hinein eine überdurchschnittlich starke Aufwärtsphase entwickelt. Genau an diesem Punkt könnte der Markt nun wieder stehen.
Fazit: Die Korrektur der vergangenen Woche ist vor allem auf steigende Zinserwartungen und den stärkeren US-Dollar zurückzuführen. Solange Gold jedoch die Marke von 4.000 US-Dollar verteidigt, das Managed Money an seinen hohen Long-Positionen festhält und die saisonal starke Phase beginnt, bleiben die Aussichten aus meiner Sicht weiterhin positiv.

Besonders auffällig bleibt die Positionierung des Managed Money. Die spekulativen Marktteilnehmer halten inzwischen eine Netto-Short-Position von 178.612 Kontrakten. Damit befindet sich die Positionierung weiterhin auf Rekordkurs. Eine derart hohe Short-Position zeigt, wie ausgeprägt die Skepsis gegenüber einer nachhaltigen Erholung des amerikanischen Erdgaspreises derzeit ist. Gleichzeitig entsteht daraus erhebliches Rückschlagpotenzial für die Short-Seite, falls der Markt überraschend nach oben dreht.
Unterstützung kommt vom internationalen Gasmarkt. Die europäischen Erdgaspreise sind zuletzt deutlich gestiegen, weil die erneute Eskalation zwischen den USA und dem Iran die Sorgen um LNG-Lieferungen aus dem Nahen Osten verstärkt. Sollte die Straße von Hormus länger geschlossen bleiben, könnten europäische Käufer verstärkt auf amerikanisches LNG ausweichen. Das würde die Nachfrage nach US-Erdgas erhöhen. Zusätzlich bleibt die beschädigte LNG-Infrastruktur in Katar ein mittelfristiger Unsicherheitsfaktor.
Kurzfristig stehen der hohen US-Produktion von zuletzt 112,6 Milliarden Kubikfuß pro Tag allerdings gut gefüllte Lager gegenüber. Die Bestände liegen weiterhin 6,4 Prozent über dem Fünfjahresdurchschnitt. Das begrenzt vorerst das Aufwärtspotenzial und erklärt die anhaltend vorsichtige Haltung vieler Marktteilnehmer.
Saisonal wird es nun jedoch zunehmend interessant. In den vergangenen drei Jahren stieg der Henry-Hub-Future im Zeitraum von Anfang August bis Ende Oktober jeweils um mindestens 30 Prozent. Hinzu kommt die laufende Hurrikan-Saison, die Produktion und LNG-Infrastruktur jederzeit beeinträchtigen kann.
Fazit: Die extreme Short-Positionierung und die saisonal starke Phase schaffen erhebliches Erholungspotenzial. Noch dominieren hohe Produktion und komfortable Lagerbestände. Ab Anfang August könnte sich das Chance-Risiko-Verhältnis jedoch deutlich zugunsten steigender Preise verschieben.

Fundamental bleibt das Marktumfeld ebenfalls konstruktiv. Zwar nimmt die Ernte in Brasilien mittlerweile Fahrt auf, wodurch kurzfristig mehr Angebot an den Markt kommt. Gleichzeitig liegt das Erntetempo aber weiterhin hinter dem Vorjahr zurück. Zudem beobachten Händler nach den starken Regenfällen im Juni und Anfang Juli aufmerksam die Qualität der Bohnen. Die weltweiten Lagerbestände bleiben knapp, sodass bereits kleinere Verzögerungen oder Qualitätsprobleme ausreichen können, um die Preise erneut unter Druck oder vielmehr nach oben zu treiben.
Aus saisonaler Sicht ist in den kommenden zwei Wochen dagegen eher mit einer Seitwärtsbewegung zu rechnen. Historisch verläuft der Kaffee-Future bis Anfang August meist richtungslos, bevor sich anschließend häufig wieder eine freundlichere Tendenz entwickelt.
Fazit: Die jüngste Korrektur ändert nichts am positiven Gesamtbild. Nach der starken Rally war eine Konsolidierung überfällig und könnte sogar die Basis für den nächsten Aufwärtsschub bilden. Solange das Managed Money seine Long-Positionen weiter ausbaut und die Versorgungslage angespannt bleibt, überwiegen aus meiner Sicht weiterhin die Chancen auf steigende Kaffeepreise.

Auch die COT-Daten sprechen derzeit nicht für eine grundlegende Trendwende. Das Managed Money hat seine Netto-Short-Positionen auf 10.584 Kontrakte reduziert und ist damit deutlich vorsichtiger geworden. Die Spekulanten scheinen das Risiko weiterer Preissteigerungen angesichts der unsicheren Wetterlage zunehmend ernst zu nehmen.
Fundamental bleibt das Bild gemischt. Auf der Nachfrageseite enttäuschten die europäischen Verarbeitungszahlen im zweiten Quartal. Die Kakaovermahlung ging um 4,6 Prozent zurück und erreichte den niedrigsten Stand für ein zweites Quartal seit sechs Jahren. Gleichzeitig überraschten jedoch Nordamerika mit einem Anstieg der Vermahlung um 7,7 Prozent und Asien sogar mit einem Plus von 25 Prozent. Die globale Nachfrage fällt damit deutlich robuster aus, als die europäischen Zahlen zunächst vermuten ließen.
Auf der Angebotsseite bleibt vor allem Westafrika im Fokus. Die anhaltenden Wetterextreme sowie die Gefahr eines sehr starken El-Niño-Ereignisses sorgen weiterhin für erhebliche Unsicherheit. In der Elfenbeinküste und Ghana erhöhen die außergewöhnlichen Niederschläge das Risiko von Pflanzenkrankheiten und erschweren den Zugang zu den Plantagen. Gleichzeitig deuten erste Erhebungen darauf hin, dass die kommende Haupternte in der Elfenbeinküste deutlich kleiner ausfallen könnte als im Vorjahr. Zwar sind die Lagerbestände an den ICE-Börsen zuletzt gestiegen, mittelfristig überwiegen aus meiner Sicht jedoch weiterhin die wetterbedingten Produktionsrisiken.
Auch die Saisonalität spricht derzeit eher für die Bullen. Historisch entwickelt sich der Kakao-Future bis Anfang August häufig freundlich, bevor anschließend wieder stärkere Schwankungen einsetzen.
Fazit: Die Korrektur der vergangenen Woche ändert aus meiner Sicht nichts am konstruktiven Gesamtbild. Nach der starken Rally war eine Verschnaufpause überfällig. Solange das El-Niño-Risiko bestehen bleibt und sich die Sorgen um die westafrikanische Ernte nicht auflösen, bleiben die Aussichten für den Kakao-Future trotz der erhöhten Volatilität positiv.

Interessant bleibt vor allem die Positionierung der spekulativen Marktteilnehmer. Das Managed Money hält weiterhin eine ausgeprägte Netto-Long-Position von 64.385 Kontrakten. Damit setzen die großen Adressen trotz der geopolitischen Unsicherheit und der restriktiveren Zinserwartungen klar auf weiter steigende Preise. Diese Positionierung ist strukturell positiv, erhöht allerdings auch das Risiko stärkerer Rücksetzer, falls der Markt wichtige Unterstützungen unterschreiten sollte.
Fundamental bleibt die Angebotsseite der wichtigste Treiber. In Chile, dem weltweit bedeutendsten Kupferproduzenten, sorgen Unwetter, Stromausfälle, sinkende Erzgehalte, Wasserknappheit und Wartungsarbeiten für Produktionsprobleme. Antofagasta meldete für das erste Halbjahr einen Rückgang der Produktion um 9,5 Prozent auf 285.000 Tonnen. Auch BHP rechnet im kommenden Jahr mit einer schwächeren Förderung in Chile. Gleichzeitig verschärfen Engpässe bei Schwefelsäure, die für die Kupferverarbeitung benötigt wird, die ohnehin angespannte Lage.
Dem steht die Sorge gegenüber, dass höhere Energiepreise den Inflationsdruck verstärken und die Notenbanken länger auf einem restriktiven Kurs halten. Das könnte die Konjunktur und damit die Kupfernachfrage kurzfristig bremsen.
Saisonal bleibt das Bild zunächst freundlich. Bis Ende Juli besteht weiteres Aufwärtspotenzial. Im weiteren Jahresverlauf könnte anschließend die typische Jahresendrallye zusätzlichen Rückenwind liefern.
Fazit: Der Kupfer-Future zeigt trotz schwieriger Rahmenbedingungen relative Stärke. Die hohe Long-Positionierung, Produktionsprobleme in Chile und die angespannte globale Angebotslage sprechen weiter für steigende Preise. Kurzfristige Rücksetzer bleiben möglich, am grundsätzlich positiven Ausblick ändern sie aus meiner Sicht jedoch wenig.

Auch die COT-Daten liefern ein deutlich positives Signal. Das Managed Money hatte seine Long-Positionen zuvor massiv reduziert, baut diese nun aber wieder auf. Aktuell halten die spekulativen Marktteilnehmer 139.463 Kontrakte netto long. Diese Entwicklung ist strukturell unterstützend und zeigt, dass die großen Adressen wieder stärker auf steigende Maispreise setzen. Gleichzeitig dürfte ein Teil der jüngsten Aufwärtsbewegung durch Short-Covering verstärkt worden sein.
Fundamental erhält der Markt Unterstützung von mehreren Seiten. Die amerikanischen Exportverkäufe liegen über dem Niveau der vergangenen Jahre, während sich die Aussichten für die Ernten in Europa verschlechtern. In Frankreich wurden zuletzt nur noch 41 Prozent der Maisbestände mit gut oder sehr gut bewertet. Im Vorjahr lag dieser Anteil noch bei 72 Prozent. Auch die Hitzewellen in Teilen Europas haben die Ertragserwartungen belastet. Der kräftige Ölpreisanstieg wirkt zusätzlich preisstützend auf Mais.
Hinzu kommen die Wetterrisiken durch ein mögliches starkes oder sogar Super-El-Niño-Ereignis. Sollte sich dieses Szenario bestätigen, könnten wichtige Anbauregionen erneut unter Hitze und Trockenheit leiden. Zusätzlich wirkt die Urea-Knappheit aus dem Frühjahr nach. Die durch den Nahost-Konflikt ausgelösten Engpässe bei Düngemitteln könnten die Erträge begrenzen und die Produktionskosten erhöhen.
Fazit: Der Mais-Future zeigt wieder klare Stärke. Die hohe Long-Positionierung des Managed Money, robuste Exporte, schwächere Ernteaussichten in Europa sowie die Risiken durch El Niño und Düngerknappheit sprechen dafür, dass der Aufwärtstrend in den kommenden Wochen anhalten könnte.

Die Positionierung des Managed Money zeichnet weiterhin ein konstruktives Bild. Die spekulativen Marktteilnehmer halten aktuell eine Netto-Long-Position von 13.748 Kontrakten. Das spricht dafür, dass institutionelle Investoren den Markt trotz der jüngsten Schwäche weiterhin positiv einschätzen. Solange diese Long-Positionierung bestehen bleibt, erhält der Platin-Future strukturelle Unterstützung.
Fundamental bleibt das Umfeld ebenfalls freundlich. Der World Platinum Investment Council rechnet auch für das Jahr 2026 mit einem Angebotsdefizit. Es wäre bereits das vierte Defizit in Folge. Die Nachfrage dürfte damit erneut über dem verfügbaren Angebot liegen, während die oberirdischen Lagerbestände auf historisch niedrigen Niveaus verharren. Diese Entwicklung spricht grundsätzlich für höhere Preise, auch wenn sich dieser fundamentale Rückenwind kurzfristig noch nicht vollständig im Kursverlauf widerspiegelt.
Belastend wirkten zuletzt vor allem die erneute Eskalation zwischen den USA und dem Iran sowie der deutliche Anstieg der Ölpreise. Gleichzeitig fielen die amerikanischen Inflationsdaten etwas schwächer aus als erwartet, wodurch die Erwartungen an eine kurzfristige Zinserhöhung der US-Notenbank zurückgingen. Für Edelmetalle ist das grundsätzlich ein unterstützender Faktor.
Auch saisonal bleibt das Bild zunächst positiv. Bis Ende Juli spricht die Statistik für steigende Notierungen. Erst danach nimmt der saisonale Rückenwind spürbar ab.
Fazit: Der Platin-Future zeigt kurzfristig zwar Schwäche, die strukturellen Rahmenbedingungen bleiben jedoch positiv. Das anhaltende Angebotsdefizit, die konstruktive Positionierung des Managed Money und die saisonal günstige Phase sprechen dafür, dass sich Platin nach der aktuellen Konsolidierung wieder stabilisieren und im weiteren Verlauf erholen könnte.

Auch die COT-Daten liefern ein klar positives Signal. Das Managed Money hat seine Netto-Long-Position erneut ausgebaut und hält inzwischen 125.403 Kontrakte. Damit setzen die großen spekulativen Marktteilnehmer weiterhin deutlich auf steigende Preise. Diese Positionierung ist strukturell unterstützend und zeigt, dass institutionelle Investoren die Angebots- und Wetterrisiken im Sojabohnenmarkt ernst nehmen. Gleichzeitig schafft die hohe Long-Positionierung allerdings auch kurzfristiges Rückschlagpotenzial, falls wichtige Unterstützungen nicht verteidigt werden.
Fundamental erhielt der Markt Rückenwind durch neue Exportverkäufe der USA. Das US-Landwirtschaftsministerium meldete Verkäufe von insgesamt 706.634 Tonnen an China, Mexiko und unbekannte Abnehmer. Besonders die Käufe Chinas sind bemerkenswert, weil sie trotz der politischen Spannungen mit den USA zustande kamen. Zusätzlich stieg Sojaöl deutlich an. Neue US-Zölle auf brasilianischen Rindertalg, der mit Sojaöl als Biodiesel-Rohstoff konkurriert, verbesserten die Nachfrageaussichten. Gleichzeitig fielen die amerikanischen Sojaölbestände auf ein Achtmonatstief.
Spannend bleibt außerdem die Wetterlage. Ein erwartetes starkes El-Niño-Ereignis könnte die Erträge in wichtigen Anbauregionen belasten. Hinzu kommen die Hitzeschäden in Europa, insbesondere in Frankreich, sowie die zunehmenden Risiken für Getreideexporte aus dem Schwarzen Meer und der Region um die Straße von Kertsch. Diese Faktoren stützen den gesamten Agrarkomplex und könnten auch Sojabohnen zusätzlichen Rückenwind verleihen.
Fazit: Die Rückkehr über 1.200 US-Cent, die hohe Long-Positionierung des Managed Money und die robuste Exportnachfrage sprechen für weiteres Aufwärtspotenzial. Wetterrisiken, die feste Entwicklung beim Sojaöl und geopolitische Störungen könnten die Rally in den kommenden Wochen zusätzlich beschleunigen.
Weizen gewinnt auf Wochenbasis +7,12%.
Performance 5 Jahre:+0,55%
Die letzte Woche im 30min Chart:

Weizen-Future: Short-Covering und Exportangst treiben die Rally
Der Weizen-Future an der CBOT hat in der vergangenen Woche eine beeindruckende Aufwärtsbewegung gezeigt. Auf Wochensicht legte der Future um 7,12 Prozent zu und schloss bei 684,75 US-Cent je Scheffel. Damit gehörte Weizen zu den stärksten Agrarrohstoffen der Woche. Die Bewegung war nicht nur technisch stark, sondern wurde auch von einer deutlichen Veränderung bei der Positionierung und einer Reihe fundamentaler Risiken getragen
Besonders auffällig sind die COT-Daten. Das Managed Money hat seine Netto-Short-Position massiv reduziert und hält nur noch 16.339 Kontrakte short. Für den Weizenmarkt ist das eine vergleichsweise geringe Short-Position. Die spekulativen Marktteilnehmer ziehen sich damit erkennbar von ihrer bislang stark pessimistischen Haltung zurück. Diese Entwicklung spricht dafür, dass ein Teil der jüngsten Rally durch Short-Covering ausgelöst wurde. Gleichzeitig verbessert sich damit die technische Ausgangslage für weitere Kursgewinne.
Fundamental erhält der Markt Unterstützung durch die zunehmenden Risiken für Getreideexporte aus Russland und der Ukraine. Drohnenangriffe auf Schiffe, Häfen und alternative Transportwege im Schwarzen Meer und im Asowschen Meer erhöhen die Gefahr, dass ein erheblicher Teil der Exporte ausfällt. Marktbeobachter warnen bereits davor, dass bis zu einem Drittel der Weizenexporte gefährdet sein könnte.
Hinzu kommen weitere Angebotsrisiken. Die US-Ernte fällt knapp aus, die europäische Produktion wurde durch Hitzewellen belastet und ein starkes El-Niño-Ereignis könnte die australische Ernte beeinträchtigen. Auch mögliche Düngerengpässe im kommenden Jahr verschärfen die Perspektive für das globale Angebot.
Saisonal bleibt das Bild ebenfalls positiv. Der Weizenmarkt befindet sich in einer Phase, in der steigende Notierungen grundsätzlich begünstigt werden. Die Kombination aus Short-Covering, geopolitischen Risiken und knapperen Ernteaussichten spricht für weiteres Aufwärtspotenzial.
Fazit: Der Weizen-Future hat sich mit der starken Wochenbewegung technisch und fundamental deutlich verbessert. Die stark reduzierte Short-Position des Managed Money, die Risiken im Schwarzen Meer und die belasteten Ernteaussichten sprechen dafür, dass die Rally noch nicht beendet sein muss.
WTI Crude Oil gewinnt auf Wochenbasis +14,43%.
Performance 5 Jahre: +11,27%
Die letzte Woche im 30min Chart:

WTI-Future: Der Ölmarkt glaubt nicht an die Eskalation – das könnte teuer werden
Fundamental spricht derzeit vieles für anhaltend hohe Ölpreise. Die Öltransporte durch die Straße von Hormus sind massiv eingeschränkt, während auch die Sicherheitslage im Bab al-Mandab zunehmend kritischer wird. Gleichzeitig liegen die Lagerbestände in den USA unter ihren saisonalen Durchschnittswerten und die Crack Spreads sind auf Rekordniveau gestiegen. Raffinerien haben dadurch einen starken Anreiz, zusätzliches Rohöl zu verarbeiten, was die Nachfrage nach WTI weiter unterstützt.
Saisonal befindet sich der Ölmarkt ohnehin in einer starken Phase. Statistisch besteht bis Ende Oktober Rückenwind für steigende Notierungen. Sollte sich die geopolitische Lage weiter verschärfen, könnte dieser saisonale Effekt zusätzlich verstärkt werden.
Fazit: Der WTI-Future profitiert derzeit von einer geopolitischen Lage, deren Risiken aus meiner Sicht noch immer unterschätzt werden. Die ungewöhnlich niedrige Long-Positionierung des Managed Money, die zunehmende Eskalation im Nahen Osten und das saisonal freundliche Umfeld sprechen dafür, dass das Aufwärtspotenzial beim Ölpreis noch nicht ausgeschöpft sein könnte.
Zucker verliert auf Wochenbasis -0,34%.
Performance 5 Jahre: -17,94%
Die letzte Woche im 30min Chart:

Zucker-Future: Fonds reduzieren Shorts – El Niño bleibt der entscheidende Preistreiber
Interessant ist vor allem die Entwicklung bei den COT-Daten. Das Managed Money hat seine Short-Positionierung deutlich zurückgefahren und hält aktuell noch 62.145 Kontrakte auf der Short-Seite. Das klingt weiterhin nach einer großen Position, liegt aber deutlich unter den Extremwerten der vergangenen Monate. Die spekulativen Marktteilnehmer bauen ihre Wetten auf fallende Preise damit zunehmend ab, was den Markt bei positiven Nachrichten anfälliger für eine stärkere Aufwärtsbewegung macht.
Kurzfristig belastet die Verbesserung des indischen Monsuns. Mitte Juli lagen die Niederschläge noch 23 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt, nachdem das Defizit Ende Juni noch 42 Prozent betragen hatte. Damit haben sich die unmittelbaren Sorgen um die indische Zuckerrohrernte etwas abgeschwächt. Gleichzeitig warnt die indische Wetterbehörde jedoch weiterhin vor einem der schwächsten Monsune seit elf Jahren.
Strukturell bleibt das Umfeld daher angespannt. Ein starkes El-Niño-Ereignis könnte die Niederschläge in Brasilien, Indien und Thailand reduzieren. Gleichzeitig verarbeiten brasilianische Mühlen einen deutlich größeren Anteil des Zuckerrohrs zu Ethanol. Die Zuckerproduktion in Brasiliens Center-South-Region lag bis Ende Mai zwei Prozent unter dem Vorjahr. Mehrere Analysehäuser rechnen für 2026/27 inzwischen nur noch mit einem sehr kleinen Überschuss oder sogar mit einem Defizit.
Auch die Saisonalität bleibt interessant. Der Zucker-Future folgt dem saisonalen Verlauf in diesem Jahr erstaunlich genau. Historisch könnte nun bis Anfang oder Mitte August eine freundlichere Phase einsetzen.
Fazit: Der Zucker-Future befindet sich trotz der jüngsten Ruhephase in einer spannenden Ausgangslage. Die Verbesserung des indischen Monsuns begrenzt kurzfristig das Aufwärtspotenzial. Der Abbau der großen Short-Positionen, das El-Niño-Risiko und die stärkere Ethanolproduktion in Brasilien sprechen jedoch dafür, dass die Unterseite zunehmend abgesichert ist. Eine saisonale Erholung bis in den August hinein bleibt deshalb gut möglich.
