Nahost, Inflation und Zinsen: Die Märkte stehen vor einer richtungsweisenden Woche

26.07.26 09:33 AM - Von Mitarbeiter


Liebe Leserinnen und Leser,

 

die geopolitische Lage im Nahen Osten bleibt der mit Abstand wichtigste Treiber für die Finanz- und Rohstoffmärkte. Nachdem die USA den Iran über 13 Nächte hinweg bombardiert hatten und der Konflikt in der vergangenen Woche nochmals deutlich eskalierte, scheint sich die Lage vorerst etwas beruhigt zu haben. US-Präsident Donald Trump hatte dem Iran zunächst eine Feuerpause angeboten, die von Teheran umgehend abgelehnt wurde. Kurz darauf stellte Washington die Angriffe jedoch ein. Ob dies lediglich eine taktische Pause oder das Ende der aktuellen militärischen Eskalation ist, dürfte sich bereits in den kommenden Tagen zeigen.

Besonders spannend wird das Treffen zwischen Israels Premierminister Benjamin Netanyahu und Donald Trump am Dienstag in Washington. Es könnte entscheidend dafür sein, ob die militärischen Auseinandersetzungen erneut aufflammen oder ob sich die Lage weiter entspannt. Entsprechend aufmerksam werden die Märkte die Eröffnung des Ölhandels verfolgen.

Die Bedeutung dieser Entwicklung kann kaum überschätzt werden. Nachdem sich inzwischen auch die Huthi-Miliz im Jemen aktiv in den Konflikt eingeschaltet und Angriffe auf Tanker im Bereich der Meerenge Bab al-Mandab durchgeführt hat, stehen mittlerweile zwei der wichtigsten maritimen Nadelöhre des globalen Energiehandels unter erheblichem Druck: die Straße von Hormus und Bab al-Mandab. Über diese beiden Seewege wird rund ein Drittel des weltweiten Öl- und LNG-Handels transportiert. Die notwendigen Umleitungen verlängern die Transportzeiten erheblich und haben die Frachtraten bereits deutlich steigen lassen. Entsprechend kräftig fiel die Reaktion am Ölmarkt aus, wo die Preise in der vergangenen Woche zeitweise um rund zehn Prozent anzogen.

Neben der Geopolitik richtet sich der Fokus in dieser Woche auf die Geldpolitik. Am Mittwoch findet die zweite Zinssitzung der US-Notenbank unter Fed-Präsident Kevin Warsh statt. Zwar werden derzeit keine unmittelbaren Zinssenkungen erwartet, doch die zuletzt deutlich gestiegenen Energiepreise könnten den Inflationsdruck wieder erhöhen und damit den Spielraum der Notenbanken weiter einschränken. Höhere oder länger hoch bleibende Zinsen wären insbesondere für die hoch bewerteten Technologieaktien eine Belastung.

Bereits jetzt spiegeln die Anleihemärkte diese Entwicklung wider. Die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen sind sowohl in den USA als auch in Europa deutlich gestiegen. In Deutschland erreichten sie zuletzt den höchsten Stand seit der europäischen Staatsschuldenkrise beziehungsweise der globalen Finanzkrise. Damit verschärfen sich die Finanzierungsbedingungen für Staaten, Unternehmen und Verbraucher gleichermaßen.



Unsere Positionen im Überblick

Der DCX steht aktuell bei 163,79 Punkten. Auf Wochenbasis gewann der Index 2,74 %. Seit Jahresanfang 2026 liegt die Performance bei +18,50 %. Seit Auflegung am 10. Dezember 2024 beträgt der Gewinn +63,95 %. Die 5-Jahres-Performance liegt ebenfalls bei +63,95 %.

Die vergangene Woche verlief für den DCX ausgesprochen positiv. Besonders stark entwickelten sich WTI Crude Oil, Sojabohnen, Mais und Silber. Auch Baumwolle, Kupfer, Gold und Henry Hub Erdgas legten zu, während unsere Short-Position im Bund-Future erneut von fallenden Anleihekursen profitierte. Belastend wirkten dagegen vor allem Kakao und Kaffee. Auch der Euro, Weizen, Platin und Zucker gaben leicht nach. Insgesamt bleibt das Marktumfeld von den geopolitischen Spannungen im Nahen Osten, steigenden Energiepreisen, zunehmenden Wetterrisiken und einer restriktiveren Einschätzung der Geldpolitik geprägt.

• Baumwolle | +1,74 % | Long

Baumwolle stieg auf 79,98 US-Cent je Pfund, nachdem der Future im Wochenverlauf zeitweise über 81 US-Cent notiert hatte. Das Managed Money baute seine Long-Position erneut aus und hält inzwischen mehr als 95.400 Kontrakte. Unterstützend wirken steigende Ölpreise sowie mögliche Wetterprobleme in Texas und Indien. Gute Produktionsaussichten in Brasilien und die saisonal schwächere Phase bis Mitte August begrenzen kurzfristig jedoch das Aufwärtspotenzial.

• Bund-Future | -0,31 % | Short

Der Bund-Future fiel auf 124,43 Punkte und entwickelte sich damit erneut zugunsten unserer Short-Position. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen erreichte mit rund 3,22 % den höchsten Stand seit 2011. Steigende Staatsverschuldung, ein wachsendes Emissionsvolumen und neue Inflationsrisiken durch höhere Energiepreise sprechen weiterhin gegen eine nachhaltige Erholung des Bund-Futures.

• EUR/USD | -0,60 % | Long

EUR/USD fiel auf 1,1365 US-Dollar und stand nahezu die gesamte Handelswoche unter Verkaufsdruck. Trotz des restriktiveren Tons der EZB belasteten steigende Energiepreise, geopolitische Unsicherheit und die Aussicht auf eine weitere Zinserhöhung der Federal Reserve den Euro. Das Managed Money erhöhte seine Netto-Short-Position auf mehr als 41.000 Kontrakte. Die Unterstützung bei 1,1360 US-Dollar bleibt kurzfristig entscheidend.

• Gold | +0,85 % | Long

Gold stieg leicht auf 4.055,70 US-Dollar je Feinunze, nachdem der Future zwischenzeitlich über 4.170 US-Dollar notiert hatte. Belastend wirken steigende Ölpreise, höhere Inflationserwartungen und anziehende Anleiherenditen. Gleichzeitig hält sich Gold weiterhin stabil oberhalb von 4.000 US-Dollar. Das Managed Money bleibt mit 183.910 Kontrakten netto long positioniert. Auch die Goldkäufe der chinesischen Zentralbank und die beginnende saisonal starke Phase wirken unterstützend.

• Henry Hub Erdgas | +0,90 % | Long

Henry Hub Erdgas stieg leicht auf 2,908 US-Dollar je MMBtu. Hohe Lagerbestände, eine robuste US-Produktion und Wartungsarbeiten an LNG-Exportanlagen begrenzen kurzfristig das Aufwärtspotenzial. Das Managed Money hält weiterhin rund 171.000 Netto-Short-Kontrakte. Mit Beginn der Hurrikansaison und der historisch freundlicheren Phase ab Mitte bis Ende August nimmt jedoch das Potenzial für eine kräftige Gegenbewegung zu.

• Kaffee | -2,15 % | Long

Arabica Coffee fiel auf 314,20 US-Cent je Pfund, nachdem der Future im Wochenverlauf noch über 335 US-Cent gestiegen war. Die Kaffeeernte in Brasilien kommt weiterhin langsamer voran als im Vorjahr. Cooxupé meldete einen Erntefortschritt von lediglich 47,3 % gegenüber 59 % im Vorjahr. Das Managed Money hält weiterhin knapp über 27.200 Long-Kontrakte. Die aktuelle Bewegung bleibt damit zunächst eine Konsolidierung innerhalb des übergeordneten Aufwärtstrends.

• Kakao | -4,92 % | Long

Kakao fiel auf 5.331 US-Dollar je Tonne. Belastend wirkten hohe Anlieferungen aus der Elfenbeinküste, steigende ICE-Lagerbestände und Gewinnmitnahmen nach der vorherigen Rally. Das Managed Money reduzierte seine Netto-Short-Position jedoch weiter auf nur noch rund 3.900 Kontrakte. Wetterrisiken durch einen möglichen starken El Niño und die Aussicht auf einen deutlich geringeren globalen Überschuss bleiben unterstützend.

• Kupfer | +1,12 % | Long

Kupfer stieg auf 633,95 US-Cent je Pfund und zeigte trotz der Gewinnmitnahmen zum Wochenschluss erneut relative Stärke. Das Managed Money hält inzwischen 73.977 Long-Kontrakte. Sinkende Lagerbestände, Produktionsrisiken in Chile und die geringe Zahl neuer Kupferentdeckungen sprechen langfristig für ein strukturelles Angebotsdefizit. Kurzfristig könnte die saisonal schwächere Phase bis Mitte Oktober jedoch für höhere Schwankungen sorgen.

• Mais | +4,06 % | Long

Mais stieg kräftig auf 487,25 US-Cent je Scheffel und beendete die Woche nahezu auf dem Wochenhoch. Das Managed Money baute seine Netto-Long-Position auf mehr als 186.600 Kontrakte aus. Wetterrisiken während der entscheidenden Bestäubungsphase in den USA, Trockenheit in Europa und der Schwarzmeerregion sowie ein möglicher Super El Niño stützen den Markt. Zusätzlich verbessern hohe Ölpreise die Wirtschaftlichkeit der Ethanolproduktion.

• Platin | -0,26 % | Long

Platin fiel leicht auf 1.599,10 US-Dollar je Feinunze, nachdem der Future zur Wochenmitte noch über 1.680 US-Dollar gestiegen war. Höhere Ölpreise, steigende Inflationserwartungen und zunehmende Zinssorgen belasteten den Edelmetallsektor. Das Managed Money hält weiterhin 12.484 Kontrakte netto long. Fundamental bleibt das erwartete vierte Angebotsdefizit in Folge der wichtigste Unterstützungsfaktor.

• Silber | +4,05 % | Long

Silber stieg auf 58,49 US-Dollar je Feinunze und notierte im Wochenverlauf zeitweise über 61 US-Dollar. Das Managed Money hält weiterhin eine Netto-Long-Position von 23.465 Kontrakten. Besonders unterstützend bleibt die physische Nachfrage aus China. Die chinesischen Silberimporte lagen im März rund 173 % über dem Zehnjahresdurchschnitt. Höhere Renditen bleiben kurzfristig ein Belastungsfaktor, das strukturelle Nachfragebild ist jedoch weiterhin positiv.

• Sojabohnen | +4,18 % | Long

Sojabohnen stiegen kräftig auf 1.252,5 US-Cent je Scheffel und schlossen nahezu auf dem Wochenhoch. Das Managed Money erhöhte seine Netto-Long-Position auf 175.646 Kontrakte. Eine robuste Exportnachfrage, mögliche neue Käufe aus China, steigende Sojaölpreise und die höhere Attraktivität von Biokraftstoffen stützen den Markt. Zusätzliche Chancen entstehen durch zunehmende Wetterrisiken und einen möglichen Super El Niño.

• Weizen | -0,80 % | Long

Weizen fiel leicht auf 679 US-Cent je Scheffel, nachdem der Future im Wochenverlauf zeitweise über 700 US-Cent gestiegen war und damit den höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren erreicht hatte. Das Managed Money reduzierte seine Netto-Short-Position auf nur noch rund 7.000 Kontrakte. Angriffe auf ukrainische Hafenanlagen, Risiken für den Getreideexport aus dem Schwarzen Meer und zunehmende Wetterunsicherheiten sprechen weiterhin für ein konstruktives Marktumfeld.

• WTI Crude Oil | +10,73 % | Long

WTI stieg kräftig auf 90,47 US-Dollar je Barrel. Die Eskalation im Nahen Osten, die Risiken rund um die Straße von Hormus und Bab al-Mandab sowie Angriffe auf Tanker und Infrastruktur sorgten für eine deutliche Risikoprämie. Umleitungen über das Kap der Guten Hoffnung verlängern die Transportzeiten erheblich und haben die Frachtkosten teilweise mehr als verdoppelt. Gleichzeitig hält das Managed Money lediglich rund 81.600 Long-Kontrakte und ist damit historisch ungewöhnlich defensiv positioniert.

• Zucker | -0,40 % | Long

Zucker gab leicht auf 14,77 US-Cent je Pfund nach und bewegte sich weiterhin in einer engen Handelsspanne. Das Managed Money hält noch knapp über 64.000 Netto-Short-Kontrakte, nachdem die Position zu Jahresbeginn zeitweise mehr als 250.000 Kontrakte betragen hatte. Der Verkaufsdruck hat damit deutlich nachgelassen. Entscheidend bleibt die Entwicklung eines möglichen starken El Niño, der die Produktion in wichtigen Anbauregionen erheblich beeinträchtigen könnte.


FAZIT
Für die Rohstoffmärkte ergibt sich daraus ein differenziertes Bild. Von steigenden Inflationserwartungen profitieren derzeit vor allem Energie sowie zahlreiche Agrarrohstoffe und Soft Commodities. Edelmetalle und viele Industriemetalle tun sich dagegen schwerer, auch wenn Kupfer bislang bemerkenswerte Stärke zeigt. Die kommenden Tage dürften daher sowohl für die Finanzmärkte als auch für die Rohstoffmärkte richtungsweisend werden.

Good Luck in Trading,
Ihr
Carsten S. Stork

Performance DCX 

aktueller Indexstand: 163,79
Wochenperformance: +2,74%
Seit Jahresanfang 2026: +18,50%
Seit Auflegung (10. Dezember 2024): +63,95%
Performance 5 Jahre: +63,95%


DCX POSITIONEN

BAUMWOLLE - LONG

Baumwolle gewinnt auf Wochenbasis +1,74%.
Performance 5 Jahre: -5,96%
Die letzte Woche im 30-Minuten-Chart:


Baumwolle-Future: Steigende Ölpreise stützen das strukturell bullische Bild


Der amerikanische Baumwolle-Future gewann in der vergangenen Woche 1,74 Prozent und schloss am Freitag bei 79,98 US-Cent je Pfund. Im Wochenverlauf konnte der Future zwischenzeitlich bis über die Marke von 81 US-Cent ansteigen, gab einen Teil dieser Gewinne zum Wochenschluss jedoch wieder ab. Trotzdem bleibt die Wochenbilanz positiv.

Unterstützt wurde der Markt unter anderem durch die Entwicklung des Ölpreises. Zwischen Baumwolle und Rohöl besteht eine wichtige indirekte Verbindung, da synthetische Fasern wie Polyester auf petrochemischen Ausgangsstoffen basieren. Steigt der Ölpreis, verteuert sich in der Regel auch die Herstellung synthetischer Fasern. Dadurch verbessert sich die Wettbewerbsfähigkeit natürlicher Baumwolle, was die Nachfrage aus der Textilindustrie unterstützen kann.

Auch die Wetterlage bleibt ein wichtiger Faktor. In Teilen von Texas, der bedeutendsten amerikanischen Anbauregion, werden in den kommenden Tagen nur geringe Niederschlagsmengen erwartet. Gleichzeitig sorgen die ungewöhnlich trockenen Bedingungen in Indien für zunehmende Unsicherheit. Da ein großer Teil der indischen Baumwollflächen nicht künstlich bewässert wird, könnten längere Trockenperioden die Aussaat und die späteren Erträge beeinträchtigen.

Auf der anderen Seite begrenzen die guten Produktionsaussichten in Brasilien das kurzfristige Aufwärtspotenzial. Das Land verzeichnete zuletzt Rekordexporte und erwartet für die kommende Saison einen weiteren deutlichen Produktionsanstieg.

Die COT-Daten bleiben dennoch klar konstruktiv. Das Managed Money hat seine Long-Positionen erneut ausgebaut und hält aktuell mehr als 95.400 Kontrakte auf der Long-Seite. Die zunehmende Positionierung institutioneller Marktteilnehmer spricht dafür, dass Rücksetzer weiterhin zum Aufbau von Positionen genutzt werden.

Saisonal bleibt das Umfeld zunächst schwieriger. Historisch tendiert der Baumwolle-Future bis Mitte August eher schwächer.

Fazit: Trotz des saisonalen Gegenwinds bleibt das strukturelle Bild positiv. Die steigende Long-Positionierung, mögliche Wetterprobleme in den USA und Indien sowie die Unterstützung durch hohe Ölpreise sprechen dafür, dass der Baumwolle-Future Rücksetzer weiterhin vergleichsweise gut abfangen könnte.


BUND FUTURE - SHORT

Der Bund Future verliert auf Wochenbasis -0,31%.
Performance 5 Jahre: -27,43%
Die letzte Woche im 30-Minuten-Chart:


Bund-Future: Deutschlands Schuldenpolitik treibt die Renditen nach oben

Der deutsche Bund-Future verlor in der vergangenen Woche 0,31 Prozent und schloss am Freitag bei 124,43 Punkten. Im Wochenverlauf war der Future zeitweise bis auf 124,03 Punkte gefallen und geriet damit erneut deutlich unter Druck. Der übergeordnete Abwärtstrend bleibt intakt, während die Renditen an den internationalen Anleihemärkten weiter steigen.

Besonders deutlich zeigt sich diese Entwicklung bei zehnjährigen deutschen Bundesanleihen. Deren Rendite erreichte am Donnerstag, dem 23. Juli, in der Spitze rund 3,22 Prozent und damit den höchsten Stand seit 2011. Am Freitag ging sie nur geringfügig auf etwa 3,19 Prozent zurück.

Die Entwicklung ist nicht allein auf die gestiegenen Ölpreise und die damit verbundenen Inflationsrisiken zurückzuführen. Zunehmend macht sich auch die expansive Schuldenpolitik Deutschlands und anderer europäischer Staaten bemerkbar. Ein erheblicher Teil des aktuellen Wachstums basiert auf staatlichen Ausgabenprogrammen, neuen Schulden sowie Investitionen in die Rüstungsindustrie und den Ausbau des öffentlichen Sektors.

Diese Maßnahmen können die Konjunktur kurzfristig stützen. Sie schaffen jedoch nur bedingt nachhaltiges Produktivitätswachstum, neue Geschäftsmodelle oder technologische Innovationen. Gleichzeitig steigt das Angebot an Staatsanleihen, da die zusätzlichen Ausgaben über den Kapitalmarkt finanziert werden müssen.

Investoren verlangen deshalb eine höhere Verzinsung, um die wachsende Staatsverschuldung, mögliche Inflationsrisiken und das steigende Angebot an Anleihen zu kompensieren. Für den Bund-Future bedeutet dies anhaltenden Gegenwind, denn steigende Renditen gehen grundsätzlich mit fallenden Anleihekursen einher.

Fazit: Der Bund-Future bleibt strukturell unter Druck. Solange Deutschland und andere europäische Staaten ihre Ausgaben vor allem über neue Schulden finanzieren und die Inflationsrisiken durch hohe Energiepreise zunehmen, dürfte eine nachhaltige Erholung schwierig bleiben. Ein erneuter Test der Marke von 124 Punkten ist jederzeit möglich. Darunter würde sich das technische Bild noch einmal deutlich verschlechtern.



EUR/USD - LONG

Der EUR/USD verliert auf Wochenbasis -0,60%.
Performance 5 Jahre: -4,11%
Die letzte Woche im 30-Minuten-Chart: 


Euro gerät unter Druck: EZB kann Dollarstärke nicht bremsen


Der Euro hat gegenüber dem US-Dollar in der vergangenen Woche weiter an Boden verloren. Auf Wochensicht gab der EUR/USD um 0,60 Prozent nach und schloss bei 1,1365 US-Dollar. Bemerkenswert war dabei vor allem die Dynamik der Abwärtsbewegung: Die Gemeinschaftswährung stand nahezu die gesamte Handelswoche unter Verkaufsdruck und rutschte nach der EZB-Sitzung zeitweise bis an eine wichtige technische Unterstützung heran.

Die Europäische Zentralbank beließ ihre Leitzinsen zwar erwartungsgemäß unverändert, signalisierte jedoch, dass eine Zinserhöhung im September zunehmend wahrscheinlicher wird. Eigentlich hätte dieser restriktivere Ton den Euro stützen können. Stattdessen konzentrierte sich der Markt auf die steigenden geopolitischen Risiken und den kräftigen Anstieg der Energiepreise. Höhere Öl- und Gaspreise erhöhen insbesondere in Europa die Inflations- und Konjunkturrisiken, während gleichzeitig in den USA die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinserhöhung der Federal Reserve gestiegen ist. Der dadurch weiter zunehmende Renditevorteil des US-Dollars belastete den Euro zusätzlich.

Auch die Terminmarktdaten bestätigen dieses Bild. Das Managed Money nutzte die Schwäche der Gemeinschaftswährung und baute seine Netto-Short-Position auf mehr als 41.000 Kontrakte aus. Damit setzen spekulative Marktteilnehmer so stark auf einen fallenden Euro wie seit Monaten nicht mehr. Gleichzeitig verteidigte der EUR/USD die Unterstützung im Bereich von 1,1360 US-Dollar zunächst noch, sodass diese Marke kurzfristig zum wichtigsten technischen Niveau auf der Unterseite geworden ist.

Fazit: Der Euro bleibt sowohl fundamental als auch positionierungstechnisch unter Druck. Solange steigende Energiepreise, geopolitische Unsicherheiten und die Aussicht auf eine restriktivere US-Geldpolitik das Marktgeschehen dominieren, spricht das Umfeld weiterhin eher für einen starken US-Dollar als für eine nachhaltige Erholung des Euro. Ein Bruch der Unterstützung bei 1,1360 US-Dollar dürfte den Abwärtsdruck zusätzlich verstärken.



GOLD - LONG

Gold gewinnt auf Wochenbasis +0,85%.
Performance 5 Jahre: +129,88%
Die letzte Woche im 30-Minuten-Chart:


Gold-Future: Steigende Ölpreise bremsen die Erholung

Der Gold-Future legte in der vergangenen Woche leicht um 0,85 Prozent zu und schloss am Freitag bei 4.055,70 US-Dollar je Feinunze. Im Wochenverlauf war der Future zwischenzeitlich sogar bis über 4.170 US-Dollar gestiegen, konnte die Gewinne zum Wochenschluss jedoch nicht behaupten. Dennoch zeigt sich der Markt nach dem kräftigen Rückgang der vergangenen Monate weiterhin erstaunlich stabil.

Der entscheidende Belastungsfaktor bleibt die geopolitische Lage im Nahen Osten. Mit jeder weiteren Eskalation steigen die Ölpreise und damit auch die Sorge vor einer erneut anziehenden Inflation. Genau das verändert die Erwartungen an die Geldpolitik der Notenbanken. Höhere Energiepreise erhöhen die Wahrscheinlichkeit weiterer Zinserhöhungen, und steigende Renditen sind traditionell Gegenwind für Gold, da das Edelmetall keine laufenden Erträge abwirft. Deshalb reagieren die Goldpreise derzeit häufig sogar negativ auf geopolitische Spannungen – ein ungewöhnliches, aber in diesem Umfeld nachvollziehbares Marktverhalten.

Bemerkenswert ist allerdings, wie stabil sich Gold trotz dieses Gegenwinds oberhalb der Marke von 4.000 US-Dollar hält. Seit Mitte beziehungsweise Ende Juni bewegt sich der Markt in einer breiten Konsolidierungsphase und verteidigt dieses Preisniveau bislang erfolgreich.

Auch die COT-Daten bleiben konstruktiv. Das Managed Money hält weiterhin eine Netto-Long-Position von 183.910 Kontrakten. Trotz des deutlichen Rückgangs vom Allzeithoch ist die institutionelle Positionierung damit unverändert bullisch und spricht dafür, dass viele professionelle Investoren an ihrem langfristig positiven Goldbild festhalten.

Zusätzliche Unterstützung kommt von den anhaltenden Goldkäufen der People’s Bank of China. Die chinesische Zentralbank baut ihre Goldreserven seit längerer Zeit kontinuierlich aus und sorgt damit für eine strukturell robuste Nachfrage.


Diese Käufe gehören zu den wichtigsten Gründen, warum sich der Goldpreis trotz höherer Renditen und der deutlich gestiegenen Zinserwartungen vergleichsweise stabil hält.

Auch saisonal verbessert sich das Umfeld nun spürbar. Historisch beginnt Ende Juli eine der stärksten Phasen des Jahres für Gold, die häufig bis in den Herbst hinein anhält.

Fazit: Kurzfristig bleibt Gold zwischen geopolitischer Unsicherheit und steigenden Zinserwartungen gefangen. Die stabile Unterstützung im Bereich von 4.000 US-Dollar, die hohe Netto-Long-Positionierung des Managed Money, die kontinuierlichen Käufe der chinesischen Zentralbank sowie die nun einsetzende saisonal starke Phase sprechen jedoch weiterhin für einen konstruktiven mittelfristigen Ausblick.


HENRY HUB ERDGAS - LONG

Henry Hub gewinnt auf Wochenbasis +0,90%.
Performance 5 Jahre: -23,36%
Die letzte Woche im 30-Minuten-Chart:


Henry Hub Erdgas: Markt wartet auf den saisonalen Rückenwind

Der amerikanische Henry-Hub-Erdgas-Future legte in der vergangenen Woche leicht um 0,90 Prozent zu und schloss am Freitag bei 2,908 US-Dollar je mmBtu. Insgesamt verlief die Handelswoche vergleichsweise ruhig. Der Markt bewegte sich in einer engen Handelsspanne und wartet derzeit auf neue fundamentale Impulse.

Kurzfristig bleibt das Umfeld gemischt. Die Erdgasproduktion in den USA ist zuletzt leicht gestiegen, während die Lagerbestände weiterhin komfortabel über dem Fünfjahresdurchschnitt liegen. Gleichzeitig haben Wartungsarbeiten an einzelnen LNG-Exportanlagen die Exportmengen vorübergehend reduziert. Diese Faktoren begrenzen das kurzfristige Aufwärtspotenzial und erklären, warum sich der Markt trotz sommerlich hoher Stromnachfrage bislang schwer tut.

Die COT-Daten zeigen weiterhin eine außergewöhnlich hohe Netto-Short-Positionierung. Das Managed Money hält aktuell rund 171.000 Short-Kontrakte. Damit setzen institutionelle Investoren unverändert auf fallende Preise. Gleichzeitig birgt eine derart große Short-Position aber auch das Potenzial für eine kräftige Gegenbewegung, falls sich die fundamentale Lage unerwartet verschärfen sollte.

Saisonal befindet sich der Markt nun an einem interessanten Wendepunkt. Mit Beginn der Hurrikansaison im Atlantik rückt das Risiko wetterbedingter Produktions- und Exportausfälle zunehmend in den Fokus. Historisch beginnt sich das saisonale Bild ab Mitte bis Ende August deutlich aufzuhellen. In dieser Phase führen Hurrikans im Golf von Mexiko regelmäßig zu Produktionsunterbrechungen oder beeinträchtigen LNG-Exportterminals, wodurch die Volatilität am Erdgasmarkt spürbar zunimmt.

Fazit: Der Henry-Hub-Future bewegt sich derzeit noch in einer ruhigen Sommerphase. Die hohen Lagerbestände und die robuste Produktion begrenzen kurzfristig das Aufwärtspotenzial. Mit Blick auf die außergewöhnlich hohe Short-Positionierung des Managed Money und die bevorstehende Hurrikansaison dürfte das Chance-Risiko-Verhältnis jedoch zunehmend interessanter werden. Historisch beginnt für Erdgas ab Mitte bis Ende August eine deutlich freundlichere saisonale Phase.



KAFFEE - LONG

Der Kaffee-Future verliert auf Wochenbasis -2,15%.
Performance 5 Jahre: +94,79%
Die letzte Woche im 30min Chart: 


Arabica-Kaffee: Konsolidierung trotz stabiler Positionierung


Der Arabica-Kaffee-Future verlor in der vergangenen Woche 2,15 Prozent und schloss am Freitag bei 314,20 US-Cent je Pfund. Im Wochenverlauf war der Future zwischenzeitlich noch bis über 335 US-Cent gestiegen, konnte diese Gewinne jedoch nicht behaupten und gab zum Wochenschluss einen Großteil der Aufwärtsbewegung wieder ab.


Fundamental blieb die Nachrichtenlage gemischt. Die Kaffeeernte in Brasilien kommt weiterhin langsamer voran als im Vorjahr. Die Genossenschaft Cooxupé, Brasiliens größter Kaffeeproduzent, meldete einen Erntefortschritt von lediglich 47,3 Prozent gegenüber 59 Prozent zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Das spricht kurzfristig für ein begrenztes Angebot und stützt den Markt grundsätzlich. Belastend wirkten dagegen Gewinnmitnahmen sowie die Aussicht auf eine nahezu abgeschlossene Robusta-Ernte in Indonesien. Zusätzlich sorgen politische Unsicherheiten über mögliche US-Importbeschränkungen für Kaffee aus Nicaragua derzeit für erhöhte Aufmerksamkeit am Markt.

Die COT-Daten bleiben unverändert konstruktiv. Das Managed Money hat seine Netto-Long-Position praktisch nicht verändert und hält weiterhin knapp über 27.200 Long-Kontrakte. Die stabile Positionierung institutioneller Investoren spricht dafür, dass das langfristig positive Marktbild bislang nicht infrage gestellt wird.

Auch saisonal bleibt der Ausblick freundlich. Historisch tendiert der Arabica-Future bis Anfang August leicht aufwärts, bevor es häufig zu einer kurzen Konsolidierung kommt. Anschließend verbessert sich das saisonale Muster erneut und spricht bis Ende August für steigende Preise.

Fazit: Der Rücksetzer der vergangenen Woche wirkt bislang wie eine normale Konsolidierung innerhalb des übergeordneten Aufwärtstrends. Die langsame Ernte in Brasilien, die weiterhin hohe institutionelle Long-Positionierung und die saisonal günstige Phase sprechen dafür, dass der Arabica-Kaffee-Future nach Abschluss der aktuellen Konsolidierung gute Chancen auf eine erneute Aufwärtsbewegung besitzt.



KAKAO - LONG

Der Kakao-Future verliert auf Wochenbasis -4,92%.
Performance 5 Jahre: +125,03% 
Die letzte Woche im 30min Chart: 


Kakao-Future: Strukturelles Bild hellt sich trotz schwacher Woche auf


Der amerikanische Kakao-Future verlor in der vergangenen Woche 4,92 Prozent und schloss am Freitag bei 5.331 US-Dollar je Tonne. Zwar konnte sich der Markt zum Wochenschluss etwas von seinen Tiefstständen erholen, insgesamt blieb es jedoch eine enttäuschende Handelswoche. Nach der starken Rally der vergangenen Wochen nutzten viele Marktteilnehmer die höheren Kurse für Gewinnmitnahmen.

Fundamental blieb die Nachrichtenlage gemischt. Belastend wirkten zuletzt die hohen Kakaoanlieferungen aus der Elfenbeinküste sowie gestiegene Lagerbestände an der ICE. Gleichzeitig zeigen die ersten Prognosen für die Ernte 2026/27 weiterhin erhebliche Risiken. Mehrere Marktbeobachter erwarten, dass ein starker El Niño in den kommenden Monaten zu heißeren und trockeneren Bedingungen in Westafrika führen könnte. Während die aktuelle Versorgungslage kurzfristig etwas entspannter erscheint, bleibt der Ausblick für die kommende Ernte deshalb mit Unsicherheiten behaftet.

Auch auf der Nachfrageseite ergibt sich ein differenziertes Bild. Während die Verarbeitungszahlen in Europa zuletzt enttäuschten, entwickelten sich Nordamerika und Asien deutlich robuster als erwartet. Insgesamt sprechen die Prognosen weiterhin dafür, dass der globale Kakaoüberschuss im kommenden Erntejahr deutlich zurückgehen dürfte.

Die COT-Daten liefern ebenfalls ein konstruktives Signal. Das Managed Money hat seine Netto-Short-Positionen erneut reduziert und hält aktuell nur noch knapp über 3.900 Short-Kontrakte. Damit hat sich die spekulative Positionierung in den vergangenen Wochen deutlich verbessert und signalisiert, dass der zuvor starke Verkaufsdruck spürbar nachgelassen hat.

Auch die Saisonalität spricht weiterhin für den Markt. Historisch besitzt der Kakao-Future bis Anfang August eine freundliche Tendenz, bevor sich das saisonale Muster im weiteren Verlauf wieder abschwächt.

Fazit: Der deutliche Wochenverlust sollte vor allem als Korrektur nach der vorangegangenen Aufwärtsbewegung gewertet werden. Die sinkende Netto-Short-Positionierung des Managed Money, die anhaltenden Wetterrisiken durch El Niño sowie die saisonal günstige Phase sprechen dafür, dass der Kakao-Future in den kommenden Wochen wieder Stabilität gewinnen und einen neuen Erholungsversuch starten könnte.



KUPFER - LONG

Der Kupfer-Future gewinnt auf Wochenbasis +1,12%.
Performance 5 Jahre: +48,23%
Die letzte Woche im 30min Chart: 


Kupfer-Future: Strukturelles Angebotsdefizit bleibt der entscheidende Kurstreiber


Der amerikanische Kupfer-Future legte in der vergangenen Woche um 1,12 Prozent zu und schloss am Freitag bei 633,95 US-Cent je Pfund. Im Wochenverlauf war der Future zwischenzeitlich wieder über 650 US-Cent gestiegen, konnte dieses Niveau jedoch nicht behaupten und wurde zum Wochenschluss im Zuge allgemeiner Gewinnmitnahmen wieder abverkauft.


Trotz dieser kurzfristigen Schwäche bleibt das strukturelle Bild ausgesprochen positiv. Das Managed Money nutzte die Rücksetzer erneut zum Positionsaufbau und hält inzwischen 73.977 Long-Kontrakte. Das ist eine außergewöhnlich hohe Positionierung und unterstreicht, dass institutionelle Investoren den langfristigen Aufwärtstrend weiterhin erwarten.


Kurzfristig spricht allerdings die Saisonalität gegen den Markt. Historisch tendiert der Kupfer-Future bis etwa Mitte Oktober eher schwächer, bevor anschließend häufig eine kräftige Aufwärtsbewegung einsetzt.

Die eigentliche Geschichte spielt sich jedoch auf der Angebotsseite ab. Der erste beigefügte Chart zeigt eindrucksvoll, dass in den vergangenen zehn Jahren lediglich 5 Prozent aller Kupfervorkommen entdeckt wurden, die weltweit in den letzten 35 Jahren gefunden worden sind.

Kurzfristig spricht allerdings die Saisonalität gegen den Markt. Historisch tendiert der Kupfer-Future bis etwa Mitte Oktober eher schwächer, bevor anschließend häufig eine kräftige Aufwärtsbewegung einsetzt.

Die eigentliche Geschichte spielt sich jedoch auf der Angebotsseite ab. Der erste beigefügte Chart zeigt eindrucksvoll, dass in den vergangenen zehn Jahren lediglich 5 Prozent aller Kupfervorkommen entdeckt wurden, die weltweit in den letzten 35 Jahren gefunden worden sind.


Die leicht zugänglichen Lagerstätten sind weitgehend erschlossen, während neue Funde seltener werden und sich häufig in größeren Tiefen oder geologisch schwierigeren Regionen befinden. Das spricht für eine strukturell knapper werdende Versorgung in den kommenden Jahren.

Auch der zweite Chart unterstreicht diese Entwicklung. Er zeigt die enge Beziehung zwischen der Kupferproduktion in Chile und dem Kupferpreis.



Chile ist mit Abstand der weltweit größte Kupferproduzent. Seit einigen Jahren geht die Produktionsentwicklung dort jedoch tendenziell zurück, während der Kupferpreis gleichzeitig deutlich gestiegen ist. Sinkende Erzgehalte, steigende Förderkosten und wetterbedingte Produktionsunterbrechungen begrenzen das Angebot und tragen maßgeblich zum anhaltenden Bullenmarkt bei.

Zusätzlich bleibt auch die kurzfristige Fundamentallage unterstützend. Die Lagerbestände in China und an der London Metal Exchange gehen weiter zurück, während die Nachfrage nach raffiniertem Kupfer hoch bleibt. Gleichzeitig sorgen Wartungsarbeiten an Schmelzanlagen und Produktionsrisiken in Chile immer wieder für Angebotsengpässe.

Fazit: Kurzfristig könnte der Kupfer-Future saisonal noch etwas Gegenwind bekommen. Langfristig bleibt das fundamentale Bild jedoch außerordentlich konstruktiv. Die außergewöhnlich hohe Long-Positionierung des Managed Money, die rückläufige Produktion in Chile und die deutlich nachlassenden Neuentdeckungen von Kupfervorkommen sprechen dafür, dass der strukturelle Bullenmarkt im Kupfer auch in den kommenden Jahren intakt bleiben dürfte.



MAIS - LONG

Der Mais-Future gewinnt auf Wochenbasis +4,06%.
Performance 5 Jahre: -23,26% 
Die letzte Woche im 15min Chart: 


Mais-Future: Wetterrisiken treiben den Aufwärtstrend

Der amerikanische Mais-Future gewann in der vergangenen Woche kräftige 4,06 Prozent und schloss am Freitag bei 487,25 US-Cent je Scheffel. Der Future beendete die Handelswoche nahezu auf dem Wochenhoch und bestätigte damit den zuletzt eingeschlagenen Aufwärtstrend. Die starke Schlussnotierung zeigt, dass die Käufer den Markt bis zum Wochenschluss fest im Griff hatten.


Fundamental erhält der Maismarkt derzeit Unterstützung aus mehreren Richtungen. ImMittelpunkt stehen die zunehmenden Wetterrisiken während der entscheidenden Bestäubungs- und Ertragsbildungsphase in den USA. Gleichzeitig sorgen Trockenheit in Teilen Europas und der Schwarzmeerregion sowie die Aussicht auf einen Super El Niño für zusätzliche Unsicherheit hinsichtlich der globalen Ernteentwicklung. Historisch zählen Mais und andere Getreiderohstoffe zu den größten Profiteuren ausgeprägter Wetteranomalien.

Zusätzlichen Rückenwind liefern die weiterhin hohen Ölpreise. Steigende Energiepreise verbessern die Wirtschaftlichkeit der Ethanolproduktion und erhöhen damit die Nachfrage nach Mais als wichtigstem Rohstoff für die Herstellung von Biokraftstoffen. Gleichzeitig spricht auch die jüngste USDA-Schätzung für einen engeren Markt, nachdem die amerikanischen Endbestände gesenkt und die Exportprognosen angehoben wurden.

Auch die COT-Daten bestätigen den positiven Eindruck. Das Managed Money hat seine Netto-Long-Positionen erneut deutlich ausgebaut und hält inzwischen mehr als 186.600 Long-Kontrakte. Die institutionellen Anleger nutzen Rücksetzer weiterhin konsequent zum Positionsaufbau und unterstreichen damit ihr Vertrauen in den übergeordneten Aufwärtstrend.

Fazit: Der Mais-Future präsentiert sich derzeit in einer ausgesprochen starken Verfassung. Die robuste Exportnachfrage, die bullische Positionierung des Managed Money sowie die zunehmenden Wetterrisiken durch einen möglichen Super El Niño sprechen dafür, dass die Aufwärtsbewegung in den kommenden Wochen grundsätzlich Bestand haben könnte. Sollten sich die Wetterbedingungen weiter verschlechtern, dürfte das zusätzliche Unterstützung für den Maismarkt liefern.



PLATIN- LONG

Der Platin-Future verliert auf Wochenbasis -0,26%.
Performance 5 Jahre: +49,69% 
Die letzte Woche im 30-Minuten-Chart:


Platin-Future: Angebotsdefizit stützt den Markt trotz Zinssorgen

Der amerikanische Platin-Future verlor in der vergangenen Woche leicht um 0,26 Prozent und schloss am Freitag bei 1.599,10 US-Dollar je Feinunze. Zur Wochenmitte war der Future noch deutlich bis über 1.680 US-Dollar gestiegen, konnte diese Gewinne jedoch nicht halten und geriet anschließend gemeinsam mit dem gesamten Edelmetallsektor wieder unter Druck.


Belastet wurde Platin vor allem durch die erneute Eskalation im Nahen Osten. Die deutlich gestiegenen Ölpreise haben die Inflationssorgen verstärkt und damit auch die Erwartungen an weitere Zinserhöhungen durch die US-Notenbank erhöht. Steigende Renditen sind grundsätzlich negativ für Edelmetalle, da diese keine laufenden Erträge abwerfen. Entsprechend wurden die zwischenzeitlich kräftigen Kursgewinne zum Ende der Woche wieder weitgehend abverkauft.

Die COT-Daten bleiben dennoch grundsätzlich konstruktiv. Das Managed Money hat seine Long-Positionen zwar leicht reduziert, hält aktuell aber weiterhin 12.484 Kontrakte auf der Long-Seite. Damit bleibt die institutionelle Positionierung positiv, auch wenn die jüngste Zurückhaltung zeigt, dass die Anleger angesichts der gestiegenen Zinsrisiken vorsichtiger geworden sind.

Auch fundamental bleibt das Bild unterstützend. Der Platinmarkt dürfte 2026 bereits das vierte Jahr in Folge ein Angebotsdefizit verzeichnen. Begrenzte Minenproduktion, rückläufige oberirdische Lagerbestände und hohe Energiekosten sprechen weiterhin für ein knappes Angebot. Gleichzeitig bleibt die Nachfrage aus China robust, unter anderem durch Anwendungen in Industrie, Elektromobilität und sauberer Energietechnologie.

Saisonal besitzt der Platin-Future bis Ende Juli noch leichtes Aufwärtspotenzial. Anschließend beginnt häufig eine volatilere und tendenziell schwächere Phase. Erst im vierten Quartal verbessert sich die saisonale Statistik wieder deutlich und eröffnet die Chance auf eine Jahresendrallye.

Fazit: Kurzfristig bleiben steigende Zinserwartungen der wichtigste Belastungsfaktor. Die weiterhin positive Managed-Money-Positionierung und das strukturelle Angebotsdefizit sprechen jedoch dafür, dass Rücksetzer fundamental gut unterstützt bleiben. Saisonale Chancen bestehen zunächst noch bis Ende Juli, bevor mit einer unruhigeren Phase gerechnet werden muss.



SILBER- LONG

Der Silber-Future gewinnt auf Wochenbasis +4,05%.
Performance 5 Jahre: +124,40% 
Die letzte Woche im 30-Minuten-Chart:


Silber-Future: Chinas starke Importe stützen den langfristigen Ausblick

Der amerikanische Silber-Future legte in der vergangenen Woche um 4,05 Prozent zu und schloss am Freitag bei 58,49 US-Dollar je Feinunze. Im Wochenverlauf war der Future zeitweise sogar über die Marke von 61 US-Dollar gestiegen, konnte diese Gewinne zum Wochenschluss jedoch nicht vollständig behaupten.

Wie bereits beim Gold belastete die erneute Eskalation im Nahen Osten den Edelmetallsektor gegen Ende der Woche. Höhere Ölpreise schüren Inflationssorgen und erhöhen die Wahrscheinlichkeit weiterer Zinserhöhungen durch die Notenbanken. Steigende Renditen wirken sich insbesondere auf Edelmetalle negativ aus, da Gold und Silber keine laufenden Erträge erwirtschaften. Entsprechend gerieten beide Metalle nach den zwischenzeitlichen Kursanstiegen wieder unter Druck.


Die COT-Daten bleiben dennoch konstruktiv. Das Managed Money hält weiterhin eine Netto-Long-Position von 23.465 Kontrakten und signalisiert damit, dass institutionelle Anleger den Silbermarkt trotz der jüngsten Schwankungen weiterhin positiv einschätzen.

Auch saisonal bleibt das Bild kurzfristig freundlich. Historisch besitzt Silber bis Anfang August noch leichtes Aufwärtspotenzial, bevor sich das saisonale Muster vorübergehend eintrübt.

Besonders interessant bleibt die Entwicklung der physischen Nachfrage aus China. Ein beigefügter Chart zeigt, dass die chinesischen Silberimporte im März 2026 rund 173 Prozent über dem Zehnjahresdurchschnitt lagen.




Das unterstreicht die außergewöhnlich hohe Nachfrage nach physischem Silber und liefert eine wichtige strukturelle Unterstützung für den Markt. Anders als beim Gold handelt es sich dabei jedoch nicht um Käufe der People’s Bank of China, sondern um die gesamten Silberimporte Chinas. Die chinesische Zentralbank konzentriert sich weiterhin auf den Ausbau ihrer Goldreserven.

Fazit: Silber profitiert weiterhin von einer stabilen institutionellen Positionierung und einer außergewöhnlich starken physischen Nachfrage aus China. Kurzfristig bleiben steigende Ölpreise und höhere Zinserwartungen zwar Gegenwind für den Edelmetallsektor. Mittelfristig sprechen die robuste Nachfrage, die konstruktiven COT-Daten und die saisonal noch freundliche Entwicklung jedoch weiterhin für einen positiven Ausblick.


SOJABOHNEN- LONG

Sojabohnen gewinnen auf Wochenbasis +4,18%.

Performance 5 Jahre: -10,62% 

Die letzte Woche im 30min Chart:



Sojabohnen-Future: Exportnachfrage und El Niño sorgen für Rückenwind

Der amerikanische Sojabohnen-Future gewann in der vergangenen Woche kräftige 4,18 Prozent und schloss am Freitag bei 1.252,5 US-Cent je Scheffel. Der Future beendete die Handelswoche nahezu auf dem Wochenhoch und bestätigte damit den zuletzt eingeschlagenen Aufwärtstrend. Die starke Schlussnotierung spricht dafür, dass die Käufer bis zum Wochenschluss die Kontrolle über den Markt behalten haben.


Fundamental erhält der Markt derzeit Rückenwind aus mehreren Richtungen. Die Exportnachfrage bleibt hoch, insbesondere aus China. Zuletzt sorgten erneut Berichte über mögliche chinesische Käufe amerikanischer Sojabohnen für Unterstützung. Gleichzeitig profitieren Sojabohnen von den gestiegenen Ölpreisen, da dadurch die Nachfrage nach Sojaöl für die Biokraftstoffproduktion attraktiver wird.

Hinzu kommen zunehmende Wetterrisiken. In Teilen Europas und der Schwarzmeerregion sorgen Trockenheit und hohe Temperaturen für Unsicherheit über die Ernteaussichten. Gleichzeitig richtet sich der Blick zunehmend auf die Entwicklung des Super El Niño, der sich in den kommenden Monaten immer stärker auf die weltweite Agrarproduktion auswirken könnte. Historisch gehören Sojabohnen zu den Agrarrohstoffen, die besonders sensibel auf größere Wetteranomalien reagieren.

Auch die COT-Daten bestätigen das positive Marktbild. Das Managed Money hat seine Netto-Long-Positionen erneut deutlich ausgebaut und hält inzwischen 175.646 Long-Kontrakte. Die starke Positionierung institutioneller Anleger zeigt, dass Rücksetzer weiterhin konsequent zum Aufbau neuer Long-Positionen genutzt werden und das Vertrauen in den Aufwärtstrend hoch bleibt.

Auch saisonal präsentiert sich das Umfeld freundlich. Die Kombination aus einer robusten Exportnachfrage, zunehmenden Wetterrisiken und einer klar bullischen Positionierung institutioneller Investoren spricht weiterhin für ein konstruktives Marktumfeld.

Fazit: Der Sojabohnen-Future zählt aktuell zu den stärksten Agrarrohstoffen. Die hohe Nachfrage aus dem Exportgeschäft, die weiter steigenden Long-Positionen des Managed Money und die zunehmenden Wetterrisiken durch einen möglichen Super El Niño sprechen dafür, dass die übergeordnete Aufwärtsbewegung auch in den kommenden Wochen Bestand haben könnte.



WEIZEN - LONG

Weizen verliert auf Wochenbasis -0,80%.

Performance 5 Jahre: -0,15% 

Die letzte Woche im 30min Chart:



Weizen-Future: Geopolitik trifft auf Wetterrisiken

Der amerikanische Weizen-Future verlor in der vergangenen Woche leicht um 0,80 Prozent und schloss am Freitag bei 679 US-Cent je Scheffel. Die Wochenbilanz wirkt auf den ersten Blick unspektakulär, verdeckt jedoch die enorme Volatilität. Im Wochenverlauf war der Future zeitweise auf über 700 US-Cent gestiegen und erreichte damit den höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren. Erst zum Wochenschluss setzten umfangreiche Gewinnmitnahmen ein.


Auslöser der Rally war die erneute Eskalation im Schwarzen Meer. Russland intensivierte seine Angriffe auf ukrainische Hafenanlagen und Schiffe, wodurch erneut erhebliche Unsicherheit über den Export von Getreide entstand. Das Schwarze Meer zählt zu den wichtigsten Exportregionen für Weizen weltweit. Russland und die Ukraine stehen zusammen für rund ein Drittel des globalen Weizenexports. Jede Störung der Transportwege wirkt sich deshalb unmittelbar auf die Preisentwicklung an den internationalen Agrarmärkten aus.

Mehrere Reedereien haben ihre Anläufe in ukrainischen Häfen inzwischen vorübergehend ausgesetzt, während Unternehmen ihre Aktivitäten in der Region aufgrund der zunehmenden Sicherheitsrisiken einschränken. Auch wenn zum Wochenschluss Hoffnungen auf eine mögliche diplomatische Entspannung kurzfristig Gewinnmitnahmen auslösten, bleibt die Lage im Schwarzen Meer äußerst fragil.

Die COT-Daten entwickeln sich dagegen weiter positiv. Das Managed Money hat seine Netto-Short-Positionen erneut reduziert und hält aktuell nur noch rund 7.000 Short-Kontrakte. Damit hat sich die spekulative Positionierung gegenüber den vergangenen Monaten deutlich verbessert. Der Verkaufsdruck institutioneller Anleger nimmt damit weiter ab.

Zusätzlich bleibt der Wetterfaktor ein wichtiges Thema. Der sich entwickelnde Super El Niño könnte in den kommenden Monaten in vielen wichtigen Anbauregionen zu erheblichen Wetterextremen führen. Weizen gehört zu den Agrarrohstoffen, die besonders sensibel auf Trockenheit und Hitzestress reagieren. Entsprechend dürften Wetterprognosen neben der geopolitischen Lage weiterhin einer der wichtigsten Kurstreiber bleiben.

Fazit: Der Rückgang zum Wochenschluss war vor allem das Ergebnis von Gewinnmitnahmen nach der kräftigen Rally und ändert nichts am konstruktiven Gesamtbild. Die weiter sinkenden Short-Positionen des Managed Money, die anhaltenden Risiken im Schwarzen Meer und die zunehmenden Wetterunsicherheiten durch den Super El Niño sprechen dafür, dass der Weizenmarkt auch in den kommenden Wochen ein hohes Aufwärtspotenzial und gleichzeitig eine erhöhte Volatilität aufweisen dürfte.

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WTI CRUDE OIL - LONG

WTI Crude Oil gewinnt auf Wochenbasis +10,73%.

Performance 5 Jahre: +21,51% 

Die letzte Woche im 30min Chart:



WTI-Rohöl: Geopolitische Eskalation treibt den Ölpreis nach oben


Der amerikanische WTI-Rohöl-Future gewann in der vergangenen Woche 10,73 Prozent und schloss am Freitag bei 90,47 US-Dollar je Barrel. Im Wochenverlauf setzte sich damit die kräftige Aufwärtsbewegung der vergangenen Wochen fort. Auslöser war die erneute Eskalation im Nahen Osten, die das Risiko weiterer Versorgungsunterbrechungen deutlich erhöht hat

Im Mittelpunkt stehen inzwischen nicht mehr nur die Straße von Hormus, sondern zunehmend auch die Meerenge von Bab al-Mandeb. Die Huthi-Miliz greift weiterhin Tanker im Roten Meer an und erschwert damit den Transport saudischen Rohöls erheblich. Viele Schiffe meiden inzwischen die Passage und müssen stattdessen den langen Weg über das Kap der Guten Hoffnung wählen.




Dadurch verlängert sich die Transportzeit von rund 19 auf etwa 48 Tage, während sich die Transportkosten teilweise mehr als verdoppeln. Zusätzlich wurden in der vergangenen Nacht mehrere Raketen auf Yanbu abgefeuert, den Endpunkt der wichtigen Ost-West-Pipeline Saudi-Arabiens. Die geopolitische Lage bleibt damit hoch angespannt.

Der nächste beigefügte Chart verdeutlicht, wie stark die Rohölimporte Chinas seit Beginn der Krise eingebrochen sind. Der Rückgang auf den niedrigsten Stand seit 2016 zeigt, wie stark sich die globalen Handelsströme derzeit verändern und wie groß die Unsicherheit auf der Nachfrageseite geworden ist.


Der nächste Chart zeigt den Zusammenhang zwischen den Ölexporten aus dem Persischen Golf und dem Brent-Ölpreis. Je weniger Öl die Region verlässt, desto stärker steigt der Ölpreis. Genau dieses Muster lässt sich seit der Eskalation des Konflikts erneut beobachten und unterstreicht die enorme Bedeutung der beiden strategischen Engpässe Hormus und Bab al-Mandeb für den Weltölmarkt.



Hinzu kommt eine ohnehin angespannte Versorgungslage. Die strategischen Erdölreserven der USA befinden sich – wie der dritte beigefügte Chart zeigt – auf dem niedrigsten Niveau seit mehr als 40 Jahren. Damit steht im Falle weiterer Angebotsausfälle deutlich weniger staatlicher Puffer zur Verfügung als in früheren Krisen.



Besonders interessant bleibt außerdem die Entwicklung der Crack Spreads. Bereits in den vergangenen Wochen war auffällig, dass die Preise für raffinierte Produkte trotz des zwischenzeitlich fallenden Ölpreises ungewöhnlich hoch geblieben waren. Der Chart zeigt, dass sich diese Divergenz inzwischen wieder geschlossen hat. Mit dem erneuten Anstieg des Ölpreises bewegen sich Rohöl und Crack Spreads wieder im Gleichklang. Das spricht dafür, dass der vorherige Rückgang des Ölpreises möglicherweise stärker von kurzfristigen Hoffnungen auf diplomatische Lösungen als von den tatsächlichen Fundamentaldaten geprägt war.



Bemerkenswert sind auch die COT-Daten. Das Managed Money hält aktuell nur noch rund 81.600 Long-Kontrakte. Historisch ist das eine ausgesprochen niedrige Positionierung. In früheren Haussephasen lagen die Netto-Long-Positionen zeitweise bei mehr als 700.000 Kontrakten. Dass die institutionellen Anleger trotz der massiv eskalierenden geopolitischen Lage weiterhin so zurückhaltend positioniert sind, eröffnet aus meiner Sicht erhebliches Potenzial für weitere Positionsaufstockungen, sollte sich der Aufwärtstrend fortsetzen.

Auch saisonal spricht das Umfeld für den Ölmarkt. Historisch besitzt WTI bis etwa Mitte Oktober eine positive Tendenz, was den fundamentalen Rückenwind zusätzlich unterstützt.

Fazit: Der Ölmarkt wird derzeit nahezu vollständig von der geopolitischen Entwicklung im Nahen Osten bestimmt. Die Angriffe auf Tanker, die Risiken an den beiden wichtigsten maritimen Engpässen der Welt sowie historisch niedrige US-Ölreserven sprechen für ein weiterhin angespanntes Angebotsumfeld. Gleichzeitig sind institutionelle Investoren gemessen an den COT-Daten überraschend defensiv positioniert. Sollte sich die Lage weiter verschärfen, besteht daher durchaus Spielraum für eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung.


ZUCKER - LONG

Zucker verliert auf Wochenbasis -0,40%.

Performance 5 Jahre: -17,58% 

Die letzte Woche im 30min Chart:



Zucker-Future: El Niño bleibt der entscheidende Kurstreiber

Der amerikanische Zucker-Future verlor in der vergangenen Woche 0,40 Prozent und schloss am Freitag bei 14,77 US-Cent je Pfund. Insgesamt verlief die Handelswoche unspektakulär. Der Markt bewegte sich in einer engen Handelsspanne und wartet weiterhin auf neue fundamentale Impulse.

Im Mittelpunkt steht nach wie vor die mögliche Entwicklung eines starken El Niño. Zucker gehört zu den Rohstoffen, die besonders sensibel auf wetterbedingte Ernteausfälle reagieren. Sollte sich das Wetterphänomen weiter verstärken, könnte dies die Produktion in wichtigen Anbauregionen erheblich beeinträchtigen und das weltweite Angebot verknappen.

Wie stark sich ein ausgeprägter El Niño auf den Markt auswirken kann, zeigte bereits die Saison 2015/2016. Damals stieg der Zuckerpreis ausgehend von einem vergleichbaren Preisniveau zeitweise um mehr als 100 Prozent. Zwar lässt sich diese Entwicklung nicht eins zu eins auf die heutige Situation übertragen, sie verdeutlicht jedoch das erhebliche Aufwärtspotenzial bei wetterbedingten Angebotsengpässen.

Auch die COT-Daten sprechen für eine verbesserte Ausgangslage. Das Managed Money hält aktuell noch knapp über 64.000 Netto-Short-Kontrakte. Historisch ist das jedoch keine außergewöhnlich hohe Positionierung – Anfang dieses Jahres lag die Netto-Short-Position zeitweise bei mehr als 250.000 Kontrakten. Der Großteil der zuvor extrem pessimistischen Positionierung wurde damit bereits abgebaut, was darauf hindeutet, dass der Verkaufsdruck deutlich nachgelassen hat.

Saisonal bleibt das Umfeld ebenfalls freundlich. Bis Anfang August weist der Zucker-Future historisch eine leicht positive Tendenz auf.

Fazit: Der Zuckerpreis befindet sich weiterhin auf einem niedrigen Bewertungsniveau. Sollte sich das El-Niño-Risiko in den kommenden Wochen verstärken, könnte sich die Marktstimmung rasch verbessern. Nach dem deutlichen Abbau der extremen Short-Positionen dürfte künftig vor allem die fundamentale Angebotslage darüber entscheiden, ob der Zuckerpreis wieder nachhaltig nach oben drehen kann.



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