
Die Fed-Sitzung selbst verlief vollkommen erwartungsgemäß. Die Leitzinsen wurden unverändert belassen, weder gesenkt noch erhöht. Tonalität, Projektionen und Kommunikation entsprachen weitgehend dem, was der Markt im Vorfeld eingepreist hatte. Entsprechend blieb auch die unmittelbare Marktreaktion überschaubar. Von einem geldpolitischen Schock oder einer neuen restriktiven Ausrichtung kann keine Rede sein.
Am Freitag folgte dann die Nominierung von Kevin Warsh als möglicher künftiger Fed-Chair. Zahlreiche Marktkommentare nahmen dies zum Anlass, um den heftigen Abverkauf bei Edel- und Industriemetallen politisch zu erklären. Warsh wird dabei häufig als „hawkish“ eingeordnet – mit der impliziten Schlussfolgerung, der Markt preise nun weniger Zinssenkungen ein. Genau hier setzt unsere Analyse an.
Wenn die Nominierung von Kevin Warsh tatsächlich der Auslöser für den Sell-off gewesen wäre, müsste sich das zwingend in den Fed-Funds-Futures widerspiegeln. Die Zinserwartungen sind der direkteste und sauberste Indikator für eine geldpolitische Neubewertung. Genau dort ist jedoch nichts dergleichen zu erkennen. Der Markt erwartet weiterhin zwei bis drei Zinssenkungen im Jahresverlauf. Die Kurven haben sich gegenüber der Vorwoche kaum verschoben. Von einer restriktiveren Neubewertung kann also keine Rede sein. Damit entfällt die zentrale Grundlage für das dominante Mediennarrativ.
Was stattdessen zu beobachten war, ist ein klassischer positions- und margingetriebener Sell-off nach einer extremen Überdehnung. Besonders deutlich wurde das im Silbermarkt. Auf Wochenbasis verlor Silber 17,4 %. Viel dramatischer war jedoch die Bewegung innerhalb von weniger als 24 Stunden: Am Donnerstag markierte Silber ein Allzeithoch bei 121,785 US-Dollar, bevor der Markt am Freitag bis auf 74,00 US-Dollar fiel. Das entspricht einem Rückgang von 47,785 US-Dollar beziehungsweise rund 39,25 %. Solche Bewegungen sind nicht fundamental erklärbar, sondern typisch für überhitzte Märkte, in denen Margin-Erhöhungen und erzwungene Liquidationen dominieren.
Auch Platin und Palladium gerieten massiv unter Druck und gehörten zu den größten Verlierern der Woche. Gold und Kupfer zeigten sich dagegen deutlich stabiler. Gold verlor auf Wochenbasis lediglich 1,49 % – ein Wert, der angesichts des vorangegangenen Anstiegs in den Medien deutlich dramatischer dargestellt wurde, als er tatsächlich ist. Kupfer schloss die Woche sogar leicht im Plus, obwohl auch hier ein scharfer Rücklauf vom Hoch bei rund 650 US-Cent zu beobachten war.
Abseits der Metalle blieben die Signale ebenfalls klar. Der US-Dollar konnte auf Wochenbasis zulegen, was eher für ein gestiegenes Vertrauen in die geldpolitische Stabilität spricht als für das Gegenteil. Kryptowährungen blieben weiter unter Druck, Bitcoin fiel bis in den Bereich von 75.000 US-Dollar. Auch hier zeigt sich: Risiko wird reduziert, Hebel abgebaut, Übertreibungen korrigiert.
Die zentrale Erkenntnis dieser Woche lautet daher: Der Sell-off war kein politisches Ereignis und kein geldpolitischer Schock. Er war die logische Konsequenz eines überladenen Marktes, verstärkt durch technische Faktoren, Margin-Effekte und Positionsbereinigung. Die These, Kevin Warsh sei der Auslöser gewesen, ist durch die Entwicklung der Fed-Funds klar widerlegt.
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Konsolidierung nach starkem Wochenstart. Erste Netto-Long-Positionierung des Managed Money seit Dezember 2024 signalisiert beginnenden Stimmungsumschwung. Übergeordnet konstruktives Setup bleibt intakt.
• Baumwolle | –0,99 % | Long
Weiterhin lethargisch. Short-Überhang des Managed Money nimmt zu, Saisonalität läuft aus. Hohes Open Interest deutet auf aufgeschobene, aber potenziell dynamische Richtungsentscheidung hin.
• Bund-Future | +0,42 % | Short
Seitwärtsmarkt ohne Trendwechsel. Anstiege werden verkauft, Renditerisiken überwiegen. Position bleibt taktisch sinnvoll.
• CO₂-Zertifikate | –7,79 % | Long
Erste echte Korrektur nach monatelanger Rally. Fundamentale Angebotsverknappung unverändert, Rücksetzer innerhalb eines intakten Aufwärtstrends.
• EUR/USD | +0,13 % | Long
Wochenplus trotz kräftiger Korrektur vom Hoch. Managed Money baut Longs weiter aus, strukturelle Dollar-Schwäche spricht mittelfristig für Euro-Stärke.
• Gold | –1,49 % | Long
Überfällige Korrektur nach extrem steilem Anstieg. Positionierung bleibt hoch long, kein Hinweis auf strukturellen Trendbruch.
• Henry Hub Natural Gas | +21,19 % | Short
Wettergetriebener Spike. Short-Positionierung bleibt hoch, Speicherlage komfortabel, Saisonalität spricht gegen nachhaltige Rally.
• Kupfer | +0,52 % | Long
Extrem volatile Woche mit neuem Allzeithoch und scharfem Rücksetzer. Managed Money bleibt klar netto long, saisonales Umfeld unterstützt.
• Mais | –0,58 % | Long
Ruhiger Markt im Schatten der Metalle. Moderate Short-Positionierung, solide Exportdynamik und positive Saisonalität stützen den Ausblick.
• Silber | –17,40 % | Short
Historischer Sell-off durch Margin-Erhöhungen und Positionsbereinigung. Bewegung klar technisch getrieben, kein geldpolitischer Regimewechsel.
• Sojabohnen | –0,30 % | Long
Druck durch brasilianische Erntefantasie und Dollar-Rebound. Managed Money reduziert Longs, saisonales Umfeld bleibt unterstützend.
• WTI Crude Oil | +7,26 % | Long
Klare relative Stärke. Geopolitische Risikoprämie, diszipliniertes Angebot und steigende Long-Positionierung des Managed Money stützen den Markt.
• Zucker | –3,19 % | Long
Strukturell schwach. Hohe globale Überschüsse und massive Short-Positionierung verhindern Erholung. Rallys bleiben Verkaufsgelegenheiten.
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Carsten S. Stork


Der US-Dollar profitierte zum Wochenausklang von einer Kombination aus technischer Gegenbewegung, stärker als erwarteten US-Erzeugerpreisen sowie der Nachricht, dass Kevin Warsh als nächster Fed-Chair nominiert wurde. Wichtig dabei: Die Dollar-Stärke war moderat und lässt sich eher als kurzfristige Erholung nach vorheriger Schwäche interpretieren, nicht als Beginn eines neuen strukturellen Aufwertungstrends. Die Zinserwartungen am Fed-Funds-Markt haben sich gegenüber der Vorwoche kaum verändert, was gegen eine nachhaltige Neubewertung zugunsten des US-Dollars spricht.
Auf der Positionierungsseite liefern die aktuellen COT-Daten ein erstes konstruktives Signal für den Austral-Dollar. Das Managed Money ist erstmals seit Dezember 2024 wieder netto long positioniert, aktuell mit rund 7.146 Kontrakten. Auch wenn die Positionierung noch klein ist, markiert dieser Wechsel einen potenziell wichtigen Stimmungsumschwung nach einer langen Phase defensiver Ausrichtung.

Das Positionierungsbild hat sich weiter eingetrübt. Laut aktuellem COT-Report hat das Managed Money seine Netto-Short-Positionen deutlich ausgeweitet. Mit rund 38.967 Kontrakten Short bleibt der spekulative Druck klar auf der Unterseite. Ein nachhaltiges Short-Covering ist bislang nicht erkennbar, obwohl der Markt seit Wochen auf niedrigem Niveau verharrt.
Saisonal betrachtet nähert sich die traditionell konstruktivere Phase ihrem Ende. Statistisch wäre noch bis Anfang März leichtes Aufwärtspotenzial vorhanden, allerdings zeigt sich seit rund zwölf Monaten, dass der Baumwolle-Future seiner üblichen Saisonalität kaum noch folgt. Auch dieses Jahr liefern die saisonalen Muster bislang keine verlässliche Orientierung.
Auffällig bleibt das weiterhin sehr hohe Open Interest. Darauf wurde bereits mehrfach hingewiesen. Trotz der hohen offenen Positionen bleibt die Volatilität gering und es fehlt ein klarer Auslöser für eine Richtungsentscheidung. Entweder setzt sich die lethargische Seitwärtsbewegung fort, oder der Markt bereitet sich auf einen verspäteten, dafür umso dynamischeren Move in den kommenden Wochen vor.

Von einer Erholung kann dabei keine Rede sein. Der Handel bewegt sich weiterhin in der seit Monaten bestehenden Spanne zwischen rund 126 und 128 Punkten. Die Preisbewegungen bleiben taktisch, nicht trendbildend.
Das Umfeld für Staatsanleihen war weiterhin stark von der US-Geldpolitik geprägt. Die unveränderte Zinspolitik der Fed sorgte zwar kurzfristig für Stabilität, lieferte aber keinen Impuls für einen nachhaltigen Richtungswechsel. Entsprechend bleibt der Bund in einer zähen Seitwärtsphase gefangen.

Bemerkenswert ist der Rücksetzer vor allem vor dem Hintergrund, dass sich an den fundamentalen Rahmendaten wenig geändert hat. Die durchschnittlichen Preisprognosen für 2026 liegen weiterhin im Bereich von 93 bis 94 Euro pro Tonne und damit deutlich über dem aktuellen Marktpreis.
Strukturell bleibt das Umfeld unverändert: Die politisch induzierte Verknappung des Angebots trifft auf eine steigende Nachfrage durch regulatorische Vorgaben. Kurzfristig dominieren jedoch Gewinnmitnahmen und eine deutliche Bereinigung nach der starken Rally der vergangenen Monate.

Auffällig ist jedoch, dass sich die Zinserwartungen am Fed-Funds-Markt kaum verändert haben, was diese Bewegung fundamental nur begrenzt erklärbar macht. Donald Trump erklärte zudem auf Nachfrage, dass ihn ein schwächerer US-Dollar nicht beunruhige. Persönlich halte ich einen schwächeren Dollar für politisch durchaus opportun, da er tendenziell wachstumsunterstützend wirkt und damit gut zur wirtschaftspolitischen Agenda der USA passt.
Die COT-Daten untermauern das konstruktive Bild für den Euro. Das Managed Money hat seine Long-Positionen weiter ausgebaut und hält aktuell 132.134 Kontrakte auf der Long-Seite. Das spricht für anhaltende Zuversicht in eine relative Stärke des Euro gegenüber dem US-Dollar.

Die verbreitete These, wonach die Nominierung von Kevin Warsh als möglicher künftiger Fed-Chair der Auslöser für den Sell-off gewesen sei, hält einer nüchternen Analyse nicht stand. Die Entwicklung der Fed-Funds-Erwartungen zeigt im Wochenvergleich kaum Veränderungen. Von einer geldpolitischen Neubewertung kann keine Rede sein. Vielmehr spricht die Dynamik für Gewinnmitnahmen nach einem extrem steilen Anstieg.
Auch die COT-Daten stützen diese Einordnung. Das Managed Money hat seine Long-Positionen zwar leicht reduziert, ist mit weiterhin über 200.000 Kontrakten netto long aber nach wie vor sehr klar positioniert. Von einer strukturellen Abkehr vom Goldmarkt ist nichts zu erkennen. Ergänzend wirkt die Saisonalität zunehmend als Gegenwind: Historisch nimmt die Aufwärtsdynamik bis etwa Mitte Februar ab, danach folgt häufig eine schwächere Phase.

Ein Blick auf die Positionierung relativiert die Bewegung. Die COT-Daten zeigen zwar, dass das Managed Money seine Short-Positionen zuletzt etwas reduziert hat, dennoch bleibt die Netto-Position mit rund 163.666 Kontrakten weiterhin klar auf der Short-Seite. Von einer echten Trendwende in der Positionierung kann also keine Rede sein. Auch fundamental bleibt das Bild trotz der hohen Volatilität vergleichsweise entspannt: Die Gasspeicher sind weiterhin komfortabel gefüllt und liegen über dem saisonalen Durchschnitt. Die jüngsten starken Abzüge ändern an dieser Ausgangslage bislang wenig.
Saisonal betrachtet spricht das Zeitfenster ebenfalls gegen eine nachhaltige Rally. Historisch tendiert der Henry-Hub-Future bis Mitte bzw. Ende Februar eher zur Schwäche. Erst im weiteren Jahresverlauf, wenn der Fokus wieder stärker auf den Aufbau der Speicher für den Sommer rückt, verbessert sich das saisonale Umfeld. Der aktuelle Preisanstieg passt damit eher in das Muster kurzfristiger Übertreibungen während extremer Wetterlagen als in den Beginn eines neuen mittelfristigen Aufwärtstrends.

In den Medien wird erneut die Nominierung von Kevin Warsh als möglicher zukünftiger Fed-Chair als Auslöser genannt. Diese Erklärung überzeugt weiterhin nicht. Weder die Entwicklung der Fed-Funds-Erwartungen noch der US-Dollar liefern ein konsistentes Signal für einen derart scharfen Richtungswechsel. Vielmehr spricht vieles für einen klassischen Überhitzungs- und Positionierungs-Trade nach einer extrem steilen Aufwärtsbewegung.
Die Positionierung des Managed Money bleibt trotz des Rücksetzers klar konstruktiv. Mit aktuell 48.390 Netto-Long-Kontrakten ist die Long-Seite zwar etwas geringer als am Hoch im Dezember (rund 67.000 Kontrakte), signalisiert aber weiterhin strukturelles Vertrauen in höhere Kupferpreise. Auch aus saisonaler Sicht bleibt das Umfeld unterstützend: Historisch tendiert Kupfer bis Mitte bzw. Ende April zu steigenden Preisen, was den mittelfristigen Ausblick stabilisiert.

Die COT-Daten zeigen weiterhin eine moderate Positionierung. Das Managed Money hält aktuell eine Netto-Short-Position von 31.671 Kontrakten, was im historischen Vergleich weder ein extremes noch ein starkes Überzeugungsniveau darstellt. Auffällig ist, dass zuletzt vor allem über neue Long-Positionen Shorts reduziert wurden, ohne dass es zu einer klaren Trendwende in der Positionierung gekommen wäre.
Fundamental bleibt das Bild gemischt, aber konstruktiv. Die Exportverpflichtungen liegen deutlich über dem Vorjahresniveau und über dem durchschnittlichen saisonalen Tempo, während die globale Versorgungslage bislang keine akuten Stresssignale sendet. Gleichzeitig wirkt der stärkere US-Dollar kurzfristig als Gegenwind, ohne den Markt jedoch spürbar unter Druck zu setzen.
Saisonal betrachtet spricht weiterhin vieles für Corn. Historisch zeigt der Markt von den Wintermonaten bis in den Juni hinein eine klare Tendenz zu festeren Preisen, was den mittelfristigen Ausblick stützt, auch wenn kurzfristig die Impulse fehlen.
SILBER - SHORT

Ein wesentlicher Belastungsfaktor waren die in mehreren Schritten erfolgten Margin-Erhöhungen der CME. Diese haben den Hebel im Markt massiv reduziert und zu erzwungenem Positionsabbau geführt. Gerade in einem zuvor stark überhitzten Marktumfeld wirkt ein solcher Mechanismus wie ein Brandbeschleuniger. Der Sell-off war entsprechend technisch und positionsgetrieben, nicht fundamental.
In den Medien wird erneut versucht, die Bewegung politisch zu erklären. Mehrere große Häuser führen die Nominierung von Kevin Warsh als möglichen künftigen Fed-Chair als Auslöser für den Abverkauf an. Diese Interpretation hält einer Überprüfung nicht stand. Die Fed-Funds-Futures zeigen klar, dass sich die Zinserwartungen gegenüber der Vorwoche kaum verändert haben. Der Markt preist weiterhin eine erste Zinssenkung im Sommer sowie eine zweite im weiteren Jahresverlauf ein. Ein geldpolitischer Regimewechsel, der einen solchen Sell-off rechtfertigen würde, ist nicht erkennbar.
Auch die COT-Daten bestätigen, dass es sich primär um einen Abbau überhöhter Positionierung handelt. Das Managed Money hält weiterhin 23.703 Kontrakte netto long, hat diese Positionen jedoch deutlich reduziert. Das signalisiert Vorsicht, aber keinen strukturellen Stimmungsumschwung. Der Markt ist weniger euphorisch, nicht fundamental bearish.
Saisonal betrachtet bleibt Silber bis Mitte, teilweise Ende Februar grundsätzlich unterstützt. Der jüngste Abverkauf steht damit im klaren Widerspruch zur saisonalen Tendenz und unterstreicht, wie extrem überladen der Markt zuvor war.

Brasilianische Erntefantasie trifft auf Dollar-Rebound – Sojabohnen unter Druck
Insbesondere Berichte über eine mögliche Rekordproduktion in Brasilien wirken derzeit klar belastend. Marktbeobachter sprechen von einer „Monsterernte“, da die Vegetationsperiode bislang weitgehend ohne größere wetterbedingte Störungen verlaufen ist. Auch die zuletzt verbesserten Niederschläge in Argentinien haben das Angebotsszenario entspannt, selbst wenn dort regional weiterhin Risiken bestehen. Fundamentale Angebotsängste überlagern damit kurzfristig sowohl geopolitische Themen als auch wetterbedingte Unsicherheiten in den USA.
Auf der Positionierungsseite zeigt sich wachsende Zurückhaltung. Die aktuellen COT-Daten weisen darauf hin, dass das Managed Money seine Long-Positionen weiter reduziert hat und nun nur noch mit 57.431 Kontrakten netto long positioniert ist. Dieser Abbau signalisiert zunehmendes Misstrauen gegenüber dem kurzfristigen Aufwärtspotenzial, ohne jedoch bereits eine klar bearishe Struktur anzuzeigen.
Trotz des jüngsten Rücksetzers bleibt das übergeordnete saisonale Muster konstruktiv. Historisch tendieren Sojabohnen – ähnlich wie Mais – dazu, bis in den Sommer hinein Unterstützung zu finden. Dieses saisonale Fenster steht aktuell im Kontrast zur kurzfristigen Preisschwäche und unterstreicht, dass der Markt derzeit stärker von Angebotsnarrativen und Makrofaktoren als von saisonalen Mustern getrieben wird.
WTI Crude Oil gewinnt auf Wochenbasis +7,26%.
Die letzte Woche im 30min Chart:

Öl bleibt der stille Gewinner – Geopolitik schlägt Dollar
Unterstützend wirkt zudem das strukturelle Angebotsumfeld. OPEC+ hält an der Pause weiterer Produktionsausweitungen im ersten Quartal fest, russische Exporte bleiben durch Sanktionen und Angriffe auf Infrastruktur eingeschränkt, und die US-Produktion zeigt erste Ermüdungserscheinungen. Das spiegelt sich auch klar in der Positionierung wider: Das Managed Money hat seine Long-Positionen weiter ausgebaut und hält aktuell 96.982 Kontrakte netto long. Diese Entwicklung passt zu dem insgesamt konstruktiven Marktsentiment.
Auch saisonal spricht vieles für weiter freundliche Ölpreise. Historisch zeigt sich Crude Oil zu Beginn des Jahres oft stabil bis fest, insbesondere wenn geopolitische Risiken hinzukommen. Die Kombination aus geopolitischer Unsicherheit, disziplinierter Angebotssteuerung und wieder zunehmender spekulativer Nachfrage verleiht dem Markt derzeit eine solide Basis.
Zucker verliert auf Wochenbasis -3,19%.
Die letzte Woche im 10min Chart:

Auch die Positionierung liefert kein positives Signal. Das Managed Money hält weiterhin eine hohe Short-Position von 167.753 Kontrakten und hat diese zuletzt nicht signifikant reduziert. Das spricht dafür, dass die spekulative Seite bislang keinen Anlass sieht, das bärische Grundszenario infrage zu stellen. Zwar wäre die saisonale Tendenz grundsätzlich leicht unterstützend, mit einer historischen Neigung zu einer Erholung bis Mitte oder Ende Februar. In der Praxis zeigt sich jedoch ein anderes Bild: Jede noch so kleine Gegenbewegung wird konsequent zum Verkauf genutzt.
