Silber über 100 USD – der Markt glaubt der Entspannung nicht

25.01.26 11:18 AM - Von Mitarbeiter


Liebe Leserinnen und Leser,

 

 die vergangene Woche war geprägt von politischen Schlagzeilen, kurzfristiger Erleichterung an den Aktienmärkten – und einem klaren Misstrauensvotum der Rohstoffmärkte. Während Aktien auf die Deeskalationssignale aus Davos reagierten, sendeten Edel- und Industriemetalle ein völlig anderes Signal:, Gold steht unmittelbar vor der 5.000-USD-Marke, Platin und Palladium ziehen dynamisch nach. Das ist kein Zufall – und kein kurzfristiger Hype.


Ausgangspunkt war die zunächst aggressive Zollrhetorik von Donald Trump im Zusammenhang mit Grönland und möglichen Strafzöllen gegen ausgewählte EU-Länder. Die Ankündigung von 10 % ab Februar und weiteren 15 % ab Juni sorgte zunächst für Unruhe. Der anschließende Rückzieher in Davos nach einem Deal mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte wurde von den Aktienmärkten positiv aufgenommen. Doch genau hier liegt der entscheidende Punkt:

Während Aktien Hoffnung einpreisten, zeigten die Metallmärkte Skepsis. Gold, Silber, Platin und Palladium signalisierten klar, dass der Markt nicht davon überzeugt ist, dass sich geopolitische Spannungen nachhaltig auflösen. Venezuela, Iran, geopolitische Machtfragen rund um Grönland und strategische Ressourcen – all diese Themen bleiben ungelöst. In einem solchen Umfeld steigt nicht die Risikobereitschaft, sondern der Absicherungsbedarf.


Besonders aussagekräftig ist die Entwicklung im Silber. Ein Preisniveau über 100 USD ist historisch und markiert einen strukturellen Bruch. Silber ist kein reiner Krisenwert, sondern ein hybrides Metall mit industrieller und monetärer Funktion. Dass der Markt gerade hier so aggressiv kauft, spricht für reale Knappheitsängste, für Absicherungsbedarf und für ein wachsendes Misstrauen gegenüber Papierwerten.


Parallel dazu gerät der US-Dollar zunehmend unter Druck. Der Dollarindex verlor auf Wochensicht rund zwei Prozent – und das in einem Umfeld, das früher klassische Safe-Haven-Ströme ausgelöst hätte. Diese bleiben aus. Der Dollar verliert nicht, weil Europa besonders stark wäre, sondern weil. Die fortschreitende De-Dollarisierung zeigt sich nicht in politischen Statements, sondern in Preisbewegungen.


Währungen liefern ein klares Bild: Der Austral-Dollar als Rohstoffwährung legte rund drei Prozent zu, der Euro knapp zwei Prozent. Das ist kein neues Euro-Narrativ, sondern Ausdruck eines globalen Kapitalflusses weg vom US-Dollar. Kapital sucht Substanz, Knappheit und reale Assets.


Die US-Notenbank befindet sich aktuell in der Blackout-Periode. Die jüngsten Wirtschaftsdaten sprechen nicht für eine schnelle Rückkehr der Inflation zum 2-Prozent-Ziel. Der Markt erwartet mit nahezu 96 % Wahrscheinlichkeit keine Zinssenkung beim kommenden FED-Meeting. Damit fehlt dem Dollar auch von geldpolitischer Seite jeglicher Rückenwind.


Das Gesamtbild ist eindeutig:

Aktien hoffen auf Entspannung. Metalle glauben nicht daran.

Silber über 100 USD ist kein Spekulationssignal – es ist ein Urteil über das aktuelle Welt- und Währungssystem.



Unsere Positionen im Überblick

• AUD/USD | +3,18 % | Long
Starker Momentum-Trade. Hawkishe RBA-Neubewertung, solides Makro-Umfeld und fortgesetztes Short-Covering stützen den Austral-Dollar strukturell.

• Baumwolle | –1,31 % | Long
Weiterhin richtungslos. Positiv bleiben der fortschreitende Short-Abbau des Managed Money, sehr hohes Open Interest und saisonaler Rückenwind bis Anfang/Mitte März.

• Bund-Future | –0,40 % | Short
Abwärtstrend intakt. Erholungen oberhalb von 128 Punkten werden verkauft, steigende Staatsverschuldung hält den Renditedruck hoch.

• CO₂-Zertifikate | –4,11 % | Long
Gesunde Konsolidierung nach starkem Lauf. Schnelle Käufe im Bereich um 84 EUR bestätigen den übergeordneten Aufwärtstrend.

• EUR/USD | +1,99 % | Long
Relative Stärke des Euro bei anhaltender Dollar-Schwäche. Bewegung innerhalb der Range, noch keine Trendbestätigung, aber struktureller Rückenwind bleibt.

• Gold | +8,34 % | Long
Parabolische Bewegung nahe 5.000 USD. Managed Money bleibt hoch long, Safe-Haven-Nachfrage ungebrochen, Trend klar intakt.

• Henry Hub Natural Gas | +72,45 % | Short
Historische Rally durch Arctic Blast und massives Short-Covering. Extreme Volatilität, saisonal erhöhtes Rückschlagrisiko bleibt bestehen.

• Kaffee | –1,00 % | Long
Weiterer Druck. Long-Abbau des Managed Money und saisonaler Gegenwind belasten, Stabilisierungssignale fehlen bislang.

• Kupfer | +1,52 % | Long
Relative Underperformance trotz stabiler China-Daten. Positionierung bleibt konstruktiv, Saisonalität bis April klar unterstützend.

• Mais | +1,35 % | Long
Starke Exportzahlen treffen auf hohe Short-Positionierung. Nachfrage reagiert sensibel auf tieferes Preisniveau, saisonales Umfeld positiv.

• Palladium | +10,89 % | Long
Dynamischer Ausbruch. Managed Money dreht auf Long, Saisonalität bis Ende April klar positiv, strukturelle Angebotsrisiken bleiben Thema.

• Platin | +18,35 % | Long
Neues Allzeithoch mit außergewöhnlichem Momentum. Trotz Rally nur moderater Long-Abbau, saisonale Stärke bis Mai spricht für Fortsetzung.

• Silber | +14,85 % | Long
Historische Rally über 100 USD. Managed Money deutlich vorsichtiger, kurzfristig noch saisonaler Spielraum, Korrekturrisiko nimmt zu.

• Sojabohnen | +1,09 % | Long
Stabile Entwicklung. Saisonalität und bessere US-Exportposition stützen, Positionierung konsolidiert auf konstruktivem Niveau.

• TTF Natural Gas | +6,72 % | Long
Speicherdefizite in EU und Deutschland bleiben zentraler Preistreiber. Angebotslage angespannt, Rücksetzer werden gekauft.

• WTI Crude Oil | +3,50 % | Long
Technische Erholung mit erster Long-Rückkehr des Managed Money. Dollar-Schwäche und geopolitische Risikoprämie unterstützen.

• Zucker | –1,54 % | Long
Strukturell schwach. Massive Short-Positionierung und globales Überangebot dominieren, Saisonalität kann sich bislang nicht durchsetzen.


Fazit
Nicht jede politische Beruhigung ist glaubwürdig. Preise lügen nicht. Solange Edelmetalle Stärke zeigen, der Dollar schwach bleibt und Kapital reale Knappheit sucht, ist Vorsicht gegenüber allzu einfachen Risk-On-Narrativen angebracht. Das aktuelle Marktregime ist nicht von Optimismus geprägt, sondern von Misstrauen – und genau dort entstehen die relevantesten Trends.
Ihr
Carsten S. Stork


Performance DCX 

aktueller Indexstand: 146,89
Wochenperformance: +4,92%
Seit Jahresanfang 2026: 6,27%
Seit Auflegung (10. Dezember 2024): 47,04%



DCX POSITIONEN

AUD/USD - LONG

Der Austral-Dollar gewinnt auf Wochenbasis +3,18%.
Die letzte Woche im 30-Minuten-Chart:


Aussie-Dollar explodiert – Zinsfantasie treibt AUD/USD

Der Austral-Dollar zeigte in der vergangenen Woche eine beeindruckende Aufwärtsbewegung. AUD/USD legte +3,18 % zu und schloss bei 0,6896. Der Kursverlauf war klar trendförmig: Die gesamte Woche verlief steil nach oben, ohne nennenswerte Rücksetzer. Damit markiert der Austral-Dollar nicht nur ein neues Mehrmonatshoch, sondern bestätigt auch den begonnenen Trendwechsel.


Fundamental wird die Bewegung durch eine zunehmend hawkishe Neubewertung der australischen Geldpolitik gestützt. Starke Arbeitsmarktdaten, robuste PMI-Zahlen sowie anhaltender Inflationsdruck haben die Zinserwartungen deutlich nach vorne gezogen. Der Markt preist inzwischen eine realistische Wahrscheinlichkeit für einen Zinsschritt der RBA bereits in den kommenden Monaten ein, was dem Austral-Dollar zusätzlichen Rückenwind verleiht – insbesondere gegenüber dem US-Dollar, der aktuell von politischer Unsicherheit und Zinssenkungsfantasie belastet wird.


Ein Blick auf die Positionierung untermauert das Bild. Die COT-Daten zeigen, dass Managed Money seine Short-Positionen weiter reduziert hat. Zwar ist das Lager mit 14.011 Kontrakten noch netto short, doch der kontinuierliche Abbau signalisiert einen klaren Stimmungsumschwung. Short-Covering bleibt damit ein aktiver Treiber der Bewegung und bietet Raum für weitere Anschlusskäufe.


FAZIT
AUD/USD befindet sich in einem klaren Momentum-Trade. Die Kombination aus hawkisher RBA-Neubewertung, soliden Konjunkturdaten und fortschreitendem Short-Abbau spricht für anhaltende Stärke. Solange sich dieses Umfeld nicht ändert, bleibt der Austral-Dollar strukturell unterstützt und der Trend klar aufwärtsgerichtet.

BAUMWOLLE - LONG

Baumwolle verliert auf Wochenbasis -1,31%.
Die letzte Woche im 15-Minuten-Chart:


Baumwolle ohne Momentum – Geduld bleibt gefragt

Der Baumwolle-Future an der ICE hat in der vergangenen Woche um 1,3 % nachgegeben und bei 63,81 US-Cent geschlossen. Der Kursverlauf war über weite Strecken richtungslos bis leicht abwärtsgerichtet, echte Impulse blieben aus. Insgesamt zeigte sich auch in dieser Woche erneut das bekannte Bild: wenig Dynamik, enge Handelsspanne, kein Trend.

Fundamental ist das Umfeld gemischt. Die jüngsten USDA-Daten deuten zwar auf tendenziell engere globale Angebots-/Nachfrage-Relationen hin, kurzfristig spiegelt sich das jedoch noch nicht im Preis wider. Auffällig bleibt hingegen die Positionierung: Das Managed Money hat seine Netto-Short-Positionen weiter reduziert und hält aktuell nur noch 25.824 Kontrakte auf der Short-Seite. Das ist kein klares Long-Signal, zeigt aber, dass der Abwärtsdruck sukzessive nachlässt.

Ein weiterer wichtiger Faktor bleibt das außergewöhnlich hohe Open Interest von 324.480 Kontrakten. Dieses Niveau spricht für eine starke Marktspannung. Erfahrungsgemäß gehen Phasen hoher Beteiligung und niedriger Volatilität häufig einer dynamischeren Bewegung voraus – die Richtung ist allerdings noch offen.

Unterstützend wirkt weiterhin die Saisonalität. Historisch tendiert Baumwolle von Ende Januar bis Anfang bzw. Mitte März eher zur Stärke. Dieses saisonale Fenster ist derzeit eines der wenigen Argumente auf der Long-Seite.

FAZIT

Baumwolle bleibt ein Geduldsspiel. Kurzfristig fehlt es klar an Momentum, der Markt verharrt in einer Seitwärts- bis Abwärtsbewegung. Positiv zu werten sind die rückläufige Short-Positionierung des Managed Money, die konstruktive Saisonalität und das extrem hohe Open Interest. Noch ist kein Ausbruch erkennbar – aber die Voraussetzungen für eine stärkere Bewegung in den kommenden Wochen bauen sich weiter auf.



BUND FUTURE - SHORT

Der Bund Future verliert auf Wochenbasis -0,40%.
Die letzte Woche im 30-Minuten-Chart:


Bund-Future weiter unter Druck – steigende Renditen bleiben das dominante Thema

Der Euro-Bund-Future setzte seine Schwächephase in der vergangenen Woche fort. Auf Wochensicht verlor der Kontrakt 0,40 % und schloss bei 127,59. Bereits zu Wochenbeginn kam es zu kontinuierlichem Verkaufsdruck, insbesondere am Montag und Dienstag. Zwar konnte sich der Bund-Future zum Wochenschluss leicht stabilisieren, ein nachhaltiger Rebound blieb jedoch aus.

Auffällig bleibt das technische Verhalten oberhalb der 128-Punkte-Marke. Dieses Niveau wird weiterhin konsequent verkauft und fungiert klar als Widerstandszone. Jeder Erholungsversuch in diesen Bereich hinein stößt auf Angebot, was das übergeordnete Abwärtsmomentum bestätigt.

Fundamental bleibt der Trend ebenfalls eindeutig. Steigende Staatsverschuldung wirkt weiterhin belastend auf den Anleihemarkt. Auch Deutschland ist hiervon nicht ausgenommen: Sondervermögen, zusätzliche fiskalische Programme und eine insgesamt expansivere Finanzpolitik erhöhen den Angebotsdruck auf Bundesanleihen. In der Konsequenz steigen die Renditen, während der Bund-Future weiter unter Druck bleibt.

Das Zusammenspiel aus technischer Schwäche und strukturellem Gegenwind spricht weiterhin für ein renditeseitig steigendes Umfeld. Solange keine klare Entspannung auf der fiskalischen Seite erkennbar ist und zentrale Widerstände nicht zurückerobert werden, bleibt der Trend im Bund-Future abwärtsgerichtet.

FAZIT

Der Bund-Future bleibt klar im Abwärtstrend. Widerstände oberhalb von 128 Punkten halten, steigende Staatsverschuldung sorgt für strukturellen Druck, und höhere Renditen bleiben das Basisszenario. Kurzfristige Erholungen ändern bislang nichts am übergeordneten Bild.


CO₂-ZERTIFIKATE– LONG

CO₂-Zertifikate verlieren auf Wochenbasis -4,11%.
Die letzte Woche im Chart:


CO₂-Zertifikate konsolidieren nach starkem Lauf – Trend bleibt intakt

Die CO₂-Zertifikate standen in der vergangenen Woche unter spürbarem Druck und gaben auf Wochensicht um 4,11 % nach. Nach dem Anstieg bis in den Bereich von rund 92 Euro in der Vorwoche war eine Verschnaufpause überfällig. Der Markt nutzte die Gelegenheit für Gewinnmitnahmen, ohne dabei den übergeordneten Trend infrage zu stellen.

Im Wochenverlauf kam es zunächst zu deutlichen Abgaben, die den Preis zeitweise bis in den Bereich von rund 84 Euro führten. Dieses Niveau wurde jedoch rasch von Marktteilnehmern gekauft. Ab Dienstag setzte eine kontinuierliche Erholung ein, die die CO₂-Zertifikate zeitweise wieder nahe an die 90-Euro-Marke führte. Zum Wochenschluss pendelte sich der Preis bei 88,28 Euro ein, nach einem Wochentief deutlich über den Tiefstständen.

Einordnungstechnisch ist diese Bewegung als gesunde Konsolidierung zu werten. Seit dem 2. April 2025 befinden sich die CO₂-Zertifikate in einem klaren und dynamischen Aufwärtstrend. Rücksetzer wurden in diesem Zeitraum regelmäßig gekauft. Auch der jüngste Rückgang fügt sich nahtlos in dieses Muster ein. Der langfristige Trend bleibt eindeutig aufwärtsgerichtet.

FAZIT
Der Rückgang der vergangenen Woche ist kein Trendbruch, sondern eine normale Konsolidierung innerhalb eines starken Aufwärtstrends. Das schnelle Kaufinteresse im Bereich um 84 Euro unterstreicht die strukturelle Stärke des Marktes. Solange höhere Tiefs verteidigt werden, bleibt der übergeordnete Trend bei den CO₂-Zertifikaten klar positiv.


EUR/USD - LONG

Der EUR/USD gewinnt auf Wochenbasis +1,99%.
Die letzte Woche im 30-Minuten-Chart: 


US-Dollar weiter unter Druck – Euro setzt Aufwärtstrend fort


Der Euro hat in der vergangenen Woche gegenüber dem US-Dollar deutlich zugelegt. EUR/USD gewann 1,99 % und schloss bei 1,1828. Der Anstieg verlief über die Woche hinweg stetig und markiert eine klare relative Stärke des Euro in einem ansonsten seit Monaten eher seitwärts geprägten Marktumfeld.

Makroökonomisch bleibt der US-Dollar unter Druck. Trotz geopolitischer Unsicherheiten konnte er seine klassische Rolle als Safe-Haven-Währung zuletzt nicht ausspielen. Kapitalflüsse tendieren weiterhin weg vom Dollar, während der Euro von einer stabileren Wahrnehmung im globalen Währungsgefüge profitiert. Der Markt beginnt, den Dollar strukturell kritischer zu bewerten.

Die COT-Daten liefern dabei kein Gegensignal. Das Managed Money ist weiterhin netto long im US-Dollar positioniert, hat diese Long-Positionen zuletzt jedoch reduziert. Diese Entwicklung ist nicht als Belastung zu interpretieren, sondern als kontrollierte Positionsanpassung innerhalb einer bestehenden Struktur. Sie spricht eher für abnehmenden Dollar-Support als für zunehmenden Verkaufsdruck auf den Euro.

Aus Marktsicht bleibt festzuhalten: EUR/USD befindet sich trotz der jüngsten Aufwärtsbewegung weiterhin in einer übergeordneten Seitwärtsphase der letzten Monate. Die Bewegung der vergangenen vier Wochen ist eher als relative Stärke und Positionsverschiebung zu werten, nicht als bestätigter neuer Trend.


FAZIT

Der US-Dollar bleibt strukturell angeschlagen, ohne dass EUR/USD bereits einen klaren Ausbruch aus der seit Monaten bestehenden Range vollzogen hätte. Solange der Dollar seine Safe-Haven-Funktion nicht zurückgewinnt, bleibt die Risikobalance zugunsten des Euro verschoben – allerdings ohne Trendbestätigung. Geduld und saubere Beobachtung der Range-Grenzen bleiben entscheidend.


GOLD - LONG

Gold gewinnt auf Wochenbasis +8,34%.
Die letzte Woche im 30-Minuten-Chart:


Gold: Parabolische Bewegung Richtung 5.000 USD

Der Gold-Future an der CME legte in der vergangenen Woche außergewöhnlich stark zu und gewann 8,34 %. Der Markt bewegte sich dabei von All-Time-High zu All-Time-High und schloss die Woche bei 4.983,1 USD pro Unze – nur knapp unter der historisch wichtigen Marke von 5.000 USD. Der Aufwärtsimpuls setzte bereits zu Wochenbeginn ein und zog sich ohne nennenswerte Korrekturen durch alle Handelstage.

Bemerkenswert ist vor allem die Positionierung im Markt. Trotz der extrem starken Performance baut das Managed Money seine Long-Positionen nicht ab. Aktuell hält es weiterhin rund 244.770 Kontrakte netto long. Dieses Verhalten ist ein klares konstruktives Signal und spricht gegen kurzfristige Gewinnmitnahmen auf breiter Basis. Der Markt wird nicht aus Short-Covering heraus getrieben, sondern von anhaltender, echter Nachfrage.

Fundamental bleibt Gold klar unterstützt. Geopolitische Unsicherheiten, Zweifel an der Stabilität des US-Dollar-Systems und anhaltende fiskalische Risiken sorgen für kontinuierliche Kapitalzuflüsse in klassische Safe-Haven-Assets. Gleichzeitig verliert Bitcoin zunehmend an Glaubwürdigkeit als Krisenschutz, während Gold und auch Silber diese Rolle aktuell eindeutig ausfüllen.

Saisonal betrachtet besteht trotz der fortgeschrittenen Bewegung weiterhin Aufwärtspotenzial bis Mitte beziehungsweise Ende Februar. Zwar nimmt die Volatilität in dieser Phase erfahrungsgemäß zu, doch das ändert nichts an der übergeordneten Stärke des Trends. Rücksetzer werden bislang konsequent gekauft.

FAZIT

Gold bleibt klar im Aufwärtstrend. Die Kombination aus starker Preisstruktur, unverändert hoher Long-Positionierung des Managed Money und unterstützender Saisonalität spricht für weiter steigende Kurse. Die Marke von 5.000 USD ist keine Frage des Ob, sondern des Wann.

Henry Hub Natural Gas - SHORT

Der Henry Hub Natural Gas-Future gewinnt auf Wochenbasis +72,45 (!)%. 
Die letzte Woche im 30min Chart: 


Henry Hub Natural Gas: Historische Rally durch Arctic Blast und Short-Covering


Der Henry-Hub-Natural-Gas-Future (Februar) verzeichnete in der vergangenen Woche einen außergewöhnlichen Anstieg von 72,45 % und schloss bei 5,353 USD/mmBtu. Damit handelt es sich sehr wahrscheinlich um den größten Wochenanstieg in der Geschichte des US-Natural-Gas-Futures. Die Bewegung setzte dynamisch ein und beschleunigte sich im Wochenverlauf deutlich.

Auslöser dieser Rally war der erwartete Arctic Blast, der am Wochenende weite Teile der USA erfasst und die Heiznachfrage massiv steigen lässt. Besonders kritisch ist die Kälte in Texas, wo ein Großteil der US-Gasproduktion angesiedelt ist und die Infrastruktur weniger winterfest ist. Erste Freeze-offs wurden bereits gemeldet, was kurzfristig die Angebotsseite zusätzlich belastet hat.

Ein zentraler Treiber der extremen Dynamik war jedoch die Positionierung. Das Managed Money war vor der Bewegung historisch stark short positioniert, zuletzt mit rund 193.490 Kontrakten. Der plötzliche Wetterumschwung zwang viele Marktteilnehmer zur Eindeckung dieser Shorts, was die Rally zusätzlich verstärkt und beschleunigt hat. Der Anstieg ist damit weniger Ausdruck einer strukturellen Angebotsknappheit, sondern in hohem Maße ein positionsgetriebener Short-Squeeze.

Fundamental bleibt die Lage trotz der Rally differenziert. Die US-Speicherbestände liegen aktuell rund 6 % über dem Fünfjahresdurchschnitt und ebenfalls etwa 6 % über dem Vorjahresniveau. Wichtig ist jedoch: Diese Daten erfassen die Entnahmen nur bis zum 16. Januar und bilden die Auswirkungen des aktuellen Arctic Blast noch nicht ab. Die nächsten EIA-Berichte werden hier entscheidend sein.

Saisonal betrachtet ist Vorsicht angebracht. Historisch neigt der Henry-Hub-Future dazu, nach starken winterlichen Preisschüben bis Mitte oder Ende Februar wieder unter Druck zu geraten, sobald Wetterrisiken abnehmen und die Angebotsseite reagiert. Entsprechend ist ein Großteil der aktuellen Bewegung als außergewöhnlich, aber nicht zwingend nachhaltig einzuordnen.

FAZIT
Der Anstieg im Henry Hub war historisch und in seiner Geschwindigkeit außergewöhnlich, primär getrieben durch Wetterextreme und massives Short-Covering. Kurzfristig bleibt der Markt extrem volatil. Mittel- bis saisonal betrachtet ist Vorsicht geboten, da die strukturellen Lagerdaten bislang keine nachhaltige Angebotsknappheit signalisieren und Natural Gas traditionell zu scharfen Gegenbewegungen neigt.


KAFFEE - LONG

Der Kaffee-Future verliert auf Wochenbasis -1,00%. 
Die letzte Woche im 15min Chart: 


Arabica Coffee: Weiterer Druck – Erholung bleibt fragil


Der Arabica-Kaffee-Future an der ICE US zeigte in der vergangenen Woche erneut Schwäche. Auf Wochensicht verlor der Kontrakt rund 1,0 % und schloss bei 351,45 US-Cent pro Pfund. Im Wochenverlauf ging es zunächst weiter nach unten, mit einem Tief bei 341,80 US-Cent, bevor eine leichte technische Erholung einsetzte. Insgesamt bleibt die Preisentwicklung jedoch verhalten, eine klare Aufwärtsdynamik ist weiterhin nicht erkennbar.

Belastend wirkt nach wie vor die Positionierung. Das Managed Money hat seine Long-Positionen weiter reduziert und hält aktuell noch 29.736 Kontrakte netto long. Der fortgesetzte Abbau signalisiert nachlassende Überzeugung auf der Long-Seite und erklärt die fehlende Anschlussdynamik nach oben.

Hinzu kommt der Einfluss der Währung. Der aktuell starke brasilianische Real gegenüber dem US-Dollar wirkt grundsätzlich preisstützend für Kaffee, da er die Exportbereitschaft brasilianischer Produzenten dämpft. Dieser Effekt reicht derzeit jedoch nicht aus, um den saisonalen Gegenwind zu kompensieren. Historisch tendiert der Arabica-Future bis Ende Januar eher zur Schwäche, was sich auch in der aktuellen Marktphase widerspiegelt.

FAZIT
Der Arabica-Kaffee-Future bleibt kurzfristig unter Druck. Saisonale Faktoren und der weitere Abbau von Long-Positionen durch das Managed Money sprechen aktuell gegen eine schnelle Trendwende. Solange keine neue Nachfrage-Dynamik entsteht, bleibt Kaffee ein Markt ohne klaren Trigger – mit erhöhter Aufmerksamkeit für mögliche Stabilisierungssignale in den kommenden Wochen.



KUPFER - LONG

Der Kupfer-Future gewinnt auf Wochenbasis +1,52%. 
Die letzte Woche im 30min Chart: 


Kupfer bleibt zurück – aber genau das macht das Setup interessant


Der Kupfer-Future an der CME konnte in der vergangenen Woche um 1,52 % zulegen und schloss bei 593,70 US-Cent. Damit blieb Kupfer klar hinter der Performance anderer Metalle wie Gold, Silber oder Platin zurück und zeigt aktuell die schwächste Entwicklung innerhalb des Metallkomplexes. Auffällig ist dabei, dass diese Underperformance trotz grundsätzlich unterstützender Makrofaktoren auftritt.

Bereits zu Wochenbeginn wurden in China die BIP-Daten veröffentlicht. Die chinesische Wirtschaft wuchs 2025 auf Jahresbasis um 5 % und lag damit leicht über den Markterwartungen. Auch Industrieproduktion und weitere Aktivitätsindikatoren fielen stabil bis positiv aus. Von der Nachfrageseite geht derzeit also keine erkennbare Belastung für Kupfer aus. Entsprechend ist das Zurückbleiben des Preises weniger fundamental begründet, sondern vielmehr relativ zu anderen Metallen zu sehen.

Ein Blick auf die Positionierung bestätigt dieses Bild. Das Managed Money hat seine Long-Positionen zuletzt leicht reduziert, hält aber weiterhin 52.575 Kontrakte auf der Long-Seite. Angesichts der Tatsache, dass sich der Kupferpreis nicht weit unter seinem Allzeithoch bewegt, ist diese Positionierung als konstruktiv zu werten. Von einer überdehnten Long-Situation kann keine Rede sein.

Zusätzlich spricht die Saisonalität klar für Kupfer. Historisch betrachtet besteht bis Mitte beziehungsweise Ende April eine ausgeprägte Aufwärtsneigung. In Kombination mit der relativen Underperformance gegenüber dem restlichen Metallsektor ergibt sich damit ein interessantes Aufholpotenzial.

FAZIT

Kupfer hinkt aktuell hinterher, obwohl das fundamentale Umfeld stabil ist, die Positionierung weiterhin konstruktiv bleibt und die Saisonalität klar nach oben zeigt. Gerade diese relative Schwäche macht den Markt spannend – die Voraussetzungen für eine Aufholbewegung in den kommenden Wochen sind gegeben.


MAIS - LONG

Der Mais-Future gewinnt auf Wochenbasis +1,35%. 
Die letzte Woche im 15min Chart: 


Mais zeigt Stärke – Exportboom trifft auf Short-Positionierung

Der Mais-Future an der CBOT konnte in der vergangenen Woche um 1,35 % zulegen und schloss bei 430,75 US-Cent. Auffällig war dabei vor allem der starke Anstieg am Freitagnachmittag, der den Wochenverlauf deutlich drehte. Das ist insofern bemerkenswert, als der Markt zuvor noch unter dem Eindruck schwächer interpretierter USDA-Zahlen stand, die den Preis zunächst klar belastet hatten.

Der Wendepunkt kam mit den neuesten Exportdaten. Die USDA-Export-Sales meldeten mit 4,01 Mio. Tonnen den höchsten wöchentlichen Verkaufswert seit März 2021. Bereinigt um Sondereffekte handelt es sich sogar um das stärkste Exportvolumen seit den frühen 1990er-Jahren. Internationale Käufer nutzten das zuvor gedrückte Preisniveau konsequent, was dem Markt spürbaren Rückenwind verlieh. Diese Dynamik zeigt, dass die Nachfrage auf dem aktuellen Preisniveau sehr aufnahmefähig ist.

Interessant bleibt auch die Positionierung. Das Managed Money ist weiterhin klar auf der Short-Seite engagiert und hält aktuell 51.704 Kontrakte short. Trotz der jüngsten Erholung wurde diese Position bislang nicht nennenswert reduziert. Das spricht für ein potenzielles Überraschungsmoment, falls der Markt weiter nach oben tendiert und Short-Positionen unter Druck geraten.

Unterstützend wirkt zudem die Saisonalität. Historisch betrachtet besteht für den Mais-Future eine positive Tendenz bis in den späten Frühling hinein, häufig sogar bis in den Juni. In Kombination mit der starken Exportnachfrage ergibt sich damit ein solides Fundament für weiter steigende Preise.

FAZIT
Der Mais-Markt zeigt sich widerstandsfähig. Starke Exportzahlen, eine ausgeprägte Short-Positionierung und eine konstruktive Saisonalität sprechen dafür, dass das Aufwärtspotenzial noch nicht ausgeschöpft ist. Die Erholung zum Wochenschluss könnte sich als mehr als nur eine technische Gegenbewegung erweisen.


PALLADIUM  - LONG

Palladium gewinnt auf Wochenbasis +10,89%.
Die letzte Woche im 30-Minuten-Chart:


Palladium zündet – Long-Wende des Managed Money bestätigt den Move


Der Palladium-Future an der CME legte in der vergangenen Woche kräftig um 10,89 % zu und schloss bei 2.047 US-Dollar je Unze. Nach einer eher seitwärts verlaufenden Phase zu Wochenbeginn (Montag bis Mittwoch) setzte ab Donnerstag eine dynamische Aufwärtsbewegung ein. Das Wochentief wurde am Donnerstag bei 1.855 US-Dollar markiert, von wo aus der Markt nahezu ohne größere Rücksetzer nach oben durchzog. Der Charakter der Bewegung spricht klar für neu einsetzende Nachfrage und nicht nur für einen kurzfristigen Short-Squeeze.

Besonders wichtig ist die Entwicklung auf der Positionierungsseite. Das Managed Money hat inzwischen auf die Long-Seite gedreht und hält aktuell 888 Kontrakte netto long. Damit tritt genau das ein, was wir seit Wochen und Monaten thematisieren: Palladium verlässt die Phase struktureller Skepsis und beginnt, wieder Kapital anzuziehen. Diese Long-Wende ist ein klares Stimmungs- und Trendargument.

Auch das übergeordnete Umfeld bleibt unterstützend. Palladium erfüllt eine Doppelfunktion als Edel- und Industriemetall, insbesondere im Bereich der Abgaskatalysatoren. Die Abschwächung des Verbrenner-Aus-Narrativs und die zunehmende Neubewertung klassischer Antriebstechnologien wirken hier klar unterstützend. Angebotsseitig bleibt der Markt strukturell anfällig: Rund 80 % der globalen Produktion stammen aus Südafrika und Russland. Palladium gilt zudem als strategisch kritisches Metall, was das Risiko eines strukturellen Angebotsengpasses erhöht.

Saisonalität ist ein weiterer klarer Pluspunkt. Historisch zeigt der Palladium-Future eine ausgeprägte Stärkephase bis Mitte beziehungsweise Ende April – ein Muster, das aktuell perfekt mit der technischen und positionellen Lage zusammenfällt.

FAZIT

Der Palladium-Future sendet ein starkes Signal. Die Long-Wende des Managed Money, die dynamische Preisreaktion nach der Seitwärtsphase und die sehr günstige Saisonalität sprechen für weiteres Aufwärtspotenzial. In Kombination mit strukturellen Angebotsrisiken und der strategischen Bedeutung des Metalls bleibt das Setup klar konstruktiv.


PLATIN  - LONG

Platin gewinnt auf Wochenbasis +18,35%. 
Die letzte Woche im 30-Minuten-Chart: 


Platin auf neuem Allzeithoch – Momentum bleibt außergewöhnlich stark


Der Platin-Future an der CME hat in der vergangenen Woche ein neues Allzeithoch markiert. Das Wochenhoch lag bei 2.776,1 US-Dollar je Unze. Zum Wochenschluss notierte der Future bei 2.773,2 US-Dollar, was einem kräftigen Wochenplus von 18,35 % entspricht.

Die Dynamik der Bewegung ist bemerkenswert: Bis einschließlich Mittwoch verlief der Handel noch vergleichsweise ruhig. Am Donnerstag setzte dann eine explosive Aufwärtsbewegung ein, ausgehend von einem Niveau um 2.355,8 US-Dollar. Innerhalb weniger Handelstage wurde ein neues Rekordniveau erreicht – ein klares Zeichen für akute Nachfrage und Angebotsknappheit.

Ein Blick auf die Positionierungsdaten unterstreicht die Stärke des Marktes. Trotz des extremen Preisanstiegs baut das Managed Money seine Long-Positionen nur moderat ab. Aktuell hält es noch 15.124 Kontrakte netto long. Dass es trotz dieser Rally nicht zu einem aggressiven Long-Abbau kommt, ist als konstruktives Signal zu werten und spricht gegen eine kurzfristige Überhitzung.

Fundamental bleibt das Umfeld unterstützend. Platin profitiert sowohl von seiner Rolle als Edelmetall als auch von seiner industriellen Bedeutung, insbesondere im Automobilsektor und in chemischen Anwendungen. Angebotsseitig bleibt der Markt angespannt, da Südafrika als Hauptproduzent mit strukturellen Investitionsengpässen konfrontiert ist und das Recyclingniveau niedrig bleibt.

Auch die saisonale Komponente spricht weiterhin für den Markt. Historisch zeigt Platin eine ausgeprägte Stärkephase bis Mitte beziehungsweise Ende Mai – ein Zeitfenster, das aktuell exakt mit dem starken Momentum und der strukturellen Knappheit zusammenfällt.

FAZIT
Der Platin-Future befindet sich in einem außergewöhnlich starken Aufwärtstrend. Neues Allzeithoch, hohe Dynamik, stabile Long-Positionierung des Managed Money und eine sehr günstige Saisonalität bilden ein selten sauberes Gesamtbild. Trotz der bereits erzielten Gewinne bleibt das Setup konstruktiv, mit weiterem Potenzial in den kommenden Monaten.


SILBER - LONG

Silber gewinnt auf Wochenbasis +14,85%.
Die letzte Woche im 30-Minuten-Chart:


Silber-Future explodiert – neue Allzeithochs bei extremer Dynamik


Der Silber-Future an der CME hat in der vergangenen Woche eine außergewöhnliche Bewegung hingelegt und mit einem Wochenplus von 14,85 % überzeugt. Bereits zu Wochenbeginn startete der Markt mit einem klaren Gap-up. Bis einschließlich Mittwoch verlief der Handel eher seitwärts, bevor ab der Nacht auf Donnerstag eine massive Beschleunigung einsetzte. Vom Wochentief bei 90,15 US-Dollar je Unze zog Silber dynamisch an und schloss am Freitag bei 103,26 US-Dollar je Unze. Intraday wurde mit rund 103,53 US-Dollar ein neues Allzeithoch markiert, womit der Markt praktisch auf dem Hoch aus dem Handel ging.

Die Dimension dieser Bewegung ist historisch. Seit dem 2. Januar 2025 ist der Silberpreis um rund 253 % gestiegen. Seit der Pandemie im Jahr 2020 summiert sich der Anstieg sogar um etwa 787 %. Diese Zahlen unterstreichen, wie extrem die aktuelle Phase ist – sowohl preislich als auch psychologisch. Fundamental wird der Markt weiterhin von sehr starker physischer Nachfrage gestützt, insbesondere aus China, wo lokale Preise deutlich über den internationalen Notierungen handeln und auf regionale Knappheit hinweisen.

Ein Blick auf die COT-Daten zeigt jedoch eine zunehmende Vorsicht auf der spekulativen Seite. Das Managed Money hält aktuell nur noch 25.214 Kontrakte netto long. Zum Vergleich: Im Hochpunkt im Juni 2025 lag diese Positionierung noch bei 67.174 Kontrakten. Trotz neuer Allzeithochs ist das spekulative Engagement also deutlich zurückgegangen, was auf zunehmende Zurückhaltung und erste Gewinnmitnahmen hindeutet.

Saisonal bleibt das Bild kurzfristig noch konstruktiv. Silber hat statistisch betrachtet noch Spielraum für weitere Anstiege bis etwa Mitte Februar. Danach kippt die Saisonalität jedoch klar ins Negative, was das Risiko einer deutlicheren Korrektur erhöht – insbesondere nach einer derart steilen Aufwärtsbewegung.

FAZIT

Silber befindet sich in einer extremen Übertreibungsphase mit historischer Dynamik und neuen Allzeithochs. Kurzfristig ist weiteres Aufwärtspotenzial saisonal noch möglich, gleichzeitig mahnen die stark gefallene Managed-Money-Positionierung und das Risiko von Nachfrage­dämpfung bei sehr hohen Preisen zur Vorsicht. Die Wahrscheinlichkeit für erhöhte Volatilität und eine spürbare Korrektur nimmt in den kommenden Wochen deutlich zu.


Sojabohnen - LONG

Der Sojabohnen-Future gewinnt auf Wochenbasis +1,09%.
Die letzte Woche im 30-Minuten-Chart:


Sojabohnen zeigen relative Stärke trotz globaler Angebotslage


Der Sojabohnen-Future an der CBOT konnte in der vergangenen Woche um +1,09 % zulegen und schloss bei 1.076,5 US-Cent. Die Bewegung verlief insgesamt ruhig und konstruktiv, mit einem stetigen Anstieg über die Woche hinweg. Unterstützung kam zuletzt von wetterbedingten Unsicherheiten in den USA und Südamerika sowie von einer verbesserten Wettbewerbsposition der US-Exporte, nachdem der brasilianische Real gegenüber dem US-Dollar spürbar aufgewertet hat. Dadurch werden brasilianische Sojabohnen für internationale Käufer teurer, was die Nachfrage nach US-Ware stützt.

Fundamental bleibt das Umfeld allerdings gemischt. Zwar sorgen Kälteperioden in den USA und verzögerte Ernten in Teilen Argentiniens für kurzfristige Unsicherheit, gleichzeitig steht Brasilien vor einer sehr großen Ernte, die das globale Angebot in den kommenden Monaten erhöhen dürfte. Die jüngsten USDA-Exportdaten zeigen solide, aber nicht außergewöhnliche Buchungen, was gut zur aktuell eher stabilen als dynamischen Preisentwicklung passt.

Ein Blick auf die COT-Daten zeigt, dass das Managed Money seine Long-Positionen zuletzt weiter leicht reduziert hat. Aktuell hält es noch 58.129 Kontrakte netto long. Das wirkt weniger wie aktiver Verkaufsdruck, sondern eher wie eine Phase der Konsolidierung nach den vorangegangenen Abgaben. Positionierungsseitig scheint sich damit ein Boden zu bilden, ohne dass bereits neue aggressive Long-Engagements aufgebaut werden.

Saisonal ist das Bild klar unterstützend. Historisch haben Sojabohnen ab dem Winter gute Chancen auf steigende Preise, mit einem positiven saisonalen Fenster, das sich häufig bis in den späten Frühling und in den Juni hinein erstreckt. Dieses Muster spricht dafür, dass Rücksetzer weiterhin gekauft werden könnten, solange keine massiven Angebotsüberraschungen auftreten.

FAZIT
Der Sojabohnen-Future präsentiert sich stabil und konstruktiv. Trotz hoher globaler Produktion bleibt das Marktumfeld unterstützend, insbesondere durch Saisonalität und die verbesserte Wettbewerbsposition der US-Exporte. Die nachlassende, aber weiterhin positive Managed-Money-Positionierung deutet eher auf Konsolidierung als auf Schwäche hin. Insgesamt bleibt der übergeordnete Ausblick moderat positiv mit Chancen auf weiter steigende Kurse bis in das Frühjahr hinein.

TTF NATURAL GAS - LONG

TTF Natural Gas gewinnt auf Wochenbasis +6,72%. 
Die letzte Woche im 10min Chart: 

TTF-Gas zieht weiter an – Speicherstände werden zum Preistreiber


Der TTF Natural Gas Future setzte seine Aufwärtsbewegung auch in der vergangenen Woche fort und legte um +6,72 % zu. Er schloss die Woche bei rund 40,0 Euro/MWh. Besonders bemerkenswert ist, dass dieser Anstieg auf eine bereits starke Vorwoche folgte, was die anhaltende Knappheitswahrnehmung im europäischen Gasmarkt unterstreicht. Der Preisanstieg wurde vor allem durch die weiter deutlich sinkenden Speicherstände ausgelöst, die infolge der anhaltenden Kälte in Europa stark unter Druck geraten sind.

Die Gasspeicher in der Europäischen Union sind mittlerweile auf rund 46,89 % gefallen. In Deutschland liegt der Füllstand sogar nur noch bei etwa 38,87 %. Damit bewegen sich die Reserven klar unter den Vorjahresniveaus und signalisieren eine deutlich angespanntere Versorgungslage für den weiteren Winterverlauf. Zusätzlich kommt hinzu, dass hohe Entnahmen in Europa mit verstärkter Konkurrenz um LNG-Lieferungen zusammenfallen. US-Gasflüsse wurden zuletzt stärker für den heimischen Markt gebunden, während auch Asien wetterbedingt mehr LNG nachfragt. Diese Kombination verschärft den Wettbewerb um verfügbare Mengen.

Fundamental bleibt der Markt damit klar angebotsgetrieben. Die hohe Entnahmerate, gekoppelt mit begrenzten LNG-Zuflüssen, erhöht die Sensibilität des TTF-Futures gegenüber weiteren Kältephasen oder unerwarteten Störungen. Das erklärt, warum Rücksetzer aktuell nur begrenzt auftreten und schnell wieder gekauft werden.

FAZIT

Der Anstieg im TTF Natural Gas Future wird klar durch die kritischen Speicherstände in Deutschland und der EU getragen. Solange sich an der Wetterlage und der angespannten Versorgungssituation nichts Grundlegendes ändert, bleibt Gas in Europa strukturell unterstützt und anfällig für weitere Preisschübe nach oben.


WTI CRUDE OIL - LONG

WTI Crude Oil gewinnt auf Wochenbasis +3,50%.

Die letzte Woche im 30min Chart:



WTI startet technische Erholung – erste Trendwende bei Positionierung


Der WTI Crude Oil Future an der NYMEX konnte in der vergangenen Woche um +3,5 % zulegen und schloss bei 61,28 USD pro Barrel. Der entscheidende Impuls kam ab Donnerstagabend: Vom Wochentief bei 58,96 USD setzte eine dynamische Aufwärtsbewegung ein, die sich bis zum Freitagsschluss nahezu ohne größere Rücksetzer fortsetzte. Der Markt beendete die Woche damit nahe am Wochenhoch – ein klares Zeichen kurzfristiger Stärke.

Unterstützend wirkten mehrere Faktoren gleichzeitig. Zum einen sorgte die deutliche Schwäche des US-Dollars für Rückenwind bei Rohstoffen. Zum anderen nahm die geopolitische Risikoprämie spürbar zu: Die Aussicht auf eine Fortsetzung des Russland-Ukraine-Kriegs, neue Spannungen rund um Iran sowie Drohungen mit militärischen Maßnahmen erhöhten die Unsicherheit auf der Angebotsseite. Hinzu kamen temporäre Produktionsausfälle in Kasachstan sowie die weiterhin eingeschränkten russischen Exporte durch Sanktionen und Drohnenangriffe.

Besonders interessant ist die Entwicklung bei den COT-Daten. Das Managed Money hat erstmals seit längerer Zeit begonnen, wieder Long-Positionen aufzubauen und hält aktuell 78.792 Kontrakte long. Historisch betrachtet ist diese Positionierung weiterhin niedrig, was darauf hindeutet, dass der Markt noch weit von einer überfüllten Long-Seite entfernt ist. Genau das verleiht der aktuellen Bewegung zusätzlichen Spielraum.

Auch saisonal spricht vieles für Unterstützung. Der WTI Crude Oil Future tendiert in dieser Phase des Jahres statistisch nach oben, was die laufende Erholung untermauert.

FAZIT

WTI hat in der vergangenen Woche eine saubere technische Erholung gezeigt, getragen von Dollar-Schwäche, geopolitischer Risikoprämie und einer beginnenden Trendwende bei der Positionierung. Die Long-Seite ist noch nicht überlaufen, und die Saisonalität spricht ebenfalls für steigende Preise. Das Umfeld bleibt damit konstruktiv für weitere Aufwärtsbewegungen.



ZUCKER - LONG

Zucker verliert auf Wochenbasis -1,54%.

Die letzte Woche im 10min Chart:



Zucker bleibt unter Druck – 15-Cent-Marke weiter unüberwindbar


Der Zuckerfuture an der New York ICE hat in der vergangenen Woche um −1,54 % nachgegeben und bei 14,73 US-Cent geschlossen. Auffällig bleibt die klare Schwäche oberhalb der 15-Cent-Marke: Jeder Versuch, dieses Niveau nachhaltig zu überwinden, scheitert bislang. Das Marktumfeld bleibt geprägt von einem deutlichen Überangebot, insbesondere durch hohe Produktionszahlen aus Brasilien und Indien sowie steigende Exporterwartungen.

Auch die Positionierung spricht derzeit nicht für eine schnelle Erholung. Das Managed Money hält weiterhin eine sehr hohe Netto-Short-Position von −178.348 Kontrakten. Diese massive Short-Last wirkt belastend und zeigt, dass spekulative Marktteilnehmer aktuell kaum Vertrauen in eine nachhaltige Trendwende haben. Fundamentale Argumente wie steigende globale Lagerbestände und wachsende Produktionsüberschüsse dominieren klar das Bild.

Saisonal betrachtet gäbe es zwar grundsätzlich Rückenwind. Historisch tendiert Zucker bis Ende Januar zu einer leichten Erholung, mit einem weiteren möglichen saisonalen Schub bis Mitte Februar. In der aktuellen Marktphase gelingt es dem Zuckerfuture jedoch nicht, dieser Saisonalität zu folgen, was die strukturelle Schwäche zusätzlich unterstreicht.

FAZIT

Der Zuckerfuture bleibt klar angeschlagen. Hohe globale Produktionsmengen, ein ausgeprägter Angebotsüberhang und eine massive Short-Positionierung beim Managed Money verhindern bislang jede nachhaltige Erholung. Obwohl die Saisonalität kurzfristig Unterstützung liefern könnte, bleibt das Marktverhalten träge und anfällig. Solange die 15-Cent-Marke nicht überzeugend zurückerobert wird, bleibt Zucker ein schwieriger Markt.



Mitarbeiter