Zinsen, Öl und Enttäuschung nach dem Trump-Xi-Treffen

17.05.26 12:04 PM - Von Mitarbeiter


Liebe Leserinnen und Leser,

 

die vergangene Woche war erneut von großen makroökonomischen Verschiebungen geprägt. Im Mittelpunkt standen das Treffen zwischen Donald Trump und Xi Jinping, die Krise im Nahen Osten, deutlich höhere Inflationsdaten aus den USA und ein massiver Anstieg der Anleiherenditen weltweit.

Das Treffen zwischen Xi Jinping und Donald Trump verlief aus Marktsicht eher unspektakulär. Im Vorfeld hatten viele Marktteilnehmer auf konkrete Ergebnisse gehofft – vor allem mit Blick auf Agrarrohstoffe, mögliche chinesische Käufe aus den USA und eine gemeinsame Linie im Umgang mit Iran. Im Nachgang blieben die offiziellen Ankündigungen jedoch dünn. Donald Trump stellte zwar einzelne Punkte positiv heraus, aber von chinesischer Seite wurden viele dieser Aussagen nicht in gleicher Klarheit bestätigt.

Gerade für die Agrarrohstoffe war das enttäuschend. Der Markt hatte zumindest auf konkrete Commitments gehofft, dass China wieder verstärkt US-Agrarprodukte kaufen wird. Stattdessen gab es eher lauwarme Aussagen und keine belastbaren Details zu Volumen, Zeitplan oder Produktgruppen. Genau das führte bei Mais, Weizen und Sojabohnen zu Gewinnmitnahmen, nachdem diese Märkte zur Wochenmitte noch deutlich stärker ausgesehen hatten.

Auch beim Thema Iran blieb das Treffen ohne echte Klarheit. Zwar wurde von amerikanischer Seite der Eindruck vermittelt, man stehe in wichtigen Fragen möglicherweise näher beieinander, aber auch hier fehlte eine eindeutige Bestätigung aus China. Damit bleibt die Krise im Nahen Osten ungelöst.

Auffällig war, dass es in der Region in der vergangenen Woche nach außen hin verdächtig ruhig blieb. Diese Ruhe sollte jedoch nicht mit Entspannung verwechselt werden. Der Ölpreis ist wieder deutlich gestiegen, und der Markt scheint zunehmend mit einer erneuten Eskalation zu rechnen. Immer wieder kursieren Spekulationen, dass die USA mit Unterstützung Israels erneut militärisch gegen Iran vorgehen könnten. Ob das tatsächlich passiert, ist offen. Aber allein die Möglichkeit reicht aus, um die Risikoprämie im Ölmarkt hochzuhalten.

Parallel dazu wurden in den USA die Inflationsdaten und die Erzeugerpreise veröffentlicht. Beide fielen höher aus als vom Markt erwartet. Besonders wichtig ist dabei: Der neue Inflationsdruck ist klar mit den Folgen der Nahost-Krise verbunden. Höhere Energiepreise wirken direkt auf Benzin, Diesel, Kerosin und Transportkosten. In einer zweiten Welle können dann auch Nahrungsmittelpreise und andere Vorprodukte folgen.

Genau diese Sorge hat die Anleihemärkte getroffen. Weltweit sind die Renditen deutlich gestiegen. Die Märkte preisen inzwischen nicht mehr Zinssenkungen ein, sondern zunehmend wieder mögliche Zinserhöhungen. Das ist eine massive Veränderung gegenüber dem Bild der vergangenen Wochen. Der deutsche Bund-Future fiel auf das niedrigste Niveau seit 2011 – ein klares Zeichen dafür, wie stark die Neubewertung am Zinsmarkt inzwischen geworden ist.

Für Metalle war dieses Umfeld besonders schwierig. Gold, Silber, Platin und Palladium gerieten am Donnerstag und Freitag massiv unter Druck. Auch Kupfer konnte seine zwischenzeitlich starken Gewinne nicht halten, obwohl der Markt zur Wochenmitte noch ein neues Allzeithoch markierte. Steigende Renditen und ein festerer US-Dollar sind Gift für Edelmetalle, weil sie die Opportunitätskosten erhöhen und nicht verzinsliche Anlagen weniger attraktiv machen.

Hinzu kommt ein weiteres Thema, das für die kommenden Wochen und Monate sehr wichtig werden könnte: Super-El-Niño. In der Presse wird immer häufiger darüber gesprochen, dass ein besonders starkes El-Niño-Ereignis bevorstehen könnte. Sollte sich dieses Szenario bestätigen, wären erhebliche Wetterverwerfungen in einzelnen Regionen möglich. Für Agrarrohstoffe und Soft Commodities wäre das ein potenziell wichtiger Treiber, weil Wetterextreme die Angebotsseite schnell belasten können.

Die kommende Woche dürfte deshalb sehr spannend werden. Besonders wichtig wird der Mittwoch mit den FOMC Minutes. Der Markt wird sehr genau darauf achten, ob die Fed die jüngsten Inflationsdaten, die Energiepreise und die verschobenen Zinserwartungen bereits stärker berücksichtigt. Zusätzlich stehen die Zahlen von Nvidia im Fokus, da der Technologiesektor zuletzt sehr stark gelaufen ist und besonders empfindlich auf höhere Zinsen reagiert.



Unsere Positionen im Überblick

• AUD/USD | -1,28 % | Long
Der Austral-Dollar geriet durch die starke Dollar-Rally und steigende US-Renditen deutlich unter Druck. Trotz des Rücksetzers bleibt die Jahresperformance positiv, und die COT-Daten zeigen weiterhin eine klare Managed-Money-Long-Positionierung. Kurzfristig ist das Risiko jedoch gestiegen.


• Baumwolle | -4,83 % | Long
Baumwolle drehte nach einem Anstieg bis 88,88 US-Cent scharf nach unten und schloss nahezu am Wochentief. Der starke US-Dollar, schwächere Exportdaten und fehlende konkrete Agrarzusagen nach dem Trump-Xi-Treffen belasteten. Die COT-Daten bleiben bullish, saisonal nimmt der Gegenwind jedoch zu.


• Bund-Future | -1,42 % | Short
Der Bund-Future fiel unter 124 Punkte und erreichte das niedrigste Niveau seit 2011. Für unsere Short-Position ist das positiv. Weltweit steigende Renditen, höhere Inflationserwartungen und zunehmende Risikoprämien sprechen weiter für Druck auf Anleihekurse.


• Coinbase Global | -2,94 % | Long
Coinbase konnte die Rally nach den positiven Nachrichten zum Clarity Act nicht halten. Der Rückfall von 222,32 auf 195,42 US-Dollar zeigt, wie stark Gewinnmitnahmen, schwächerer Bitcoin und vorsichtigere Einschätzungen der regulatorischen Fortschritte belasten.


• CO₂-Zertifikate | +0,79 % | Long
CO₂-Zertifikate blieben stabil und schlossen bei 75,77 Euro. Trotz fehlender starker Energieunterstützung hält sich der Markt im Mid-70s-Bereich. Strukturelle Knappheit, ETS-Reformen und die politische Ausweitung des Emissionshandels bleiben unterstützend.


• EUR/USD | -1,36 % | Long
Der Euro geriet durch steigende US-Renditen und neue Fed-Zinserhöhungsfantasie deutlich unter Druck. EUR/USD schloss nahe dem Wochentief und liegt nun auch auf Jahressicht leicht im Minus. Die COT-Daten sind nur moderat konstruktiv.


• Gold | -3,80 % | Long
Gold wurde von steigenden Renditen, festerem US-Dollar und der Neubewertung der Fed-Erwartungen belastet. Die COT-Daten bleiben mit über 171.000 Managed-Money-Long-Kontrakten konstruktiv, saisonal bleibt der Markt bis in den Sommer hinein jedoch anfällig.


• Henry Hub Erdgas | +7,67 % | Long
Henry Hub zeigte eine starke Woche und schloss fast am Wochenhoch. Wärmere Wetterprognosen, ein etwas geringerer Lageraufbau und die bevorstehende Hurrikan-Saison stützen. Die hohe Managed-Money-Short-Position bleibt zusätzliches Short-Squeeze-Potenzial.


• Kaffee | -3,06 % | Long
Arabica-Kaffee fiel auf den tiefsten Stand seit August 2025 und bleibt klar angeschlagen. Seit dem Hoch im Oktober 2025 beträgt der Rückgang rund 39 %. Die COT-Daten zeigen noch keine starke antizyklische Akkumulation, saisonal bleibt das Bild bis Juli belastend.


• Kakao | -4,95 % | Long
Kakao gab nach dem starken Vorwochensprung wieder nach, konnte aber über 4.000 US-Dollar schließen. Höhere Liefererwartungen aus der Elfenbeinküste belasteten kurzfristig. Wetterrisiken, Düngemittelknappheit und schwächere Fruchtansätze halten das fundamentale Risiko jedoch im Markt.


• Kupfer | +0,12 % | Long
Kupfer markierte unter der Woche ein neues Allzeithoch bei 671,60 US-Dollar, konnte die Gewinne aber nicht halten. Der Rücksetzer wirkt bislang eher wie Konsolidierung. COT-Daten, Saisonalität und strukturelle Nachfrage aus Stromnetzen, AI-Infrastruktur und Elektrifizierung bleiben konstruktiv.


• Mais | -3,34 % | Long
Mais enttäuschte nach einem zunächst konstruktiven Setup. Fehlende konkrete China-Agrarzusagen nach dem Trump-Xi-Treffen und Gewinnmitnahmen belasteten. Die hohe Managed-Money-Long-Position und die positive Saisonalität bis Mitte/Ende Juni halten die übergeordnete Struktur aber intakt.


• Platin | -4,04 % | Long
Platin brach unter die wichtige Marke von 2.000 US-Dollar und schloss fast am Wochentief. Steigende Renditen, ein fester Dollar und mögliche Konjunkturrisiken belasten doppelt: als Edelmetall und als Industriemetall. Die COT-Daten bleiben noch konstruktiv, saisonal steigt jedoch der Gegenwind.


• Sojabohnen | -2,40 % | Long
Sojabohnen konnten den Anstieg bis 1.231 US-Cent nicht halten und schlossen nahe dem Wochentief. Die Enttäuschung über fehlende konkrete China-Käufe belastete den gesamten Agrarkomplex. COT-Daten und Saisonalität bleiben aber weiterhin unterstützend.


• Weizen | +2,54 % | Long
Weizen profitierte zunächst stark vom USDA-Schock und lief am Mittwoch sogar Limit Up. Die Gewinne wurden anschließend teilweise wieder abgegeben. Die niedrigste Managed-Money-Short-Position seit Oktober 2024 ist konstruktiv, saisonal bleibt das Bild jedoch anspruchsvoll.


• WTI Crude Oil | +6,84 % | Long
WTI legte deutlich zu und schloss über 100 US-Dollar. Die Lage rund um Nahost und Hormus bleibt der zentrale Treiber. Die reduzierte Managed-Money-Long-Position spricht dafür, dass der Markt noch nicht überhitzt ist. Saisonal bleibt das Bild konstruktiv.


• Zucker | +0,75 % | Long
Zucker hielt sich trotz schwachem Gesamtmarkt leicht im Plus. Der schwächere brasilianische Real belastet kurzfristig, während Indien-Exportbeschränkungen, mögliche Defizite und hohe Energiepreise unterstützend wirken. Der deutliche Short-Abbau bei Managed Money ist konstruktiv, saisonal bleibt bis Mitte Juni aber Gegenwind.


FAZIT

Die vergangene Woche war kein normaler Rücksetzer, sondern eine deutliche Neubewertung des Marktumfelds. Das Trump-Xi-Treffen brachte weniger konkrete Ergebnisse als erhofft, die Agrarrohstoffe reagierten enttäuscht, die Nahost-Krise bleibt ungelöst, und die US-Inflationsdaten haben die Zinserwartungen massiv verschoben. Der Markt handelt nicht mehr Zinssenkungen, sondern beginnt wieder, Zinserhöhungen einzupreisen. Genau deshalb sind Anleiherenditen weltweit gestiegen und Metalle sowie Risikoassets unter Druck geraten. Gleichzeitig bleiben Öl, Agrarrohstoffe und Soft Commodities durch Nahost, Düngemittelrisiken und Super-El-Niño hochrelevant. Die kommende Woche kann entscheidend werden – vor allem mit Blick auf FOMC Minutes, Nvidia und die Frage, ob die Krise im Nahen Osten erneut eskaliert.

Good Luck in Trading,
Ihr
Carsten S. Stork

Performance DCX 

aktueller Indexstand: 162,91
Wochenperformance: +1,19%
Seit Jahresanfang 2026: +17,86%
Seit Auflegung (10. Dezember 2024): +63,07%
Performance 5 Jahre: +63,07%


DCX POSITIONEN

AUD/USD - LONG

Der Austral-Dollar verliert auf Wochenbasis -1,28%.
Performance 5 Jahre: -7,31%
Die letzte Woche im 30-Minuten-Chart:


Austral-Dollar kippt nach starkem Lauf – Dollar-Rally trifft Rohstoffwährungen

Der Austral-Dollar gegenüber dem US-Dollar ist in der vergangenen Woche deutlich unter Druck geraten. Besonders am Mittwoch und Donnerstag kam es zu einem kräftigen Rücksetzer. Auf Wochensicht verlor AUD/USD rund 1,28 % und schloss bei 0,7154. Bemerkenswert ist dabei die Dynamik der Bewegung: Noch zur Wochenmitte konnte der Austral-Dollar bis auf 0,72715 ansteigen, bevor der Markt scharf drehte und die Gewinne vollständig wieder abgab. Für eine Währung ist das ein ausgesprochen starker Move.

Der Hauptgrund lag weniger in Australien selbst, sondern in der deutlichen Neubewertung des US-Dollars. Der Greenback profitierte von steigenden US-Renditen, robusten Konjunkturdaten und vor allem von der zunehmenden Erwartung, dass die Fed aufgrund des neuen Inflationsdrucks möglicherweise wieder über Zinserhöhungen sprechen muss. Höhere Energiepreise, starke CPI- und PPI-Daten sowie die anhaltende Unsicherheit rund um den Iran-Konflikt haben die Zinssenkungsfantasie nahezu vollständig verdrängt. In einem solchen Umfeld geraten Risiko- und Rohstoffwährungen wie der Austral-Dollar kurzfristig unter Druck.


Trotzdem sollte man die Bewegung einordnen. Auf Jahressicht liegt AUD/USD immer noch rund 6,75 % vorne. Die übergeordnete Stärke ist also nicht gebrochen, aber der Rücksetzer zeigt klar, dass das Risiko kurzfristig deutlich zugenommen hat. Der Markt hat von Carry- und Rohstofffantasie wieder auf US-Zinsvorteil und Dollarstärke umgeschaltet.


Interessant sind die COT-Daten. Das Managed Money hält weiterhin knapp 85.000 Kontrakte long und hat die Position gegenüber der Vorwoche sogar noch einmal ausgebaut. In den aktuellen Daten ist also noch kein erkennbarer Abbau der Long-Positionierung sichtbar. Das kann sich jedoch mit den nächsten Daten ändern, weil der starke Rücksetzer dieser Woche darin möglicherweise noch nicht vollständig reflektiert ist.


FAZIT
Der Austral-Dollar bleibt auf Jahressicht stark, hat aber in der vergangenen Woche einen deutlichen Warnschuss erhalten. Der Rückgang von 0,72715 auf 0,7154 zeigt, wie schnell sich das Umfeld drehen kann, wenn US-Renditen steigen und der Dollar wieder Momentum bekommt. Die Positionierung bleibt laut COT-Daten noch klar long, was grundsätzlich unterstützend ist, aber auch anfällig macht, falls erste Long-Positionen aufgelöst werden. Ich beobachte die Entwicklung eng, halte die übergeordnete Struktur aber vorerst für intakt.



BAUMWOLLE - LONG

Baumwolle verliert auf Wochenbasis -4,83%.
Performance 5 Jahre: -8,81%
Die letzte Woche im 15-Minuten-Chart:


Baumwolle dreht scharf nach unten – starker Jahreslauf trifft auf saisonalen Gegenwind

Der Baumwolle-Future ist in der vergangenen Woche deutlich unter Druck geraten. Auf Wochensicht verlor Baumwolle 4,83 % und schloss bei 80,61 US-Cent. Besonders auffällig war dabei die starke Umkehr innerhalb der Woche. Zur Wochenmitte konnte der Future noch bis auf 88,88 US-Cent ansteigen, gab diese Gewinne anschließend aber vollständig wieder ab und schloss nahezu am Wochentief. Das ist kurzfristig ein klares Warnsignal.


Belastet wurde der Markt vor allem durch den starken US-Dollar, schwächere Exportdaten und die Enttäuschung nach dem Treffen zwischen Donald Trump und Xi Jinping. Zwar sprach Trump davon, dass US-Farmer mit den Handelsvereinbarungen mit China sehr zufrieden sein würden, konkrete Details blieben jedoch aus. Genau diese fehlende Klarheit hat der Markt negativ aufgenommen. Zusätzlich lagen die US-Exportverkäufe unter dem normalen Verkaufstempo, während die WASDE-Daten höhere globale Bestände zeigten.

Trotzdem bleibt das größere Bild nicht eindeutig bärisch. Auf Jahressicht liegt Baumwolle weiterhin rund 17,4 % im Plus. Das zeigt, dass der Markt trotz des starken Wochenrücksetzers strukturell noch immer deutlich besser dasteht als zu Jahresbeginn.

Auch die COT-Daten bleiben grundsätzlich konstruktiv. Das Managed Money hält eine sehr große Long-Position von 102.389 Kontrakten. Das bestätigt einerseits das bullische Interesse institutioneller Marktteilnehmer. Andererseits macht eine so hohe Long-Position den Markt auch anfällig, wenn Enttäuschungen, Dollarstärke oder schwächere Nachfrage zu Gewinnmitnahmen führen.

Saisonal wird das Bild nun schwieriger. Baumwolle hat in den Sommer hinein häufig die Tendenz, weiter unter Druck zu geraten. Genau deshalb müssen wir die aktuelle Schwäche ernst nehmen.

FAZIT

Baumwolle bleibt auf Jahressicht stark, hat aber kurzfristig einen deutlichen Rückschlag erlitten. Der Wochenverlust von 4,83 %, der Schluss nahe dem Wochentief und der saisonale Gegenwind sprechen für erhöhte Vorsicht. Die COT-Daten bleiben bullisch, aber die hohe Long-Positionierung kann bei weiterer Schwäche auch zum Risiko werden.



BUND FUTURE - SHORT

Der Bund Future verliert auf Wochenbasis -1,42%.
Performance 5 Jahre: -27,48%
Die letzte Woche im 30-Minuten-Chart:


Bund-Future bricht auf tiefstes Niveau seit 2011 – Renditeschock trifft Europas Anleihemärkte

Der deutsche Bund-Future ist in der vergangenen Woche deutlich unter Druck geraten. Auf Wochensicht verlor der Future 1,42 % und schloss bei 123,93 Punkten. Besonders auffällig ist dabei der Schlusskurs unter der wichtigen Marke von 124 Punkten und nahe dem Wochentief. Für einen Bond-Future ist das eine ausgesprochen starke Bewegung.


Diese Schwäche steht jedoch nicht isoliert. Weltweit geraten Anleihemärkte unter Druck, weil die Renditen deutlich steigen. Der Grund liegt in der veränderten Inflationswahrnehmung. Höhere Energiepreise, steigende Nahrungsmittelpreise und geopolitische Risiken führen dazu, dass Investoren wieder stärker mit anhaltendem oder erneut steigendem Inflationsdruck rechnen. Wenn Inflationserwartungen steigen, verlangen Anleger höhere Renditen für Staatsanleihen. Die Folge ist klar: Anleihekurse fallen, Renditen steigen.

Für Deutschland ist diese Entwicklung besonders relevant. Der Bund-Future gilt traditionell als sehr liquider und vergleichsweise stabiler europäischer Anleihemarkt. Dass dieser Future nun auf das niedrigste Niveau seit 2011 gefallen ist, zeigt, wie stark die Neubewertung am Zinsmarkt inzwischen geworden ist. Der Markt beginnt einzupreisen, dass auch Deutschland sich in einem Umfeld höherer globaler Renditen, steigender Staatsschulden und zunehmender geopolitischer Risiken nicht vollständig entziehen kann.

Aus meiner Sicht bleibt der Druck auf den Bund-Future bestehen. Solange die Inflationserwartungen steigen und die Kapitalmärkte höhere Risikoprämien verlangen, spricht die Struktur eher für weiter fallende Kurse. Genau deshalb bleibe ich für den Bund-Future negativ eingestellt.

FAZIT
Der Bund-Future hat mit einem Wochenverlust von 1,42 % und einem Schlusskurs bei 123,93 Punkten ein klares Schwächesignal geliefert. Der Bruch unter 124 Punkte und das tiefste Niveau seit 2011 zeigen, dass der Renditeanstieg kein lokales Phänomen mehr ist, sondern Teil einer globalen Neubewertung der Anleihemärkte. Ich gehe weiterhin davon aus, dass der Bund-Future weiter unter Druck bleiben kann.



COINBASE GLOBAL, Inc. – LONG

COINBASE GLOBAL, Inc. 
verliert auf Wochenbasis -2,94%.
Performance 5 Jahre: -35,71%
Die letzte Woche im Chart:

Coinbase scheitert nach Rally – Gewinnmitnahmen treffen Krypto-Aktien

Die Aktie von Coinbase ist in der vergangenen Woche unter Druck geraten. Auf Wochensicht verlor der Titel 2,94 % und schloss bei 195,42 US-Dollar. Besonders auffällig war dabei die starke Umkehr zum Wochenschluss. Noch am Donnerstag konnte Coinbase im Zuge der positiven Nachrichten rund um den Clarity Act bis auf 222,32 US-Dollar ansteigen. Diese Gewinne wurden jedoch nicht gehalten. Am Freitag kam es dann zu einem deutlichen Sell-off.


Der kurzfristige Auslöser war eine Mischung aus Gewinnmitnahmen, schwächerem Bitcoin und einer realistischeren Einschätzung der regulatorischen Fortschritte. Der Clarity Act wurde zwar im Senate Banking Committee vorangebracht und könnte langfristig ein wichtiger Schritt für klarere Regeln im US-Kryptomarkt sein. Der Markt hatte diese Entwicklung aber offenbar bereits teilweise eingepreist. Zudem ist der Gesetzgebungsprozess noch nicht abgeschlossen, und es bleiben politische Hürden.

Belastend wirkten zusätzlich die jüngsten Geschäftszahlen. Coinbase meldete für das erste Quartal einen Nettoverlust von rund 394 Millionen US-Dollar. Der Umsatz lag bei etwa 1,41 Milliarden US-Dollar, während die Margen deutlich von 22,1 % auf 12,7 % zurückgingen. Gleichzeitig fielen die Marktkapitalisierung des Kryptomarktes und die Handelsvolumina im Quartalsvergleich um mehr als 20 %. Das zeigt, wie stark Coinbase weiterhin von Bitcoin, Handelsaktivität und allgemeiner Marktstimmung abhängig ist.

Damit bleibt die Aktie hochsensibel gegenüber Makro, Krypto-Sentiment und regulatorischen Nachrichten. Die Fortschritte beim Clarity Act sind langfristig positiv, kurzfristig reichten sie aber nicht aus, um den Verkaufsdruck zu stoppen.

FAZIT
Coinbase bleibt eine spannende, aber volatile Krypto-Aktie. Der Rückgang von 222,32 US-Dollar auf 195,42 US-Dollar zeigt, wie schnell positive Nachrichten wieder abverkauft werden können. Solange Bitcoin schwächelt, geopolitische Risiken belasten und die Handelsvolumina zurückgehen, bleibt die Aktie anfällig. Der Clarity Act ist ein möglicher langfristiger Katalysator, kurzfristig dominiert aber klar die Vorsicht.


CO₂-ZERTIFIKATE– LONG

CO₂-Zertifikate gewinnen auf Wochenbasis +0,79%.
Performance 5 Jahre: +78,44%
Die letzte Woche im Chart:

CO2-Zertifikate bleiben stabil – strukturelle Knappheit stützt den Markt

Die europäischen CO2-Zertifikate konnten in der vergangenen Woche leicht zulegen. Auf Wochensicht stiegen die EUAs um 0,79 % und schlossen bei 75,77 Euro je Tonne. Zu Wochenbeginn sah das Bild sogar noch etwas stärker aus: Der Markt konnte zeitweise über 77 Euro ansteigen, gab diese Gewinne im weiteren Verlauf jedoch wieder teilweise ab. Trotzdem bleibt die Bewegung konstruktiv, weil sich die Zertifikate weiterhin stabil im Bereich der mittleren 70er-Zone halten.


Auffällig ist dabei, dass CO2 zuletzt moderat zulegen konnte, obwohl die Energiepreise nicht durchgehend unterstützend wirkten. Normalerweise reagieren EUAs häufig sensibel auf Gas- und Strompreise. Dass der Markt dennoch stabil bleibt, zeigt, dass derzeit nicht nur kurzfristige Energieimpulse entscheidend sind, sondern vor allem strukturelle und regulatorische Faktoren.

Politisch bleibt der EU-ETS weiter im Fokus. Die EU-Kommission arbeitet an einer stärkeren Ausweitung des Emissionshandels im Luftverkehr. Gleichzeitig gibt es Diskussionen über Entlastungen für energieintensive Industrie, etwa über kostenlose Zertifikate oder neue Unterstützungsmaßnahmen. Das zeigt den Spagat: Brüssel will den CO2-Preis als Steuerungsinstrument erhalten, muss aber gleichzeitig verhindern, dass die Industrie durch zu hohe Kosten zu stark belastet wird.

Mittel- bis langfristig bleibt die strukturelle Richtung dennoch klar. Der Cap-Pfad, die Marktstabilitätsreserve und die Einbeziehung weiterer Sektoren sprechen dafür, dass das Angebot an Zertifikaten knapper bleibt. Auch die neue Carbon-Market-Koalition zwischen EU, China und Brasilien zeigt, dass CO2-Bepreisung global an Bedeutung gewinnt.


FAZIT
Die CO2-Zertifikate bleiben in einem konstruktiven Seitwärts- bis Aufwärtstrend. Der Wochengewinn von 0,79 % ist nicht spektakulär, aber wichtig, weil der Markt trotz fehlender starker Energieunterstützung stabil bleibt. Solange EU-ETS-Reformen, strukturelle Knappheit und politische Ausweitungsschritte intakt bleiben, sehe ich den Markt weiter gut unterstützt.


EUR/USD - LONG

Der EUR/USD verliert auf Wochenbasis -1,36%.
Performance 5 Jahre: -3,08%
Die letzte Woche im 30-Minuten-Chart: 


Euro unter Druck – Dollar-Rally drückt EUR/USD zurück ans Wochentief


Der Euro gegenüber dem US-Dollar ist in der vergangenen Woche deutlich unter Druck geraten. EUR/USD verlor auf Wochensicht 1,36 % und schloss bei 1,1625. Besonders auffällig war dabei, dass der Euro praktisch am Wochentief aus dem Handel ging. Das zeigt, dass der Verkaufsdruck nicht nur ein kurzer Rücksetzer zur Wochenmitte war, sondern bis zum Wochenschluss angehalten hat.


Der Hauptgrund liegt klar auf der Dollar-Seite. Die deutlich gestiegenen US-Renditen, die neuen Zinserhöhungsfantasien der Fed und die heißeren Inflationsdaten in den USA haben dem Greenback kräftigen Rückenwind gegeben. Gleichzeitig bleibt das Umfeld für den Euro schwierig. Europa ist gegenüber steigenden Energiepreisen und geopolitischen Risiken strukturell anfälliger als die USA. Genau diese relative Schwäche wurde in der vergangenen Woche wieder stärker eingepreist.

Auch auf Jahressicht hat sich das Bild eingetrübt. EUR/USD liegt seit dem 31. Dezember 2025 nun rund 1,0 % im Minus. Das ist kein dramatischer Einbruch, aber es zeigt, dass die vorherige Stärke nicht nachhaltig genug war, um die neue Dollar-Dynamik zu kompensieren.

Die COT-Daten liefern ebenfalls kein wirklich starkes bullisches Signal. Das Managed Money hält zwar weiterhin eine Long-Position von rund 40.200 Kontrakten. Das ist nicht nichts, aber für eine der wichtigsten Währungen der Welt auch kein außergewöhnlich hoher Wert. Von einer klaren spekulativen Überzeugung zugunsten des Euro kann man daher aktuell nicht sprechen.


FAZIT

EUR/USD hat in der vergangenen Woche einen klaren Rückschlag erlitten. Der Wochenverlust von 1,36 %, der Schlusskurs nahe dem Wochentief und die inzwischen negative Jahresperformance zeigen, dass der Euro kurzfristig unter Druck steht. Die COT-Daten bleiben moderat konstruktiv, aber nicht stark genug, um daraus eine klare bullische These abzuleiten. Ich bleibe daher vorsichtig. Solange US-Renditen steigen und der Dollar Rückenwind durch Fed-Zinserhöhungsfantasie erhält, bleibt EUR/USD anfällig.


GOLD - LONG

Gold verliert auf Wochenbasis -3,80%.
Performance 5 Jahre: +158,01%
Die letzte Woche im 30-Minuten-Chart:


Gold-Future folgt der Saisonalität – steigende Renditen belasten Edelmetalle

Der Gold-Future an der CME ist in der vergangenen Woche deutlich unter Druck geraten. Auf Wochensicht verlor Gold rund 3,8 % und schloss bei 4.543,60 US-Dollar. Besonders auffällig ist dabei, dass der Future nahezu am Wochentief aus dem Handel ging. Das zeigt, dass der Verkaufsdruck bis zum Wochenschluss anhielt und nicht nur eine kurzfristige Bewegung innerhalb der Woche war.


Der wichtigste Belastungsfaktor sind ganz klar die stark gestiegenen Renditen. Weltweit ziehen die Anleiherenditen an, weil die Märkte wieder höhere Inflationsrisiken und mögliche Zinserhöhungen einpreisen. Für Edelmetalle ist das ein schwieriges Umfeld. Steigende nominale und reale Renditen erhöhen die Opportunitätskosten von Gold, da Gold selbst keine laufenden Erträge abwirft. Gleichzeitig hat der stärkere US-Dollar zusätzlichen Druck erzeugt.

Interessant ist jedoch der Blick auf die COT-Daten. Das Managed Money nutzt die Schwäche bislang nicht zum massiven Abbau, sondern hat die Long-Position weiter ausgebaut. Aktuell halten spekulative Marktteilnehmer mehr als 171.000 Kontrakte long. Das zeigt, dass institutionelle Anleger grundsätzlich weiterhin an der Gold-Story festhalten. Gleichzeitig bedeutet eine so hohe Long-Positionierung aber auch, dass der Markt anfällig bleibt, wenn weitere Gewinnmitnahmen einsetzen.

Saisonal passt die aktuelle Entwicklung sehr gut ins Bild. Wir haben mehrfach darauf hingewiesen, dass Gold in den Sommer hinein häufig schwächer tendiert. Genau diese saisonale Schwäche scheint der Future aktuell sauber nachzuvollziehen. Aus dieser Perspektive ist der Rückgang nicht überraschend, sondern eher eine Bestätigung des saisonalen Musters.

FAZIT
Gold bleibt langfristig ein wichtiger Markt, kurzfristig ist das Bild jedoch angeschlagen. Der Wochenverlust von 3,8 %, der Schluss nahe dem Wochentief, steigende Renditen und ein fester Dollar sprechen für erhöhte Vorsicht. Die COT-Daten bleiben konstruktiv, aber die Saisonalität deutet weiter auf Gegenwind hin.


HENRY HUB ERDGAS - LONG

Henry Hub gewinnt auf Wochenbasis +7,67%.
Performance 5 Jahre: +0,75%
Die letzte Woche im 30-Minuten-Chart:


Henry Hub zieht kräftig an – Saisonalität und Wetter stützen Erdgas

Der Henry Hub Natural Gas Future konnte in der vergangenen Woche deutlich zulegen. Auf Wochensicht stieg der Future um 7,67 % und schloss bei 2,961 US-Dollar. Besonders positiv ist dabei die Struktur der Bewegung: Erdgas lief im Wochenverlauf nahezu durchgehend nach oben und schloss fast am Wochenhoch. Das ist ein konstruktives Signal und zeigt, dass der Markt nach der schwachen Phase wieder Momentum aufbauen konnte.


Unterstützt wurde die Bewegung vor allem durch wärmere Wetterprognosen in den USA. Steigende Temperaturen im Süden und Osten erhöhen die Erwartungen an den Stromverbrauch, weil mehr Klimaanlagen laufen und damit mehr Erdgas zur Stromerzeugung benötigt wird. Zusätzlich fiel der jüngste Lageraufbau etwas geringer aus als erwartet, was den Markt ebenfalls unterstützt hat. Auch die geopolitische Lage bleibt ein Faktor: Solange die Unsicherheit rund um Hormus und globale LNG-Ströme hoch bleibt, kann US-Erdgas von zusätzlicher Exportfantasie profitieren.

Interessant ist allerdings der Blick auf die COT-Daten. Das Managed Money hat seine Short-Position zuletzt wieder etwas ausgebaut und hält nun knapp über 176.000 Kontrakte short. Das zeigt, dass viele spekulative Marktteilnehmer weiterhin gegen Erdgas positioniert sind. Genau darin liegt aber auch Potenzial. Wenn der Future weiter steigt, kann diese hohe Short-Positionierung zusätzlichen Kaufdruck erzeugen.

Saisonal bleibt das Bild ebenfalls konstruktiv. Henry Hub Natural Gas hat bis weit in den Juni hinein die Chance auf weitere Stärke. Zusätzlich beginnt in rund zwei Wochen die Hurrikan-Saison. Diese muss nicht automatisch zu steigenden Preisen führen, erhöht aber das Risiko für wetterbedingte Störungen und kann die Aufmerksamkeit des Marktes wieder stärker auf Erdgas lenken.

FAZIT
Henry Hub hat mit +7,67 % eine starke Woche gezeigt. Der Schluss nahe dem Wochenhoch, die positive Saisonalität und mögliche Wetter- und Hurrikanrisiken sprechen weiter für Unterstützung. Die hohe Managed-Money-Short-Position bleibt ein Risiko, kann bei weiter steigenden Kursen aber auch zum Beschleuniger werden.



KAFFEE - LONG

Der Kaffee-Future verliert auf Wochenbasis -3,06%.
Performance 5 Jahre: +89,29%
Die letzte Woche im 30min Chart: 


Arabica-Kaffee fällt auf tiefsten Stand seit August 2025 – Saisonalität bleibt belastend


Der Arabica-Kaffee-Future, gehandelt an der ICE US, stand in der vergangenen Woche erneut deutlich unter Druck. Auf Wochensicht verlor Kaffee 3,06 % und schloss bei 265,75 US-Dollar nahezu am Wochentief. Damit setzt sich die schwache Entwicklung der vergangenen Monate weiter fort.


Besonders auffällig ist die größere Perspektive: Seit dem Hoch im Oktober 2025 hat Arabica-Kaffee inzwischen rund 39 % verloren. Seit Jahresanfang liegt der Future etwa 24 % im Minus. Der aktuelle Kurs markiert damit den tiefsten Stand seit August 2025. Das zeigt, wie stark der Markt inzwischen korrigiert hat und wie deutlich sich das Momentum seit dem früheren Aufwärtstrend gedreht hat.

Auch die COT-Daten liefern aktuell noch kein klares bullisches Signal. Das Managed Money hält nur etwas mehr als 21.000 Kontrakte long. Entscheidend ist dabei: Die spekulativen Marktteilnehmer haben die jüngste Abwärtsbewegung bislang nicht genutzt, um ihre Long-Positionen deutlich auszubauen. Von einer klaren antizyklischen Akkumulation ist daher derzeit noch nichts zu erkennen.

Saisonal bleibt das Bild ebenfalls schwierig. Arabica-Kaffee hat historisch häufig die Tendenz, bis Anfang oder Mitte Juli weiter unter Druck zu stehen, bevor sich anschließend wieder bessere saisonale Chancen für eine Aufwärtsbewegung ergeben können. Genau diese saisonale Schwäche scheint sich aktuell im Markt widerzuspiegeln.


FAZIT
Arabica-Kaffee bleibt kurzfristig angeschlagen. Der Wochenverlust von 3,06 %, der Schluss nahe dem Tief, der Rückgang auf den tiefsten Stand seit August 2025 und die schwache Jahresperformance sprechen für Vorsicht. Die COT-Daten zeigen bislang keine starke spekulative Gegenbewegung, und auch die Saisonalität bleibt bis in den Juli hinein belastend. Für eine nachhaltige Erholung braucht der Markt jetzt klare technische Stabilisierungssignale.


KAKAO - LONG

Der Kakao-Future verliert auf Wochenbasis -4,95%.
Performance 5 Jahre: +67,52% 
Die letzte Woche im 30min Chart: 


Kakao bleibt volatil – Rücksetzer nach starkem Vorwochensprung


Der Kakao-Future an der ICE hat in der vergangenen Woche nach dem starken Anstieg der Vorwoche wieder nachgegeben. Nachdem Kakao zuvor rund 18 % zulegen konnte, fiel der Future nun um 4,95 % und schloss bei 4.030 US-Dollar. Wichtig ist dabei: Trotz des Rücksetzers konnte sich der Markt noch über der Marke von 4.000 US-Dollar halten. Das ist kurzfristig zumindest ein stabilisierendes Signal.


Die Volatilität bleibt allerdings hoch. Zu Wochenbeginn konnte Kakao noch bis auf 4.777 US-Dollar ansteigen, bevor die Bewegung wieder abverkauft wurde. Der Rückgang wurde vor allem durch die Aussicht auf höhere Lieferungen aus der Elfenbeinküste belastet. Der wichtigste Produzent erwartet für die Saison 2025/26 inzwischen Lieferungen von 2,2 Millionen Tonnen, nachdem zuvor nur 1,8 bis 1,9 Millionen Tonnen im Raum standen. Das spricht kurzfristig für eine bessere Angebotslage.

Gleichzeitig bleibt die fundamentale Lage nicht eindeutig bearish. Düngemittelknappheit, höhere Transportkosten, gestörte Lieferketten und mögliche El-Niño-Effekte können die Ernte in Westafrika weiter belasten. Zudem zeigen erste Untersuchungen für die kommende Hauptsaison unterdurchschnittliche Fruchtansätze an den Kakaobäumen. Das hält das Risiko erneuter Angebotsprobleme im Markt.

Die COT-Daten haben sich leicht verbessert. Das Managed Money hat seine Short-Position etwas reduziert und hält nun noch 12.981 Kontrakte short. Das ist weiterhin eine Netto-Short-Position, aber der leichte Abbau zeigt, dass der Verkaufsdruck institutioneller Marktteilnehmer nicht mehr zunimmt.

Saisonal sieht das Bild kurzfristig nicht schlecht aus. Bis Ende Mai ist eher eine Seitwärtsbewegung mit Aufwärtspotenzial möglich. Die größere saisonale Aufwärtsphase beginnt jedoch typischerweise erst später im Sommer.

FAZIT
Kakao bleibt ein hochvolatiler Markt. Der Rücksetzer von 4,95 % ist nach dem starken Vorwochenplus nicht überraschend. Entscheidend ist, dass die Marke von 4.000 US-Dollar gehalten wurde. Angebotssorgen haben kurzfristig nachgelassen, aber Wetter-, Düngemittel- und Ernteprobleme bleiben relevante Risiken.


KUPFER - LONG

Der Kupfer-Future gewinnt auf Wochenbasis +0,12%.
Performance 5 Jahre: +41,08%
Die letzte Woche im 30min Chart: 


Kupfer markiert neues Allzeithoch – Rücksetzer wirkt wie Konsolidierung


Der Kupfer-Future an der CME hatte in der vergangenen Woche eine extrem volatile Handelsphase. Auf Wochensicht stand am Ende nur ein kleines Plus von 0,12 %, mit einem Schlusskurs bei 628,95 US-Dollar. Diese Zahl verschleiert allerdings, wie stark die Bewegung innerhalb der Woche tatsächlich war. Am Mittwoch konnte Kupfer bis auf 671,60 US-Dollar steigen und damit ein neues Allzeithoch markieren. Danach setzte jedoch eine deutliche Korrektur ein, und die Gewinne wurden am Donnerstag und Freitag weitgehend wieder abverkauft.


Belastet wurde der Markt kurzfristig durch die stark gestiegenen US-Renditen, den festeren Dollar und die Sorge, dass hohe Kupferpreise in China die Kaufbereitschaft dämpfen. Gerade in China gibt es erste Hinweise, dass Verarbeiter bei diesen Preisniveaus vorsichtiger werden. Nach dem starken Lauf ist das nicht überraschend. Aus meiner Sicht sieht der Rücksetzer daher eher nach Konsolidierung als nach einem echten Trendbruch aus.

Die übergeordnete Struktur bleibt weiterhin konstruktiv. Kupfer wird weiter durch strukturelle Themen wie Energiewende, Stromnetzausbau, künstliche Intelligenz, Rechenzentren und Elektrifizierung unterstützt. Auch angebotsseitig bleiben Risiken bestehen, unter anderem durch mögliche Engpässe bei Schwefelsäure und Störungen in Lieferketten.

Die COT-Daten bestätigen den starken Aufwärtsmove grundsätzlich. Das Managed Money hat seine Long-Position weiter ausgebaut und hält nun 76.389 Kontrakte long. Das ist eine klare Unterstützung durch spekulative Marktteilnehmer. Gleichzeitig bedeutet eine so starke Long-Positionierung aber auch, dass Rücksetzer heftiger ausfallen können, wenn Gewinne mitgenommen werden.

Saisonal bleibt das Bild ebenfalls positiv. Kupfer tritt nun in eine Phase ein, die bis Ende Juni tendenziell weiter Stärke begünstigen kann.


FAZIT

Kupfer bleibt trotz des schwachen Wochenschlusses einer der spannendsten Märkte. Das neue Allzeithoch bestätigt die strukturelle Stärke, auch wenn der Rücksetzer nach dem starken Lauf ernst genommen werden muss. Solange COT-Daten und Saisonalität konstruktiv bleiben, sehe ich die übergeordnete Aufwärtsstruktur weiterhin intakt.


MAIS - LONG

Der Mais-Future verliert auf Wochenbasis -3,34%.
Performance 5 Jahre: -33,47% 
Die letzte Woche im 15min Chart: 


Mais enttäuscht nach starkem Setup – Long-Positionierung bleibt hoch

Der Mais-Future hat in der vergangenen Woche erneut deutlich nachgegeben. Auf Wochensicht verlor Mais 3,34 % und schloss bei 455,25 US-Cent pro Bushel. Das ist enttäuschend, vor allem weil der Markt zuvor eigentlich ein konstruktives Setup gezeigt hatte. Nach der zwischenzeitlichen Stärke und den Erwartungen rund um mögliche chinesische Agrarkäufe konnte Mais die Dynamik nicht halten.


Belastet wurde der Markt vor allem durch die Enttäuschung nach dem Treffen zwischen Donald Trump und Xi Jinping. Zwar wurde erneut von umfangreichen chinesischen Käufen amerikanischer Agrarprodukte gesprochen, konkrete Details zu Volumen, Zeitplan oder Produktgruppen blieben jedoch aus. Genau diese fehlende Klarheit hat der Markt negativ aufgenommen. Viele Händler hatten im Vorfeld zumindest auf neue belastbare Signale für Mais, Sojabohnen oder Weizen gehofft.

Auch die Exportdaten lieferten kein starkes neues Kaufsignal. Die US-Exportverpflichtungen liegen zwar weiterhin deutlich über dem Vorjahr, bleiben aber leicht hinter dem durchschnittlichen Verkaufstempo zurück. Zusätzlich wirkt eine größere argentinische Ernte als Konkurrenzfaktor auf dem Weltmarkt.

Die COT-Daten bleiben dennoch grundsätzlich konstruktiv. Das Managed Money hat seine Long-Position zwar reduziert, hält aber weiterhin mehr als 383.000 Kontrakte long. Das ist eine sehr hohe spekulative Positionierung und zeigt, dass institutionelle Marktteilnehmer die übergeordnete Mais-Story weiterhin unterstützen. Gleichzeitig macht diese hohe Long-Position den Markt anfällig, wenn Erwartungen enttäuscht werden und kurzfristige Gewinnmitnahmen einsetzen.

Saisonal bleibt das Bild weiterhin positiv. Der Mais-Future hat aus saisonaler Sicht grundsätzlich die Chance, bis Mitte oder Ende Juni weiter anzusteigen. Genau deshalb würde ich den Rücksetzer noch nicht als Bruch der übergeordneten Struktur werten.

FAZIT
Mais hat mit –3,34 % eine enttäuschende Woche gezeigt. Die fehlenden Details nach dem Trump-Xi-Treffen haben belastet, und kurzfristig fehlt dem Markt neuer Schwung. Die hohe Managed-Money-Long-Position und die weiterhin positive Saisonalität sprechen jedoch dafür, dass die übergeordnete Struktur noch intakt ist.


PLATIN - LONG

Der Platin-Future verliert auf Wochenbasis -4,04%.
Performance 5 Jahre: +65,27% 
Die letzte Woche im 15min Chart: 


Platin bricht unter 2.000 Dollar – Zinsdruck trifft den Markt hart

Der Platin-Future an der NYMEX hat in der vergangenen Woche deutlich nachgegeben. Auf Wochensicht verlor Platin 4,04 % und schloss bei 1.985,20 US-Dollar je Unze. Besonders wichtig ist dabei der Bruch unter die Marke von 2.000 US-Dollar. Der Future ging zudem fast am Wochentief aus dem Handel. Das ist kurzfristig ein klares Schwächesignal.


Dabei sah das Bild zwischenzeitlich noch deutlich besser aus. Platin konnte zuletzt von seiner relativen Stärke gegenüber anderen Edelmetallen profitieren und war zeitweise bis in den Bereich von 2.200 US-Dollar gestiegen. Unterstützt wurde der Markt durch strukturell enge Lagerbestände, Sorgen um die südafrikanische Minenproduktion und die historisch weiterhin hohe Bewertungslücke zu Gold. Diese Argumente bleiben grundsätzlich relevant.

Kurzfristig überwiegen aber die Belastungsfaktoren. Platin leidet aktuell auf zwei Ebenen. Als Edelmetall steht es unter Druck durch stark gestiegene Renditen und einen festeren US-Dollar. Höhere Zinsen erhöhen die Opportunitätskosten nicht verzinslicher Metalle. Gleichzeitig ist Platin aber auch ein Industriemetall. Wenn die Krise im Nahen Osten, hohe Energiepreise und steigende Finanzierungskosten die globale Konjunktur belasten, kann auch die industrielle Nachfrage unter Druck geraten.

Die COT-Daten zeigen bislang noch keinen klaren Stimmungsbruch. Das Managed Money hält weiterhin fast 21.000 Kontrakte long. Die spekulative Unterstützung ist also noch vorhanden. Gleichzeitig macht diese Long-Positionierung den Markt anfällig, falls weitere Gewinnmitnahmen einsetzen.

Saisonal wird das Bild nun ebenfalls schwieriger. Der Platin-Future hat bis Ende Juni historisch eher die Tendenz, weiter nach unten zu laufen. Genau deshalb müssen wir den aktuellen Rücksetzer ernst nehmen.

FAZIT
Platin bleibt strukturell interessant, kurzfristig ist das Bild aber angeschlagen. Der Wochenverlust von 4,04 %, der Schluss unter 2.000 US-Dollar und die negative Saisonalität sprechen für Vorsicht. Die COT-Daten bleiben noch konstruktiv, aber Zinsen, Dollar und Konjunkturrisiken belasten.


SOJABOHNEN - LONG

Der Sojabohnen-Future verliert auf Wochenbasis -2,40%.
Performance 5 Jahre: -24,03% 
Die letzte Woche im 30-Minuten-Chart:


Sojabohnen geben Gewinne ab – China-Enttäuschung belastet Agrarmärkte

Der Sojabohnen-Future ist in der vergangenen Woche deutlich unter Druck geraten. Auf Wochensicht verlor der Future 2,40 % und schloss bei 1.177,25 US-Cent. Besonders auffällig war erneut der Wochenverlauf: Zur Wochenmitte konnten Sojabohnen noch bis auf 1.231 US-Cent ansteigen, die Gewinne wurden jedoch bis zum Wochenschluss wieder vollständig abgegeben. Der Schlusskurs nahe dem Wochentief zeigt, dass der Verkaufsdruck bis Freitag anhielt.


Belastet wurde der Markt vor allem durch die Enttäuschung nach dem Treffen zwischen Donald Trump und Xi Jinping. Zwar wurde von möglichen umfangreichen chinesischen Käufen amerikanischer Agrarprodukte gesprochen, konkrete Details zu Volumen, Zeitplan und Produktgruppen blieben jedoch aus. Genau das hat die Getreide- und Ölsaatenmärkte enttäuscht. Viele Händler hatten im Vorfeld auf belastbare Signale für neue Käufe gehofft, insbesondere bei Sojabohnen.

Auch der NOPA-Report lieferte keinen klaren bullischen Impuls. Die Sojabohnenverarbeitung lag leicht unter den Erwartungen, wurde vom Markt aber eher neutral eingeordnet. Damit fehlte zum Wochenschluss ein neuer Katalysator, um die vorherige Stärke zu verteidigen.

Trotz des Rücksetzers bleiben die COT-Daten konstruktiv. Das Managed Money hält weiterhin eine signifikante Long-Position von mehr als 224.000 Kontrakten. Das zeigt, dass institutionelle Marktteilnehmer die übergeordnete Sojabohnen-Story weiterhin unterstützen. Gleichzeitig macht eine so große Long-Positionierung den Markt anfällig, wenn politische Erwartungen enttäuscht werden und Gewinne abgebaut werden.

Saisonal bleibt das Bild ebenfalls positiv. Sojabohnen haben aus saisonaler Sicht grundsätzlich die Tendenz, bis Ende Juni weiter anzusteigen.


FAZIT
Sojabohnen haben eine enttäuschende Woche gezeigt, aber die übergeordnete Struktur ist noch nicht gebrochen. Der Rücksetzer auf 1.177,25 US-Cent und der schwache Wochenschluss mahnen zur Vorsicht. Die starke Managed-Money-Long-Position und die positive Saisonalität sprechen jedoch dafür, dass der Markt weiter interessant bleibt.


WEIZEN - LONG

Weizen gewinnt auf Wochenbasis +2,54%.

Performance 5 Jahre: -14,06% 

Die letzte Woche im 30min Chart:



Weizen springt nach USDA-Schock – aber der Markt gibt die Gewinne wieder ab

Der Weizen-Future an der CBOT konnte in der vergangenen Woche trotz eines schwachen Wochenschlusses zulegen. Auf Wochensicht stand am Ende ein Plus von 2,54 %, mit einem Schlusskurs bei 635,5 US-Cent. Zwischenzeitlich sah das Bild allerdings deutlich stärker aus.


Am Mittwoch lief Weizen sogar Limit Up und stieg bis auf 688,25 US-Cent. Diese Gewinne konnten jedoch nicht gehalten werden, und der Markt gab bis zum Wochenende einen großen Teil der Bewegung wieder ab.

Auslöser für den starken Anstieg war der USDA-Bericht. Das US-Landwirtschaftsministerium überraschte den Markt mit einer deutlich angespannten Einschätzung zur US-Weizenernte. Die Produktion wurde auf das niedrigste Niveau seit 1972 projiziert. Zusätzlich meldeten Crop Scouts in Kansas schwächere Erträge als im Vorjahr. Genau diese Kombination aus niedriger Produktionsschätzung und Ertragsrisiken sorgte zunächst für starken Kaufdruck.

Belastend wirkten zum Wochenschluss dann zwei Faktoren. Erstens fehlten nach dem Trump-Xi-Treffen konkrete neue Agrarzusagen Chinas. Zweitens verbesserten sich die Wetterprognosen in Teilen der US-Anbaugebiete, was kurzfristig Druck auf die Preise brachte. Nach dem starken Anstieg war der Markt zudem anfällig für Gewinnmitnahmen.

Die COT-Daten bleiben jedoch konstruktiv. Das Managed Money hat seine Short-Position weiter abgebaut und hält nur noch 14.421 Kontrakte short. Das ist die niedrigste Short-Position seit Oktober 2024 und zeigt, dass die spekulative Seite den Weizenmarkt zunehmend weniger aggressiv leerverkauft.

Saisonal ist das Bild allerdings nicht ideal. Weizen hat bis in den Frühsommer hinein eher die Tendenz, unter Druck zu geraten.

FAZIT
Weizen hat eine starke, aber volatile Woche gezeigt. Das Plus von 2,54 % ist positiv, doch der Rückfall vom Limit-Up-Niveau mahnt zur Vorsicht. Fundamental bleibt die USDA-Schätzung klar unterstützend, die COT-Daten verbessern sich ebenfalls. Gegenwind kommt jedoch von Wetter, Gewinnmitnahmen und Saisonalität.


WTI CRUDE OIL - LONG

WTI Crude Oil gewinnt auf Wochenbasis +6,84%.

Performance 5 Jahre: +58,74% 

Die letzte Woche im 30min Chart:



WTI bleibt im Krisenmodus – Nahost-Schlagzeilen treiben den Ölpreis


Der WTI Crude Oil Future konnte in der vergangenen Woche deutlich zulegen. Auf Wochensicht stieg WTI um 6,8 % und schloss bei 101,16 US-Dollar. Die Handelsspanne war erneut extrem volatil: Im Tief lag der Future bei rund 96 US-Dollar, im Hoch bei über 103 US-Dollar. Das zeigt, wie stark der Markt weiterhin von der Nachrichtenlage rund um den Nahen Osten und die Straße von Hormus getrieben wird.


Der zentrale Punkt bleibt die Sorge vor anhaltenden Störungen der globalen Ölversorgung. Solange Hormus nicht zuverlässig geöffnet ist und die Verhandlungen zwischen den USA und Iran keine klare Lösung bringen, bleibt die Risikoprämie im Markt. Gleichzeitig warnen Marktbeobachter zunehmend vor fallenden globalen Lagerbeständen.

Die IEA hat zuletzt darauf hingewiesen, dass der Ölmarkt selbst bei einer Entspannung noch über Monate angespannt bleiben könnte.

Interessant ist allerdings der Blick auf die COT-Daten. Das Managed Money hat seine Long-Position weiter reduziert und hält aktuell noch 169.872 Kontrakte long. Das ist für den Ölmarkt keine außergewöhnlich hohe spekulative Positionierung. Der Markt scheint also keineswegs vollständig auf eine weitere Eskalation positioniert zu sein. Eher wirkt es so, als würden viele Marktteilnehmer weiterhin auf eine Entspannung setzen.

Genau darin liegt aus meiner Sicht das Risiko. Wenn sich die Lage nicht schnell normalisiert oder Hormus länger eingeschränkt bleibt, könnte der Markt erneut nach oben nachpreisen müssen.

Saisonal bleibt das Bild ebenfalls konstruktiv. WTI hat aus saisonaler Perspektive weiterhin die Chance, in den kommenden Wochen weiter anzusteigen.

FAZIT

WTI bleibt ein hochvolatiler Krisenmarkt. Der Wochengewinn von 6,8 %, die große Handelsspanne und der Schluss über 100 US-Dollar zeigen, dass die Risikoprämie weiter lebt. Die reduzierte Managed-Money-Long-Position spricht dafür, dass der Markt noch nicht überhitzt ist. Solange Nahost, Hormus und Lagerbestände im Fokus bleiben, sehe ich weiteres Aufwärtspotenzial.


ZUCKER - LONG

Zucker gewinnt auf Wochenbasis +0,75%.

Performance 5 Jahre: -13,04% 

Die letzte Woche im 30min Chart:



Zucker hält sich knapp im Plus – Short-Abbau trifft auf saisonalen Gegenwind

Der Sugar #11 Future, gehandelt an der ICE US, konnte sich in der vergangenen Woche leicht positiv behaupten. Auf Wochensicht legte Zucker 0,75 % zu und schloss bei 14,80 US-Cent. Zwischenzeitlich sah das Bild sogar besser aus: Im Wochenverlauf konnte der Future über die Marke von 15 US-Cent ansteigen. Diese Gewinne wurden jedoch nicht vollständig gehalten, da der gesamte Rohstoff- und Risikomarkt am Donnerstag und Freitag unter Druck geriet.


Kurzfristig belastete vor allem die Schwäche des brasilianischen Real. Ein schwächerer Real macht Exporte für brasilianische Produzenten attraktiver und kann zusätzlichen Verkaufsdruck auf den Weltmarkt bringen. Gleichzeitig bleibt die fundamentale Lage nicht eindeutig bearish. Indien hat Zuckerexporte für mehrere Monate eingeschränkt, und mehrere Marktbeobachter haben ihre Erwartungen für den globalen Zuckerüberschuss reduziert beziehungsweise sprechen bereits von einem möglichen Defizit in der Saison 2026/27.

Hinzu kommt, dass hohe Energiepreise in Brasilien dazu führen können, dass mehr Zuckerrohr in Richtung Ethanolproduktion geht. Das würde dem Zuckermarkt tendenziell Angebot entziehen. Auch die Unsicherheit rund um Hormus, höhere Transportkosten und mögliche Störungen bei Handelsströmen bleiben unterstützende Faktoren.

Interessant sind die COT-Daten. Das Managed Money hat seine Short-Position deutlich reduziert und hält nur noch etwas mehr als 97.000 Kontrakte short. Das ist weiterhin eine klare Netto-Short-Position, aber der Abbau zeigt, dass der spekulative Verkaufsdruck nachlässt.

Saisonal bleibt das Bild allerdings schwierig. Zucker hat bis Mitte Juni eher die Tendenz, weiter unter Druck zu stehen, bevor anschließend eine längere saisonale Aufwärtsphase einsetzen könnte.


FAZIT
Zucker hat sich mit +0,75 % besser gehalten als viele andere Rohstoffe. Der Short-Abbau bei Managed Money ist konstruktiv, und die fundamentalen Angebotsrisiken bleiben relevant. Kurzfristig bremsen jedoch Real-Schwäche und negative Saisonalität. Die größere Chance könnte erst nach Mitte Juni entstehen.

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