Zwischen Crash-Narrativ und Rekordständen – Märkte ignorieren die Schlagzeilen

07.02.26 01:03 PM - Von Mitarbeiter


Liebe Leserinnen und Leser,

 

 
die vergangene Woche war ein Lehrstück darüber, wie schnell sich Markt-Narrative verselbständigen können. Während sich die Zinssenkungserwartungen weiter verschärften, wurde der Abverkauf im Metallsektor vielerorts auf die Nominierung von Kevin Warsh zurückgeführt. Das greift zu kurz. Die zeitliche Abfolge passt nicht, und die Marktreaktion lässt sich damit kaum erklären. Vielmehr wirkt es, als würden große Medienhäuser voneinander abschreiben, statt die tatsächlichen Treiber zu analysieren.

Tatsächlich war die Woche geprägt von außergewöhnlicher Volatilität. Besonders im Metallsektor kam es zu massiven Bewegungen. Silber fiel in der asiatischen Sitzung am Donnerstag zeitweise bis auf 64 Dollar, nachdem es noch vor rund anderthalb Wochen über 121 Dollar notiert hatte. Solche Bewegungen sind keine klassischen fundamentalen Anpassungen, sondern Zeichen von Positionsbereinigungen und Liquiditätsstress. Parallel dazu zeigte auch der Kryptomarkt extreme Schwankungen: Bitcoin rutschte zwischenzeitlich bis in den Bereich um 60.000 Dollar ab, erholte sich zum Wochenschluss jedoch wieder über 70.000 Dollar.

Bemerkenswert ist der Kontrast zu den Aktienmärkten. Während Metalle und Kryptowährungen stark schwankten, erreichte der Dow Jones erstmals in seiner Geschichte die Marke von 50.000 Punkten und schloss bei 50.115,68 Punkten. Ein historischer Meilenstein – und ein Hinweis darauf, dass sich Risiko nicht aus den Märkten verabschiedet hat, sondern lediglich umverteilt wurde.

Die Sitzung der Europäischen Zentralbank brachte erwartungsgemäß keine Überraschungen. Die Zinsen blieben unverändert, was den Eindruck bestätigt, dass geldpolitisch derzeit eher Stillstand herrscht. Die eigentlichen Impulse kommen weiterhin aus den USA, wo die Diskussion über zukünftige Lockerungen anhält und damit die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer prägt.

Geopolitisch bleibt der Fokus auf den Gesprächen zwischen den USA und dem Iran. Solange keine klare Lösung absehbar ist, bleibt eine latente Risikoprämie im Ölmarkt bestehen. Entsprechend sensibel reagiert der WTI-Future auf jede neue Meldung aus der Region.



Unsere Positionen im Überblick

• AUD/USD | +0,68 % | Long

Rücksetzer unter 0,69 wurde sofort gekauft. Zinsdifferenz und gedrehte Spekulantenpositionierung sprechen weiterhin für einen stabilen Aufwärtstrend.


• Baumwolle | –3,34 % | Long

Neues Mehrmonatstief, steigende Shorts und wachsendes Open Interest bestätigen aktiven Abwärtstrend. Fundamentale Nachfrage fehlt weiterhin.


• Bund-Future | +0,09 % | Short

EZB bestätigt Hold-Szenario, hohe Emissionen halten Renditedruck aufrecht. Markt bleibt richtungslos mit leicht bärischem Bias.


• CO₂-Zertifikate | –2,61 % | Long

Politische Unsicherheit und Positionsabbau bremsen Rally. Markt reagiert stark auf Regulierungssignale und bleibt kurzfristig anfällig.


• EUR/USD | –0,23 % | Long

Enge Range vor allem datengetrieben. Zinssenkungserwartungen in den USA bleiben zentraler Treiber zugunsten des Euro.


• Gold | +1,74 % | Long

Liquidationsdruck verarbeitet, Positionierung abgebaut. Stabilisierung läuft, saisonaler Wendepunkt rückt näher.


• Kupfer | –1,29 % | Long

Konsolidierung innerhalb stabiler Struktur. Nachfragebild und weiterhin positive Positionierung bleiben unterstützend.


• Mais | +0,58 % | Long

Seitwärtsphase mit positiver Saisonalität. Keine extreme Positionierung, USDA-Report als möglicher Impulsgeber.


• Silber | –8,86 % | Short

Fortgesetzte Bereinigung nach Übertreibung. Sinkende Long-Positionierung und extreme Volatilität sprechen gegen schnelle Erholung.


• Sojabohnen | +4,84 % | Long

China-Story bringt Momentum zurück. Moderate Positionierung lässt Raum für weitere Käufer.


• WTI Crude Oil | –3,39 % | Long

Trotz Schwäche baut Managed Money Longs auf. Geopolitische Risikoprämie bleibt im Hintergrund erhalten.


• Zucker | –1,12 % | Long

Überangebot und massive Short-Positionierung dominieren. Erholungen bleiben technisch und anfällig.


Fazit
Die Woche zeigt damit ein widersprüchliches Bild: extreme Bewegungen in einzelnen Assetklassen, gleichzeitig neue Höchststände in anderen. Panik ist hörbar, Kapitulation jedoch nicht sichtbar. Genau solche Phasen sind selten der Beginn eines neuen Regimes – meist markieren sie eine Neuordnung innerhalb des bestehenden Umfelds.
Ihr
Carsten S. Stork


Performance DCX 

aktueller Indexstand: 149,00
Wochenperformance: +2,04%
Seit Jahresanfang 2026: 7,80%
Seit Auflegung (10. Dezember 2024): 49,15%


DCX POSITIONEN

AUD/USD - LONG

Der Austral-Dollar gewinnt auf Wochenbasis +0,68%.
Die letzte Woche im 30-Minuten-Chart:


AUD/USD – Zentralbank-Divergenz treibt den Aufwärtstrend

Der Austral-Dollar setzte seine positive Entwicklung in der vergangenen Woche fort und schloss bei 0,701. Damit bestätigt sich die seit Jahresbeginn laufende Aufwärtsbewegung weiter. Besonders interessant war der Verlauf zum Wochenschluss: Der Kurs fiel kurzfristig unter 0,69, wurde jedoch unmittelbar wieder gekauft. Die schnelle Rückeroberung dieser Marke zeigt, dass Rücksetzer aktuell konsequent aufgenommen werden und sich Käufer aktiv im Markt positionieren.

Fundamental bleibt die Entwicklung durch die Geldpolitik unterstützt. Während die Reserve Bank of Australia weiterhin ein restriktives Zinsumfeld signalisiert, bewegt sich die US-Notenbank zunehmend in Richtung Lockerungserwartungen. Diese Divergenz zwischen einer vergleichsweise hawkishen RBA und einer dovisher werdenden Fed wirkt strukturell zugunsten des Austral-Dollars.

Auch die Positionierungsdaten bestätigen den Stimmungsumschwung. Das Managed Money war über weite Strecken des Jahres 2025 netto short im Markt und hat diese Haltung erst vor kurzem aufgegeben. Inzwischen liegt eine Netto-Long-Position von 26.118 Kontrakten vor. Ein solcher Wechsel von Short zu Long markiert häufig den Beginn einer nachhaltigeren Trendphase, da nicht nur neue Käufer auftreten, sondern auch frühere Verkäufer zu Käufern werden.

Solange Rücksetzer weiterhin gekauft werden und sich der Kurs oberhalb der Unterstützungszone stabilisiert, bleibt das technische Gesamtbild konstruktiv.


FAZIT
Die Kombination aus geldpolitischer Divergenz, gedrehter Spekulantenpositionierung und verteidigter Unterstützung spricht für eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung. Kurzfristige Rücksetzer erscheinen aktuell eher als Konsolidierung innerhalb eines etablierten Trends als als Trendbruch.

BAUMWOLLE - LONG

Baumwolle verliert auf Wochenbasis -3,34%.
Die letzte Woche im 15-Minuten-Chart:


Baumwolle rutscht auf neues Mehrmonatstief – Abwärtstrend beschleunigt sich

Der US-Baumwoll-Future setzte seine Schwäche in der vergangenen Woche klar fort und verlor 3,34 %. Der Schlusskurs lag bei 61,06 US-Cent und damit auf dem niedrigsten Niveau seit April 2025. Der Markt bewegt sich seit Wochen nahezu kontinuierlich nach unten und zeigt bislang keine Stabilisierungstendenzen.

Die COT-Daten bestätigen dieses Bild deutlich. Das Managed Money hat seine Short-Positionierung weiter ausgebaut und hält inzwischen 42.744 Netto-Short-Kontrakte. Gleichzeitig ist das Open Interest stark angestiegen, was darauf hindeutet, dass neue Verkäufer in den Markt kommen und der Abwärtstrend nicht nur aus Liquidationen besteht, sondern aktiv aufgebaut wird.

Auch fundamental bleibt der Druck bestehen. Die Exportverpflichtungen liegen mit 7,8 Mio. RB rund 12 % unter dem Vorjahr und deutlich hinter dem saisonalen Durchschnitt zurück. Gleichzeitig steigen die zertifizierten ICE-Bestände weiter an, während der Adjusted World Price erneut gefallen ist. Damit fehlt dem Markt aktuell ein klarer Nachfrageimpuls.

Bemerkenswert ist zudem, dass selbst die üblicherweise unterstützende Saisonalität den Preisrückgang derzeit nicht stoppen kann. Der Markt handelt damit klar trendgetrieben und positionierungsgetrieben.


FAZIT

Die Kombination aus steigender Short-Positionierung, wachsendem Open Interest und schwachen Fundamentaldaten spricht kurzfristig für anhaltenden Druck im Baumwoll-Future. Solange keine klare Nachfrageüberraschung eintritt, bleibt das Risiko weiterer Abgaben höher als das einer nachhaltigen Erholung.



BUND FUTURE - SHORT

Der Bund Future gewinnt auf Wochenbasis +0,09%.
Die letzte Woche im 30-Minuten-Chart:


Bund-Future bleibt richtungslos nach EZB-Meeting

Der Bund Future zeigte sich in der vergangenen Woche nahezu unverändert und schloss mit einem Wochenplus von 0,09 % bei 128,24 Punkten. Im Wochenverlauf fiel der Kontrakt zwischenzeitlich bis auf 127,56 Punkte zurück, konnte die Verluste jedoch wieder aufholen. Insgesamt bleibt das Marktbild damit von Seitwärtsbewegung geprägt.

Im Mittelpunkt stand das Zinsmeeting der Europäischen Zentralbank. Die EZB ließ die Leitzinsen wie erwartet unverändert und bestätigte damit im Wesentlichen die Erwartungen des Marktes. Gleichzeitig signalisierten die Währungshüter, dass sich die Geldpolitik aktuell auf einem angemessenen Niveau befindet. Für 2026 wird daher überwiegend ein Hold-Szenario eingepreist, also eine Phase ohne Zinssenkungen oder weitere Anpassungen.

Parallel dazu bleibt die Angebotsseite am Rentenmarkt relevant. Deutschland und andere Euroländer planen weiterhin hohe Emissionsvolumina, insbesondere zur Finanzierung von Infrastruktur- und Verteidigungsausgaben. Dieses zusätzliche Angebot sorgt für leichten Aufwärtsdruck bei den Renditen und wirkt damit bremsend auf deutlich steigende Bund-Futures.

FAZIT

Der Bund Future befindet sich aktuell im Gleichgewicht zwischen stabiler Geldpolitik und steigender Staatsanleiheemission. Ohne klare Zinssignale fehlt ein nachhaltiger Trendimpuls, weshalb vorerst weiterhin eine seitwärtsgerichtete Marktphase wahrscheinlich bleibt.


CO₂-ZERTIFIKATE– LONG

CO₂-Zertifikate verlieren auf Wochenbasis -2,61%.
Die letzte Woche im Chart:


CO₂-Zertifikate unter Druck durch politische Unsicherheit

Die CO₂-Emissionsrechte setzten ihre Abwärtsbewegung fort und verloren in der vergangenen Woche 2,61 % auf 79,27. Damit hält der seit mehreren Wochen bestehende Abwärtstrend an.

Auslöser waren vor allem politische Schlagzeilen rund um mögliche Anpassungen im Emissionshandelssystem. Medienberichte deuteten an, dass die EU-Kommission erwägen könnte, freie Zuteilungen über das Jahr 2034 hinaus zu verlängern oder einzelnen Industrien länger zu gewähren. Zwar stellte Kurt Vandenberghe von der Generaldirektion Klima klar, dass lediglich Optionen zum Schutz vor Carbon Leakage geprüft würden, dennoch reichte die Diskussion aus, um die zuvor bullishe Erwartung eines strukturell sinkenden Angebots deutlich zu dämpfen.

Parallel kam es zu einem spürbaren Stimmungswechsel am Markt. Finanzinvestoren reduzierten laut Marktberichten ihre Long-Positionen, wodurch der Preis zusätzlich unter Druck geriet. Der Markt reagierte dabei besonders sensibel auf politische Meldungen und zeigte eine überproportionale Reaktion auf Unsicherheit.

Verstärkt wurde die Bewegung durch das ohnehin fragile Umfeld aus Konjunkturfragen, geopolitischen Risiken und schwankenden Gaspreisen, das die Volatilität seit Jahresbeginn erhöht hat.


FAZIT
Die Kombination aus politischer Unsicherheit und Positionsabbau hat die Aufwärtsstory vorerst unterbrochen. Solange keine Klarheit über zukünftige Angebotsregeln besteht, bleibt der Markt anfällig für weitere Schwankungen und kurzfristig eher nach unten orientiert.


EUR/USD - LONG

Der EUR/USD verliert auf Wochenbasis -0,23%.
Die letzte Woche im 30-Minuten-Chart: 


Euro/USD: EZB eingepreist – Fokus verlagert sich vollständig auf die Fed


Der Euro-US-Dollar bewegte sich in der vergangenen Woche kaum und schloss mit einem leichten Minus von 0,23 % bei 1,18235. Die Handelsspanne blieb außergewöhnlich eng, obwohl mit der EZB-Sitzung ein potenziell marktbewegendes Ereignis anstand. Genau diese Reaktion ist jedoch bereits die Aussage: Die Entscheidung war vollständig im Markt enthalten.

Die Erwartung stabiler Zinsen im Euroraum hat sich damit bestätigt. Neue Impulse kommen aktuell nicht aus Europa, sondern fast ausschließlich aus den USA. Während die EZB ein Hold-Szenario signalisiert, preist der Markt für die Fed weiterhin Zinssenkungen im Jahresverlauf ein. Damit verschiebt sich die Zinsdifferenz perspektivisch zugunsten des Euro, was grundsätzlich unterstützend wirkt.

Auch die Positionierungsdaten bestätigen dieses Bild. Das Managed Money hat seine Long-Positionen im Euro erneut ausgebaut und hält mittlerweile über 163.000 Kontrakte Long. Nach der vorherigen Zurückhaltung zeigt der Markt damit wieder klar steigendes Vertrauen in höhere EUR-Notierungen.

Die Kombination aus stabiler europäischer Geldpolitik und erwarteter Lockerung in den USA sorgt aktuell für eine typische Übergangsphase: geringe Volatilität, kaum Trend, aber zunehmender Positionsaufbau. Solche Phasen enden erfahrungsgemäß erst dann, wenn die US-Daten eine klare Richtung vorgeben.


FAZIT

Der Markt wartet nicht auf Europa, sondern auf die Fed. Solange die Zinssenkungserwartungen in den USA bestehen bleiben, bleibt das fundamentale Umfeld konstruktiv für den Euro. Die ruhige Handelsphase wirkt daher eher wie eine Vorbereitung auf eine spätere Bewegung als wie ein Zeichen fehlender Marktüberzeugung.

GOLD - LONG

Gold gewinnt auf Wochenbasis +1,74%.
Die letzte Woche im 30-Minuten-Chart:


Liquidationsschock verdaut – Gold stabilisiert sich nach extremer Volatilität

Der Gold-Future erlebte eine erneut sehr schwankungsreiche Handelswoche. Zu Wochenbeginn kam es zu einem deutlichen Abverkauf, der den Future zunächst bis auf ein Tief bei 4.423,2 führte. Im weiteren Verlauf setzte jedoch eine kräftige Gegenbewegung ein und Gold beendete die Woche bei 4.988,6 Punkten mit einem Plus von 1,74 %. Die Bewegung unterstreicht, dass der vorherige Druck weniger fundamental als vielmehr liquiditäts- und positionsgetrieben war.

Auch die Positionierungsdaten zeigen eine Veränderung im Marktverhalten. Das Managed Money hat seine Long-Positionen deutlich reduziert – von zuvor über 200.000 Kontrakten auf nun etwas mehr als 165.000 Kontrakte. Die spekulative Überdehnung wurde damit spürbar abgebaut, wodurch der Markt kurzfristig stabiler wirkt, gleichzeitig aber ein Teil der unmittelbaren Aufwärtsdynamik verloren gegangen ist.

Saisonal bewegt sich Gold weiterhin in einem positiven Zeitfenster, das typischerweise bis Mitte oder Ende Februar anhält. Anschließend folgt historisch häufig eine deutlich schwächere Phase. Damit trifft aktuell eine technische Stabilisierung auf eine saisonal auslaufende Unterstützung – eine Konstellation, die erfahrungsgemäß zu Richtungsentscheidungen führt.


FAZIT

Der Markt hat den Liquidationsdruck zunächst verarbeitet, jedoch wurde ein Teil der bullischen Überzeugung abgebaut. Kurzfristig bleibt Gold stabil, doch mit dem näher rückenden saisonalen Wendepunkt steigt das Risiko einer schwächeren Phase deutlich an.


KUPFER - LONG

Der Kupfer-Future verliert auf Wochenbasis -1,29%. 
Die letzte Woche im 30min Chart: 


Nach Rücksetzer bleibt Kupfer strukturell gefragt


Der CME-Kupferfuture gab in der vergangenen Woche moderat um 1,29 % nach und schloss bei 588,75 US-Cent. Im Wochenverlauf zeigte sich jedoch weiterhin Kaufinteresse: Zwischenzeitlich stieg der Markt wieder über 610 US-Cent an. Die Bewegung wirkt damit eher wie eine Konsolidierung innerhalb eines übergeordnet stabilen Trends als wie ein Trendbruch.

Fundamental bleibt die Nachfrage intakt. Trotz temporärer Zurückhaltung einzelner Käufergruppen wird Kupfer weiterhin als zentraler Rohstoff für Infrastruktur-, Energie- und Elektrifizierungsinvestitionen benötigt. Der Markt reagiert daher sensibel auf kurzfristige Liquiditäts- und Positionsbewegungen, ohne dass sich das strukturelle Bild bislang verschlechtert hat.

Die COT-Daten bestätigen diese Stabilität. Das Managed Money hat seine Long-Positionen zwar reduziert, jedoch deutlich weniger stark als in anderen Metallmärkten. Mit weiterhin rund 47.000–48.000 Kontrakten netto long bleibt spekulatives Kapital klar engagiert – ein wichtiger Unterschied zu vielen anderen Rohstoffen, in denen Positionierungen zuletzt deutlich aggressiver abgebaut wurden.

Auch saisonal spricht vieles für Unterstützung. Historisch zählt Kupfer zu den stärkeren Metallen im Jahresverlauf und besitzt bis etwa Ende April eine positive Tendenz. Damit trifft ein weiterhin konstruktives Nachfrage- und Positionierungsbild auf eine statistisch günstige Marktphase.

FAZIT

Der Rückgang wirkt bislang wie eine normale Konsolidierung. Solange Positionierung und Saisonalität stabil bleiben, überwiegt weiterhin das Szenario eines übergeordnet festen Kupfermarktes.


MAIS - LONG

Der Mais-Future gewinnt auf Wochenbasis +0,58%. 
Die letzte Woche im 15min Chart: 


Seitwärtsmarkt mit Aufwärtssaisonalität im Rücken

Der CBOT-Maisfuture konnte in der vergangenen Woche leicht zulegen und schloss mit einem Plus von 0,58 % oberhalb von 430,75 US-Cent. Zwischenzeitlich notierte der Markt sogar über 430 US-Cent und bestätigt damit weiterhin die stabile Handelsspanne der letzten Wochen.

Im Gegensatz zu vielen anderen Rohstoffen fehlt derzeit ein klarer Trend. Der Markt bewegt sich überwiegend seitwärts, wobei kurzfristige Bewegungen eher von Flows als von strukturellen fundamentalen Veränderungen geprägt sind. Die Preisstruktur wirkt damit mehr wie eine Akkumulationsphase als wie ein impulsiver Trendmarkt.

Auch die COT-Daten liefern kein eindeutiges Signal. Das Managed Money hat erneut auf eine leicht negative Position gedreht und hält aktuell knapp über 34.000 Kontrakte netto short. Für den Maismarkt stellt dies jedoch keine extreme Positionierung dar und spricht eher für ein neutrales Sentiment als für klaren Pessimismus.

Unterstützung kommt hingegen aus der Saisonalität. Historisch weist der Maisfuture bis in den Juni hinein eine positive Tendenz auf, mit einem statistischen Hochpunkt rund um den 22. Juni. Damit steht der Markt weiterhin in einer Phase, in der Aufwärtsbewegungen wahrscheinlicher sind als nachhaltige Abverkäufe.

In der kommenden Woche rückt zudem ein wichtiger Termin in den Fokus: Am Dienstag um 18:00 Uhr mitteleuropäischer Zeit wird der neue USDA-Report veröffentlicht, der erfahrungsgemäß als potenzieller Market Mover fungieren kann.

FAZIT
Der Markt bleibt richtungslos, aber stabil. Ohne extreme Positionierung und mit positiver Saisonalität spricht aktuell mehr für graduelle Aufwärtsbewegungen als für einen neuen Abwärtstrend.


SILBER - SHORT

Der Silber-Future verliert auf Wochenbasis -8,86%. 
Die letzte Woche im 30min Chart: 


Silber nach Crash weiter unter Druck – Volatilität extrem hoch

Der Silber Future stand auch in der vergangenen Woche erneut deutlich unter Druck und verlor weitere 8,86 %, nachdem bereits in der Vorwoche ein massiver Rückgang von 17,4 % zu verzeichnen war. Die Woche endete bei 77,52 US-Dollar je Unze. Auf den ersten Blick wirkt dieser Rückgang moderat, doch im Kontext der vorherigen Bewegung zeigt sich die tatsächliche Dynamik: Noch am 29.01. wurde ein Hoch bei 121,78 US-Dollar erreicht, womit sich innerhalb weniger Tage ein massiver Preisverfall entwickelte. 

Besonders auffällig war dabei die extreme Intraday-Volatilität. In der asiatischen Sitzung von Donnerstag auf Freitag fiel der Future zeitweise unter die Marke von 64 US-Dollar, bevor eine Gegenbewegung einsetzte. Diese Schwankungen verdeutlichen, dass der Markt derzeit stark von Liquiditäts- und Positionsanpassungen geprägt ist. Auch die COT-Daten bestätigen die laufende Bereinigung. Das Managed Money reduziert seine Long-Positionen weiter deutlich und hält aktuell nur noch 25.877 Kontrakte Long. Die Positionierung ist damit zwar weiterhin positiv, nimmt jedoch spürbar ab und signalisiert nachlassende spekulative Unterstützung. 

Aus saisonaler Sicht nähert sich Silber zudem einem typischen Wendepunkt. Historisch tendiert der Markt um den 20. Februar herum zu einem Hoch, bevor häufig eine schwächere Phase folgt. Vor dem Hintergrund der aktuellen Marktstruktur stellt sich daher die Frage, ob der Sell-off bereits abgeschlossen ist. Die Kombination aus Positionsabbau, extremer Volatilität und saisonalem Muster spricht derzeit eher gegen eine schnelle nachhaltige Erholung.

FAZIT
Der massive Einbruch im Silber-Future war kein politisches Ereignis und kein geldpolitischer Schock. Er war die Folge eines überhitzten Marktes, massiver Margin-Erhöhungen und erzwungener Positionsbereinigung. Die These, Kevin Warsh habe diesen Sell-off ausgelöst, ist durch die Fed-Funds-Daten klar widerlegt. Silber hat schlicht und einfach die Schwerkraft wiederentdeckt.

Sojabohnen - LONG

Der Sojabohnen-Future gewinnt auf Wochenbasis +4,84%.
Die letzte Woche im 30-Minuten-Chart:


Sojabohnen springen nach China-Story – Momentum kehrt zurück


Die Sojabohnen an der CBOT konnten in der vergangenen Woche deutlich zulegen und beendeten die Woche mit einem Plus von 4,84 % bei 1.114,75 US-Cents. Im Wochenverlauf kam es zu einem dynamischen Schub, nachdem politische Aussagen zu möglichen zusätzlichen chinesischen Käufen veröffentlicht wurden. In der Spitze stieg der Future bis auf 1.137,75 US-Cents an. Die Bewegung setzte schlagartig zur Wochenmitte ein und veränderte das kurzfristige Marktbild klar zugunsten der Käufer. 

Auffällig ist dabei die Reaktion der spekulativen Marktteilnehmer. Das Managed Money hat seine Positionen zwar leicht ausgebaut und hält aktuell rund 64.000 Kontrakte Long, bleibt damit jedoch weit unter früheren Niveaus. Direkt nach der Ankündigung lag die Positionierung zeitweise bei rund 254.000 Kontrakten Long. Im Verhältnis dazu ist die aktuelle Long-Positionierung weiterhin moderat, was zeigt, dass große Teile des Marktes der Bewegung noch nicht vollständig vertrauen oder auf Bestätigung realer Nachfrage warten.

 Genau diese zurückhaltende Positionierung kann jedoch stabilisierend wirken, da ein Nachziehen weiterer Käufer möglich bleibt. Saisonale Muster unterstützen das Bild zusätzlich. Historisch zeigen Sojabohnen ab dieser Phase häufig steigende Notierungen bis in die Sommermonate hinein. Damit trifft eine verbesserte Nachrichtenlage auf ein konstruktives saisonales Umfeld.

FAZIT
Der Markt hat ein neues bullisches Momentum aufgebaut. Solange Anschlusskäufe folgen und die Nachfrageerwartung bestehen bleibt, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit einer fortgesetzten Aufwärtsbewegung in Richtung Sommer.


WTI CRUDE OIL - LONG

WTI Crude Oil verliert auf Wochenbasis -3,39%.

Die letzte Woche im 30min Chart:



WTI unter Druck trotz geopolitischer Spannungen – Positionierung dreht nach oben


Der WTI Crude Oil Future verlor in der vergangenen Woche 3,39 % und schloss bei 63,50 USD pro Barrel. Damit blieb der Markt trotz anhaltender geopolitischer Risiken im Nahen Osten schwach und reagierte deutlich verhaltener als in früheren Phasen vergleichbarer Spannungen. Die laufenden Gespräche zwischen den USA und Iran reduzierten kurzfristig die Risikoprämie, gleichzeitig bleibt das Eskalationspotenzial bestehen, wodurch ein latenter Unterstützungsfaktor im Hintergrund erhalten bleibt.

Fundamental bewegt sich der Ölmarkt aktuell in einem Spannungsfeld aus Angebot und Risikoaufschlag. Einerseits sorgen höhere Fördermengen einzelner Produzenten sowie globale Konjunkturunsicherheiten für Druck, andererseits begrenzen Konfliktrisiken, Sanktionen und mögliche Lieferunterbrechungen größere Abwärtsbewegungen. Dieses Gleichgewicht erklärt die seit Wochen zu beobachtende Seitwärtsstruktur mit abrupten, aber nicht nachhaltigen Bewegungen.

Auffällig ist die Entwicklung der Terminmarktpositionierung. Das Managed Money hat begonnen, wieder verstärkt Long-Positionen aufzubauen und hält inzwischen über 124.000 Kontrakte netto long. Nach der zuvor zurückhaltenden Positionierung deutet diese Veränderung darauf hin, dass spekulatives Kapital wieder stärker auf steigende Preise setzt. Solche Positionsumschwünge treten häufig in frühen Phasen neuer Aufwärtsbewegungen auf.

Auch saisonal spricht das Bild eher für festere Notierungen in den kommenden Monaten, da sich der Markt typischerweise in Richtung Frühjahr und Sommer stabilisiert. Damit entsteht ein Umfeld, in dem Rücksetzer zunehmend gekauft werden könnten.

FAZIT

Crude Oil bleibt einer der wenigen Rohstoffmärkte mit klarer relativer Stärke. Die steigenden Long-Positionen des Managed Money und der saisonale Rückenwind sprechen für ein konstruktives Umfeld. Solange die Iran-Thematik ungelöst bleibt, dürfte die geopolitische Prämie im Ölpreis erhalten bleiben – mit entsprechendem Aufwärtspotenzial.



ZUCKER - LONG

Zucker verliert auf Wochenbasis -1,12%.

Die letzte Woche im 10min Chart:



Zucker unter Druck – Überangebot trifft auf aggressive Short-Positionierung


Der Sugar #11 Future verlor in der vergangenen Woche 1,12 % und schloss bei 14,11 US-Cent. Im Wochenverlauf zeigte sich zunächst noch Stärke, ehe der Markt ab der Wochenmitte deutlich unter Druck geriet und die zuvor aufgebauten Gewinne schnell wieder abgegeben wurden. Damit bleibt Zucker weiterhin in der übergeordneten Abwärtsstruktur der vergangenen Monate gefangen.

Fundamental wird der Markt klar von Angebotserwartungen dominiert. Die Perspektive anhaltender globaler Überschüsse belastet die Preisbildung deutlich. Höhere Produktionsmengen in Brasilien sowie steigende Output-Erwartungen aus Indien erhöhen das verfügbare Exportangebot und wirken preisdämpfend. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit zusätzlicher indischer Exporte, was den internationalen Markt zusätzlich mit Ware versorgen würde. Diese Kombination sorgt dafür, dass Aufwärtsbewegungen aktuell kaum nachhaltig fortgesetzt werden können.

Auch die Terminmarktpositionierung bestätigt dieses schwache Bild. Das Managed Money hat seine Short-Positionen massiv ausgebaut und hält inzwischen über 210.000 Kontrakte netto short – ein sehr hohes Niveau. Ein derart ausgeprägter Pessimismus spricht für eine klar negative Markterwartung institutioneller Marktteilnehmer und wirkt kurzfristig wie ein zusätzlicher Belastungsfaktor, da steigende Kurse häufig direkt wieder verkauft werden.

Saisonal bleibt die Perspektive ebenfalls schwierig. Zwar besteht noch die Möglichkeit einer kurzfristigen Stabilisierung bis etwa Mitte Februar, anschließend deutet das saisonale Muster jedoch auf deutlich fallende Notierungen hin.

FAZIT

Zucker befindet sich in einem klar bärischen Umfeld aus Überangebot, negativer Positionierung und schwacher Saisonalität. Kurzfristige Erholungen bleiben wahrscheinlich nur technische Gegenbewegungen innerhalb eines weiterhin abwärtsgerichteten Gesamttrends.



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